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Di, 04.Mär 2008, 14:43
ZeroZero,
nach Deinem Posting hab ich mal überlegt wie bei mir die häufigste Stimmung ist.

Ich bin eigentlich meistens gut drauf wenn ich ins Studio gehe (geil natürlich auch :-D ) - also bei gutem Allgemeinbefindne gehe ich hin (um es mir schlechter gehen zu lassen?).

Di, 04.Mär 2008, 15:06
ZeroZero hat geschrieben:Ich denke, die Neigungen kommen zu einem Teil aus der Veranlagung, aber zu einem größeren Teil aus den prägenden Jahren der Pubertät. Beispielsweise ist mein Vater recht früh gestorben und ich lebte so in der Pubertät als der Jüngste in der Familie mit meiner Mutter und meiner Schwester zusammen. Ich war daher gewohnt, dass zu tun, was mir eine Frau gesagt hat. Ich würde mal vermuten, dass zu einem Großteil meine Neigung daherstammt.
Das mag für dich gelten, für andere gilt möglicherweise das Gegenteil. Sicher ist heute allenfalls, dass wir bis heute eigentlich nichts über den Ursprung (dass sie in der Pubertät entstehen, ist natürlich logisch, wann sonst) von SM-Neigungen wissen.
In meiner Generation war es noch absolut üblich, per Prügelstrafe erzogen zu werden. Natürlich gab es Unterschiede in der Häufigkeit und Intensitat. Aber das Prinzip als solches war in der Gesellschaft (bei Erziehunsgberechtigten genauso wie bei den zu Erziehenden selbst) absolut unbestritten. Alle Kinder wußten, dass sie in bestimmten Fällen eine Tracht Prügel zu erwarten hatten (im Übrigen hat sich darüber damals auch niemand empört, es gehörte einfach dazu). Meistens wurden auch schlechte Schulnoten (die Eltern unterstellten nicht ganz zu Unrecht Faulheit) mit einem Hinternvoll bestraft. Ich gehörte sicher eher zu denen, die weniger häufig als andere eine Tracht Prügel bezogen (wenn ich den Erzählungen meiner Klassenkameraden und anderen Freunden Glauben schenken darf) und habe die Hiebe auch ganz bestimmt niemals genossen - im Gegenteil!!! Und doch bin ich ein Flagellant...Also woher kommt es?????

Gruß
Renitenter

Di, 04.Mär 2008, 16:21
@Renintenter,

mein Posting sollte auch gar nicht den Anspruch zur Generalisierung enthalten. Natürlich weiß ich, dass solche Neigungen nicht gleich entstehen, und schon gar nicht mit singulären Erklärungsmustern zu begründen sind.
Ich fand den dominanten Ton meiner Mutter ganz sicher nicht erbaulich und trotzdem bin heute gerne bei Dominas und lass mir sagen, was ich zu tun und zu lassen habe. Warum das so ist, ist ein Fall für die Experten, sprich die in der Pyschologie bewanderten Personen, wozu ich mich nicht zähle.

Grüße
Zero
dum spiro, spero....

Di, 04.Mär 2008, 19:33
Renitenter - mittlerweile ist nachgewiesen, dass die Sexualität - als auch sexuelle Neigungen - nicht erst in der Pubertät entstehen.

Onanie ist auch bei kleinen Kindern als Ventil vertreten (BITTE NICHT mit sexueller Selbstbefriedigung verwechseln - Kinder haben demnach KEINE sexuellen Phantasien. Sie spüren einfach, dass es ein Ventil ist, um Stress abzubauen - auf angenehme Art und Weise.)

Und wie ich schon sagte: Auch für uns Erwachsene ist Sex ein gutes Ventil, um auch negative Gefühle (bewusst als auch unbewusst) rauszulassen.

Man braucht doch nur zu sehen, wie manch einer mit partnerschaftlicher Trennung vorgeht: Meist wird erstmal alles aufgerissen, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.

Ich habe mal ein sehr interessantes Buch gelesen. Den Titel weiss ich nicht mehr, da es schon sehr lange her ist.
Diese Frau hat sich den Fuss gebrochen und musste 6 Wochen lang liegen.
Sie hat sich exzessiv selbst befriedigt - nicht aus der Lust heraus, sondern um zu spüren, dass sie noch lebt (so ihre eigenen Worte.)

Meine vermutung (und logische Schlussfolgerung) ist, dass eben SM nicht nur der Befriedigung der Sexualität gilt, sondern eben auch als Ventil um eben auch zu spüren, dass man lebt.
Mir selbst geht es zB. so: Wenn ich eigentlich weinen möchte, aber nicht kann, dann tut mir eine Flagsession richtig gut. Denn dadurch kann ich weinen und meinen Knoten lösen. Danach ist meine Seele gereinigt- ich fühle mich wie neu geboren.

Was Herrn Müller-Schulze betrifft: Auch die "lange Leine" ist eine Erziehungsmethode, die durchwegs nach hinten losgehen kann. Viele junge Menschen (nicht nur Kinder sondern auch Pubertierende) kommen nicht damit zurecht, dass ihnen keine klaren Grenzen gesetzt werden.

Renitenter - nun, es gab sicherlich genug SMer seit jeher. Nun sind wir heute in einer Zeit, in der "Outing" nicht mehr mit Folter und Tod bestraft wird. Aus diesem Grund können erst heute Studien begonnen und vollendet werden.
Wer hätte sich denn schon in früheren Zeiten geoutet, dass er nicht "nach der Norm" geraten ist? Keiner. Man hat es verheimlicht und hinter verschlossenen Türen gemacht.
Heute muss man nicht mehr um sein Wohl (und das Wohl der Familie) fürchten, wenn man sich als SMer outet - zumindest nicht in Deutschland.
In anderen Ländern (anderen Sitten) wird es reichlich verschwiegenheit geben - und doch einiges an SMer.

Liebe Grüsse
Nala

Di, 04.Mär 2008, 22:20
Also ich habe schon lange vor der Pubertät Selfbondage betrieben oder mich beim Indianerspielen freiwillig als der zu Fesselnde gemeldet und fand das toll und erregend. Ich kann mich da selbst an Dinge aus der Vorschulzeit erinnern.
In der Pubertät kam lediglich eine Verknüpfung mit dem weiblichen Geschlecht dazu.
Meiner Meinung nach entsteht die Neigung entweder in ganz ganz früher Jugend, in den Genen oder einfach so.
Ich hoffe das es niemals gelingen wird solche Dinge mit wissenschaftlichen Methoden zu erklären.

Gruss

Mahatma

Di, 04.Mär 2008, 23:07
Vermutlich ist die Lösung so komplex wie der Mensch selber. Alle Erklärungsansätze stellen nur Denkmodelle dar, solange das menschliche Gehirn, Psyche und Seele? noch nicht vollends erforscht sind.

In der Kindheit und Jugend bin ich nicht geschlagen worden, daher kann mein heutiger Wunsch, Rohrstock und Peitsche zu spüren, nicht kommen. Auch muß es unbedingt eine Frau sein, die mich schlägt oder anders quält.

Das Verlangen, eine schöne Frauenhand zu sehen, zu spüren, und durch diese Hand zu leiden, habe ich mir schon einmal mit den Empfindungen erklärt, die ich beim Anblick der herrlichen Hände einer Lehrerin in den ersten Klassen hatte.

Die Lehrerin war sehr attraktiv, trug stets ein traumhaftes Parfüm, hatte wunderschöne, feingliedrige Hände mit rotem Nagellack und einen schönen Ehering aus Gelbgold am Ringfinger. Sehe ich noch genau vor mir. Das hat mich wohl tatsächlich auf Frauenhände geprägt, die so aussehen. Schon damals hätte ich diese Hände gerne berührt und geküßt, was natürlich ein Traum blieb. Und noch heute ist es äußerst erregend für mich, insbesondere auch mit einem (Ehe-)Ring am Finger.

Ob ich aber wirklich die Herkunft aller dieser Gefühle erkunden will, weiß ich nicht. Es ist doch schön wie es ist.

Viele Grüße
Handschmeichler

Mi, 05.Mär 2008, 00:47
Renitenter hat geschrieben: Ich gehörte sicher eher zu denen, die weniger häufig als andere eine Tracht Prügel bezogen (wenn ich den Erzählungen meiner Klassenkameraden und anderen Freunden Glauben schenken darf) und habe die Hiebe auch ganz bestimmt niemals genossen - im Gegenteil!!! Und doch bin ich ein Flagellant...Also woher kommt es?????
@Renitenter
Das muss ja nicht zwangsläufig mit Schlägen in der Kindheit zu tun haben.Und doch hast Du vielleicht einmal Haue gekriegt,wo die Umstände speziell waren.Vielleicht bringt es was,sich daran zurück erinnern wie Du das erste Mal bewusst mit SM in Kontakt gekommen bist.
Nala hat geschrieben: Mir selbst geht es zB. so: Wenn ich eigentlich weinen möchte, aber nicht kann, dann tut mir eine Flagsession richtig gut. Denn dadurch kann ich weinen und meinen Knoten lösen. Danach ist meine Seele gereinigt- ich fühle mich wie neu geboren.
@Nala
..die gute, alte Katharsis...


@Mahatma und Handschmeichler
Obwohl ich wie Ihr schon in der Kindheit einige Erlebnisse hatte und darum ziemlich genau weiss,warum ich bin wie ich bin,wie meine Fetische entstanden sind,teile ich Eure Meinung ,dass man nicht immer genau wissen muss was ,warum und wieso.Ein bisschen Geheimnis sollte bleiben.

Gruss Mechanik
zu leiden für die Schönste...ist das schönste

Mi, 05.Mär 2008, 12:13
Nala hat geschrieben:Renitenter - nun, es gab sicherlich genug SMer seit jeher. Nun sind wir heute in einer Zeit, in der "Outing" nicht mehr mit Folter und Tod bestraft wird. Aus diesem Grund können erst heute Studien begonnen und vollendet werden.
Dieser Meinung bin ich auch. Es kann sogar sein, dass im Grunde in jedem Menschen irgendwo die Neigung zu SM existiert, die meisten aber zu ängstlich sind, ihr irgendwie nachzugehen.
Auch der Aspekt der Katharsis ist durchaus nachvollziehbar. Ebenso andere hier genannte Meinungen.
Mir ging es nur darum, deutlich zu machen, dass die Art und Weise der Kindererziehung nichts mit der Entstehung von SM-Neigungen zu hat. Ob wir überhaupt wissen wollen, woher diese Neigungen kommen, ist wiederum eine ganz andere Sache. Aber das Thema hier war ja nun mal die angebliche Korrelation zwischen Schlägen in der Erziehung und SM. Und diese Korrelation besteht sicher nicht (siehe meine vorherigen Beiträge).

Liebe Grüße

Renitenter
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