Sa, 29.Okt 2005, 00:07
von Gelöschter Benutzer 3317
Guten Tag,
auch, wenn die letzten Beiträge schon ein wenig zurückliegen, möchte ich etwas zum Thema beitragen - habe halt erst heute dieses Forum entdeckt.
Unnahbare Domina? Es gab einmal eine Zeit, da war dies Konsens und die Damen nannten sich nicht ohne Grund "Stiefelfrauen". Mit der Medialisierung auch von SM haben sich viele Grenzen verwischt, oftmals unter dem Deckmantel der Toleranz und individuell unterschiedlichen Bedürfnisse: und so gibt es Dominas, Bizarrladies, Switcher und was ich sonst noch alles.
Ist uns (Aktiven wie Passiven) damit gedient? Oder wird nur einem Egoismus ohnegleichen das Wort geredet, dass jede/r das Recht haben muss, genau sein/ihr Bedürfnis bis ins Detail hinein erfüllt zu bekommen?
Die angeblich so sozial-gerechte Gesellschaft, die letztlich nur ein Deckmäntelchen für grenzenlose Ich-Bezogenheit ist? In allen Bereichen, auch im Bizarrleben?! Die suggeriert, ich habe das Recht, alles und zwar sofort zu kriegen?
Ich finde, wir sollten uns auf unsere Bestimmung besinnen und bestimmte Konventionen beachten und respektieren. Das Machtgefälle zwischen Domina und Sklave ist bestimmendes Merkmal einer jeden SM-Beziehung. Wie könnte dieses Machtgefälle besser zum Ausdruck gelangen, als durch eine gewisse "Unnahbarkeit"? Andere Verhaltensweisen unterstützen dies: das Siezen der Herrin, der devote Fusskuss, das geduldige Warten auf die Sprecherlaubnis etc.
das muss doch nicht heißen, das es immer bitter ernst zugeht, auch eine Domina muss lachen können, aber für mich ist es undenkbar, dass ein Sklave mit seiner Domina herumalbert, wenn auch nur in der Pause oder nach der Erziehung.
Warum ist es so schwer, zu akzeptieren, dass eine Domina eine besondere Frau ist, die nicht nach Wunschzettel formbar ist, die sich aber gennausowenig beliebig selbst definieren kann?
manchmal empfinde ich die phantasievollen Selbst-Differenzierungen der dominanten Damen als ebenso egoistisch wie die Wunschzettel-Phantasien mancher devoter Möchtegerne. Als Bizarrlady ist sie eben keine Domina. Na und? Aber Sie bekommt dann eben auch nicht den besonderen Respekt, der einer Domina gebührt.
Vielleicht entspringt die Aufweichung des "Unnahbarkeits-Ideals" einer Domina auch einer gewissen Angst: der vor Einsamkeit. In meinem langen SM-Leben habe ich die wenigen echten Dominas als meist doch recht einsame Frauen kennengelernt. Das ist nicht schön, aber es gehört wohl zu dieser Bestimmung. Auch ich möchte nicht gern einsam sein, und doch, als Sklave, wie ich mich verstehe, gehört es wohl dazu. Es sei denn, man gehört zu den wenigen Glüpcklichen, die eine entsprechende Partnerschaft gefunden haben.
Alles andere, sei es Bizarrlady, Kuschel-Dom oder Hobby-Sklave gehört ehrlicherweise für mich in die Kategorie des "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" - Egoisten. Sollte man stark genug sein, zuzugeben.
Ist nur meine Meinung, vielleicht gibt es ja ein feedback.
Gruß
francesco