Schön, daß mein letzter Beitrag offenbar erhellend war
Schön auch, daß mir inzwischen doch einige von euch auch nette Sätze schreiben
@Lotus (Andersartigkeit + Illusionen) :
Ich bin vermutlich "anders" als der Mainstream in verschiedenen Punkten, aber ich glaub nicht, daß es daran liegt, eigene Räume zu haben (allerdings ist es glaube ich durchaus unüblich, diese so gaystyle-mäßig zu gestalten wie ich). Ich glaube aber, daß ich in eigene Räume rein muß, WEIL ich "anders" arbeite und deshalb schlecht in ein Studio passen würde.
"Anders" ist
- mein Aussehen & das Aussehen meiner Räume (eher karg als mit Zierden), beides orientiert sich an meiner lesbisch-queeren Szeneprägung
- meine Forderung nach Verbindlichkeit / Geschäftscharakter / keine Illusionen (das orientiert sich gewiß an meiner konservativen Erziehung, vielleicht eben auch meinem akad. Background, vermutlich auch mein Eigenbedürfnis nach klaren Regeln..... )
- ich will den Kunden eben gerade NICHT rasch vergessen lassen, daß ich mich ihm gegenüber als prof. Serviceleisterin sehe, ich geben ihnen in diesem Punkt KEIN Privatgefühl;
ich will, daß er sich dessen bewußt ist und mich deswegen bucht, WEIL ich eben nicht MEINE, sondern SEINE Neigung (in gewissen Grenzen, mit denen ich mich noch wohlfühle) in den Vordergrund stelle (privat und o.f.I. - bzw. auch wenn ich selbst zahlen würde für ein Date - wäre das genau umgekehrt, ich bin ja dann selbst die "dominant bottom") und SEINE Fantasien mit ihm / für ihn (auf Basis meiner SM-Erfahrung, aber unter Zurückstellung meiner Vorlieben) umsetze;
ich spreche ja auch DESHALB von "Fantasy Design" und "SM Coaching" und "Service Topping" (ja, ihr sagt "blödsinnige Wortkreationen" dazu -> aber WEIL es scheinbar "anders" ist, brauche ich vielleicht auch eigene Wörter?) und biete NUR das professionell an :
ich lasse ihn an meiner privaten Erfahrung und meinem privaten Wohlwollen für SM teilhaben, ich plaudere auch bis zu einem gewissen Rahmen aus dem privaten Nähkästchen (so wißt ihr z.B. jetzt alle, daß ich privat queer/lesbisch-passiv orientiert bin) aber ich empfinde es als grenzverletzend, wenn der Kunde fragt: "Was sind denn nun konkret deine privaten Neigungen? Was kann ich denn das nächste Mal für dich tun?"
der Kunde soll nichts für mich tun (er bezahlt und bekommt für seine Zahlung geboten, daß ich etwas für ihn tue, s.o.) , das empfände ich als unerwünschte Vermischung der Ebenen ! (siehe Thread: Die Frage nach dem Spaß)
- daß ich somit auch Dominanz NUR als Inszenierung anbiete (und das explizit betone)
Illusion: Ich halte es für Illusion, wenn ich vorgebe, etwas zu sein, was ich nicht bin. Nicht, wenn ich die "Schauspielerei" explizit herausbetone. Es kann eine kreative Schauspielerei sein, die mir auch Spaß machen kann: In Rollen zu schlüpfen. Während -glaube ich- die meisten Dominas zwar
Mutti-Baby, Gefangenenwärterin-Knastinsasse, Pfarrerin-Konfirmand, Lehrerin-Schüler etc. als Rollenspiel sehen, sehen sie "Klassische Dominanz" nicht als Rollenspiel. Ich würde die eben auch als Rollenspiel sehen, Herrin-Sklave wäre genauso ein Spiel wie die o.g. Spiele für mich ..... und Wert darauf legen, daß der Kunde das begreift ! Vielleicht(?) liegt hier ein Unterschied: Mir ist es wichtig, daß vorher/nachher eine Kommunikation auch über mein/sein SM-Verständnis stattfindet und daß das passen muß. Einer der wenigen Fälle, wo mal ein Gast zum Vorgespräch da war und dann beide einig waren, daß es nicht paßt: Er wollte in der Session vermittelt kriegen, daß Frauen Männern grundsätzlich überlegen sind. Ich hab ihm gesagt, ich werde diese "Überzeugung" auf SEINEN Wunsch hin in der Spielszene vertreten, aber ich würde sie NICHT teilen und genauso falsch finden wie das Gegenteil, daß Männer Frauen überlegen seien. Der Gast war bei mir falsch..... Der wollte nicht hören, daß ich die Meinung nicht habe, die ich im vorgegebenen Setting "spiele". Mir ist es wichtig, daß mein Gegenüber auch meine "echte" Meinung kennt. Mag unprofitabel sein, ist mir aber wichtig.
@Platon: Also femmiger stylen als DU mich gesehen hast, kann ich mich schon. Ich trage auch vorübergehend Heels - wenn ich weiß, daß das mein Gegenüber kickt.
(ich mag den Fetisch-Charakter davon durchaus auch, würde solche Schuhe aber nie länger als eine Stunde tragen

- im passenden Setting halt, bei passenden Reaktionen, mag dann auch selbst das Visuelle ausreizen, es KANN zur Gestaltung passen....)
Ich MAG ja die Vielfalt der Fantasien, ich würde gern die ganze Palette abdecken können, deswegen ja auch die Bereitschaft zur Femdom-Ausbildung.
Ergänzung @Lotus (was ich nicht kann, aber lernen mag): Es fehlen mir auch noch Techniken im Klinikbereich, bei denen ich mich noch nicht profi-sicher fühle....da wäre vielleicht ein Workshop hilfreich.....auch das steht schon irgendwo hier gepostet.....
@ alle, die noch mitlesen: Wirklich schön, daß sich scheinbar doch einiges noch aufklären/erklären läßt....

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