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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Do, 14.Nov 2013, 09:51
@
Wenn es nach Typen wie dieser Sozialarbeiterin geht, laufen wir demnächst im Büßerkostüm durch die Städte = Männchen weiß, Frauchen schwarz oder andersherum. Das ist beliebig, wie so Vieles heute.

Ist ja auch so einfach = man schafft die Polizei ab und verbietet Alles. Keine Produktion, kein Konsum - also auch keine Ordnungskräfte mehr nötig...

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Sa, 23.Nov 2013, 06:57
@ Tanja

Danke - wenngleich ich über die Werbung nicht hinauskam aufgrund irgendwelcher PC Einstellungen bei mir.

Hab aber in der Mopo das Interview von Undine gelesen - man merkt schon, dass sie einen besonders hohen IQ inne hat ( also tatsächlich! ). Da werden andere schnell still, weil sie dieser Rhetorik nichts entgegenzusetzen haben.

Ungeachtet aller Argumente und Wahrheiten dazu, wie man Zwänge und interne Nötigungen besser angehen könnte, macht der Staat - diesmal in einigen Regionen in NRW - munter weiter gemäß dessen, was er gewohnt ist und beherrscht. Da wurde eine Studiobesitzerin, die wirklich sauber und korrekt alles pflichtschuldig abführte und bezahlte, was es so an Steuern gab bis dato, endgültig der Garaus gemacht. Hinter vorgehaltener Hand der Hinweis - damit würde man Prostitution vertreiben wollen.

5,10 Euro pro 10 QM Studiofläche mal so neu aus dem Boden gestampft = rund 1500 mehr.

Irgendwo in der Region ein Studio, was durchgehend den Zeitgeist vieler erfüllt, mit Billig und Dumping und " ich mach alles " daherkommt...wer fragt da noch nach unserem Thema, echtem, auch psychisch gelebtem SM bei soviel Engegenkommen?

Claire de Roissy, Mdme Malbert, nun das nächste Studio - Qualität und Anspruch verschwinden von der Landkarte und sorgt in Wahrheit für Monopolstellungen Einzelner bzw. Abgleiten in inhaltlichen BDSM- Anspruchslosigkeitén.
Auch die neuen Studiobesitzer werden mit der Problematik konfrontiert werden und es ist fraglich bzw. bleibt abzuwarten, ob sie damit klarkommen können.

Die Landschaft verändert sich derzeit jedenfalls zum Negativem. Mal sehen, wer da als Nachfolger in jenem Studio auftaucht - es muss schon sehr viel Geld produziert werden, um den Staatsforderungen heute gerecht werden und intern produziertem Preisdruck standhalten zu können.
Ich tippe auf Sauna- Wellnesstempel, Puff, Bordell - FLATRATE- Sex ( das öffentliche Werben damit lässt man natürlich sein, und doch wird es ihn dort geben ).
Da lässt sich - gemäß unserem Zeitgeist - noch Geld machen.

Traurig.



DomHunter
( ...Strap-it-On... )
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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Sa, 23.Nov 2013, 12:59
Ich bin der festen Meinung, dass die sogenannten "Groß-Studios" mit bis zu 10 Räumen und einer unüberschaubaren Menge an Dienstleisterinnen dem Domina-Gewerbe nichts Gutes gebracht haben.
Der viel zu große Druck, Geld zu verdienen um alle Mäuler zu stopfen, hat zu Preisdumping und damit verbundenem schlechteren Service geführt. Die "Wir-machen-alles-Mentalität" hat viele gute Frauen verbrannt und die nachströmende Masse an jungen "Göttinnen", die mit dem Rollkoffer durch die Lande vagabundieren, hat es nicht besser gemacht.
Bizarrservice, KV und Proxxxxx haben in den Großstudios ihren Anfang genommen, denn mit klassischem Service sind diese Läden einfach nicht zu finanzieren.

Der Anspruch der Gäste an unbezahlbarem Equipment hat ein Übriges getan.
Kurz und gut: Ich bin der Meinung, dass ein bisschen "Gesund-Schrumpfen" unserer Branche gut bekommen würde.

Und wenn die veränderten Gesetze dazu beitragen würden, hätte ich nichts dagegen.


Gruss aus Berlin
Lady MacLaine

Re: Sexarbeit ist Arbeit

So, 24.Nov 2013, 22:36
Ich glaube, hier wissen einige überhaupt nicht, um was es geht. Alice Schwarzer hat nur etwas aufgegriffen, was die EU längst beschlossen hat: Die Reglementierung der Prostitution in einem Ausmaß, das sie kaum noch auszuüben ist. Das Schwedische Modell der Freierbestrafung soll die Regel werden, langfristig soll der Sumpf völlig ausgetrocknet werden. In Frankreich, wo die Prostitution bereits stark eingeschränkt ist, soll in der kommenden Woche ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden.
Bei uns wird die vermutliche große Koalition den gleichen Weg beschreiten.Wer da meint, es sei gut, die Billigkonkurrenz werde verschwinden, der wird sich wundern, spätestens dann, wenn er selbst dran ist.
Es gibt da ein schönes Zitat vom Martin Niemöller, was immer wieder aktuell bleibt:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Sozialisten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialist.
Als sie die Juden einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

Es geht um dem Bestand der gesamten Branche und nicht darum, wer sich besser behauptet. Die Professionellen müssen sich organisieren und wir als Kunden müssen sie unterstützen, auch wenn das möglicherweise weh tut.

Canedass

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mo, 25.Nov 2013, 09:02
Hallo Lady Maclaine,

Was soll die Häme??? Natürlich müssen und sollten die Damen und auch wir als Kunden uns zusammen tun. Und natürlich sucht ja auch euer Berufsverband unter anderem auch die Unterstützung von uns. Oder soll ich meine Unterschrift unter dem Appell wieder streichen lassen?

MfG

Frank
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