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Re: "Dreißig Jahre an der Peitsche"

Di, 17.Feb 2026, 18:10
Sehr gut gemacht der Film 👍 habe ihn mir gleich an Anfang für eine Gebühr angeschaut ..... Hat sich gelohnt 😃 werde ihn mir auf jeden Fall bald noch einmal anschauen ...... Irgendwie finde ich mich bei der Rolle im Film von dem Partner von Lady Mac Laine wieder ...... Wenn man spezielle Neigungen hat ist es schwer eine Partnerin zu finden die das alles mitmacht ...... Wenn man ganz normal ist fällt das wesentlich leichter ...... Aber man muss leben damit klar zu kommen ..... Wünsche mir das es mehr so filme gibt in Zukunft ...... Besser kann man so eine Doku eigentlich nicht machen

Re: "Dreißig Jahre an der Peitsche"

Do, 19.Feb 2026, 12:39
muss sagen dass der film sehr klischeehaft wahr wie hier schon erwähnt wurde. hatte gute elemente aber es wirkt so als ob lady maclaine es nur aus frust 30 jahre lang getan hätte. hab ich da was falsch verstanden? man macht sowas ja nicht 30 jahre wenn es einem auch nicht irgendwo freude bringt oder?! es ist eine spannende geschichte aber das ende war dann zack... ich habe viel kohle geerbt und fertig.

Re: "Dreißig Jahre an der Peitsche"

Fr, 20.Feb 2026, 16:58
Der Film basiert auf der gleichnamigen Autobiografie von Lady McLaine.
Das Buch selbst ist da auch noch mal ein ganzes Stück differenzierter.

Klar das ein Film da nicht allen Nuancen gerecht wird. Rosa von Praunheim ist nun auch nicht dafür bekannt grossartige Meisterwekre diffiziler Erzählkunst zu fabrizieren, die allen Facetten gerecht wird. Natürlich hat er da beim Scripten bestimmte Aspekte herausgefischt und besonders in den Fokus gerückt, auch noch mal durch seine Brille betrachtet und um eine dramaturgische Tragik zu transportieren. Unseren Fetischerwartungen wird das nicht gerecht, klar.

Wenn ein Regisseur und Produzent dahinter gesteckt hätte, der mit Fetisch auch wirklich was am Hut hat, dann wäre die Gewichtung und Darstellung wohl nochmal deutlich anders geworden.

Ist man sich dieser Umstände bewusst, dann ist die Verfilmung gut gelungen. Viele Aspekte wurden gut dargestellt und MacLaines persönliche Herangehensweise ist euch Forenprofis ja auch zur Genüge bekannt. Direkt, herzlich, aber unverblümt und entlarvend.

Ob man nun nach dem Konsum des Films auf alle Ewigkeit den Studiobesuchen abschwören muss, weil die eigene erwartungshaltung womöglich mit der realität nicht übereinstimmen könnte, halte ich nun aber auch deutlich übertrieben.
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Re: "Dreißig Jahre an der Peitsche"

So, 22.Feb 2026, 10:00
Wenn man mit der Erwartung rangeht, ein masturbationsfreundliches Szene Portrait zu sehen, dann wird man sicherlich eher enttäuscht.
Der Film portraitiert einen spezifischen Menschen in diesem Milieu.
Dieses Portrait fand ich interessant, ehrlich und gut gemacht, auch wenn die Schauspieler etwas laienhaft wirkten.
Und viele von den Ramblings von LM hier im Forum kann man nach dem Anschauen auch besser verstehen und einordnen.

Re: "Dreißig Jahre an der Peitsche"

So, 22.Feb 2026, 13:50
Lederlust hat geschrieben:
Di, 17.Feb 2026, 12:25
Hallo,
Ich habe mir den Film angesehen. Bin sehr enttäuscht und auch etwas entsetzt.
Kunden werden als verklemmte Einzelgänger bzw. Sonderlinge dargestellt. Der Gast der Sklavin als gewalttätiger, primitiver Prolet. Dann auch beim Vorgespräch immer erst einmal Alkohol zum locker werden. Aber über andere Damen herziehen, von wegen Drogen im Studio. Selbst aber jede Menge Alkohol konsumieren. Ich gehe seit mehr als 30 Jahren in Studios.
Ich habe sobald die Dame beim Vorgespräch auch nur ein Tropfen Alkohol angerührt hat das Studio verlassen. Alkohol hat in einem Studio nichts verloren. Dann diese ganze Spielsucht und das Milieu. Das bedient alles genau die Klischees von Leuten, die keine Ahnung von der Materie haben.
Kunden waren nur dazu da, die Spielsucht zu finanzieren.
Nach diesem Film muss man noch vorsichtiger sein, dass nicht rauskommt, dass man zu einer Domina geht.
Nach dem ich diesen Film gesehen habe, werde ich vorläufig kein Studio mehr aufsuchen.
Das beste am Film war die Schauspielerin.
Nach meinen Erfahrungen wäre es keine Überraschung, wenn nicht wenige Frauen diese Tätigkeit mit Drogen "versüssen". Das ist im P6 ja schon an der Tagesordnung und nmM im bezahlten BDSM ... nun, es hilft mir das Verhalten so mancher Frau besser einordnen zu können. Hinweis an die Mods: Nicht nicht jede Frau ist gemeint, und sicher hier von den Werbekundinnen aus bestimmten Gründen die wenigsten!

Re: "Dreißig Jahre an der Peitsche"

Di, 24.Feb 2026, 19:18
Das Buch habe ich nicht gelesen, aber ich habe mir den Film gestern Abend auf Arte angeschaut.
Danke allen, die auf den Ausstrahlungstermin hingewiesen haben!

Was soll ich als Fazit ziehen?
Das fällt recht ambivalent aus....

Ich gehe davon aus, dass aus dramaturgischen Gründen das Buch auf die 1.5 Stunden Film so gekürzt werden musste, dass zahlreiche Nuancen und Facetten weggelassen oder nur noch knapp gestreift werden konnten. Und ein Regisseur bringt ja auch immer noch seine Dramaturgie, seine inszenierte Sicht der Dinge mit rein.
Der Film ist für mich primär - und eigentlich fast ausschliesslich - als Biographie von Lady McLaine zu sehen.
Nicht weniger und nicht mehr. Immerhin auch noch angereichert durch Lady Mercedes und Lady Caprice sowie das Studio Tartarus.
Dieser Film vermittelt einen interessanten Einblick in die S/M Szene lange bevor diese so präsent wurde, wie sie es heute (vermeintlich) ist.
Damals Domina zu werden, war sicherlich aussergewöhnlicher als dies heute der Fall ist.
Aufschlussreich war denn auch, wie sich dies ereignete, wie es Fahrt aufnahm und wie improvisiert das alles war - bis hin zu Fahrlässigkeit und Fällen von "mehr Glück als Verstand". Das spricht Lady McLaine dann ja auch an, dass sie froh ist, dass grundsätzlich immer alles gut ging.

Aber als Massstab für die heutige Szene - privat wie gewerblich - darf die Biographie von Lady McLaine sicher nicht Geltung verlangen.
Schon ihr eigener Hintergrund mit der Spielsucht und der daraus entstandenen Idee, in dieser Branche kaufmännisch tätig zu werden, ist nicht zu verallgemeinern.
Dass es einfach nur ein Beruf aber nie eine Berufung war, ist sicher auch bei anderen so - aber längst nicht bei allen (gilt aber wohl für die meisten Leute, für die ihr Job einfach Notwendigkeit ist, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können).
Die ganze Küchenpsychologie, warum jetzt jemand devot oder masochistisch ist, fand ich eher überflüssig denn erhellend, zumal dies den ganzen Film hindurch in einer latenten Pathologisierung von Masochisten mündet. Wenn also diese Küchenpsychologie der einen auf die kleinbürgerliche Verklemmtheit des Regisseurs trifft (TAZ), dann entsteht daraus eher Toxisches denn Positives.
Das Bild, das dann von der Kundschaft gezeichnet wurde, deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen und Begegnungen, die ich mannigfach machen durfte.
Die schlimmste Szene für mich war, als Lady McLaine eine ihr unbekannte Sklavia einem ihr unbekannten Kunden überliess... Das sprach nicht für einen verantwortungsvollen Umgang mit Menschen.

Es bleibt also ein schaler Nachgeschmack nach der Betrachtung dieses Films, der in grossen Teilen ein blosses Zerrbild ist.
Die Gefahr ist ja, dass man vergisst, dass es sich hier um eine Autobiographie einer spezifischen Person handelt, die vieles in ihrem Leben erlebt und durchgemacht hat und der ein geruhsamerer Lebensabschnitt auf dem Golfplatz vergönnt sei.
Eine allgemeine Geltung hingegen kann der Film nicht beanspruchen, verleitet aber gleichwohl dazu, ein negatives Bild zu zementieren, was angesichts der gegenwärtigen politischen Debatte in Deutschland bezüglich eines Modells aus Skandinavien wenig zur Versachlichung der Debatte beiträgt.

Wer aber den Film in den richtigen Kontext einordnen kann, dem wurde ein interessantes Stück (West)-Berliner Sittengeschichte der post-68er Ära serviert.

Dies meine ganz persönliche Meinung.
Wie nennt man das Sexualorgan des Sklaven? - Gehirn :-)

Re: "Dreißig Jahre an der Peitsche"

Mi, 25.Feb 2026, 11:48
@Otrok: Danke für die Zusammenfassung des Films. Ich habe das Buch gelesen und dieses ist natürlich umfassender und etwas differenzierter als ein 90 Min Film, aber auch hart, direkt und nicht beschönigend. Das Buch von Daemona de Lucca ist übrigens auch nicht für empfindliche Gemüter und zerstört schon einige Illusionen über dieses Gewerbe, obwohl Daemona de Lucca eine SM Neigung hat.

Ich finde Pathologisierung, die von Dir genannte Küchenpsychologie, warum Menschen diese Neigung haben (auch von uns Passiven/Masochisten) und Verallgemeinerungen immer schwierig, aber ich habe schon lange nicht mehr Anspruch, dass "die Gesellschaft" BDSM "richtig versteht". Dafür ist es zu komplex, zu Nahe an der realen (nicht einvernehmlichen) Gewalt und auch in der BDSM Szene, auch einige in diesem Forum, gibt es viele Meinungen, mit denen ich nichts anfangen kann und die mich abstossen.
Ein Kernproblem für viele, auch in dieser Diskussion, ist, dass Lady MacLaine hier und auch sonst nicht schreibt und sagt, wie erregt sie bei den Sessions war, wie toll sie uns als Sklaven findet und dies ihre Veranlagung ist. Sondern, dass sie es wegen dem Geld gemacht hat.
Im Buch steht auch, dass zu Beginn, einiges nicht toll und teilweise fahrlässig war. Aber was ich gehört habe ist, dass sie den Grossteil ihrer Zeit als Domina, sicherlich die letzten Jahrzehnte eine "Gute" war. Für mich bedeutet "Gute", dass ihre Gäste körperlich und emotional gut aufgehoben waren und sie nichts versprochen hat, was nicht eingehalten wurde, weshalb sie auch einiges abgelehnt hat. Die Gäste konnten ihre Phantasien im geschützten Rahmen ausleben und geniessen und gingen befriedigt und mit einem Lächeln nach Hause. Darum geht es. Und ja, es gibt auch tolle Damen mit BDSM Neigung oder tolle Dominas, die die Phantasie, dass ihnen jede Session Spass macht, nicht zerstören (wie in der normalen Prostitution "Du bist der Tollste/Beste"). Dies ist natürlich alles in Ordnung und um diese Illusion geht es ja oft beim Bezahl-BDSM. Aber für mich ist Lady MacLaine viel empathischer als jemand, der einem Gast vorspielt, dass sie naturveranlagt ist und dann Tabus nicht einhält, jemanden seelisch und körperlich schädigt (man denke nur an verschiedenen chemischen Stoffen, die einige Damen - auf Wunsch der Gäste - verwenden), Gäste ausnützt und abzockt bis zum finanziellen oder psychischen Ruin, etc.
Aber anscheinend provozieren ihre Aussagen mehr als all das negative, dass es sonst im gewerblichen SM gibt...
Zuletzt geändert von cm am Mi, 25.Feb 2026, 15:56, insgesamt 1-mal geändert.

Re: "Dreißig Jahre an der Peitsche"

Mi, 25.Feb 2026, 14:14
Jerryy hat geschrieben:
Do, 19.Feb 2026, 12:39
muss sagen dass der film sehr klischeehaft wahr wie hier schon erwähnt wurde. hatte gute elemente aber es wirkt so als ob lady maclaine es nur aus frust 30 jahre lang getan hätte. hab ich da was falsch verstanden? man macht sowas ja nicht 30 jahre wenn es einem auch nicht irgendwo freude bringt oder?! es ist eine spannende geschichte aber das ende war dann zack... ich habe viel kohle geerbt und fertig.
Man muss den Film betrachten, als das, was er ist. Zum einen sind da die kurzen Interviews mit Lady McLaine, zum anderen gibt es eine Handlung in Spielfilmform. Die szenischen Umsetzungen sind sicher auch der Vorliebe des Regisseurs für Dramatik geschuldet. Die Interviews fand ich da schon aufschlussreicher. Und ja, so war das damals. Es wurden Briefe geschrieben und dann verschämt in einen Postkasten geworfen. Die Treffen oder überhaupt das Zustandekommen eines Kontakts liefen anders ab als heute.

Klischees gibt es nun auch überall, aber ich denke, ich werde mir mal das Buch besorgen. Erfahrungsgemäß können Filme, die auf Büchern basieren, nicht mit den Vorlagen mithalten. Der Film selbst war gut umgesetzt, es ist immer wichtig, dass ein Film nicht langweilig wird. Und dieser hier hat mich gut unterhalten.

Re: "Dreißig Jahre an der Peitsche"

Sa, 28.Feb 2026, 12:22
@OTROK: Gute Zusammenfassung!

Zunächst einmal: Lady McLaine kommt mit ihrer direkten, unverblümten und knochentrockenen Art sehr authentisch und durchaus sympatisch rüber. Mutig, so offen und ehrlich die Themen Spielsucht und Alkohol anzugehen.
Die Geschichte an sich ist auch unterhaltsam, ich habe mich zumindest nicht gelangweilt.

Das filmische an sich kann man schnell abhandeln: Es hat schon seinen Grund, warum Rosa von Praunheim eher als Aktivist denn als Filmemacher im Gedächtnis bleibt - das ist wirklich keine Glanzleistung. Man sieht dem Film auch das quasi nicht vorhandenen Budget deutlich an. Unfreiwillig komisch, wenn unsere Protagonistin in einer Szene die weiter in der Vergangenheit liegen soll im Taxi an 2024er Autos vorbeifährt...

Wie viele Andere in diesem Forum, habe auch ich es so empfunden, dass dei BDSM Neigungen der männlichen Kunden pauschal pathologisiert werden. Natürlich kann es sein, dass Traumata oder Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter später zu einer "ungewöhnlich/anders" ausgeprägten Sexualität beitragen können. Umgekehrt muss dem aber eben nicht so sein.

Die Szene mit der Sklavia fand ich erschreckend. Was da geschehen ist, war schlicht und einfach eine Straftat. Körperverletzung und mutmaßlich sexueller Missbrauch. Nicht nur hat Lady McLaine bei der Anbahnung dieser Session grobe Fehler gemacht, sie ist auch nicht eingeschritten. Nun, geschehen ist geschehen, aber ich hätte mir sowohl von Lady McLaine als auch von Rosa von Praunheim gewünscht dass man dies nochmals stärker reflektiert.

Re: "Dreißig Jahre an der Peitsche"

Sa, 28.Feb 2026, 15:54
Ja - natürlich ist die Szene aus heutiger Sicht unerträglich - keine Frage. Aber damals mussten die passiven Frauen wirklich heftige Dinge ertragen und niemand hat es in Frage gestellt. Aber mich hat das so geschockt, dass danach niemals wieder eine passive Frau in meinem Studio gearbeitet hat.
Das soll keine Entschuldigung sein, was passiert ist, ist passiert. Vielleicht waren wir beide damals, Sarah und ich einfach zu unerfahren, um die Sache zu beenden und den Typ rauszuschmeißen.

Rosa kann man nichts vorwerfen, er hat die Szene genauso umgesetzt, wie ich es in meinem Buch geschrieben habe.
Gruß aus Berlin
Ex-Lady MacLaine
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