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Zukunft der "Profi-Dominas" nach ProstSchG

Fr, 01.Dez 2017, 16:55
Es wurden ja bereits in einigen "Threads" Details, genaue Anforderungen, Ablauf bei den Behörden, etc. des neuen Gesetzes diskutiert (ich mag den Namen des Gesetzes nicht, da es einen "Schutz" vortäuscht, aber ist natürlich clever dies so zu nennen).

Egal, nachdem ja bereits einige Damen angekündigt haben, aufzuhören oder Aufhören werden ihr Studio an andere professionelle Damen zu vermieten, bin ich eher daran interessiert, zu verstehen wie sich die professionelle Szene die nächsten Monate und Jahre aufgrund des Gesetzes entwickeln wird. Was erwarten diejenigen hier, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben? Es geht nicht um rechtliche Details, sondern um die grobe Veränderung für die Dominas sowie für deren Gäste. Mein Verständnis als "Nicht-Experte" ist, folgendes:
- Einige Damen werden aufhören, da sie nicht registriert werden möchten. Dies geht von erfahrenen bis zu Jungdominas.
- Einige, vorallem mittelgrosse Studios, werden schliessen, da sie die Anforderungen an Infrastruktur, etc. kaum erfüllen können oder wollen.

Falls ich falsch liege, sagt ruhig Bescheid und meine offenen Punkte bzw. Fragen sind z.B.:
- Welche Auswirkungen wird das Gesetz auf die grossen Studios mit mehreren Räumen und Damen, haben?
- Was passiert mit den Damen, die ein Studio nur für sich gehabt haben?
- Ist Escort in dem Sinn möglich, dass man mit einer Dame Studioräume oder Locations mietet oder nur im Hotelzimmer (wobei dies ja auch gemietet wird ....)?

Ökonomisch gesehen, wird ja die nächsten Monate das Angebot (gewerbliche Dominas) sinken und ich nehme nicht an, dass die Nachfrage (Gäste, die Dominas besuchen) sinkt, so dass z.B. die Preise eher steigen und/oder es schwieriger wird Termine zu bekommen.

Würde mich freuen, wenn diejenigen, die das Gesetz betrifft oder sich damit auseinandergesetzt haben, hier etwas beitragen würden. Uninformierte Meinungen und sachlichen Schmarr (wie dies eine Dame mal geschrieben hat), interessiert mich nicht.

Re: Zukunft der "Profi-Dominas" nach ProstSchG

Fr, 01.Dez 2017, 17:19
cm hat geschrieben: - Welche Auswirkungen wird das Gesetz auf die grossen Studios mit mehreren Räumen und Damen, haben?
Die Studios, in denen nicht nur die Betreiberin ganz für sich alleine arbeitet, gelten seit dem 1.7.17 als Prostituionsstätten und brauchen eine entsprechende Konzession. Gibt es diese nicht, wird das Studio geschlossen.

Je nach Bundesland kommen bei der Konzessionierung erhebliche Kosten auf die Studios zu.

Ab dem 1.1.18 werden die Beteibenden nur noch an ordentlich registrierte Sexarbeitende vermieten und müssen deren Anmeldung kontrollieren.
- Was passiert mit den Damen, die ein Studio nur für sich gehabt haben?
Arbeitet ein*e Sexarbeitende*r alleine, ohne die Räume mit Kolleg*innen zu teilen, bedarf es nur der Anmeldung als Sexarbeitende*r, nicht jedoch einer Konzessionierung als Bordellbetrieb. Viele Studios werden in zukunft also kein Team mehr haben, sondern Solo das Studio bedienen.
Gemeinschaftssessions, oder das Hinzuziehen einer Kolleg*in werden dort also unmöglich werden.
- Ist Escort in dem Sinn möglich, dass man mit einer Dame Studioräume oder Locations mietet oder nur im Hotelzimmer (wobei dies ja auch gemietet wird ....)?
Das ist weiterhin möglich. Allerdings werden wohl die Gäste vermehrt die Räumlichkeiten mieten müssen, zumindest in Mietlocations oder Studios, um den Verdacht auszuräumen, dass die Dame heimlich unregistriert weiterarbeitet. Womöglich werden sich Studios schriftlich versichern lassen, dass keine entgeltliche Dienstleistung stattfindet, sondern sich die Betreffenden privat kennen, oder sowas. Wie das genau gehandhabt werden kann und ob und wie die Behörden da vor gehen, kann man jetzt nur vermuten.
Ganz doof sind die aber auch nicht.

Normale Hotelzimmer, also Hotels gelten auch in Zukunft nicht als Prostitutionsstätten, dort wird man sich also weiterhin privat einmieten können. Stundenhotels, etc. gelten allerdings schon als Prostitutiomsstätten, da sie ja explizit auf die verrichtung ausgelegt sind. Genauere Details dazu kann man im Gesetz und in den entsprechenden Kommentaren nachlesen. Das Hilton hat also erst mal nichts zu befürchten, die Rote Ritze 69 (Name ausgedacht) mit Stundenzimmern womöglich schon.
Lady Velvet Steel

Erziehung für Anspruchsvolle
BDSM Studio LUX
0152 / 347 130 51

Re: Zukunft der "Profi-Dominas" nach ProstSchG

So, 03.Dez 2017, 14:49
Wenn die richtigen Leute zusammenkommen gibt es die im zwischenmenschlichen Bereich sehr wohl.

Von der gläsernen Person in der digitalen Welt mal abgesehen, da braucht man sich keine Illusionen zu machen. Andererseits, mir persönlich ist dadurch noch kein persönlicher Nachteil entstanden, außer Werbeterror der kam aber nicht aus dem SM-Bereich.
Viele Grüße , Shimada

Motto : Wenn alle Stricke reißen, dann nimm Handschellen

Re: Zukunft der "Profi-Dominas" nach ProstSchG

So, 03.Dez 2017, 16:04
@ Lady Velvet Steel: Vielen Dank für die Antworten.

@ UnArtiger: Ich denke, dass man in Deutschland vermehrt Termine Tage im voraus buchen muss, wie dies in den USA, UK, Frankreich z.T. schon länger der Fall ist. Aber dass die Szene in den Untergrund "geht", was übrigens auch in vielen Orten der USA nicht der Fall ist (man gibt einfach die Adresse erst heraus, wenn man vor dem Block steht oder wenn das Studio ausschliessen kann, dass man ein Fake ist), glaube ich eher nicht.
Was "High Class Domination" angeht, denke ich nicht, dass dies in Deutschland relevant ist. Warum sollte man diese in Anspruch nehmen? In welchem Bereich sollten den diese "High Class Damen" besser sein, ausser dass man das Gefühl bekommt etwas spezielles zu sein?
- Eine Dame braucht für mich Erfahrung (anderen Kunden mag dies egal sein oder bevorzugen "unerfahrene") und deshalb muss sie das Handwerk beherrschen und insbesondere auch die Psyche, Phantasie ihrer Kunden kennen. Und bei einem Arzt oder einem Masseur gehe ich lieber zu jemand, der schon viele unterschiedliche Menschen getroffen und behandelt hat. Ich bin relativ sicher, dass die richtig guten Dominas, heute besser sind als in den ersten 1, 2, ... Jahren Ihres Berufes. Eine Dame, die ich schon lange besuche und die 20 Jahre + im Business ist, ist meines Erachtens derzeit auf dem Höhepunkt in Ihrem Job, da man mit 50 reflektierter und reifer ist und wenn man eine gewisse Offenheit und Empathie bewahrt, den Kunden ihre Phantasie viel besser erfüllen kann als mit 20.
- Intelligenz, Niveau, Eleganz, Offenheit, oder was einem sonst noch wichtig ist, findet man bei denjenigen, die Inserate schalten, genauso, man muss nur genau hinschauen.
- Die Damen, die Inserate schalten und die man in der Szene gut kennt, sind genauso diskret oder indiskret wie angebliche "High Class Domination" Damen. Man kann Studio besuchen, wenn sonst niemand da ist und bei einer "öffentliche" Domina (die man aus Anzeigen, dem Internet, etc. kennt), die man natürlich schon richtig aussuchen muss, bin ich übrigens sicherer, dass sie diskret ist, als bei einer "Privatdame".

Evtl. ist dies in einer Kleinstadt anders, z.B. wenn man mit der Domina noch in die Öffentlichkeit will, aber wenn man nur ins Studio geht oder in Berlin, Hamburg, etc. sehe ich da keinen Unterschied.

So, bin etwas abgeschweift.

P.S. Übrigens bin ich immer skeptisch, wenn sich Damen z.B. "High Class" Domina oder Extremdomina nennen .... Messi muss sich auch nicht als "High-Class Fussballspieler" bezeichnen, wenn man ihn sieht und er loslegt, ist am Ende des Spiels alles klar.

Re: Zukunft der "Profi-Dominas" nach ProstSchG

So, 03.Dez 2017, 16:47
Also ich sehe das ganze Thema etwas differenzierter:

Die „guten“ Dominas, also diejenigen, die in den letzten Jahren fair und ehrlich mit ihren Gästen umgegangen sind, haben sich treue Stammkunden aufgebaut, welche auch zukünftig zu „ihrer“ Dame gehen werden. Egal wo und in welchen Rahmen diese zukünftig tätig ist.

Die „einmalbesuchten“ Dominas hingegen sind von permanenter Werbung abhängig und werden wohl erhebliche Schwierigkeiten bekommen permanent neue Gäste zu akquirieren.

Grundsätzlich denke ich, dass das neue Gesetz im Nebeneffekt unbeabsichtigt zu einer Marktbereinigung führen wird.
Ob das Ganze sich in den anonymen Untergrund verlagert bleibt abzuwarten.

Noch etwas scheint mir wahrscheinlich:
Einige Dominas sind seit Jahren im Geschäft und zum Teil aufgrund fehlender beruflicher Alternativen abhängig von dieser Arbeit. Auch hier werden sich entsprechende Effekte zeigen.
Diese Gruppe der Dominas trifft das neue Gesetz besonders empfindlich, weil sie gezwungen sind dem Gesetz zu folgen oder in die Illegalität zu gehen.

2018 dürfte in jeder Hinsicht interessant werden!

Re: Zukunft der "Profi-Dominas" nach ProstSchG

Mo, 04.Dez 2017, 08:06
UnArtiger: Ich denke, dass sich dies die letzten Jahre und Jahrzehnte grundlegend geändert hat, falls es mal der Fall war. Klar geht der CEO, CFO, COO von der Daxfirma Y idR nicht in eine Laufstrasse zu einer Domina in seiner Heimatstadt, wo es dutzende andere Männer hat, die davor stehen. Aber wenn dieser z.B. in Essen arbeiten, geht er nach Düsseldorf oder Köln oder geht in Berlin, New York, Zürich, etc. wo er regelmässig geschäftlich ist, zu einer Domina. Eventuell zu Randstunden und in Studios, wo man nur mit Termin "reinkommt", aber wenn man Termin macht, vorbeikommt und läutet, sieht einem ja niemanden mit einer als "Domina bekannten Dame" oder wie kommst Du auf "von Dritten nicht identifizierbar"? Zudem wer kennt denn z.B. in Berlin noch die Leute aus den Vorstandsetagen und das Erpressungs- oder Skandalpotential ist auch nicht mehr gross (wenn er einfach sich mal 1 Stunde "behandeln" lässt). Zudem gibt es genügend bekannte Fälle, wo bekannte Menschen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, etc. ins Rotlichtviertel zu Prostituierten gehen und von vielen gesehen werden bzw. es dann sogar öffentlich wird, da es dort z.B. irgendwelche rechtliche Auseinandersetzungen gab (gibt da einige prominente Fälle).

Und wie sollte jetzt jemand aus der Vorstandsetage an diese Geheimnummern dieser High Class Domina kommen? Von anderen Vorstandsmitgliedern, Freunden aus dem Golfclub oder von "Freunden" der Bilderbergkonferenz?
Antworten

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