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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mo, 09.Feb 2015, 13:02
@Tanja ich weiß darum das weder die Polizei noch das Ordnungsamt über die Personaldecke verfügen dies in irgendeiner Art zu kontrollieren. Fraglich ist auch das "Wie"

Also bleibt aus dem Gesetzesentwurf nur die Anmeldepflicht und die Gesundheitsberatung übrig und dies betrifft nur die Frauen.
Da drängt sich mir die Frage auf a) was passiert mit den Daten und wo werde die gespeichert? (Datenschutzgesetz)
b) da es nur die Frauen betrifft könnte man vielleicht auch das Antidiskriminierungsgesetz hinzuziehen?

Fakt ist auch, daß die Sexlobby nicht so stark war um die Gesetzesänderung gänzlich zu verhindern.
Für mich persönlich sind die Verwaltungsvorschriften, die es zu jedem Gesetz gibt, wichtiger. Denn die regeln wie das Gesetz anzuwenden ist. Dies wird mit Sicherheit von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein.

Lady Saba
Mensch denke, bevor du etwas tust, sagst oder schreibst, denn nur dieses unterscheidet dich von einem Tier

Das Leben fließt nicht rückwärts und verweilt nicht im Gestern

http://www.Lady-Saba.com oder http://www.Lady-Saba.de

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mo, 09.Feb 2015, 13:17
Zur Kondompflicht:

Das ganze ist ein Symbolgesetz um die armen unterdrückten frauen in der Sexarbeit "zu stärken", wenn der böse Freier mal wieder AO will.

Jetzt hat die Frau nämlich ein Argument, nämlich: Du, das ist aber verboten!
Alle anderen Argumente, die Frauen haben könnten, Gesundheitsschutz zum Beispiel, sind ja ganz und gar wertlos, weil die armen unmündigen Frauen das ja nicht durchsetzen können.

Oder irgendwie so stellt sich der Gesetzgeber das vor.
Im Übrigen ist Prävention und Aufklärung ja elends teuer, das Geld will keiner locker machen, schon gar nicht für so dumme xxxxxx und ihre Freier. Da machen wir lieber ein Schaufenstergesetz und reiben uns die Hände, wie prima und kostensparend wir das erledigt haben und sonnen uns in den Medien.

Entschuldigt, wenn das etwas bitter klingt aber ARGH!

Insofern ist völlig klar, dass man das niemals nie nicht kontrollieren will, aber immerhin hat man jetzt auch noch einen super guten Anlass, mal einfach so im Bordell vorbei zu gucken. Man kann sich ja drauf berufen, dass man nur mal die Gummis kontrollieren will. Zum Beispiel jeden Tag zur Prime Time im Bordell, dass die Stadväter haben genehmigen müssen, aber einem doch ein Dorn im gutbürgerlichen Auge ist.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

@Lady Saba

Die Sexlobby ;)
Also wir paar Leute vom BesD?
Ja, wir haben gekämpft und überzeugt und argumentiert. Immerhin gibt es keine Zwangsuntersuchung, immerhin ist die Altersgrenze nicht angehoben, immerhin. Wenn auch nur Tropfen auf dem heissen Stein.

Ich denke mal zurück, auf die ersten Gespräche mit den Koalitionspartnern, was man da so zu hören bekommen hat an falschen Bildern über die Sexarbeit...
Lady Velvet Steel

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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mo, 09.Feb 2015, 14:47
Oh je, Unartiger,

da bist du aber ganz schön ordentlich auf den Schwarzer Zug aufgefahren.
Alle osteuropäischen SDL sind arme ausgebeutete, dumme, unwissende Mädesl, die zu AO gezwungen werden. Gleichzeitig bringt Aufklärung gar nichts, nur Zwang und Kontrolle.

Aber jetzt haben wir ja die Kondompflicht, da werden bestimmt alle nur noch mit Gummi!
Eine reines verbot von AO Werbung oder auch eine konsequente Anwendung schon bestehenden Gewerberechtes hätte man ja auch mal machen können, aber so ein Schaufenstergestz 'hilft' ja schliesslich viel mehr.

Wird bestimmt alle AO Angebote komplett ausmerzen und alle AO Freier davon abhalten, AO zu fordern.

Gut durchdacht!
Auf Fakten basierend!

Und zu deiner Aussage, man höre nichts direkt Negatives aus den Bundesländern, in denen es Kondompflicht gebe?
Im Saarland wird sie NULL umgesetzt, auf Ansage und in München stürmt schon gern mal ein Trupp Uniformierter den Akt.

Wirst Du als (noch) Nichtbetroffener nur nicht so erfahren, denn welcher Club in Bayern wirbt denn schon gern mit dieser Möglichkeit?

Wie gesagt, ich finde AO auch Mist. Allerdings bin ich nicht so naiv zu glaubven, nur weil irgendwo was schriftlich steht, gibts das nicht mehr. Was tatsächlich helfen würde:
1. Ein Werbeverbot für AO
2. Aufklärung und Prävention, gerichtet an die Gesamtbevölkerung und VOR ALLEM die Freier.

Aber wie gesagt, lieber machen wir ne Wischiwaschi-Vorschrift, die auf papier gut aussieht, aber unkontrollierbar ist, anstelle mal das nötige Geld in die Hand zu nehmen, um tatsächlich Verbesserungen herbei zu führen.
Lady Velvet Steel

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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mo, 09.Feb 2015, 15:25
Also du basierst Deine kompletten Erkenntnisse auf ein paar Informationen von irgendeinem Stammtisch?

Ok, alles klar.

Zum Thema Prävention:

Erfahrungen und Zahlen der Deutschen Aidhsilfe zur Kampagne zum Schutz vor einer HIV-Infizierung zeigen deutlich, wie sehr die Erstinfektionsrate heruntergegangen ist.
Du kannst Dich bei der DAH ausfürhlich über Zahlen und Fakten informieren.

Natürlich bedarf es erst einmal einer gewerberechtlichen Vorschrift, dass AO Werbung nicht erlaubt ist. Diese liesse sich jedoch ohne viel Aufwand anberaumen und umsetzen, würden die Gewerbeämter generell die Möglichkeiten zur Regulierung des Gewerbes umsetzen. Tun sie aber nicht. Informationen dazu findest Du beim DJB. Das ist der Deutsche Juristinnen Bund. Auch würde ich empfehlen, dass Du mal nach Margarete von Galen forschst und dir ihre Aussagen zum Thema Gewerberecht in der Sexarbeit zu Gemüte führst.

Desweiteren sprichst Du vn den wirtschaftlichen Zwängen der Mädels.
Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass die SDL jetzt alle Gummis nehmen, nur weils irgendwo steht? Die sitzen weiterhin im Bus nach Heimat, wenn sie das nicht so machen, wie es das meiste Geld bringt. Haben sich die Arbeitsbedingungen der Frauen also irgendwie verbessert?

Hat die Nachfrage nach AO irgendwie abgenommen? Nein. Wird sie das? Nein.
Wirst Du aber als Normalo von der gleichbleibenden Nachfrage erfahren? Natürlich nicht.
Stattdessen werden die Preise für AO steigen, also NOCH LUKRATIVER werden.

Tut mir leid, deine Blase da zum Platzen zu bringen, aber so funktioniert Kapitalismus.
Lady Velvet Steel

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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mo, 09.Feb 2015, 16:05
Dein letzter Beitrag macht deutlich, wie uninformiert Du leider bist, sorry, wenn ich da so deutlich bin.

1. Düsseldorfer Verfahren:
grundlegende Informationen findest Du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsse ... _Verfahren

Für eine angekratzte Problemanalyse empfehle ich Dir die Sichtung ein paar meiner weiter oben aufgeführten Beiträge, ich denke ich muss mich nicht unbedingt im selben Thread wiederholen.

2. Jeder Gewerbetreibende in Deutschland braucht eine Anmeldung beim Gewerbeamt.
Das ist so gesetzlich geregelt. Jeder Bordellbetreiber ist ein Gewerbetreibender und muss sich de facto anmelden.
Deine Aussage, dass man sich registrieren muss und das nicht möchte, basiert vermutlich auf einem ganz grossen Missverständnis, das uninformierten Aussenstehenden oft wiederfährt.
Vermutlich ging es darum, dass die Gewerbe- und Finanzämter die Gewerbetreibenden, also in diesem Fall ausschliesslich die Bordellbesitzer, in die Pflicht nehmen, die Daten und auch die Gelder für das Düsseldorfer Verfahren an Ämter statt bei den slbständig Tätigen SDL einzutreiben und dann entsprechend weiter zu leiten.

Im Zuge der Gleichbehandlung, nenne mir doch mal bitte einen weiteren Berufszweig mit einer solchen Sonderregelung, in der selbständige Kunden (rein rechtlich gesehen geht Bordellbesitzer, als Raumanbieter, mit der SDL, also der Kundin, Raummieterin, ein Anbieter-Kunden-Verhältnis ein, ausser es handelt sich um eine Anstellung, aber wir wissen ja, dass es das eher nicht so gibt) so von den Anbietern ausgeforscht werden?

Ausserdem würde mich interessieren, wie die Offenlegung der privaten Anschrift und Daten der SDL gegenüber dem Betreiber (inklusive Steuer- und Ausweisnummer, bzw. Ausweiskopie, nicht lachen, selbst so erlebt), irgendwie einer etwaigen Zwangssituation der SDL entgegenwirken soll?
Kommt Dir da nicht auch was spanisch vor?

Und so ganz am Rande als persönlicher Tip: Wenn Dir das Dienstleistungsangebot einiger Einrichtungen nicht gefällt (Kondome und Handtücher selbst mitbringen), warum gehst Du dann nicht einfach woanders hin? Du würdest ja auch nicht in die Sauna mit Deinem eigenem handtuch gehen? (Ok schlechtes Beispiel) Oder sagen wir, ins Restaurant und deinen eigenen Teller mitbringen?

Wenn Du als Kunde selektierst und Dein geld nur in qualitativ hochwertige Läden mit gutem Service trägst, kannst du schlussentlich das Angebot mitgestalten.
Wird dann halt nicht mehr so dirty cheap sein.

Aber Qualität soll ja angeblich auch was wert sein, nicht wahr?
Lady Velvet Steel

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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mo, 09.Feb 2015, 16:11
Inwieweit eine Kondompflicht sinnvoll ist und umsetzbar ist, wurde ja hier ausführlich diskutiert. Es ist natürlich einfach für ein solches Gesetz zu sein, auch wenn es praktisch nichts bringt, wenn man als "BDSM-Freier" nicht betroffen ist.

Aber um es interessanter zu machen, wie würden einige von uns reagieren, wenn es ein Verbot der Aufnahme bzw. Abgabe von Körperflüssigkeiten, etc. (Speichel, NS, KV, etc.) in der Prostitution geben würde? Dies könnte man damit begründen, dass 1) Partner dadurch gesundheitlich gefährdet werden könnten (Hepatitis bzw. verschiedene Geschlechtskrankheiten) bzw. 2) die Krankheitskosten dann durch die Allgemeinheit gedeckt werden müssen. Alternative zu Punkt 1 ist natürlich, dass man nachweist, dass man keine Partnerin hat bzw. deren Einverständnis bekommt - dies könnte durch eine neue Behörde geregelt und überprüft werden. 3) Man könnte auch sagen, dass man die Prostituierten beschützen will, solche unhygienische und "abartige" (für die Mehrheit) Praktiken anbieten zu müssen. Es gäbe noch andere Möglichkeiten, gesundheitsgefährdende Praktiken zu verbieten bzw. zu limitieren (wie als Beispiel Aufnahme von Zigarettenasche -> gibt Krebs, Ohrfeigen -> gibt Hirnschäden, etc.).

Dies ist natürlich nicht ernstgemeint und ich würde sowas für völlig sinnlos halten. Aber man sollte sich mal überlegen, ob die Mehrheit der Deutschen ein solches Gesetz nicht unterstützen würden? "Es macht ja Sinn", da man Menschen schützt und die Mehrheit ist davon nicht betroffen und findet ein Verbot solcher Praktiken sowieso moralisch OK. Aufgrund dessen sollte man immer vorsichtig sein, etwas zu unterstützen, was einem persönlich nicht einschränkt, aber nichts bringt oder sogar kontrakproduktiv ist, denn irgendwann wir es dann uns treffen.

Damit sage ich übrigens nicht, ob ein Gesetz zur Kondompflicht sinnvoll sein könnte oder nicht. Ich kann es nicht abschätzen, da ich mir dazu noch keine grossen Überlegungen gemacht habe und keine Beispiele kenne bzw. die praktische Anwendung nicht beurteilen kann. Da wissen einige Sexarbeiterinnen viel mehr als ich.

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mo, 09.Feb 2015, 16:43
Nochmal: es existiert ein eklatanter Unterschied zwischen Daten zur Eigennutzung aufbewahren (Mieter, Vermieter) oder Steuern eintreiben und an das Finanzamt weiterleiten.

Wie fämdest Du es denn, wenn Du Dir nen Arbeitsraum irgendwo mietest und Dein vermieter kassiert mal eben "freiwillig" ne pauschale Vorabsteuer ein und gibt die für Dich weiter?
Lady Velvet Steel

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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mo, 09.Feb 2015, 18:03
Lieber unartiger,

offensichtlich liest Du weder meine Beiträge, noch hast Du dich über das Düsseldorfer Verfahren ausreichend informiert.

Das Düsseldorfer verfahren ist in der Tat 'freiwillig', in machen Kommunen steht es Dir natürlich frei, als Betreiber NICHT den Handlanger fürs Finanzamt zu spielen (ich warte übrigens noch auf die Nennung anderer Berufszweige, in denen das genau so gehandhabt wird, na?), dann haben die halt täglich die Steuerfahndung im Haus.
Tolle Wurst.

Fakt ist, dass das D.V. von Kommune zu Kommune unterschiedlich geregelt wird und ebenso auch in der Höhe der Abgaben willkürlich festgesetzt wird.

Zu allen anderen Kritikpunkten (Sonder-, Doppelbesteuerung, etc.) bezüglich des D.V. verweise ich Dich gerne noch ein zweites, und wenn es sein muss auch noch ein drittes Mal auf meine schon verhergehenden Beiträge in diesem Thread.

Du kannst jetzt gerne wiederholen, das die Teilnahme am D.V. 'freiwillig' erfolgt.
Ich fände es aber wesentlich konstruktiver, wenn Du Dich erst mal fachlich mit der Materie befassen würdest und Dich auf den aktuellen Stand der Diskussion bringen würdest.
Lady Velvet Steel

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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mo, 09.Feb 2015, 19:00
UnArtiger hat geschrieben: Der Kernpunkt ist doch, dass manch Dame so anonym wie möglich bleiben will damit möglichst niemand erfährt in welchem Bereich sie arbeitet bzw. gearbeitet hat. Da muss man keine Vergleiche zu anderen Berufsgruppen suchen, das ist ein gesellschaftliches Problem.
Ich finde den Vergleich zu anderen Berufsgruppen schon wichtig, weil das nicht nur ein gesellschaftliches Problem ist sondern eine klare Ungleichbehandlung zu Lasten der SexarbeiterInnen.
''Anonym bleiben'' ist hier auch nicht eine bloße Willensentscheidung sondern ein Muss, um wenigstens privat einer gesellschaftlichen Verachtung und Benachteiligung aus dem Wege gehen zu können.

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Di, 10.Feb 2015, 09:22
@Unartiger, ich geb´s auf. Man kann das Pferd zur Tränke führen... ;)

Viele gute Informationen inklusiver weiterführender Links finden sich in diesem Thread.
Lesen und verstehen musst Du sie schon selbst, auch wenn das dann bedeuten könnte, dass Du mit dem ewigen Woederholen nicht wirklich weiterkommst.

Paul49 hat Dir auch grad nochmal einen netten Denkansatz gegeben.
Vieleicht nützts ja was.

Hoffen wirs.
Lady Velvet Steel

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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Di, 10.Feb 2015, 12:26
"IGVP-Skandal

Für die Polizeibehörden Bayerns, Thüringens und Nordrhein-Westfalens waren Homosexuelle eine besondere Tätergruppe. Die Ermittler verwendeten ein Computerprogramm mit einem speziellen Register für Schwule und Lesben, ihre Treffpunkte wurden als potenzielle Tatorte klassifiziert. [2]

Die Polizei nutzte seit einiger Zeit ein Vorgangs- und Verwaltungsprogramm namens IGVP, in dem Verkehrsunfälle, Strafanzeigen, Ordnungswidrigkeitenanzeigen und Meldungen mit kompletten Datensätzen von Tätern, Geschädigten und Tatzeugen erfasst wurden. Dieses Programm ermöglichte auch eine Klassifizierung nach dem Merkmal „homosexuell”, das dann wiederum zu einer gezielten Recherche im System genutzt werden konnte. Ans Licht kam diese Datensammlung durch Beschwerde des Verein lesbischer und schwuler Polizeibediensteter e.V. (Velspol) in Nordrhein-Westfalen im Mai 2005. Nach Angaben des über interne Behördenvorgänge für gewöhnlich gut informierten Vereins nutzte die nordrhein-westfälische Polizei seit einiger Zeit die Software IGVP, in dem die Behörde die Vorkommnisse erfasste. In dem von den Polizeibehörden der drei deutschen Länder Bayern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen genutzten Computerprogramm konnten in einer Suchmaske unter der Schlüsselnummer 901 bzw. dem Stichwort *omosex Angaben zum Aufenthalt von Homosexuellen an bestimmten Orten eingegeben und wieder herausgegeben werden.[3] Das Programm wurde von der bayrischen Polizei entwickelt und vertrieben. Dieses Programm ermögliche laut Velspol „auch eine Recherche nach Tatörtlichkeit mit einem einzugebenden Zeitraum“. Dadurch war es kein Problem, zu ermitteln, welche Personen sich wann und wie oft an Schwulentreffpunkten aufgehalten hatten. Außerdem ermöglicht das Programm, Personendaten über Passanten eines der Straßenprostitution dienenden „Strichplatzes“ mit dem dafür vorgesehenen Zahlencode 902 zu verknüpfen. Laut Veröffentlichungen des Spiegel konnten auch Arbeitsämter und Meldestellen auf diese Dateien zugreifen und Personen, die unter *omosex abgelegt waren, identifizieren und beobachten. Ebenfalls „Laut "Spiegel" haben die Innenministerien in NRW das Merkmal Aufenthalt von Homosexuellen in der Software "IGVP" gestoppt, in dem Programm "PVP", in dem die Datensätze eingegeben werden, sei die Option "Homosexueller" im Bereich Tätergruppen hingegen weiterhin vorhanden“. [4]

Durch schriftliche Aufforderungen seitens VelsPol NRW e.V. wurden die Innenministerien gebeten, die in Rede stehenden Speichermöglichkeiten zu blockieren. Während das Innenministerium in NRW die Schlüsselnummern 901, 902 sowie den Suchbegriff *omosex sperrte, weigerten sich die Länder Bayern und Thüringen zunächst mit der Begründung, dies „diene dem Schutze der Homosexuellen“. Aufgrund des massiven öffentlichen Drucks und anberaumten kleinen Anfragen in den Landtagen sperrten auch diese Länder die Speicherungs- und Suchmöglichkeiten im IGVP. Während die Sachbearbeiter der Polizei in NRW davon keinen Gebrauch gemacht hatten, waren in Bayern und Thüringen bereits entsprechende Datensätze vorhanden, die gelöscht werden mussten."

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Rosa_Liste
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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Di, 10.Feb 2015, 12:42
http://www.sueddeutsche.de/panorama/bka ... -1.2146857


Ja genau, unsere Behörden nehmen das ja auch so ganz genau mit dem Datenschutz!
Und in einem Berufsfeld, das auch so völlig frei von Stigma ist und man mit dem Punkt "Sexarbeit" im Lebenslauf ganz einfach eine Anstellung findet, macht so ein Outing ja auch gar nichts.

Wann hast Du denn das letzte Mal einem Vorgesetzen erzählt, dass Du Freier bist?

Da gehts nicht um Steuerfreiheit oder sowas, da gehts ganz knallhart um Existenzen!
Was meinste denn, wie oft Dein Kind noch zum Kindergeburtstag eingeladen wird, wenn sich rausstellt, dass es ein "xxxxxx" ist?

Schon mal darüber nachgedacht, ob Du in einem Sorgerechtsstreit gern erwähnen möchtest, dass Du SDL in Anspruch nimmst?

Meine Kritik beim D.V. bezieht sich nicht auf den Realnamen, sondern auf die Scheinheiligkeit, die dahinter steckt.
Auf die Sonderbesteuerung, die Extraüberwachung, aber entgegen meiner zahlreichen Beiträge und Links zum Thema, weigerst Du Dich ja beharrlich, zu verstehen, worum es mir (uns) geht und plusterst Dich da mit Deiner Anonymität auf.

Also hier ein Drittes Mal:

DU BIST HERZLICH EINGELADEN, MEINE BEITRÄGE ZU LESEN UND DICH AUCH TATSÄCHLICH DAMIT ZU BEFASSEN UND NICHT IMMER NUR DEN SELBEN KRAM MISSVERSTÄNDLICH ZU WIEDERHOLEN.

Die Anmeldung soll also irgendwie gegen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung helfen?

Etwa so erfolgreich wie in Österreich, wo die Zwangsuntersuchung und die polizeiliche Meldung seit Jahren wöchentlich zu erfolgen hat und fast alle Menschenhandelsopfer angemeldet waren?

Deswegen wurde das Gesetz so vorgeschlagen, aus keinem anderen Grund.
Hier soll also ein Berufsfeld komplett unter Erhebung als besonders schützenswert erachteter Datensätze registriert werden, um Schutz auszuüben?

Als ob noch niemand jemals Datenmissbrauch betrieben hätte.

Wenn schon, dann gleiches Recht für all.
Freier sollten eine Registrierkarte erwerben, um SDL in Anspruch nehmen zu dürfen.
Alle Jahre erneuerbar.
Was hältst du denn davon?

Ist doch prima, oder?
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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Di, 10.Feb 2015, 15:46
;)

Manch Kunde musste sich schon ausweisen, um z.B. Alkohol kaufen zu dürfen, oder im Spielcasino Einlass zu bekommen.
Munkelt man.

das war auch nicht als ernster Vorschlag gemeint, sondern sollte nur die Sonderstellung deutlich machen. Da wollte ich mal drauf hinweisen, von wegen "überall sonst auch nicht anonym".

Den zwischen steuerlich ganz normal angemeldet und bei einer Prostitutionsbehörde extra registriert ist noch mal ein himmelweiter Unterschied.
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