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Di, 26.Aug 2008, 15:13
Servus ZeroZero,

das nenne ich eine gute Diskussionsgrundlage! Auch wenn man unterschiedlicher Meinung ist, bleibt man sachlich und ruhig. Schön!

Aber da hast mich ein bissi mißverstanden. Ich bin da ganz Deiner Meinung. Ich sagte ja, dass ich fand, dass sie trotz der Professionalität (egal ob jetzt im Sinne von Profi-Domina oder professioneller "echter" Smler) hätte sie genau und nur deshalb die Session abbrechen sollen!

Denn Wut und Agression ist keine Grundlage für eine gute Session. Obwohl manche Domina genau dies braucht und mitunter deshalb ausübt, so ist das für einen echten SMler ein Zustand, der jede Session kaputt machen würde.

Wobei ein gewisses Maß an Agression nötig ist um gut zu sein, aber das ist eine andre Agression.

Agression, tiefe Verachtung, Hass, Wut sind alles Komponenten, die mich eine Session abbrechen lassen würden (wenn gleich ich Tanja in ihrer Situation mehr als gut verstehe und trotzdem dabei bleibe, dass es ok war, wie sie sich verhalten hat). Das wäre mir das Geld nicht wert - ich möchte mich danach nimmer in den Spielgel schauen!

Der Ehrlichkeit halber muss ich aber sagen, dass ich so ähnliche Situationen wie Tanja schon erlebt hab. Schließlich bin ich auch nur Mensch und manchmal entwickelt sich sowas erst in einer Session.
Und das traurige an der Geschichte war, dass die Männer dann noch geiler wurden und genau das gesucht haben. Ich habe aber danach den Kontakt abgebrochen, auch wenn es die treuesten Stammkunden geworden wären.

Alles Liebe,
Katarina

PS. Die Zeilen die Du von mir zitiert hast, sagen ja genau das aus :-)
+ + + Junge Dominanz aus Leidenschaft + + +

~ ~ ~ Ich kreiere meine eigene Welt, – unabhängig von den Klisches und Regeln anderer Dominas und Sklaven! ~ ~ ~

Mi, 27.Aug 2008, 11:29
Lady Katarina, wiederum ein sehr wichtiger Punkt!
Wut und Verachtung - und damit meine ich jetzt vor allem grundlegenden Groll und ebensolche Verachtung gegenüber bestimmten Männern, Männern im Allgemeinen oder auch Menschen im Allgemeinen - sind meiner Meinung nach keine gute Basis für eine Session.
Ich vermute, dass es Dominas (und wohl auch Femdoms und Doms) gibt, die genau aus diesem Antrieb heraus handeln (sei es als Profi oder privat). Und ich weiss auch, dass es männliche und weibliche Subs gibt, die genau das suchen.
Ich persönlich möchte das nicht. Für mich muss im Gegenteil Sympathie für das Gegenüber da sein, ja, in einer gewissen Form sogar ziemlch starke positive Gefühle!
Tanjas Wutanfall fällt allerdings, so denke ich, nicht in diese Kategorie. Es war kein grundsätzlicher Groll, denke ich, sondern eine Wut über etwas ganz Konkretes.
Ob sie nun den Gast vor sich selber hätte schützen sollen oder nicht, darüber kann man sich steiten. Es ist die Frage, ob man Gäste/Subs als einigermassen mündige Menschen betrachtet, die für sich selber entschieden können, was sie sich zumuten können und wollen oder eben nicht.
Klar, der dominante Part trägt eine grosse Verantwortung, und muss sich bewusst sein, dass ein Sub nicht immer in der Lage ist, vernünftig zu denken. (Er soll ja loslassen können.) Dom(me) muss sich dessen bewusst sein und darauf achten, Sub nicht ernsthaft zu verletzen (auch nicht psychisch!).
Dadurch, dass Tanja dem Gast mehrmals die Gelegenheit gab zu gehen und ihn explizit darauf hingewiesen hat, dass sie wütend ist, hat sie - so meine Meinung - ihre Verantwortung diesbezüglich durchaus wahrgenommen.
Aber es ist natürlich immer eine Gratwanderung und ich denke, die Menschen reagieren auch sehr unterschiedlich ... Ein Rezept für das richtige Verhalten gibt es wohl nicht.
Einen schönen Tag!
Annemarie
Freiheitsberaubungen aller Art

Do, 28.Aug 2008, 18:56
Liebe Annemarie,

wie wahre Worte. Du hast das sehr gut auf den Punkt gebracht. So in der Art hatte ich es auch gemeint.
Daher kam von mir auch keinerlei Vorwurf an Tanja, da ich ja immer vorraussetze, dass zwei mündige Menschen miteinnadner spielen.

Du vermutest nicht nur, sondern ich habe es schön öfters erlebt, dass Doms genau aus dieser Motivation heraus SM betreiben. Und gerade die Pro-Doms in dieser Gattung benötigen diese Grundagression überhaupt um den Beruf ausüben zu können.

Und Du hast auch sehr recht, wenn Du sagst, dass es viele Subs gibt, die genau das suchen - ob privat oder im Studio - oft auch im Zusammenhang mit 24/7 bzw. TPE.
Nur habe ich die Erfahrung gemacht, dass dies meist Menschen sind, die SM nicht aus derMotivation heraus betreiben, was Geiles und Gutes zu machen, sondern, weil sie mit SM versuchen, irgendein Defizit zu kompensieren bzw. sich damit zu therapieren. Ist ja auch immer das Bild, welches wir im TV bzw. in Zeitungen vorgesetzt bekommen, wenn man über Dominas und SMler berichtet.

Klar, der dominante Part trägt eine grosse Verantwortung, und muss sich bewusst sein, dass ein Sub nicht immer in der Lage ist, vernünftig zu denken. (Er soll ja loslassen können.) Dom(me) muss sich dessen bewusst sein und darauf achten, Sub nicht ernsthaft zu verletzen (auch nicht psychisch!).

Genau meine Devise!

Genau darauf kommt es an. Aber ich hatte überhaupt nicht den Eindruck, dass Tanja diese Grenze auch nur annähernd angekratzt hätte.
Der Mann fühlte sich in meinen Augen lediglich in seinem Stolz geschädigt und war offenbar der Meinung, für sein Geld nun doch ein Wunschkonzert zu bekommen (ob dies nun ein Muss für eine Gute Session ist, lass ich dahingestellt). Dass dann das Kopfkino wo anders hinlief, tja, das war eine andre Geschichte.

Aber es ist natürlich immer eine Gratwanderung und ich denke, die Menschen reagieren auch sehr unterschiedlich ... Ein Rezept für das richtige Verhalten gibt es wohl nicht.

Genau meine Rede - und das ist auch das schöne an dieser Tätigkeit. Sich daran entlang zu hangeln, immer darauf achtend, nichts fallen zu lassen.

Und das macht meiner Meinung auch einen guten Profi aus (Profi im Sinne von SM).

Alles Liebe,
Katarina
+ + + Junge Dominanz aus Leidenschaft + + +

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Sa, 30.Aug 2008, 14:44
Sehr interessanter Thread!

Ich denke nicht, dass das unprofessionell war. Neben dem Dienstleistungsgedanken im Hinblick auf eine Kundenorientierung existiert ja auch die Passion für SM. In diesem Kontext durfte "H" Authentizität erleben, war schnell aber überfordert, denn er hatte nicht mehr die Kontrolle (Abarbteitung seiner Wunschliste).

Diese Art von Kontrollverlust, die bei dem aktiven Part das Funkeln in die Augen zaubert und das Spiel "eskalieren" läßt, weckt wohl leider nur bei wenigen Gästen des kommerziellen SM Begeisterung.

Ich vermute mal, die restlichen 48 Minuten Session wären später kaum mehr zu toppen gewesen.
Antworten

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