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Auf welche Kreise konzentriert sich eigentlich SM?

Mo, 03.Sep 2012, 19:50
Vor ein paar Jahren, als ich nackt im Studio auf meine Session gewartet hab, ist die Tür aufgegangen und vor mir ist plötzlich eine ehemalige Kollegin gestanden. Die hat da als Domina gearbeitet. :shock:
Eine andere Domina hat mir mal erzählt, dass sie für einen Sklaven die Tür aufgemacht hat, und der Sklave hat sich als ihr Cousin rausgestellt. winke winke
Und neulich hab ich von einer Unidozentin gehört, die hat so getan als wäre sie über eine 'Unterstellung' stinksauer %red% Dabei hat nur einer ihrer Mitarbeiter offenbar selber eine Herrin gesucht und ist auf ihre Anzeige gestoßen. Ihr Bild war zwar verpixelt, aber er hat sie trotzdem erkannt.

Irgendwie kann jeder von solchen Ereignissen erzählen oder hat sie sogar selbst erlebt. Konzentriert sich der SM-Bereich vor allem auf bestimmte Kreise, dass sowas so oft vorkommt?

Mir sind solche Ereignisse übrigens auch immer als amüsante Anekdoten erzählt worden, und im Nachhinein finde ich die Geschichte mit meiner Kollegin auch sehr witzig. Mich ärgert jetzt nur, dass ich nicht mehr zu einer Session mit ihr gekommen bin, weil sie einige Zeit später aufgehört hat. %ufz%

Re: Auf welche Kreise konzentriert sich eigentlich SM?

Mo, 03.Sep 2012, 21:35
Ein Grund kann natürlich auch sein, dass ich mich hin und wieder mal mit Ladies nach einer Session unterhalte, wenn sie Zeit haben. Ein wenig persönlichen Kontakt außerhalb von Sessions finde ich - wenn die Lady nichts dagegen hat - ganz schön. Das wird zwar den meisten so gehen, aber es hat bestimmt jeder bestimmte Themen, die bei solchen Gesprächen öfter angeschnitten werden als andere.

Re: Auf welche Kreise konzentriert sich eigentlich SM?

So, 18.Nov 2012, 09:40
Auf der Seite der dominanten Damen geht SM ganz sicher durch alle Bevölkerungsschichten, da er auf eine Neigung und nicht auf die Herkunft oder den sozialen Status zurückgeht.

Besonders SM-affin sind vermutlich Berufsgruppen, die sich mit der Psyche, dem menschlichen Körper oder auch mit dem Phänomen der Macht befassen. Aus diesem Grunde habe ich unter den Dominas häufig Psychologinnen, Krankenschwestern (überproportional häufig), Physiotherapeutinnen/Masseurinnen und auch die ein oder andere Juristin angetroffen. Ein wenig wundert mich immer, dass es nicht mehr Polizistinnen und Lehrerinnen gibt, aber das hängt vielleicht mit dem Beamtenstatus und damit zusammen, dass für diese Berufsgruppen äußerst gefährlich werden könnte, wenn nach außen bekannt wird, dass sie als Dominas arbeiten. Auch die klassische Büroangestellte oder Sekretärin findet man recht selten, letztere haben vielleicht manchmal ihr tägliches Übungsobjekt auch im Büro sitzen :) .

Natürlich spielt der finanzielle Background auch eine Rolle. Es gibt eine Reihe von Dominas, die noch Studentinnen sind - hier wiederum häufig Psychologiestudentinnen -, und die ein oder andere Krankenschwester kann sicher ein Zubrot gut gebrauchen. Auch freischaffende Künstlerinnen findet man recht häufig.

Generell ist mein Eindruck, dass der Anteil der Akademikerinnen bei den dominanten Damen ziemlich hoch ist...

Was uns Männer anbelangt, so geht die Neigung zwar sicher auch durch alle Schichten und Bevölkerungsgruppen. Zum einen kann sich aber nicht jeder einen Dominabesuch leisten - was ich z.B. zu Studentenzeiten immer sehr bedauert und wodurch ich einige Jahre mit schönen Erfahrungen verloren habe -, zum anderen glaube ich, dass man sich in einem sehr von Männlichkeitsritualen und Machismus geprägten Umfeld schwer tut, sich seine Neigung einzugestehen. Obwohl ich sicher bin, dass es dort ebenso Subs gibt wie in anderen Gruppen auch, könnte ich mir vorstellen, dass es für einen Bauarbeiter, Handwerker oder auch Polizisten schwerer ist, seine Neigungen auszuleben, weil er im Falle eines Bekanntwerdens Spott und soziale Ächtung befürchten muss und seine Männlichkeit in Frage gestellt wird.

Für einen Freiberufler (Unternehmer, Architekt, Anwalt, eventuell auch Arzt) ist es sicherlich leichter, SM auszuleben, da er von den Meinungen und dem Urteil anderer häufig unabhängiger sein wird. Führende Manager dürften sich nach meiner Einschätzung ebenfalls häufig in Dominastudios tummeln. Sie sind auf ihrem Weg nach oben sowieso ziemlich einsam und resistent gegenüber dem Urteil anderer geworden und setzen sich zudem täglich mit dem Verhältnis von Macht und Ohnmacht auseinander. Bei vielen Menschen, die ich seit Jahren kenne und die ich auf ihrem Weg nach oben beobachtet und begleitet habe, fällt mir auf, dass sich ihre Persönlichkeit sehr stark verändert und ins Extreme, ja bisweilen ins fast schon Perverse verkehrt (das, was wir in den Politik- und Wirtschaftsteilen täglich lesen, ist leider allzuoft das Resultat davon). Häufig verlieren sie mit der Zeit den Boden unter den Füßen, was auch die Sehnsucht nach Halt, Geborgenheit aber auch Bestrafung und Disziplin erklärt, den sie bei einer Domina suchen. Führungskräfte in der Politik dürfen in ihrer "wahren Welt" keine Schwächen zeigen oder ausleben, weder in ihrem beruflichen noch in ihrem privaten Umfeld, da sowohl Lebenspartnerin und Freunde sie regelmäßig wegen ihres sozialen Status auswählen und von ihnen Stärke erwarten. Da bleibt fast nur der Weg zur Domina, die in diesen Fällen wohl häufig auch die Rolle der Psychotherapeutin erfüllt. Die wahre Selbstreflexion erfolgreicher Menschen findet häufig weder im Beruf noch in der Familie, sondern eher in einer Parallelwelt statt. Mir sind jedenfalls eine ganze Reihe beruflich erfolgreicher Menschen bekannt, bei denen das so ist.

Re: Auf welche Kreise konzentriert sich eigentlich SM?

So, 18.Nov 2012, 23:31
Leopard hat geschrieben:Besonders SM-affin sind vermutlich Berufsgruppen, die sich mit der Psyche, dem menschlichen Körper oder auch mit dem Phänomen der Macht befassen. Aus diesem Grunde habe ich unter den Dominas häufig Psychologinnen, Krankenschwestern (überproportional häufig), Physiotherapeutinnen/Masseurinnen und auch die ein oder andere Juristin angetroffen.
Die Ansichten im vorgenannten Beitrag sehe ich auch so.

Allerdings würde ich bei den Berufsgruppen aus dem Gesundheits- und Pflegebereich nicht von einer SM-Affinität sprechen, sondern von einer beruflichen Freude am Umgang mit anderen Menschen und einem Heilen- und Helfenwollen.

Und genau das kann eine Dame aus diesen Berufsbereichen durchaus auch für die Tätigkeit als Domina prädistinieren und qualifizieren. Interesse an BDSM und Sexualität natürlich vorausgesetzt.

Nehmen wir z. B. die Krankenschwester. Ob sie nun dem Patienten beim Toilettengang behilflich ist oder als Domina-Krankenschwester ihm zum hormonellen und/oder geistigen Orgasmus verhilft, ist letztlich beides ein Dienst am Menschen.
Nur finanziell gibt es einen Unterschied, nämlich dass die Krankenschwester deutlich schlechter bezahlt wird.

Generell finde ich es gut, wenn Dominas auch einen beruflichen (auch Kindererziehung gehört dazu) Hintergrund aufweisen. Dadurch sind sie m. E. lebenserfahrener und kompetenter, als z. B. eine blutjunge Pseudo-Domina die frisch von der Schule kommt.
Zuletzt geändert von Gast 199 am So, 18.Nov 2012, 23:39, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Auf welche Kreise konzentriert sich eigentlich SM?

So, 18.Nov 2012, 23:39
Handschmeichler hat geschrieben:Das solche Zusammentreffen stattfinden können will ich wohl glauben. Das da irgendein System hintersteckt glaube ich eher nicht.

Und die eklatante Anhäufung Deiner Beispiele kann ich mir daher nicht erklären, sind sie allerdings recht amüsant.

Gruß
Handschmeichler
So sehe ich es auch , man muss es real betrachten ,

aber eigentlich spielt es insgesamt auch keine große Rolle .

Gast-H :)

Re: Auf welche Kreise konzentriert sich eigentlich SM?

Fr, 23.Nov 2012, 14:49
@ Leopard: Etwas viel Küchen-Psychologie.

Meines Wissens gibt es keine genaue Studie. Deine Kommentare über Manager oder auch Krankenschwester und Akademikerinnen sind schon völlig unwissenschaftlich und klischeehaft und beruhen vermutlich darauf, dass was Dir einige Frauen erzählt haben, die als Domina tätig sind oder Du so gelesen hast. Deine Informationsquelle ist nicht repräsentativ. Zudem bezieht sich Frage auf SM und nicht auf Bezahl-SM. Des weitere verwechselst Du Korrelation mit Kausalität.

Dies mit Managern ist eines der bekannten Klischees, aber genauso wie die Verwechselung von SM mit Gewalt, wenig haltbar. Ein Manager geht zur Domina, wenn er diese Neigung hat. Punkt. Es ist nicht so, dass einer eine "normale" Neigung hat und dann um mal Psychohygiene zu betreiben ins SM-Studio geht. Und wenn ein Manager diese Neigung hat, geht er hin, egal ob gute Freude hat, Kritik von anderen erhält, etc.. Dies ist völlig egal. Du glaubst doch nicht wirklich, dass in einem SM Studio man "Selbstreflektion" "erhält".

Ich würde SM auch ausleben, wenn ich Autorennfahrer oder Briefträger wäre, klar würde der Lohn, etc. einen Ausschlag geben, wie oft, wo, privat oder prof., etc. etc.

Re: Auf welche Kreise konzentriert sich eigentlich SM?

Fr, 23.Nov 2012, 18:58
@cm

Jetzt mach mal nicht so viel Wind. :-D
Der Vortrag von ''leopard'' hat m. E. überhaupt keinen wissenschaftlichen Anspruch und spiegelt lediglich seine persönliche Ansicht aus seinem Blickwinkel wieder.
Und als solche ist sie auch formuliert und gekennzeichnet.

Du kannst ja ruhig eine andere Meinung haben. Aber dann bitte nicht als absolute Behauptungen und Unterstellungen deinerseits formulieren.

So schlecht ist ''Küchenpsychologie'' übrigens gar nicht mal. Oftmals funktioniert diese sogar besser, wie das professionell-wissenschaftliche Herumgefasel und/ oder die Methodik eines Therapeuten.
Entscheidend für die Wirkung ist nämlich in den meisten Fällen die Bindung und das Vertrauen zum Therapeuten bzw. zur Therapeutin. Und das zumindest ist wissenschaftlich untersucht.

Gruß Paul
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