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Di, 25.Okt 2005, 19:37
Hallo Stiefel-Knecht und Gemeinde,

ist ja hervorragend, dass es hier weiter geht, gut zu wissen. Ich werde mich wieder melden, wenn es etwas Neues zu berichten gibt.

Gruß Dreiachser.

Schade...

Di, 01.Nov 2005, 14:18
...dass die bereits geposteten Beiträge alle verschwunden sind. Es war ja bereits ein recht guter Anfang gewesen...
Andererseits bin ich kein Freund dieser speziellen Rubrik, glaube wir Behindis grenzen uns damit auch selbst bereits etwas aus bzw. wir stecken uns selbst in eine Schublade. Probs oder Erfahrungen lassen sich doch bestimmt auch in "normalen" Rubriken einstellen.
Ich möchte hier mal folgende Frage einstellen: Ab wann gilt man denn als behindert ?? Haben wir nicht alle irgendwo unsere Handicaps????
Wolpadinger
Sklaveneigentum
von Herrin-Joy

https://www.galeriedesade.com/Stuttgart ... -a148.html

Ab wann ist man behindert?

Di, 01.Nov 2005, 21:15
Hallo Wolpadinger,

nun, diese Frage lässt sich doch eindeutig beantworten: Behindert ist, wer an dauerhaften und schwerwiegenden körperlichen Einschränkungen leidet, wem einer der Sinne ganz oder fast fehlt oder eben wer nicht laufen kann oder Gliedmaßen nicht gebrauchen kann. Von fehlenden Gliedmaßen möchte ich ar nicht reden (Kontergangeneration oder schwere Unfälle). Und natürlich rede ich von dauerhaften Behinderungen. Ich weiß nicht, welche Einschränkungen du hast, und ich weiß nicht, wie du vor allem im Zusammenhang mit SM darunter leidest.
Ich für mein Teil bin blind und das seit meiner Geburt und habe mich damit arrangiert. Meine SM-Erfahrungen beschränken sich auf eine einzige Session vor einem Monat bei Lady Sabine Weber in Nürnberg, der einzigen Domina, die auf eine Mail von mir an verschiedene Studios in Süddeutschland überhaupt geantwortet hat und das auch noch positiv. Und Lady Dark Angel hatte mich dann noch eingeladen, einmal zu kommen, aber genauso wie zu Lady Nala nach Hamburg, die mir auch hier im Forum positiv antwortete, komme ich eben nach Andernach auch nicht hin, und inzwischen ist Lady Dark Angel ja sowieso nicht mehr im Geschäft. Es wurde hier gepostet, die meisten Dominas sind vermutlich mit einem Blinden einfach überfordert, weil wir in den SM-Kreisen wohl extrem selten sind.
Sicher, manche Leute ziehen die Grenzen so eng, dass auch jemand als behindert gilt, der vorübergehend Krücken braucht, weil er sich ein Bein gebrochen hat, aber das ist für mich keine Behinderung, sondern eine vorübergehende Krankheit.

Ich knnte mich da jetzt noch ewig auslassen, aber ich will hier auch niemanden nerven.
Und das Forum finde ich gut. Natürlich können wir unsere Sessionberichte auch in die anderen Foren einstellen, meiner steht ja auch bei "Dominas in Nürnberg", aber wenn das Forum nicht so willkommen gewesen wäre, als Lady Dark Angel es eröffnete, dann hätte ja auch kaum wer hier geschrieben, oder?
Ich schreibe jedenfalls, wenn ich mich äußern will oder auf jemandes Äußerung antworten so wie jetzt.

Nichts für ungut und bis neulich: Dreiachser.

Schleichende Grenzen

Mi, 02.Nov 2005, 14:33
hallo Dreiachser
sicher passe ich in deine Kategorie hinein, ich bin eines jener "Contergan-Exemplare". Ich habe mich damals hier im Forum von Lady Dark Angel, die ich persönlich kenne und sehr schätze, etwas vorgestellt gehabt, leider sind diese Beiträge nun verschwunden.

Für mich persönlich sind diese Grenzen sehr sehr fliessend. Ich dachte dabei unter anderem an Leute, die zum Beispiel unter irgend welchen Allergien leiden, die immer Migräne haben, oder sonstige Handicaps, die nicht sofort erkennbar sind. Manche haben ihr Handicap auch mehr im Kopf, dies soll aber bestimmt keine Anspielung auf dich sein SM-ile.

Obwohl ich selbst körperlich behindert bin, lt. "Behindi-ausweis" sogar zu 100% tztz - tummele ich mich eigentlich viel lieber unter den sogenannten "Normalos", denn in erster Linie will ich als das Sklaveneigentum meiner Herrin gesehen werden, erst in 2. Linie sehe ich mich dann als einen körperlich "etwas aussergewöhnlichen" subbi. Deshalb gestalte ich meine Profile in den verschiedenen Communities so, dass meine körperliche Behinderung den wenigsten auffällt. Weil sonst heisst es doch nur, schau mal den armen kleinen behinderten Sklaven.. Ich denke, du weisst, was ich meine.

Wenn du oder andere Interesse haben, die Geschichte des Wolpadinger findest du/ihr auf der Seite
eroblogger.de
dort habe ich begonnen, meine Erlebnisse bei meiner Herrin-Joy nieder zu schreiben. Sie ist übrigens eine der Dominas, die mit Behinderungen wunderbar umgehen kann, dies ist mit ein Grund dafür, dass ich mich Ihr so weitgehend anvertraut und unterworen habe.
Wolpadinger
Sklaveneigentum
von Herrin-Joy

https://www.galeriedesade.com/Stuttgart ... -a148.html

Behinderungen oder Krankheiten bzw. Grenzen

Mi, 02.Nov 2005, 23:10
Hallo Wolpadinger,

dann sind wir uns ja einig, jedenfalls so weit, als ich mich damit abgefunden habe, behindert zu sein, was eben mal so ist und was ich eben nicht anders kenne, wohl enauso wie du.
Allerdings ist für mich ein Migränepatient kein Behinderter, und wer eine Allergie hat, muss eben bestimmte Dinge beachten. Auch der Gesunde, der normalerweise keinerlei Krankheiten hat, kann während einer Session plötzlich Kreislaufprobleme bekommen. Bei Diabetikern hingegen sieht es da schon anders aus, da könnte es bei Sessions in einem professionellen Studio schon Schwierigkeiten geben, wenn die Dame keine Erfahrung mit Diabetikern hat und der Mann seine Krankheit nicht im Griff hat, was ja während einer Session, wo der Körper sich ja nicht im Normalzustand befindet, leicht passieren kann.
Ich bin allerdings nicht auf der Suche nach einer Partnerschaft, auch nicht nach einer SM-Beziehung, sondern ich suchte nur ein Studio, um eine erste Session zu erleben, damit ich feststellen konnte, ob ich wirklich SMer bin, also ob Phantasie und Realität zusammenpassen. Das habe ich festgestellt, wenn es auch nicht leicht war. Du kannst den Bericht über meine erste Session bei Lady Sabine Weber unter "Dominas in Nürnberg" lesen, dann weißt du, was ich meine. Aer ich werde wieder hingehen.
Ich vermute, dass es den professionellen Dominas leichter fällt, eine Session mit einem Körperbehinderten durchzuführen, solange sie nur Blickkontakt haben. Die Optik spielt im SM eine weit größere Rolle als bei anderen Spielarten, der Augenkontakt ist vermutlich weit wichtiger für sie, um die Reaktionen des Subs festzustellen, zu sehen, wie weit sie noch gehen kann usw. Und es gibt da diese berühmte menschliche Hemmung, einen Blinden zu schlagen, auch Lady Sabine hatte leichte Probleme, "mir wehzutun", wie sie sagte, obwohl ich nicht ihr erster blinder Gast war, wie sie mir erklärte. Das dürfte auch der Grund sein, warum sie die einzige war, die mir geantwortet hat. Zu Dark Angel wäre ich gerne gegangen, wenn es möglich wäre, und auch zu Nala würde ich gerne gehen, wenn Hamburg für mich nicht nahezu unerreichbar wäre (öffentlicher Nahverkehr). Die meisten wüssten wohl einfach nicht, wie sie mich behandeln sollten, kennen einen Blinden vermutlich nur aus den Medien, wo entweder der blinde Alleskönner gezeigt wird oder das arme Schwein, über den normalen blinden Durchschnittsbürger berichtet niemand in den Medien. Aber das ist ja der SMer auch nicht, jedenfalls nicht, solange er im Studio ist. Ich könnte mir vorstellen, dass es für einen Gehörlosen noch weit schlimmer ist. Stellt euch einen von klein auf Gehörlosen vor, der nur Gebärdensprache spricht. Da fallen die Handfesseln während der Session natürlich weg, denn wie soll er sich sonst verständigen? Dazu müsste er sich eine Domina suchen, die die Gebärdensprache beherrscht, und die dürfte wohl so schwer zu finden sein wie das Bernsteinzimmer. Ich schätze mal, es dürfte in ganz Deutschland nicht mehr als eine oder höchstens zwei geben, die dafür in rage kommen.
Also sind es meistens - naja, sagen wir technische Gründe, die sich im Zusammenhang mit der Behinderung und SM ergeben, vor allem bei Behinderungen, die man nun mal nicht verbergen kann. Dem Diabetiker oder Pollenallergiker sieht man nicht gleich an, dass er nicht kerngesund ist, aber dem Blinden, der einen weißen Stock dabei hat, oder dem Rollstuhlfahrer oder dem Menshcn Menschen, dem ein Arm fehlt, der kann sich eben nicht verstellen, der muss eben gleich sagen: Ich bin behindert.

Aber ich schweife ab, ich höre lieber auf für heute, ich habe durch die im Sekundentakt durchzuführende Tipperei den Faden verloren, sorry. Wollte nur noch so viel hinzufügen, dass ich nicht der klassische Sklave bin, sondern derjenige, der versucht, ein par Phantasien in die Realität umzusetzen.

Nichts für ungut und bis neulich: Dreiachser.

Mi, 01.Feb 2006, 01:56

Grüß Euch ganz lieb!

Das ist mit Sicherheit ein sehr komplexes Thema, das Ihr hier angefangen habt.
Ich selber habe in meiner Community auch einmal dieses Thema aufgegriffen, weil mich die Meinung von SMlern interessierte. Vorallem, weil man ihnen ja Toleranz nachsagt, bzw sie am ehesten schreien, wenn es um Toleranz in und um die Szene geht.

Aber leider gottes ist die Tolernanz dann doch nicht so groß, wie sie immer zu sein scheint.
Noch dazu in der Profiszene. Leider!

Aber warum sollte es hier anders sein, wie überall anders im Leben auch. Viele Menschen haben ein Problem mit behinderten Mitbürgern. Ich glaube jetzt zwar weniger ein Problem mit der Behinderung oder dem behinderten Menschen, weil er ein Handicap hat. Sondern vielmehr mit der Situation. Sie sind überfordert, weil sie nicht wissen, wie sollen sie mit diesem Menschen umgehen...

Das merkt man ja oft, wenn Menschen Hilfe brauchen. Egal ob behindert oder nicht. Die meisten sehen weg. Suchen gestrengt etwas in der Handtasche, kriegen unabsichtlich nichts mit... sie sind einfach überfordert. Sie wollen nicht konfrontiert werden, sie wollen nicht aufgehalten werden, and so on.

Gern möchte ich noch auf ein paar Dinge eingehen, die Ihr da so geschrieben habt.

@ Dreiachser:

Du schreibst, Du möchtest in einem Dominastudio herausfinden, ob Du überhaupt SMler bist.
Das kann ja auch nach hinten losgehen. Mir ist es nicht einmal passiert, daß Menschen zu mir kamen, und meinten, sie möchten es noch gern einmal versuchen. Sie glauben, daß es eh nicht ihres ist, weil die Session(S), die sie erlebt haben, so furchtbar für sie waren. Nicht der SM war es, der nicht gefällt, sonder die Session war es, die sie das glauben ließ.

Ich denke, Fantasien die einem im Kopf rumschwirren, hat man nicht ohne Grund. Die Frage ist nur, man kann herausfinden, was einem genau gefällt. Und das ist ja auch immer sehr unterschiedlich. Ich habe die Erfahrung gemacht - und gerade bei Subbies ist es ja der Fall, daß sie von Dom zu Dom ganz unterschiedlich empfinden und sogar von Tag zu Tag unterschiedlich erfühlen.

Was die Geschichte mit Krankheiten ( Diabetes, Allergien, Asthma,...) angeht, frage ich meine BEsucher, die ich noch nicht kenne immer, ob sie derartige Krankheiten wissentlich haben.
Denn viele vergessen oft im Eifer des Gefechtes, mir zu sagen, wo Asthmaspray, Insulin, etc ist. Weiß ich dass derartige Krankheiten vorhandne sind, werde ich ganz anders vorgehen.
Vorallem Medikamente bereithalten. UND - wenn ich weiß, was los ist, kann ich dementsprechend handeln. Weiß ich nicht, warum der Mensch plötzlich so reagiert, vergehen oft unnötige Minuten, in denen geholfen werden kann. Das läßt sich in einem kurzen Gespräch alles vermeiden bzw einschränken.

Nun gut, jetzt sind wir vom eigentlichen Thema ein wenig abgekommen...

Was ist nun möglich im Falle einer Behinderung?

Warum sollte ich ein Problem haben, einen sehbehinderten Menschen zu schlagen? Ich werde mich halt mit ihm anders verständigen. Auch diese Menschen können sich artikulieren.
Ich spiele sehr oft mit Menschen, denen ich die Augen verbinde - da gibt es auch keinen Sehkontakt.
FRAU muß sich halt sehr auf andre Merkmale konzentrieren. Das erfordert, daß ich mich mit dem Menschen auseinander setze.

kann man mit den meisten Behinderungen umgehen. Ich habe öfters gehbehinderte Menschen zB zu Gast. Natürlich ist es oft ein wenig schwieriger und erfordert mehr Leistung. Aber wenn man will, ist es wunderschön für mich (zumindest für meine Person), wenn ich sehe, wie dieser Mensch glücklich ist.
Und das ist zB bei einem spastisch gelähmten Menschen ein sehr schöner Anblick, wenn die Krämpfe und Ankrampfungen nachlassen und der Mensch einfach glücklich und entspannt mein Reich verläßt.

Das entlohnt mich der bißchen Mehrarbeit ungemein.

Ich wünsche Euch, daß Ihr eure Traumpartnerin findet.
Alles Liebe,
Katarina


+ + + Junge Dominanz aus Leidenschaft + + +

~ ~ ~ Ich kreiere meine eigene Welt, – unabhängig von den Klisches und Regeln anderer Dominas und Sklaven! ~ ~ ~

Do, 02.Feb 2006, 22:18
Hallo Lady Katharina,

sehr interessanter Beitrag.

Seit meinem letzten Beitrag hier, auf den du Bezug genommen hast, ist inzwischen einige Zeit vergangen und ich habe am 29.12. meine zweite Session erlebt, wieder bei Lady Sabine Weber in Nürnberg. Inzwischen weiß ich, dass ich SMer bin und werde wieder hingehen, wenn es Zeit, Gelegenheit und Finanzen zulassen.

Wien ist leider für mich nicht erreichbar, in der Realität existiert leider kein Scotty wie auf der Enterprise, der einen schnell mal hinbeamen würde (grins). Sonst würde ich mal vorbeischauen.

Ich glaube nicht, dass es bei den meisten Leuten Intoleranz ist, wenn sie unsereinem aus dem Weg gehen, sondern es ist einfach Unsicherheit und Angst, etwas falsch zu machen. Lady Sabine hat mir gesagt, ich war nicht ihr erster blinder Gast, das hat natürlich die Tür schon weit aufgestoßen. Und es gab auch keine Probleme, schon gar nicht bei der zweiten Session, wo wir uns besser kannten. Ich denke, die meisten Damen, die damals meine Mail mit der Anfrage gelesen haben, haben sich einen hilflosen schwerfälligen Tollpatsch vorgestellt, der im wahrsten Sinne des Wortes blind durch die Gegend tappt, orientierungslos die erste halbe Stunde damit verbrät, im Bad das Waschbecken zu suchen, der bei der Session die Panik bekommt und dann im Empfangsraum wohl noch den Glastisch zerdeppert, auf dem Mylady die Geschenke erwartet :-). Solche und ähnliche Szenen wird manche süddeutsche Domina im Geiste vor Augen gehabt haben, als sie im Sommer meine Mail las. Ich muss dazu sagen, dass ich schon fast damit gerechnet habe, dass die meisten ablehnen werden. Ich dachte mir, da kommen Mails in der Art "Danke für dein Interesse, aber das machen wir besser nicht, halte es wie mit dem Autofahren und Fliegen, träum weiter davon, Gruß und tschüss." Nun, eine solche Mail kam nicht, es kam überhaupt nur eine einzige Antwort, aber dafür positiv, und das war die aus Nürnberg. Ich muss gestehen, als ich das erste Mal bei ihr anrief und sie auch noch da war :-), hatte ich sicher vor Aufregung 180 Puls und dachte mir erst, was sag ich denn jetzt, und dann war auch noch die Verbindung saumäßig schlecht, was am Handy der Dame lag (ich hasse Handys), aber sie nahm mir am Telefon die Unsicherheit und dann erst recht, als ich schließlich zum ersten Mal ihr Studio betrat. Ich habe keine Minute der beiden Sessions bereut und hoffe, bald eine dritte zu erleben. Inzwischen hat sie auch keine Hemmungen mehr, einen Blinden zu schlagen, das hat sich schon während der ersten Session gelegt. Und ich hoffe, meine Grenzen weiter ausbauen zu können und auch standfester zu werden, was den Schmerz angeht. Diesmal habe ich nach 20 Hieen auf Hintern und Rücken die Waffen gestreckt, mein "Endziel", wenn man so sagen kann, sind 50. Aber ich hielt acht Nadeln aus, vier in jeder Brustwarze, und das hat mich auch erstaunt, und mir ging es hinterher vorzüglich. Dass ich nicht zum "Schuss" kam, das liegt schlicht und einfach an meinen körperlichen Voraussetzungen, dazu ist bei mir nun mal zu wenig Potenz vorhanden, damit habe ich mich arrangiert. Aber der letzte "Schuss" ist ja auch nicht das Entscheidende, jedenfalls nicht für mich, und das habe ich der Dame, die sich Vorwürfe machte, weil "sie es nicht geschafft hat", wie sie mir sagte, - oh sorry, jetzt habe ich den Faden verloren, wurde abgelenkt. Naja, sie war jedenfalls dann doch erleichtert, dass ich zufrieden war, und ich verließ das Studio als ausgeglichenerer und entspannterer Mentsch als vor der Session.

Aber ich kann mir auch vorstellen, dass es bei anderen Behinderungen schon gravierende Schwierigkeiten gibt, die einfach technischer Natur, "behinderungsbedingter Natur" sind, wie es im Bürokratendeutsch heißt. Aber ich spreche jetzt auch von Behinderungen und nicht von Krankheiten. Ein Diabetiker oder Asthmatiker ist nicht behindert, behindert ist ein Blinder, ehörloser, Rolstuhlfahrer, sehr kleinwüchsiger Erwachsener, Spastiker, um nur diese Beispiele zu nennen.
Und es freut mich, Lady Katharina, dass du eine der wenigen Damen bist, die sich trauen, diese Leute als Gäste anzunehmen, gerade weil sie wissen, dass sie positive Erlebnisse haben werden.

So, das soll es für heute gewesen sein. Entschuldigung nochmal für meine verwirrte Schreiberei, aber ich kann hier während dem Tippen nicht mitlesen und verliere daher leider ab und an den Faden, vor allem, wenn wie eben das Telefon klingelt und irgendeiner sich verwählt hat.

Nichts für ungut und bis neulich: Dreiachser.

Fr, 03.Feb 2006, 00:01


Lieber Dreiachser,

oje, da hast Du mich jetzt ein wenig mißverstanden. Ich meinte bei Gott nicht Intoleranz!
Ich sprach genau von dem Phänomen, das auch Du angesprochen hattest.
Nämlich einerseits, daß Menschen überfordert sind - schon in normalen, alltäglichen Situationen und erst recht, wenn es um sexuelle, geschweige denn SM geht.

Das sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen einerseits. Daß es vielen vielleicht auch zuviel Action bedeutet, mit einem behinderten eine Session zu machen.

Genauso wie Du, zähle ich Diabetes udgl nicht zu einer Behinderung. Wenngleich ich diesen Ausdruck auch gar nicht mag. Mir ist viel lieber, wenn man von Handicap spricht. Behindert assoziiert bei vielen Menschen von Haus aus, der kann ja nichts.
Vielleicht ist es für viele einfacher, wenn man nicht von einer Behinderung spricht. Denn wie man sieht, lebt Ihr ja alle Eure Sexualität aus.

Und behinderte bzw irgendwie gehandicapte Menschen haben auch das Recht wie jeder andre Mensch auch - ihre Sexualität so zu leben, wie sie es für richtig halten. Daß wir selbst in der heutigen Zeit noch nicht so weit sind, beweisen leider noch immer zahlreiche Diskussionen, wenn solche überhaupt zu diesem Thema stattfinden.

Und warum soll ich nicht mit einem blinden, gehbehindertgen, stummen, taubstummen Menschen auch - Sex ausleben können und vorallem wollen. Nochdazu im Studio? Dort doch genauso.

Also ich handhabe das immer so - ich mache im Studio nichts andres, als privat auch. Und ich habe privat keine Probleme damit, also warum sollte ich sie im Studio haben?
Sicher braucht es mitunter mehr Aufwand, mehr Zeit, oder wie auch immer - aber dafür können "solche" Menschen eine Dankbarkeit rüberbringen, die ich von einem "gesunden" Menschen selten in dieser Intensität erlebt hatte. Erst recht die Session selber - so intensiv und nah wie das geht - und da sind wir schon - diese Nähe muß man auch zulassen können. Denn Menschen mit einer gewissen Behinderung müssen eben mitunter auf andre Reize oder Ausdrücke zurückgreifen...

Herzliche Grüße,
Katarina
+ + + Junge Dominanz aus Leidenschaft + + +

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Schubladendenken

Fr, 03.Feb 2006, 11:15
nach langer Zeit möchte ich mich hier mal wieder melden. Ich wundere mich, dass wir mittlerweile gerade mal 2 "Behinderte" Menschen sind, die sich hier outen. Ich weiß nicht, wie viele Menschen sich hier in diesem Forum tummeln, aber es müssten eigentlich sehr viel mehr sein, die "behindert" sind..

Ich glaube, für viele ist die Schublade "Behinderung" zu klein und keiner möchte da hinein. Es liegt wohl an unserer Gesellschaft, in der nur Top-Leistung und makelloses Aussehen zählt. Daher habe ich in meinen vorigen Postings ganz bewusst versucht, sehr vielen Menschen es zu ermöglichen, dass auch Sie sich als "behindert oder gehandicapt" fühlen können. Ich glaube dass es dadurch vielleicht dem Einen oder dem Anderen möglich ist, sich ebenfalls damit zu identifizieren.

@ Lady Katarina

Sie haben eine wunderbare und eine sehr gesunde Einstellung zu dieser Problematik. Wenn es mehr Menschen mit dieser Ansicht geben würde, könnten wir diese Schublade beiseite schieben - Wir sind alles Menschen auf dieser Welt nur die Intoleranz lässt Schubladen entstehen. Auch der Bereich SM ist eine Schublade und auch dort stelle ich immer wieder die Frage, wo fängt SM, wo hört SM auf???
Wolpadinger
Sklaveneigentum
von Herrin-Joy

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re: Schubladendenken/Intoleranz

Fr, 03.Feb 2006, 23:09
Hallo zusammen,

Lady Katarina, ich habe dich missverstanden, stimmt. Ich kann dir auch nur beipflichten, muss aber doch feststellen, weil du mit ziemlicher Sicherheit eine rühmliche Ausnahme bist, was Sessions mit Behinderten angeht.

Hallo Wolpadinger:
Wenn ich mich recht erinnere, waren wir auch zu Dark Angels Zeiten nicht viel mehr hier im Forum, ich glaube, Hunne62 hat noch mitgeschrieben. Ich denke, es sind doch extrem wenige Behinderte, Gehandicapte, die mit SM überhaupt etwas am Hut haben, und bestimmt nicht alle von ihnen sind hier im Forum oder schreiben überhaupt darüber.
Und outen will ich mich schon gar nicht. Wenn ich das wollte, würde ich hier im Forum nicht als Dreiachser schreiben, sondern unter meinem bürgerlichen Namen. Nein, von meiner SM-Neigung weiß außer Lady Sabine nur noch quasi das Forum, sonst niemand, und das soll auch so bleiben. Näheres habe ich bereits in anderen Threads im Offtopic dazu gepostet.

Aber vielleicht meldet sich ja noch jemand mit Handicap mit seinen Erfahrungen.

Gruß und bis neulich: Dreiachser.

Sa, 04.Feb 2006, 04:05

Meine Lieben,

@ Dreiachser:
Sie haben eine wunderbare und eine sehr gesunde Einstellung zu dieser Problematik. Wenn es mehr Menschen mit dieser Ansicht geben würde, könnten wir diese Schublade beiseite schieben - Wir sind alles Menschen auf dieser Welt nur die Intoleranz lässt Schubladen entstehen. Auch der Bereich SM ist eine Schublade und auch dort stelle ich immer wieder die Frage, wo fängt SM, wo hört SM auf???

Ja leider - und das stimmt mich ein sehr traurig, wenn ich das lese. Aber wenn ich ehrlich bin, verwundert es mich nicht.

Wiegesagt, ich denke gar nicht, daß das was mit Intoleranz zu tun hat - vielleicht in wenige Fällen. Eher mit Unwisseneheit und vorallem Unsicherheit. Wie schon gesagt, haben die meisten Menschen schon mit ganz alltäglichen Situationen zu kämpfen, wenn sie mit behinderten Mitbürgern zusammenkommen. Geschweigedenn erst, wenn es um sexuelle Belange geht. Und was ja noch trauriger ist, daß diesen Menschen, Menschen wie Du und ich - jegliche Sexualität aberkannt wird.

Das hat was mit Intoleranz in schlimmster Form zu tun. Aber auch da, würde die richtige Aufklärung ein wenig Besserung verschaffen.

Gut - wo fängt SM an? Wo hört SM auf? Um nicht wieder in Schubladeldenken zu verfallen - das muß ohnehin jeder für sich selber entscheiden. Zu verschieden sind wir Menschen, als das wir das Empfinden von Situationen und Gefühlen derart kategoriesieren könnten...

Was Deinen Nickname angeht:

Ich denke nicht, daß es SInn macht, mit Deinem Namen hier zu schreiben. Und zwar nicht wegen einer Behinderung. Schlicht und einfach des Outings wegen. Es geht NIEMANDEN etwas an, was und vorallem WIE DU deine Sexualität lebst.
Nicht jeder Mensch lebt seine Sexualität derart extrovertiert wie ich oder manch eine meiner Kolleginnen.
Muß ja auch gar nicht sein - aber aufgrund meiner Berufe (Domina und Fetish-Model) ließe sich das auf Dauer auch gar nicht wirklich verheimlichen.
Ich trete zwar mit meinem realen Vornamen auf - aber auch nicht mit ganzem Namen. Weils niemanden was angeht - und auch nen Schutzmechanismus hat.

Herzliche Grüße,
Katarina


+ + + Junge Dominanz aus Leidenschaft + + +

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So, 05.Feb 2006, 17:45
Hallo zusammen,

erst mal finde ich die Idee gut, dass das Forum einen neuen Namen hat. Vermutlich ist Lady Katarina dafür verantwortlich. Vielen Dank, echt super.

Was das Outen angeht, habe ich dich schon richtig verstanden, Wolpadinger, und darum vermute ich auch, dass wir kaum mehr werden hier im Forum.

Momentan habe ich nicht mehr zu sagen. Gruß an alle und bis neulich: Dreiachser.

Freu

Mi, 19.Apr 2006, 13:31
Hallo "Wolpi", ..

es freut mich riesig Dich hier lesen zu können, du alter "Zeit_Dieb" .. *lächelt.

SM und Behinderung - ein Thema, welches leider oft wenig Beachtung findet. Und beim Schreiben fällt mir auf, dass ich es auch nirgends erwähne, dass meine Räume rollstuhlgerecht eingerichtet sind.


Einen kleinen Beitrag kann ich vielleicht dazu leisten. Denn es sind manchmal auch die "Betroffenen" selbst, die aus Scheu Ihre Neigungen nicht leben.

Vor ca. 2,5 Jahren hatte ich den ersten Kontakt mit einem Mann, der nach seiner Aussage behindert ist. Als ich ihn nach seinem Handicap fragte, sagte er, dass er 148 cm klein wäre.

Meine Antwort spontan: "Du bist nicht behindert, Du bist nur etwas kleiner als andere Männer."

Es hat sage und schreibe 2 Jahre gedauert, bis er den Mut hatte mich zu besuchen. In dieser Zeit haben wir telefoniert und gemailt.


Mein Fazit: Nicht die Behinderungen sind "das" Problem, es wird nur zum Problem gemacht.


(.. und dieses Fazit schreibe ich als betroffene Mutter)


Herzliche Grüße von Lady_Antonia
**Nichts ist so billig, dass es umsonst wäre.** -- Japanische Weisheit --
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