Ausgangslage
sowie als Reaktion auf meinen Beitrag:Lady MacLaine hat geschrieben:Was geht es den Gast an, was ich über die Session denke?
Gar nichts!
Er zahlt, ich gebe mein Bestes und das war's dann.
Dieses Gebohre und Gefrage ist sowas von nervig.
So seh ich das
Lady MacLaine
Meine Überlegungen und Meinung dazuLady MacLaine hat geschrieben:@all: Ich weiß ja genau, dass die meisten Gäste die Illusion brauchen, dass die Dienstleisterin etwas dabei "empfindet" (was auch immer) und den Besucher als Person wahrnimmt.
Kann ich ja auch verstehen und in einzelnen Fällen gibt es diese Bindungen auch. Manchmal sogar feste Beziehungen oder Ehen.
Aber bitte Männer, seid doch realistisch: Da klingelt es, jemand kommt rein, man wechselt ein paar Worte, er geht ins Bad, die Domina überlegt was zu tun ist und los geht's. Je nach Können und Erfahrung wurschtelt sie sich durch die Session und ist glücklich wenn der Gast zu einem befriedigenden Ende kommt. #Dann kommt er vielleicht wieder#
Danach wieder etwas SmallTalk und tschüss.
Und das ganze 3 bis 5 Mal am Tag. Von Gummisession bis Spanking, von Hartcore bis Kuschelsession.
Jedem Gast genau das, was er will. Es kann sich nämlich KEINE Profifrau leisten zu viele Spielarten abzulehnen. Dann verhungert sie schlicht und einfach.
Und glaubt ihr im Angesicht dieser Tatsachen wirklich, dass bei einer solchen Begegnung bei der Dienstleisterin irgendwelche Gefühle in Bezug zu dem was sie tut auftauchen?
Ich kann euch sagen, dass wir natürlich immer und jedes Mal heilfroh sind, wenn der Kunde glücklich und zufrieden durch die Tür geht. Aber wer mehr Gefühle vorspielt - spielt halt etwas vor.
Mir ist klar, dass ihr das nicht hören (oder lesen wollt) und wahrscheinlich werde ich jetzt wieder als verbittert beschimpft. Egal... ist mir wurscht.
Ich war immer eine gute Dommse und hab immer alles gegeben, dass der Gast ein gutes Spiel hatte.
Nicht mehr und nicht weniger.
Grüße von
Lady MacLaine
Beim ersten Durchlesen empfand ich die Antwort von Lady MacLaine als sehr heftig und auch provozierend. Ist das wirklich der Studioalltag? Vermutlich ja, zumindest in den meisten Studios. Und aufgrund dieser fast „anonymen“ Abfertigungen kann ich dann auch die konkreten, harten Aussagen besser akzeptieren und nachvollziehen. Allerdings weiss ich, auch aus eigener Erfahrung, dass es gottseidank nicht überall so unpersönlich verläuft.
Wenn Otto Normalverbraucher den Begriff SM hört, den Begriff BDSM kennt er vermutlich gar nicht, kommt ihm wahrscheinlich in erster Linie Begriffe wie „Schlagen“, „Schmerz“ und „Peitsche“ in den Sinn. BDSM ist aber unendlich viel mehr! Was Otto Normalverbraucher in z.B. entsprechenden Magazinen oder Zeitungsmeldungen auch nicht sehen kann, um BDSM zu praktizieren, braucht es zwischen den beteiligten Personen eine Einvernehmlichkeit. Niemand wird zu etwas gezwungen, was er wirklich nicht will. Was es hingegen unbedingt dazu braucht, ist, „VERTRAUEN“. Je mehr davon vorhanden ist, umso besser. Damit erzähle ich hier nichts neues, ich weiss! Was ich damit sagen will, BDSM hat sehr viel mehr mit Emotionen, Gefühlen und der Psyche zu tun, als mit körperlichen Schmerz. Da für mich BDSM weit mehr ist als nur eine sexuelle Spielart, wahrscheinlich aufgrund der grossen devoten, vorhandenen Neigungen und für mich Gefühle und Emotionen, wie vorstehend dargelegt, unbedingt zum BDSM gehören, erst diese machen BDSM, jedenfalls für mich zu etwas sehr Einzigartigem, wäre ich in einem „unpersönlichen“ SM-Mainstreamstudio kaum gut aufgehoben! Ich bin, wie auch schon geschrieben, nicht der typische Mann und anscheinend auch nicht der typische Dominakunde. Ich möchte ein Vertrauensverhältnis zu einer Domina aufbauen, mich ihr längerfristig immer wieder hingeben, mich ihr unterwerfen. Dazu braucht es natürlich die passende Domina, damit meine ich jetzt nicht in erster Linie ihr Aussehen, sondern die gemeinsame Schnittmenge der Praktiken des BDSM, die gegenseitigen Sympathie und Chemie aber vor allem auch das Grundverständnis über BDSM, so wie ich das verstehe und empfinde. Diese passende Domina habe ich vor über drei Jahren aus purem Zufall gefunden! Interessanterweise oder vielleicht auch gerade deswegen, bezeichnet sie sich selbst als nicht typische Domina. Sie hatte anfangs, bevor sie sich mit viel Ehrgeiz ihr eigenes Studio eingerichtet hat, auch in grossen Studios gearbeitet und fühlte sich da nicht sehr wohl. Sie, wie ich, bewegen uns auch im nichtkommerziellen BDSM, bzw. sie kommt ursprünglich aus der nichtkommerziellen Szene und lebt auch privat BDSM.
So, mit dieser Einleitung zum besseren Verständnis komme ich jetzt zum eigentlichen Thema. Nach jeder Session gebe ich meiner Herrin ein detailliertes Feedback und sie schreibt mir ihre Sicht, wie sie die Session erlebt hat. Dadurch erfahren wir gegenseitig, was der jeweils andere besonders schön oder weniger prickelnd empfunden hat. Dadurch lernen wir uns immer besser kennen, das gegenseitige Vertrauen wird so verstärkt und dies ermöglicht uns, tiefgehende und befriedigende Sessions für beide Seiten zu gestalten und zu erleben. Mir ist es sehr wichtig, dass sich meine Herrin mit mir, in der Session, wohlfühlt. Das ergibt sich schon aus meiner devoten Veranlagung per se. Selbstverständlich haben auch die Wünsche und Neigungen der Herrin in der Session ihren Platz! Es ist also ein freiwilliges Geben und Nehmen von beiden Seiten. Und genau dadurch werden und sind die Session sehr authentisch, ohne eigentliche Inszenierung und von grosser Qualität!
Mich würde es jetzt interessieren, wie handhabt ihr das mit Feedbacks? Schreibt ihr Feedbacks und bekommt ihr auch eventuell eines zurück? Ist es wirklich so „unpersönlich“ in den Studios oder zumindest in den grossen Studios? Oder gibt es schon Unterschiede, z.B. bei einer Domina oder einer dominanten Bizarrlady die alleine arbeitet?
Werden Stammkunden als individuelle Personen, als Menschen wahrgenommen? Ist euch die „emotionale“ Nähe zur Domina wichtig oder betrachtet ihr dies eher als eine reine Dienstleistung im Sinne von Lady MacLaine? Wie geht ihr mit Emotionen und Gefühlen um, teilt ihr diese mit der/dem Domina/Kunde.
Und zu guter Letzt, haben auch die Wünsche der Domina in einer Session Platz, auch wenn diese jetzt nicht unbedingt euer Fetisch ist?
Zum Schluss möchte ich noch betonen, dass ich mit diesem Thread keinesfalls vermitteln will, dass nur meine Sicht die RICHTIGE ist. Für jeden von uns ist BDSM sehr individuell. Hauptsache es passt für jeden einzelnen.
Gruss
GeniesserCH



