Weißt du vielleicht, was man früher unter Zofe verstanden hat? War das eine Art Softsklavin? Eine Dame für die erotischen Bedürfnisse der Herren? Oder einfach nur eine Assistentin? Im letzten Fall wäre die Konstellation ja nicht viel anders als jetzt, aber im ersten und zweiten Fall fände ich das eher doof, es ist halt nicht jede (soft-) devot oder bereit, GV u.ä. anzubieten, vor allem dann nicht, wenn sie eigentlich als klassische Domina arbeiten will.SM-erfahren hat geschrieben: ↑So, 12.Nov 2023, 08:59Ich war auch ganz lange im privaten SM unterwegs und meine Erfahrungen waren keine guten, obwohl ich viele Femdoms kennenlernte. Mit Tabus und Vorstellungen eines Subs, hatten fast alle ein Problem, das durfte man(n) nicht haben, sonst war man als Sklave nicht authentisch genug, und wurde wie ein Verbrecher behandelt, es war offensichtlich das man nur immer den Narzissmus der jeweiligen Dame befriedigen sollte, das Wohl eines Subs war ihnen dabei auch völlig egal, und wehe man war ehrlich und übte mal Kritik oder wollte Augenhöhe, man hatte nur zu gehorchen sich alles gefallen zu lassen . Das mag für ganz extrem devote Subs , vielleicht toll sein ? Jedem das seine. Aber NEINMadame_Simone hat geschrieben: ↑So, 12.Nov 2023, 08:30Ach, das würde ich gar nicht mal so sagen. Ja, im Studio liegt der Fokus natürlich darauf, dass es eine Dienstleistung ist, und somit auf den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen die für diese zahlen. Man ist auch eher unter Zeitdruck, weil die Sessions ja für bestimmte Zeiträume gebucht werden, und man nicht wie im privaten Kontext "so vor sich her spielt" ohne auf die Uhr zu achten. Oft ist auch mehr Augenhöhe dabei, das kommt aber sehr auf die Konstellation an. Ansonsten kann ich von meiner Seite aus sagen, dass es inhaltlich jetzt nicht so große Unterschiede gibt.SM-erfahren hat geschrieben: ↑So, 12.Nov 2023, 00:07Und private SM Erfahrung als Femdom ist etwas ganz anderes wie die Erfahrung als professionelle Domina im Studio,das sind zwei verschiedene Welten !
Ich war schon 20 Jahre privat im BDSM Bereich unterwegs, bevor ich als Domina angefangen habe. In den zwei Jahrzehnten habe ich etliche Workshops mitgemacht, konnte sehr gut herausfinden was für mich passt und was nicht, habe festgestellt, dass ich leider eine Latexallergie entwickelt habe, bin mit ausgezeichnetem Wissen über die Reinigung von Gerätschaften und Möbeln (wilde Parties, da muss ordentlich geputzt werden), aber auch STI Übertragbarkeit usw gestartet. Gut, ich bin auch mit einer exam. Krankenpflegeperson verheiratet, von der konnte ich mir gerade im Bereich von Nadelungen, Klinik und generell Anatomie viel zeigen lassen (hat mich trotzdem nicht zur Klinikerin gemacht, einfach nicht meine bevorzugte Spielart). Wenn ich den Finger auf den größten Unterschied zwischen privat und beruflich im praktischen Sinne legen müsste, dann ist das der, dass ich im beruflichen Kontext verschiedene riskante Dinge nicht mache, die ich im privaten Bereich schon öfter gemacht habe. Und ich werde nicht dafür bezahlt. ;)
Es gibt Menschen aus dem privaten BDSM Bereich, die fachlich und praktisch mehr drauf haben, als professionelle Dominas, und es gibt professionelle Dominas, die für private Menschen Workshops geben, und denen viel beibringen können, weil sie viel mehr Erfahrung haben. Manche Studios bilden ihre Jungdominas super aus, andere lassen sie lediglich mitlaufen und sie müssen sich alles - learning by doing - selbst aneignen. Es ist nicht immer alles so schwarz und weiß.darauf kann ich z.B. verzichten, ich verstehe unter Dominanz etwas ganz anderes, nämlich in erster Linie die Fähigkeit führen zu können, und Dominanz kann auch liebevoll, verständnisvoll, kompromissbereit und empathisch sein, es geht dabei nicht darum nur andere unterdrücken und despotisch für seine Zwecke missbrauchen zu wollen. Natürlich gab es im privaten SM bezw bei den Femdoms auch Ausnahmen, aber das waren ganz wenige !
Ich gehe da lieber zu einer Domina ins Studio, da werde ich auch als Mensch behandelt, und nicht eiskalt als Objekt ohne Willen und Tabus. Wie gesagt jedem das seine, aber ich bin froh das es die Profi-Dominas im Studio gibt, wo ich meinen SM leben und erleben darf ! Und mich stört es wenn eine private Femdom meint, sie geht ins Studio um auch da ihre narzisstische Vorstellung von SM weiterleben zu können, um damit auch noch Geld zu verdienen. Da kommen dann dabei so Profiltexte raus wie in etwa „ ich tue was ich will, und du hast nur zu gehorchen, und was du willst interessiert mich nicht“ bitte verschont mich vor solchen narzisstischen Dominas im Studio, die sollen bitte im privaten SM bleiben ! Da können sie dies ausleben, aber im Studio möchte ich bitte eine Domina erleben die auch auf meine Wünsche eingeht! Schließlich ist man auch zahlender Gast und nicht jemand der sich misshandeln lässt und noch Geld dafür zahlt und das soll bitte auch so bleiben ! Das man wenigstens auch noch Wünsche, Tabus und Vorstellungen bei den Dominas im Studio haben darf, wenn man sie schon nicht im privaten SM haben darf !
Aber ich habe im Laufe der Zeit auch viele private Femdoms mit dieser narzisstischen Einstellung im Studio kommen und gehen sehen.
Und zum Narzissmus: ich würde zwar nie behaupten, dass jede private Femdom darunter leidet, aber ich kann verstehen, wie es zu solchen Eindrücken kommen kann: in der privaten Szene sind tendenziell mehr devote als dominante Frauen unterwegs und so werden die Femdoms mit Angeboten überhäuft und leider ist viel Schrott darunter. Viele interessieren sich null für die Frau und suchen einfach eine kostenlose Wunscherfüllerin. Dann sind die Frauen einerseits von solchen Männern genervt und andererseits müssen sie sich nicht groß anpassen, da sie aus genug Kandidaten wählen können, warum denn auch? Eine Domina passt sich eher an, da sie nun mal Geld dafür bekommt und irgendwo ist ja genau das der Sinn und Zweck von Sexarbeit.
Und leider Gottes sind auch gute, erfolgreiche Dominas manchmal von Narzissmus betroffen, teilweise eben WEIL sie erfolgreich sind. Sie zeigen das aber ihren Kunden gegenüber entweder gar nicht oder nur so, dass es die Gäste erst Recht anlockt. Aber privat kommen dann teilweise echt unmögliche Sprüche: es fängt mit der sogenannten Whorearchy an, man sei ja was Besseres als eine normale SW und dann halt so Sachen wie: die lässt sich lecken bzw f*cken, weil sie nichts drauf hat oder die macht KV und Vomit, weil sie nicht in der Lage ist, mit ihren Fähigkeiten Geld zu verdienen usw.usf. Natürlich sagt nicht jede Domina solche Sachen, aber es kommt leider vor.



