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Re: Warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind

Di, 15.Dez 2015, 15:21
Shimada: Danke für den Artikel, aber ich fand ihn nicht so "prickelnd", um es vorsichtig zu sagen.

Das Sadomasochisten bessere Menschen und "tiefgründiger" sind, lässt sich schon durch dieses Forum widerlegen, wo es tiefgründige, aber auch oberflächliche Menschen hat, genauso wie bei allen anderen auch. Ich würde mich auch nicht als besseren Menschen betrachten, da ich diese Neigung habe und ob ich gut oder böse, oberflächlich oder tiefgründig bin, hängt wirklich zuallerletzt von meiner sexuellen Neigung ab. Man hat Jahrhunderte von Jahren den Menschen eingeredet und tut es immer noch, dass wenn sie homosexuell, sadomasochistisch, etc. sind, dass sie schlechter sind und deshalb ist dieser Umkehrschluss auch nicht viel besser. Genauso könnte man sagen, dass Schwarze, Behinderte und andere Minoritäten bessere Menschen sind, da sie sich mit Dingen auseinandersetzen müssen (Rassismus, Diskriminierung, etc.), die die Mehrheit nicht tun muss. Aber dies ist genauso völliger Blödsinn.

Erschreckend finde ich auch Argumentation. Da nimmt sie einen Einzelfall (Freundin tönt immer so gut) und lässt noch ihre persönliche Erfahrung irgendwie einfliessen und schon hat sie den Grund warum eine Gruppe "besser" ist als die anderen. Erstens sind Sadomasochisten nicht die besseren Menschen und zweitens sind ihre "Gründe" schwammiger Blödsinn und hanebüchen. Mit einer solchen Argumentation lassen sich auch Sachen wie "Warum Fussballfans bessere Menschen sind" oder "Warum Handballfans besser im Bett sind" schreiben ....

Re: Warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind

Di, 15.Dez 2015, 16:13
Hallo, zu aller erst: bitte gut lesen, ich möchte gleich schon mal klarstellen, das meine Kritik NICHT ALLE miteinbezieht, ich habe weder Zeit noch Lust mich für meine kritischen Worte rechtfertigen zu müssen, wer sich dabei angesprochen fühlt, ist selbst schuld....

Denn ich will hier nichts pauschalisieren ! ABER wenn ich so etwas lese, (und ich beziehe mich jetzt NUR auf diesen Satz) "warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind" was sich wie eine unbestrittene Tatsache anhört, dann kann ich nicht anders als doch erhebliche Kritik zu üben......

Also ganz ehrlich, wenn ich mir z.B.die private SM-Scene so anschaue, in der ich mich auch bewege, dann kann man nicht wirklich "Sadomasochisten als bessere Menschen " beurteilen, meine Erfahrung ist gerade das Gegenteil obwohl ich ja selbst SMer bin, aber wenn ich leider erlebe wie sich die meisten ( ich spreche nicht von allen) SMer darstellen in dem sie sich egoistisch, narzisstisch, rücksichtslos arrogant, ignorant uvm.... verhalten, ( und ich spreche von einem Verhalten das sich NICHT auf spielerisches SM-Verhalten bezieht , denn die Geschmäcker sind da ja verschieden, das meine ich nicht,) aber dieses Verhalten würde dann ernsthaft als "besser" gelten ? , dann frage ich mich schon ob noch alles in der Gesellschaft auch richtig läuft ? denn eigentlich lernt man schon als Kind das gutes Benehmen, Rücksichtnahme, Zuvorkommenheit, Altruismus, Freundlichkeit und Moral, alles Dinge sind mit dennen man sich in eine gute Gesellschaft integriert. Denoch und ich wiederhole es nochmal ( ich will hier NICHTS pauschalisieren !) natürlich gibt es unter den SMern so wie in jeder Gesellschaftschicht auch wirklich gute Menschen, vielleicht sogar bessere Menschen als woanders. Aber Sadomasochismus jetzt als "besser" zu verkaufen, halte ich für gefährlichen Schwachsinn....denn wir sind alles nur Menschen und das hängt weder von der sexuellen Orientierung ab noch von unserer Herkunft , ein besserer Mensch ist der der anderen Menschen auch gutes tut.

Schönen Tag

Lieben Gruß
Flagheart
Dominanz ist ausdruck von Führungstärke, und nicht von Narzissmus
Man(n) geht lieber zur Domina, und nicht zur Dummina oder Femdumm

Re: Warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind

Di, 15.Dez 2015, 18:18
Flagheart hat geschrieben:Hallo, zu aller erst: bitte gut lesen, ich möchte gleich schon mal klarstellen, das meine Kritik NICHT ALLE miteinbezieht, ich habe weder Zeit noch Lust mich für meine kritischen Worte rechtfertigen zu müssen, wer sich dabei angesprochen fühlt, ist selbst schuld....

Denn ich will hier nichts pauschalisieren ! ABER wenn ich so etwas lese, (und ich beziehe mich jetzt NUR auf diesen Satz) "warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind" was sich wie eine unbestrittene Tatsache anhört, dann kann ich nicht anders als doch erhebliche Kritik zu üben......

Also ganz ehrlich, wenn ich mir z.B.die private SM-Scene so anschaue, in der ich mich auch bewege, dann kann man nicht wirklich "Sadomasochisten als bessere Menschen " beurteilen, meine Erfahrung ist gerade das Gegenteil obwohl ich ja selbst SMer bin, aber wenn ich leider erlebe wie sich die meisten ( ich spreche nicht von allen) SMer darstellen in dem sie sich egoistisch, narzisstisch, rücksichtslos arrogant, ignorant uvm.... verhalten, ( und ich spreche von einem Verhalten das sich NICHT auf spielerisches SM-Verhalten bezieht , denn die Geschmäcker sind da ja verschieden, das meine ich nicht,) aber dieses Verhalten würde dann ernsthaft als "besser" gelten ? , dann frage ich mich schon ob noch alles in der Gesellschaft auch richtig läuft ? denn eigentlich lernt man schon als Kind das gutes Benehmen, Rücksichtnahme, Zuvorkommenheit, Altruismus, Freundlichkeit und Moral, alles Dinge sind mit dennen man sich in eine gute Gesellschaft integriert. Denoch und ich wiederhole es nochmal ( ich will hier NICHTS pauschalisieren !) natürlich gibt es unter den SMern so wie in jeder Gesellschaftschicht auch wirklich gute Menschen, vielleicht sogar bessere Menschen als woanders. Aber Sadomasochismus jetzt als "besser" zu verkaufen, halte ich für gefährlichen Schwachsinn....denn wir sind alles nur Menschen und das hängt weder von der sexuellen Orientierung ab noch von unserer Herkunft , ein besserer Mensch ist der der anderen Menschen auch gutes tut.

Schönen Tag

Lieben Gruß
Flagheart
Chapeau!
Bello e impossibile

Re: Warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind

Di, 15.Dez 2015, 21:53
Ich denke mittlerweile, dass jede Art von Pauschalierung letztlich nicht zutrifft. Ob das "die Deutschen", "die Fussballfans", "die Autofahrer", "die Sadomasochisten" oder was auch immer sein mag.

Wenn überhaupt kann man vielleicht eine Aussage nachweisen die zum Beispiel besagt, dass ein Autofahrer im Durchschnitt xy Prozent mehr oder weniger Sport betreibt als ein Fußgänger oder Fahrradfahrer. Aber: auch ein Autofahrer kann parallel bei den Fahrradfahrern oder Fußgängern auftauchen. So wie ein Sadomasochist bei den Familienmenschen oder den Familienverächtern, bei den Hooligans, den Heino-Fans, den Bikern oder den Pfadfindern ...

Die "xyz" gibt es nicht, weil jeder Mensch so vielschichtig ist, dass er eben nicht nur "xyz" ist sondern noch viele andere Eigenschaften erfüllt.

Und auch aus diesem ganz allgemeinen Grund gebe ich Flagheart gerne recht.

Auch sonst habe ich oft den Eindruck, dass ein SM-er den anderen angreift, Verantwortungslosigkeit vorwirft, Praktiken verurteilt, die einfach nicht seine sind. Oder andersherum den Missionar spielen will. Die Szene, die sich eigentlich (immer noch?) gerne als Außenseiter beklagt aber doch oft völlig zerstritten ist ...

Trotzdem, solche Artikel wie der hier zitierte sind interessant, unterhaltsam, vielleicht für manche unsicheren Menschen auch eine echte Hilfe um sich selbst zu akzeptieren - und das ist dann wiederum das Positive daran.

winke winke

Re: Warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind

Di, 15.Dez 2015, 23:35
fanrheinmain hat geschrieben:
Auch sonst habe ich oft den Eindruck, dass ein SM-er den anderen angreift, Verantwortungslosigkeit vorwirft, Praktiken verurteilt, die einfach nicht seine sind. Oder andersherum den Missionar spielen will. Die Szene, die sich eigentlich (immer noch?) gerne als Außenseiter beklagt aber doch oft völlig zerstritten ist ...


winke winke

Dazu möchte ich allerdings sagen: das es ein Problem darstellt das SM so viele Unterschiedliche Praktiken miteinander vereint bezw. vereinen möchte, denn was für den einen SMer vielleicht die Erfüllung ist, ist für den anderen SMer der reinste Alptraum, oder was der eine schön findet, findet der andere ekelhaft, und deshalb ist es völlig normal das Menschen aufgrund dessen in Interessenskonflikte miteinander geraten..... ich finde SM müsste sich mehr unterteilen in verschiedene unabhängige Sparten aber eben so: das ganz klar definiert wird, wer was ist, und was er nicht ist, es bräuchte eine Ordnung in der ganzen Anarchie, denn nur so kommen sich Menschen mit unterschiedlichen und gegensätzlichen Interessen nicht mehr in die Quere.... natürlich leichter gesagt wie getan, aber jedenfalls solange unter SM alles erlaubt und gelebt wird was sexistisch und pervers ist, ohne auch nur annähernd zu hinterfragen ob das noch der Wortbedeutung "Sadomasochismus "gerecht wird, wird sich daran auf jedenfall nichts ändern......

Schönen Abend

Viele Grüße
Flagheart
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Man(n) geht lieber zur Domina, und nicht zur Dummina oder Femdumm

Re: Warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind

Mi, 16.Dez 2015, 00:56
Einerseits könnte man sagen: Sadomasochisten sind krank, da sie süchtig nach unnormalen Handlungen sind!

Andererseits kann ich sagen: Ich bewundere alle Menschen, die so kreativ sind, ausgefallene Wege (z. B. Sadomasochismus) zu gehen.

Und wenn die einen süchtig sind nach ihrer Zigarette, nach ihrem Bier, nach ihrer Tasse Kaffee, nach ihrem Essen oder nach ihrem Fernsehsessel, warum soll nicht ein anderer süchtig sein nach Sadomasochismus! Solange die Folgen für die Gesundheit im Rahmen bleiben!

M(aso)
Euer Werner
masochistischer Rollenspielgenießer und Blitzableiter für weiblich-dominante Launen

Re: Warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind

Mi, 16.Dez 2015, 09:23
MWerner hat geschrieben:Einerseits könnte man sagen: Sadomasochisten sind krank, da sie süchtig nach unnormalen Handlungen sind!

Andererseits kann ich sagen: Ich bewundere alle Menschen, die so kreativ sind, ausgefallene Wege (z. B. Sadomasochismus) zu gehen.

Und wenn die einen süchtig sind nach ihrer Zigarette, nach ihrem Bier, nach ihrer Tasse Kaffee, nach ihrem Essen oder nach ihrem Fernsehsessel, warum soll nicht ein anderer süchtig sein nach Sadomasochismus! Solange die Folgen für die Gesundheit im Rahmen bleiben!

M(aso)
Euer Werner
Ich gebe dir zwar zum Teil recht, Sucht ist immer ein Verhalten das problematisch ist, aber nicht jeder SMer ist auch süchtig nach SM, es gibt auch genügend Leute die zu SM, die nötige Distanz haben......

Schönen Tag

Viele Grüße
Flagheart
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Re: Warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind

Mi, 16.Dez 2015, 09:54
Ich verstehe einige Kommentare nicht. Könnt ihr mir einigen Beispielen beschreiben, warum die "Szene" zerstritten sein soll. Warum ihr SMler als egoistisch, .... empfunden habt?

Auch muss ich sagen, dass für mein Wohlbefinden die "Szene" völlig egal ist. Wenn ich meine Neigungen auslebe, gibt es ja bekanntlich 2 Möglichkeiten.
Erstens ich gehe ich zu einer professionellen Domina. Ich suche mir die Dame genau aus und geniesse die Zeit. Wenn man höflich, respektvoll und freundlich ist und sich die Damen gut aussucht, entsteht meinstens auch Empathie. Man redet auch mal über 2-3 andere Sachen, aber klar ist, dass es Geld gegen Dienstleistung ist. Was spielt da Egoismus, Streit in der Szene, etc. für mich eine Rolle?

Zweitens lebe ich SM privat aus, und zwar mit meiner Frau. Wir kommen mit anderen SMler ab und zu in Kontakt, wenn wir einen Raum mieten, in einer grösseren Residenz/Studio, etc. "spielen", wo es andere Paare hat, gehen mal an eine Party, etc. Der Kontakt ist fast immer freundlich, aber wie überall findet man einige sympathischer und mit anderen würde man nicht unbedingt in die Ferien gehen. Und auch hier frage ich mich, was spielt die Szene für eine Rolle? Falls ich privat jemand suche, suche ich eine dominant und sadistisch veranlagte Frau und keine "Szene". Wenn ich die Frau sympathisch finde und sie mich, gibt es eine Chance, falls nicht eben nicht. Klar, gibt es einige die gerne an Stammtische, etc. gehen, aber wenn man es nicht mag, muss man ja nicht hingehen. Dort findet man auch nicht unbedingt am leichtesten einen Partner, genauso wie bei SM-Parties.

Und ehrlich gesagt, wie andere SMler SM definieren ist mir relativ egal und die Vorstellung, dass man eine "Ordnung" reinbringen kann und dies etwas ändern würde, finde ich nicht sehr realistisch. Was habt ihr den für eine Vorstellung, wie sein sollte? Das dominante Frauen uneigennützig mit passiven Männern "spielen" sollen? Wenn ich sehe, welche Kriterien für die meisten hier wichtig sind (Frau muss naturveranlagt sein, mindestens 180cm, unter 20, grosse Hupen, etc.), sehe ich auch nicht den Altruismus. Und genauso können Frauen auswählen und Ja oder Nein sagen, warum sollte dies im SM anders sein als in "normalen" Beziehungen?

Re: Warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind

Mi, 16.Dez 2015, 14:02
Nun ja @cm - der Thread steht im OT weil es um "Sadomasochisten als bessere Menschen" gemäß eingangs erwähntem Artikel geht. Damit befasst sich dieser Thread eben mit der gesamten Szene und hat auch nichts mit Tributen, Körpergröße oder ähnlichem zu tun. Und auch nicht unbedingt mit dem eigenen Empfinden - ich brauche auch keine wissenschaftliche Ausarbeitung zum Ausleben :-D

Einfaches Beispiel: Ein Bild mit Blut nach der Auspeitschung - Reaktion "Iiiiiiigitt, Blut, Infektionsgefahr, verantwortungslos, unmöglich". Toleranz? Nein, Verurteilung, Anschuldigung und Ausgrenzung statt einfach ein "ist halt nicht meine Sache". Passt aber ins Gesellschaftsbild und ist auch in anderen Bereichen zu finden.

@ Flagheart: ich denke nicht, dass die Kategorisierung des SM etwas bringen würde. Man kann sich dann zwar als Flagellant bezeichnen, aber auch Flagellanten können ja wieder gleichzeitig TV's sein oder Stiefelfetischisten oder ... je mehr Kategorien man schafft, desto kleiner werden die Untergruppierungen - und das Ursprungsproblem bleibt - "xyz" gibt es nicht, keine Gruppierung kann jemals homogen sein, da sie sich eben aus zu vielen weiteren Eigenschaften zusammensetzt. Zumal sich ja Flagellant und Flagellant schon durch die Art und Weise ihrer Motivation unterscheiden.

Auch die Definition des SM ist aus diesen Gründen wohl nicht abschließend möglich.

winke winke

Re: Warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind

Mi, 16.Dez 2015, 15:19
Sag ich doch, ein interessanter Artikel :-D :-D
Er hat auf jeden Fall mal eine rege Diskussion ausgelöst.

Ich finde den Titel und die These auch eher als fragwürdig an. Wie bei allen Gruppen gibt es natürlich auch hier solche und solche. Und die Menschen und Ansichten die ich als "die Guten" ansehe müssen ja deswegen noch lange nicht bei anderen diesen Beifall finden. Ich finde den Artikel aber ansonsten lesenswert, weil die Autorin ihre "Beweggründe" gut formuliert und ihre Vorlieben akzeptiert und offenbar damit auch sehr gut leben kann. Ich mag Menschen, die Arsch genug in der Hose haben um einfach auch mal anders zu sein und auch nicht die Notwendigkeit sehen sich dafür zu entschuldigen.

Mir sind zwei Thesen aufgefallen, ich schreibe einfach mal meine eigenen Gedanken dazu :

SM´ler sind krank : Mein meistgehasstes Argument. Es mag kranke SM´ler geben, das wären sie aber wohl in aller Regel auch ohne den SM, wie ihn die meisten praktizieren. Einvernehmlicher Sex oder Spiel kann nicht krank sein, selbst dann nicht, wenn ich persönliche es vieleicht für mich ablehne oder gar eklig finde.

SM sollte in eigene Sparten unterteilt werden : Wieso das denn? SM hat eine Menge mit Freiheit und Kreativität zu tun, damit, auch einmal Grenzen zu überschreiten. Wie soll das in der Praxis funktionieren : Wird dem Bondage-Dom verboten seinem "Opfer" den hintern zu versohlen, weil es nicht in die Sparte passt ? Und wer legt das fest ? Das schöne bei unserem Hobby ist doch die Fülle der Möglichkeiten die einem offen stehen. Um böse Überraschungen zu vermeiden genügen die klassischen Dinge : Gesunder Menschenverstand, Empathie , Vorgespräch mit Abklären von Tabus und Vorlieben , Codewörter etc.
Viele Grüße , Shimada

Motto : Wenn alle Stricke reißen, dann nimm Handschellen

Re: Warum Sadomasochisten die besseren Menschen sind

Mi, 16.Dez 2015, 16:19
Shimada hat geschrieben:Sag ich doch, ein interessanter Artikel :-D :-D
Er hat auf jeden Fall mal eine rege Diskussion ausgelöst.

Ich finde den Titel und die These auch eher als fragwürdig an. Wie bei allen Gruppen gibt es natürlich auch hier solche und solche. Und die Menschen und Ansichten die ich als "die Guten" ansehe müssen ja deswegen noch lange nicht bei anderen diesen Beifall finden. Ich finde den Artikel aber ansonsten lesenswert, weil die Autorin ihre "Beweggründe" gut formuliert und ihre Vorlieben akzeptiert und offenbar damit auch sehr gut leben kann. Ich mag Menschen, die Arsch genug in der Hose haben um einfach auch mal anders zu sein und auch nicht die Notwendigkeit sehen sich dafür zu entschuldigen.

Mir sind zwei Thesen aufgefallen, ich schreibe einfach mal meine eigenen Gedanken dazu :

SM´ler sind krank : Mein meistgehasstes Argument. Es mag kranke SM´ler geben, das wären sie aber wohl in aller Regel auch ohne den SM, wie ihn die meisten praktizieren. Einvernehmlicher Sex oder Spiel kann nicht krank sein, selbst dann nicht, wenn ich persönliche es vieleicht für mich ablehne oder gar eklig finde.

SM sollte in eigene Sparten unterteilt werden : Wieso das denn? SM hat eine Menge mit Freiheit und Kreativität zu tun, damit, auch einmal Grenzen zu überschreiten. Wie soll das in der Praxis funktionieren : Wird dem Bondage-Dom verboten seinem "Opfer" den hintern zu versohlen, weil es nicht in die Sparte passt ? Und wer legt das fest ? Das schöne bei unserem Hobby ist doch die Fülle der Möglichkeiten die einem offen stehen. Um böse Überraschungen zu vermeiden genügen die klassischen Dinge : Gesunder Menschenverstand, Empathie , Vorgespräch mit Abklären von Tabus und Vorlieben , Codewörter etc.
"Weil das mit dem Unterteilen in Sparten" ständig so kritisiert und für schwachsinnnig erklärt wird, (was ja jeder beurteilen kann wie er möchte), möchte ich das allerdings etwas klarstellen: was ich damit genau meine: nämlich solange eben unterschiedliche Interessen in einem Topf gefangen sind, wird es sich nicht verhindern lassen, das es zwischen unterschiedlichen SMer zu Interessenskonflikten und vielleicht auch deshalb zu Streit kommt, ich habe eben darauf geantwortet, weil es hieß " SMer wären in der Scene oftmals zerstritten und würden andere von ihrer Einstellung zu SM überzeugen wollen". Mir ist aber auch klar, das man SM nicht wirklich unterteilen kann, weil es zu viele SMer gibt, die sich nicht auf etwas bestimmtes festlegen können, ABER deshalb muss man halt auch damit leben: das sich viele Unterschiedliche Interessen in die quere kommen, und Konflikte entstehen. Das lässt sich eben dann nicht ändern, das meinte ich damit, man muss es einfach akzeptieren, das es eine reine Harmonie nur geben kann, wenn sich auch nur Gleichgesinnte zusammenfinden, denn Toleranz was ja jeder behauptet zu sein *lächel* *Ironie aus* existiert nur bei Dingen die einen selbst kalt lassen, und von dennen man sich weitgehend distanzieren kann. Wenn ein Bereich aber bei dem man(n) mit voller Leidenschaft dabei ist verfälscht wird, und etwas anderes daraus entsteht was man(n) nicht so möchte, zeigt sich niemand dazu tolerant. Wer das behauptet er sei da noch tolerant, der lügt sich selbst etwas vor. Denn so altruistisch ist kein Mensch.

Schönen Tag

Viele Grüße
Flagheart
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