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Re: Domina's die keine Sadistinnen sind, aber es behaupten..

Mo, 26.Jun 2017, 17:25
Und Paul, dessen Beitraege ich immerzu wertschätze, möchte ich bei dieser Gelegenheit auch ma sanft widersprechen.

Ja, sicher schauspielern, vorgeben, sich verstellen. Wer würde verneinen wollen, wie einfach dies Vielen fällt.

Aber, und das entnehme ich mal "zwischendenzeilenlesend" Deinem Beitrag, dass Du noch keine "echte" Sadistin angetroffen zu haben glaubst, dass erstaunt mich doch ein wenig.

Wobei, wie so oft, man muss natürlich zuvorderst seine Begriffe klären ( Wittgensteinfan, immer gewesen )

Es ist leicht zu behaupten, alles sei irgendwo gespielt. Und es ist vielleicht gar bequem zu glauben, naturveranlagte Grausamkeit sei seltenst, gar bei Frauen.
Weil irgendwo, ist es doch eine Art Tabu.

Ich aber weiss genau, dass es sie gibt :- ) Und bei zumindest einer Lady weiss ich auch genau, dass es nicht gespielt ist. Zu oft habe ich es erleben dürfen, diese natürlich aufbrodelnde Energie, je länger die Session sich hinzog. Und die real gefühlte Angst bei ihrem Gesichtsausdruck und den klassischen Worten...

" Ich werde gerade warm ! " Lächelnd. Auf eine ganz bestimmte Weise.

Und wissend, dass sie es nicht beenden wird, wenn ich nicht darum bitte. Niemals. Nicht oft haben wir so grenzwertig gespielt. Selten sogar und das lag natürlich immer an mir.

Geflogen durch Schmerzadrenalin. Oh ja. Und wie. Unvergessliche Momente. Abstürze ? Seltenst.

Aber natürlich, wem sage ich es, immer ist es eine Frage der Tagesform, der Befindlichkeit usw. Aber zu wissen, je härter es wird, desto besser wird es für die Herrin... das hat was, für mich.

Andererseits, zu fühlen, hier wird Härte um ihrer selbst willen eingesetzt. Um etwas zu beweisen, das eigentlich nicht bewiesen werden muss. Das gefällt mir gar nicht... Und ich glaube, ich würde es auch recht schnell fühlen.

Na ja, ist ja auch klar irgendwo, in Grenzbereiche ( die für jeden verschieden sind und immer sein werden ) begibt man sich nicht einfach so, sondern man wird in sie hineingeführt.

Und dann schaut man weiter. Oder ?

Beste Grüsse Moro
Wir spielen alle, wer es weiss, ist klug ( Arthur Schnitzler )

Re: Domina's die keine Sadistinnen sind, aber es behaupten..

Mo, 03.Jul 2017, 00:58
Hallo Lady Lia,
(und auch Tanja):
außer vielleicht eine Kleinigkeit: beim ersten Mal mit einem neuen Gast tastet man (oder ich zumindest) mich vorsichtig ran. Ist die Schmerzgrenze mal überschritten ist es äußerst schwierig und manchmal unmöglich den Gast zurück ins Spiel zu bringen
Ich möchte gern von meiner Erzieherin über meine Schmerzgrenzen hinaus geführt werden, und zwar ein deutliches Stück.

Lady Linda Braun (damals noch Etienne) hat das gleich beim ersten Mal geschafft.
Die hatte für solche Bengel wie mich das Herz auf dem richtigen Fleck.
"Ich mag es, wenn es bei einer Erziehung laut wird", so hat sie das mal vornehm ausgedrückt. Aufgrund Linda's Konsequenz war ich dann schon mal ein paar Tage heiser.

Inzwischen ist das bei mir ziemlich schwierig geworden. Ein paar Dutzend zu feste Hiebe, und schon bin ich schmerzfrei. Dann könnte ich nebenbei Zeitung lesen. Es ist leider genau so, wie Undine das in ihrem Tutorial beschrieben hat.

So muß meine Erzieherin zwar sadistisch sein (sonst hat sie ja keine Freude an meinen 'Arien', aber sie muss eben auch viel Gespür haben beim 'Gas geben' (ebenfalls so ein Ausdruck von Lady Linda Braun für 'ordentlich Zuhauen'), sonst gibt's einen Kolbenfresser.

so long

naughtyBoy winke winke
Richtig gut wird´s nur, wenn das Herz dahinter steht!
oder
Wenn du liebst, was du tust, wirst du nie wieder in deinem Leben arbeiten (Konfuzius)

Re: Domina's die keine Sadistinnen sind, aber es behaupten..

Mo, 03.Jul 2017, 18:52
naughtyBoy hat geschrieben:
außer vielleicht eine Kleinigkeit: beim ersten Mal mit einem neuen Gast tastet man (oder ich zumindest) mich vorsichtig ran. Ist die Schmerzgrenze mal überschritten ist es äußerst schwierig und manchmal unmöglich den Gast zurück ins Spiel zu bringen
Ich möchte gern von meiner Erzieherin über meine Schmerzgrenzen hinaus geführt werden, und zwar ein deutliches Stück.
Mir ist es deutlich lieber, wenn sich die Herrin langsam rantastet, wieviel der Gast tatsächlich verträgt.
Für mich ist ein Zuviel schlechter, als ein Zuwenig. Wie Lia schon richtig ausführte, kommt man bei einer Überforderung kaum mehr ins Spiel.

Re: Domina's die keine Sadistinnen sind, aber es behaupten..

Mo, 03.Jul 2017, 21:17
mojitu hat geschrieben:
Mir ist es deutlich lieber, wenn sich die Herrin langsam rantastet, wieviel der Gast tatsächlich verträgt.
Ist bei mir anders. Mir ist wichtig wenn die Lady gleich an die Grenze geht (das sind dann auch die besten Sessions, an die ich mich gerne erinnere), wobei ich aber Verständnis habe, wenn die Domina aus diversen Gründen vorsichtiger vorgeht.
Nur - und da geht es mir wie dem Threaderöffner- es ist dann für mich weniger befriedigend, da ich die Grenze zum Schweben nicht spüre.

Und auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass mittlerweile mein Gesäß mehr verträgt wie früher (ist jetzt keine Angabe :-D ).
Und wenn ich wirklich z. B. in Berlin den Hintern richtig voll haben möchte, ist es nicht einfach die richtige Lady zu finden. Am ehesten würde ich das beim Red-Ass-Day mit Lady Stella/Lady Malena oder bei Madame Catarina oder bei Miss Anna finden. Da geht es gleich von 0 auf 100 - wenn man das möchte. :-D

Übrigens sind die vorgenannten Damen für mich allesamt keine sadistischen Persönlichkeiten, auch wenn ihnen anscheinend Schlagspiele Spaß machen. :-D
Sie genießen eher solche sadistischen Momente über die jeder Mensch (und sogar ich! :-D ) verfügt. Mit pathologischem Sadismus (der auch seelische Grausamkeiten erfasst) hat das aber nichts zu tun. Soetwas suche ich auch nicht.

Gruß Paul
https://twitter.com/paulsupp99

Re: Domina's die keine Sadistinnen sind, aber es behaupten..

Mo, 03.Jul 2017, 22:35
Es ist ganz einfach - es ist ganz kurz. Echter Sadismus ignoriert die Wünsche und Befindlichkeiten des (masochistischen) Partners per definitionem. Damit ist SSC per se durch.

Wie es bereits in diesem Thread so gut beschrieben wurde, wir haben hier einen Widerspruch Soziopathin vs. Empathin.

Ehrlich, ich habe mir auch schon oft eine soziopathische Manipulatrix gewünscht, die mich formt und zerbricht, dass es nur so knallt.

Im Kopf.

Im realen Leben bin ich um jede Domina froh, die ein funktionierendes Spiegelneuronensystem hat. Und dann ggf. ein wenig Scharade spielt.

Meine Erfahrung ist, von allen professionellen Dominas sind vllt 25% tatsächlich dominant, aber max. 1% soziopathisch sadistisch veranlagt.

Ein Glück!

Beste Grüße!
Wie der Mensch, so seine Rede.
(Marcus Tullius Cicero)

Re: Domina's die keine Sadistinnen sind, aber es behaupten..

Mi, 05.Jul 2017, 01:24
Es ist natürlich letztendlich völlig müssig, gespielten und naturveranlagten Sadismus unterscheiden oder gar qualitativ bewerten zu wollen.

Besonders wichtig ist was Bottom empfindet und wie er sich angenommen und behandelt fühlt.

Wenn man seine Begriffe so klar definiert, wie FK Pipi das oben tut, dann ist auch die Schlussfolgerung kurz, klar und prägnant.

Allerdings, und das schimmert ja auch bei einigen anderen Beiträgen durch, wird "echter" Sadismus dort gleichgesetzt mit, ich nenne es mal "pathologischem" Sadismus, krankhaft also. Soll es ja geben.

Aber, wer mit ein wenig Erfahrung in der bunten BDSM Welt , wird nicht sofort zugestehen, dass es auch einen "empathischen" Sadismus gibt, in verschiedenen Abstufungen sicherlich.

Aber dennoch zweifellos ist dabei auch die echte Freude am Zufügen von Schmerzen, am Betrachten von Spuren, am Gefühl der Macht und Kontrolle über jemanden erkennbar. In verschiedenen Abstufungen sicherlich.

Und, wie immer, kommt es auf die Perspektive an. Und da gibt es wahrscheinlich Nuancen ohne Ende: Sub verehrt Top, will für ihn leiden. Mach mich fertig ! Top spielt mit masoSub, will ihm etwas "Gutes" tun, schlägt also nicht nur oder in erster Linie für seinen Machtwunsch/rausch, sondern weil er weiss, dass Sub es so braucht. Sub ist gar kein Vollzeitmaso, weiss aber dass Top gerne schlägt, herrscht usw, also fordert er Leiden ein. Uswusf.

Und wenn man dann einmal soweit ist, dass man sich derartige Gedanken macht um seinen Spielpartner, dann hat man doch sicherlich bereits eine sehr vertrauensvolle Stufe einer Top-Sub Beziehung erreicht, die vertrauensvoll dann auch immer weiter ausbaufähig ist.

Im Paydombereich braucht so etwas evtl seine Zeit, klar kann man sich gegen Tribut auch einfach mal so "fertig machen" lassen. Das Top hier aber auch eine Sorgfaltspflicht hat... logo oder ?

Und das so etwas nicht bei einer Erstsession denkbar ist, erscheint evident. Will ja vielleicht auch nicht jeder. Aber dann sollte man auch verstehen, dass Top sich erstmal gepflegt zurueckhaelt bis zu vertretbaren Grenzen.

Common sense... Finde ich...

LG Moro
Wir spielen alle, wer es weiss, ist klug ( Arthur Schnitzler )

Re: Domina's die keine Sadistinnen sind, aber es behaupten..

Fr, 14.Jul 2017, 07:52
Aber Hallo, dies hat ja wirklich nichts mit BDSM zu tun.

Bei Abu-Ghraib waren es dumme, gelangweilte, kriminelle, schlecht geschulte Menschen, die keine Emphathie empfinden konnten oder aufgrund von Autoritäten/Gruppendruck einfach mitgemacht haben. Es hatte insoweit nur einen sexuellen Hintergrund, dass die Wärter, die Gefangenen demütigen wollten und deren kulturellen Intimsphäre dafür benützten.
Beim Stamford Experiment oder z.B. auch dem Milgram Experiment geht es darum zu zeigen, wie Menschen unter Autorität und dann mit Macht umgehen. Ich habe nirgends gelesen, dass die Bestrafungen bei vielen der Teilnehmer Freude ausgelöst haben. Und klar gibt es situativen "Sadismus", um nicht in der Geschichte der Deutschen abzutriefen, z.B. wenn Jugendliche einen Obdachlosen oder einen Schwulen verprügeln oder mehrere Männer in einer Gruppe eine Frau vergewaltigen. Und da sind auch sadistische Züge dabei, aber auch Gruppendruck, mangelnde Empathie, etc. Aber diese "Analyse" kann man den Gerichtspsychiatern überlassen.

Aber wie gesagt, dies hat überhaupt nichts mit BDSM und einer "Beziehung" Domina - Sklave zu tun. Vereinfacht würde ich sagen, dass es diese Typen/Gründe gibt, warum eine Domina/Top einen Bottom "sadistisch" behandelt:
1) Die Domina hat (mehr oder weniger) Empathie und Respekt für den masochistischen Menschen und erfreut sich, dass dieser für sie leiden will und will dem Sklaven etwas "gutes" tun - obwohl es vordergründig und kurzfristig nicht so aussehen mag. Im professionellen Bereich will sie damit natürlich auch Geld verdienen. Aber dies ist eine Interaktion zwischen zwei Menschen und die Domina hätte keine Freude jemand ohne jegliche masochistischen Neigungen eine Ohrfeige zu verpassen (gilt auch für 2) und 3))
2) Die Domina hat (mehr oder weniger) Empathie und Respekt für den masochistischen Menschen und macht es, da der Gegenüber dies will und sie damit ihr Geld verdient.
3) Die Domina hat kein oder wenig Verständnis für den masochistischen Menschen und macht es, da der Gegenüber dies will und sie damit ihr Geld verdient.
4) Die Domina verachtet den Gegenüber ("will sich an den Männern, etc. rächen", etc.) und macht es, nur da sie damit ihr Geld verdient.
5) Die Domina verachtet den Gegenüber und/oder hat eine nicht sexuelle sadistische Neigung - und ihr macht es auch nichts aus, wenn es Verletzungen (körperlicher oder psychischer Art) gibt und der Sklave auch langfristig unzufrieden ist.

Die Domina unter 5 wird hoffentlich nicht lange im Geschäft bleiben und man sollte dafür froh sein.
Bei 4) denke ich, dass dies für die Dame psychisch ungesund ist
Und 1) bis 3) halte ich für "legitim" und wir als Gäste können oft nur raten oder können es erst besser einschätzen, wenn wir die Dame etwas besser kennen. Vermutlich kann man auch dies etwas eingrenzen, wenn man etwas reflektiert ist und die Auswahl nicht nur nach Preis, grossen XX, etc. macht. Obwohl viele haben ja den Eindruck, dass egal wie offensichtlich es ist, alle Damen "naturveranlagt" sind und alles toll finden.

Re: Domina's die keine Sadistinnen sind, aber es behaupten..

Do, 24.Aug 2017, 01:04
Nur mal am Rande, sehr zu empfehlen zu diesem Thema, wie ich finde:

http://www.benecke-psychology.com/Pressetext.html

Auch dieses feine, kurze und prägnante Interview erhellt so einiges :

https://www.youtube.com/watch?v=gvKUgTCVi-Q

Speziell zu diesem Thread dort ab 10:00, aber das ganze Interview ist ziemlich hörenswert.

Kompetente Fachfrau eben.

LG Moro
Wir spielen alle, wer es weiss, ist klug ( Arthur Schnitzler )

Re: Domina's die keine Sadistinnen sind, aber es behaupten..

Do, 24.Aug 2017, 06:06
Lektüre also: Lydia Benecke " Sadisten "

1.)Sadismus einvernehmlich
2.)Sadismus gefährlich

Der einvernehmliche Sadist verliert die Lust, wenn das Pendant sichtlich nur vorspielt. Er braucht die permanente Rückkoppelung.
Der gefährliche Sadist genießt nur bei realem Quälen ohne jede Einvernehmlichkeit

Die Frau ist wirklich klug. Sehr anschauenswert = Clip 2



DomHunter
( ...Strap-it-On... )
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http://www.flash-emotions.com
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http://www.domina-portrait.com

Re: Domina's die keine Sadistinnen sind, aber es behaupten..

Do, 24.Aug 2017, 06:38
Ja, sagte ich ja bereits :- )

Buecher sind auch bereits bestellt. Nur die Zeit, sie auch bald zu lesen, die konnte man nicht mitbestellen :- )

LG Moro

Interessant übrigens auch der Ansatz der Beneckes ( und natürlich auch anderer ) , Pädophilie zu thematisieren. Ein absolutes Tabuthema, zu dem viele Menschen absolute Nulltoleranz haben. Wohl verständlich, wenn man selber Kinder hat, aber auch sonst. Und dennoch. Anlaufstellen anzubieten, damit aus Neigungen keine Verbrechen/Täter werden... Ganz wichtig, wie ich finde.

z.B => http://www.focus.de/wissen/mensch/tid-2 ... 87620.html

Aber ja, iss natuerlich völlig offtopic. Fiel mir nur gerade so ein. Deshalb.: Schluss. Aus. Ende.

LG Moro
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