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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Do, 22.Jan 2015, 11:51
Die Beantwortung dieser Frage spiegelt sich m. E. schon in der Kommunikation in diesem Thread wieder.

Der Unterschied ist z. B. Marfa, Madame Zarah und die verantwortliche Art, wie sie ihr Studio führen, neue Frauen insgesamt aufklären, eben - nicht - reinen Sex für Geld in ihrem Studio zulassen, jenen - nicht - eingreifen in deren Sexualität.

Ein anderes Studio in NRW trennte sich von einer bis dahin bewährten Frau, weil die Geschlechts- und Oralverkehr offen in deren Service aufnehmen wollte.
Begründung war, dass dies nicht mehr zu den Werten des Studios passen würde.

So oder so ähnlich findet es sich auch anderswo in D.

In Kommunikation zwischen Sexworkern und Politik ist differenzierte Wahrnehmung bereits Realität. Die Vorteile hieraus kommen dann direkt den SM Studios zugute.

Und es muss sich ja auch nicht zwangsläufig alles in Gesetzen und Regellungen wiederfinden. Real Life ist eh meist anders.



DomHunter
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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Do, 22.Jan 2015, 13:12
Also Domhunter, irgendwie verstehe ich deine Motivationen nicht. 6 Beiträge weiter oben forderst du vom Gesetzgeber eine Trennung zwischen SM-Studio und Bordell und nun, nachdem Marfa und ich ein paar Argumente dagegen geliefert haben, wischt du alles wieder vom Tisch und schreibst: "Und es muss sich ja auch nicht zwangsläufig alles in Gesetzen und Regellungen wiederfinden. Real Life ist eh meist anders."



Hä?
Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber manchmal faselst du einfach so vor dich hin...

Und mal im Klartext: Jede Frau, die sexuelle Dienstleistungen erbringt und nicht völlig vernebelt in der Birne ist, weiß genau, dass es bezüglich der gesellschaftlichen Reputation völlig schnurz und piepe ist, ob sie durch die Betten hüpft oder Ärsche verhaut.

In diesem Sinne grüßt
Lady Maclaine

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Do, 22.Jan 2015, 14:12
Es ist immer ziemlich anstrengend, sachlich zu kommunizieren, wenn du deine platten Sprüche als allgemeingültige Wahrheiten so penetrant raushaust.

Mir geht es um Ideen und Anregungen, Infos geben auf sachlicher Basis- das geht dann auch direkt in Richtung von Amber, Velvet Steel sowie den aktiven Sexworkern, die sich engagieren und da sehr viel auch für dich tun und in Gesprächen mit den Verantwortlichen stehen.
Du bist da nicht so relevant, weil du ja eben nicht aktiv bist.
Dafür aber stets hier an diesem Ort, wo du doch stets allzuschnell persönlich wirst.

Und nochmal ganz klar - Gesetze und Regellungen sind besser und könnten ein erklärtes Ziel sein, freilich wll ich eingestehen, dass ich das Wörtchen " noch " in meinen Ausführungen weiter unten tatsächlich(!) vergessen habe. Dafür schrieb ich aber " nicht zwangsläufig "
Denn soweit sind wir heute noch nicht.

Und ich hab nur für einen kurzen Moment vergessen, dass ja Lady MacLaine am aktiven anderen Ende dieser virtuellen Leitung sitzt, die gebetsmühlenartig jedes einzelne Wort von einem durch den Fleischwolf dreht... :-D
Aber bitte: Wenn interpretieren, dann richtig.

Und wenn - du - überhaupt kein Problem damit hast, Nutte oder Prostituierte zu sein in den Augen der Gesellschaft und der Wortwahl des Gesetzgebers, ist das doch richtig toll - nun gibt es da aber eine Menge anderer Frauen, die das ganz anders sehen, da andere Ansprüche hegen und wenn man diskutiert, könnte man auch ab und an mal über den eigenen, womöglich flachen, Tellerrand schauen.

So falsch liege ich damit doch wohl nicht?



DomHunter
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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Do, 22.Jan 2015, 14:23
Ich finde es gut, dass sich diejenigen Damen, die an der öffentlichen Diskussion teilnehmen nicht auseinander dividieren lassen - Dominas vs. "normale" Hure, deutsche vs. ausländische Sexarbeiterinnen, etc.

Man sollte nur zwischen illegal und legal (möglicherweise sollte man das Gesetz anpassen, aber meine Erfahrung ist, dass Gesetzesänderungen meist opportunistisch sind und denjenigen die man stärken und schützen möchte, wenig hilft oder sogar schadet) und zwischen verantwortlichen und verantwortungslosen Freier, Sexarbeiterinnen, Studioinhaber(innen), etc. unterscheiden.

In der kommerziellen SM Welt, gibt es viele, die sich für was besseres halten als "normale" Freier. Aber ich bin nicht so sicher, ob die Öffentlichkeit dies genauso sieht, wenn man bestimmte Praktiken beschreibt. Ein "normaler" Freier wird möglicherweise auch sagen, dass er viel verantwortungsvoller und "besser" ist als jemand der von Damen Extrempraktiken verlangt. Und auch das Dominas ein besseres Image in der Öffentlichkeit haben als "normale" Huren, sehe ich nicht (klar in diesem Forum sehen dies viele so, aber dies ist nicht repräsentativ) und wir, die dies nicht öffentlich leben, sind uns der Konsequenzen oft nicht bewusst. Klar, in Hamburg, Berlin ist es anders als in einem Dorf in Bayern und einige selbstbewusste Damen können damit gut leben, aber es gibt auch andere Frauen in der Szene.

Ich finde es gut, dass sich die Betroffenen engagieren, aber mir fehlt oftmals der Glaube, dass dies viel bringt. Einige in der SM Welt wollen auch, dass ihre Neigungen von der Öffentlichkeit akzeptiert werden und man ganz normal darüber reden kann. Für mich ist es eher wichtig, den Leute klar zu machen, dass es ein einvernehmliches Spiel zwischen erwachsenen, freien Menschen ist. Der Rest ist privat und geht niemanden etwas an. Die Damen, die ich bisher in den Medien gesehen habe, haben gottseidank auch nicht diesen misionarischen Eifer wie einige Schreiber hier, die meinen "alle müssen wissen wie es mir geht, mich verstehen und alle müssen mich akzeptieren, etc."

So meine 5 Cents.

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Do, 22.Jan 2015, 15:13
Ihr Lieben,

Natürlich sind Domina-Studios genauso Prostitutionsstätten wie Bordelle oder Laufhäuser.

Die Diskussion, ob und was Prostitution ist, erlebe ich übrigens ebenfalls bei Tantra-Studios und Sexualassistentinnen/-begleiterinnen (Arbeit mit dem alten und/oder behinderten Gast).
Auch in diesen beiden Szenen wird gerne von mancher Seite betont, daß es sich ja nicht um Prostitution handeln würde.

Und genauso wie La Marfa und LadyMcLaine sehe ich keinen Unterschied zwischen Domina-Studio, Laufhaus, Escort oder Bordell.
Überall geht es um die Erbringung einer sexuellen Dienstleistung und damit Prostitution.

just my 2cts,
Gruß,
LadyTanja
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www.galerie-de-sade.de/Hamburg/Lady-Tanja-a302.html

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Do, 22.Jan 2015, 15:26
Ich finde sowohl die Preisdiskussion als auch die Diskussion was wann Sexarbeit sei und was nicht total müßig.

Vereinzelt fallen damen oftmals auf die harsche Realität zurück, wenn Sie feststellen, dass ein Studio sich doch nicht ganz allein von selbst finanziert und eine gängige Marketingstrategie ist dann eben die "Geiz ist geil" Klientel anzusprechen. Ob das die geschickteste Strategie ist, kann man als Aussenstehender schwer beurteilen. Der Markt wird das schon regeln.
Mir wären die Sorte Gäste zu anstrengend, ich platziere mich da lieber in einem anderen Preissegment.
So, jetzt hab ich mich doch auf diese Preisdiskussion eingelassen, verdammt!

Fakt ist, dass die heterogene Eigenidentifikation der Branche mitsamt allen Abspaltungen insgesamt zu einer Schwächung in der Lobbyarbeit führt. Fakt ist auch, dass all dies für den Gesetzgeber under Prostitution fällt. Fakt ist und wird sein, dass alle Regelungen im kommenden Prostitutions "schutz " Gesetz uns ALLE betreffen werden.

Egal ob wir uns grad als Prostituierte oder xxxxxx oder sonstwer identifizieren.

Wichtig wäre insofern ein Schulterschluss und der gemeinsame aktive Einsatz. Aber das ist ja eigentlich jedem mündigen Bürger klar, nicht wahr?
Lady Velvet Steel

Erziehung für Anspruchsvolle
BDSM Studio LUX
0152 / 347 130 51

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Do, 22.Jan 2015, 19:55
Ok. Bin ich 100% dabei.
Egal wer was, für wieviel Geld und mit welchem Einsatz verkauft, ist im Geschäft der sexuellen Dienstleitung. Ohne wenn und aber.
Ich als Dommse bin nicht besser (oder schlechter) als die rumänische Straßenfrau oder die Puschelmaus im Massagesalon. Wir unterwerfen uns alle allgemeinen Regeln und Anforderungen unserer Gesetzgebung. Zahlen Steuern, melden uns an und lassen die Staatsmacht (wenns sein muss) in unsere Läden. ALLE! Egal ob (wie dommi so fein aufzählt) MZ, Diva Nova, Studio Casal oder Lady MacLaine...oder der Puff in Castrop-Rauxel.
Das würde mir gefallen.
Und keine Hierarchie zwischen "guten" und weniger "guten" Huren.
Bis denne
Lady MacLaine

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Do, 22.Jan 2015, 21:57
Hm, interessante Diskussion. Ich möchte daher auch mal ein paar Gedanken beisteuern. Ich sehe es in der Tat als unmöglich an zwischen SM-Studio und anderen sexuellen Dienstleistungen zu unterscheiden. Zunächst sind die Grenzen fließend - eine klare Trennung ist unmöglich - wie soll man da die Grenzen ziehen? Venus 2000 ist keine Prostitution? Wenn es sich der Sklave selbst unter den Augen der Domina besorgt auch nicht, aber wenn sie selbst Hand anlegt? Leider nicht praktikabel.

Und vermutlich auch an den Bedürfnissen des Marktes vorbei, denn die Bedienung sexueller Bedürfnisse mit fetischistischem Hintergrund ist nun mal oft nachgefragt wenn auch nicht wirklich klassisch einem SM-Studio zuzurechnen. Wie soll man da Abgrenzungen schaffen? Insofern verstehe ich die Zurechnung des SM-Studios zur Prostitution durchaus.

Was das Image in der Gesellschaft angeht mache ich mir auch keine Illusionen. Auch wenn ich nicht offen mit jedem darüber spreche - mein Eindruck ist, dass der Gast eines Dominastudios eher noch mehr als "pervers" verurteilt wird als der "normale" Puffbesucher. Aber da spielt vieles eine Rolle, vom verdeckt sabbernden Blick der RTL-gebildeten Öffentlichkeit bis hin zur totalen Scheinheiligkeit und der Angst vor allem was nicht ins eigene Weltbild passt. Und nicht zu vergessen auch die verlogene Bigotterie unserer ach so toleranten Zeit - gerade in sexueller Beziehung war die gesellschaftliche Toleranz gegenüber sexuellen Dienstleistungen früher teils erheblich größer - von den Tempeldienerinnen antiker Völker über ostasiatische Gepflogenhieten bis hin zu den Buddenbrooks des 19. Jahrhunderts.

Ich denke, hier hat die moderne Gesellschaft auch mit ihrem ungelösten Zwiespalt zwischen Sexismus, Gleichberechtigung, freiwilliger Ausübung und individuell-freiheitlicher Lebensgestaltung zu kämpfen. Was sich ja auch in anderen Gebieten gesellschaftlichen Zusammenlebens zeigt - die Regelungswut und die manchmal schon diktatorisch vorgeschriebenen Lebensregeln unter dem Deckmäntelchen der allgegenwärtigen political correctness ...

Wenn man aber - zurück zum Thema - über Abgrenzungen im gesetzgeberischen Bereich spricht, frage ich mich auch was denn praktikabel sein könnte. Und da fällt mir eher ein, nach der Art der Lokalität zu unterscheiden als nach der Art des Geschehens. Ein Straßenstrich ist eben etwas anderes als ein Laufhaus und dieses wiederum etwas anderes als ein seit Jahren eingesessenes Etablissement. Was nicht heißen soll, dass es nicht auch im Laufhaus Damen gibt, die beständig und mit Engagement dabei sind. Und auch dort - sind selbst bestimmte Damen tätig, die auf selbständiger Basis arbeiten oder sind es ständig wechselnde Damen, die ausgetauscht werden um ständig neues anbieten zu können? Es käme also noch der Aspekt der Selbständigkeit zur Lokalität hinzu ...

Wenn überhaupt denke ich, dass man über solche Merkmale eher weiterkommen könnte.

Aber selbst da - wo fängt Prostitution an? Nur dort wo es um Bares geht und nicht um die bezahlte Wohnung, den bezahlten Urlaub, das großzügige Geschenk? Nur da, wo es um regelmäßige Ausübung mit verschiedenen Partner(inne)n geht? Und was ist dann mit nymphomanen Veranlagungen? Jede Abgrenzung wird zwangsläufig in Einzelfällen falsch und ungerecht sein - trotzdem geht es ganz ohne Abgrenzung nicht. Reden wir eigentlich generell nur über Prostitution von Frauen oder gibt es nicht auch männliche Prostituierte?

Und dann noch ein ganz anderer Gedanke, der mich umtreibt wenn ich so manche Entwicklungen im Politikbetrieb betrachte. Wem ist eigentlich damit geholfen, dass man Bürokratiemonster aufbaut und restriktive Vorschriftsberge erstellt? Wäre es nicht besser, schlicht einfachere Zugangsmöglichkeiten zu Hilfs- und Beratungsangeboten zu schaffen? Muss es denn unbedingt sein, dass jedes einzelne Studio mit mindestens einem halben Dutzend Ämtern kooperieren muss statt mit einem einzigen? Es ist ein wenig wie mit dem Abschluß eines Versicherungsvertrags - die Politlobby feiert sich weil man ja mit 40 Seiten Erläuterungen pro Vertrag Transparenz geschaffen hat - dass der normale Versicherungsnehmer diese weder lesen geschweige denn verstehen kann interessiert aber niemanden. Ich will da nicht weiter in die Tiefe gehen, ich denke, da kann jede(r) genug beisteuern.

Aber Halt - ich drifte gerade ab in meine eigene Traumwelt von Toleranz, Vernunft, gesundem Menschenverstand und Gerechtigkeit winke winke

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Sa, 24.Jan 2015, 11:21
Stimmt, guter Artikel!
Besonders der Teil, der die Doppelmoral beschreibt. Wir Huren werden zwar gebraucht, um die millionenfachen sexuellen Frustrationen unter Kontrolle zu halten, sehen und hören soll man uns aber nicht.
Ich wäre ja soooooo gerne mal Mäuschen, wenn ihr braven Bürger zu Hause neben euren Ehefrauen vor der Glotze sitzt und vorne am Bildschirm eure Herrin (in dem Fall die wunderbare Undine) zu sehen ist. Das muss doch irgendwie ein bisschen ungemütlich sein? Oder?

Gruss von
Lady MacLaine

Re: Sexarbeit ist Arbeit

So, 01.Feb 2015, 17:29
Mal der Stand der Dinge von heute ( Quelle: Die Welt ):

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... esetz.html


Daran scheiden sich die Geister:

Drei Ressorts müssen sich auf Positionen einigen

Doch jetzt stockt der Gesetzgebungsprozess. Wann mit der Vorlage zu rechnen sei, wisse man selbst nicht, bekennt ein Sprecher des Familienministeriums freimütig. In zentralen Punkten sei man sich zwar einig. Knackpunkte seien aber die Forderungen der Union nach einem Mindestalter von 21 Jahren für Prostituierte, nach verpflichtenden regelmäßigen Gesundheitsprüfungen, einer Kondompflicht und einer Strafbarkeit für Freier von Zwangsprostituierten.

Darüber wird hinter den Kulissen offenbar ebenso emsig wie ergebnislos verhandelt – auch deshalb, weil neben dem federführenden Familienministerium auch das Gesundheits- und das Justizressort mit im Boot sind.



Und auch interessant :-) :

" Dass die Verhandlungen im Detail so schwierig sind, liegt möglicherweise auch am machtvollen öffentlichen Auftritt der Sex-Lobby, die nach wie vor an dem Bild der selbstbestimmten und selbstständigen Sexarbeiterin festhält – und sich neue Eingriffe in ihre Arbeit scharf verbittet. "



DomHunter
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Re: Sexarbeit ist Arbeit

So, 01.Feb 2015, 19:01
Leider kann ich dem Artikel als "Stand der Dinge" nur bedingt zustimmen.

Das einzig Positive wäre die Anpassung der Zahl der geschätzten Sexarbeiterinnen auf 200000.
Ansonsten könnte man meinen, dass die Journalistin weder auf der Pressekonferenz neulich war, noch sich um Fakten kümmert.

Man beachte bitte, dass das nur ein Artikel einer Zeitung ist.
Lady Velvet Steel

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Re: Sexarbeit ist Arbeit

So, 01.Feb 2015, 22:01
Denn in Wahrheit begünstigte die Liberalisierung des Sexgeschäftes vor allem die Ausweitung von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Spätestens seit der Öffnung der EU-Ostgrenzen ist der Markt überschwemmt von jungen Frauen aus Osteuropa, die hier mehr oder weniger freiwillig ihre Dienste anbieten.
Deutschland ist zum Bordell Europas geworden – auch weil es hierzulande "einfacher ist, ein Bordell zu eröffnen als eine Imbissbude", wie Schwesig plastisch formulierte. Über die dringend notwendige Novellierung herrschte deshalb weitgehende Einigkeit in der Koalition.
Der CSU-Rechtsexperte vermutet, dass die Widerstände in der SPD vor allem damit zusammenhängen, dass sich einige schwer damit täten, sich das Scheitern des Gesetzes von 2002 einzugestehen. "Viele hängen noch immer dem Bild der freien, selbstbestimmten Sexarbeiterin nach. Die ist zwar ein gern gesehener Talkshowgast, aber leider die absolute Ausnahme." Die Realität im Prostitutionsgewerbe sei hingegen von sozialer Not und Zwangsarbeit geprägt.
Das liege unter anderem auch an dem eingeschränkten Weisungsrecht, das Bordellbetreibern ermöglicht, von ihren "Arbeitnehmerinnen" bestimmte Praktiken einzufordern. Dieses Weisungsrecht müsse fallen, fordert Ullrich, der darüber hinaus regelmäßige verpflichtende Gesundheitsprüfungen verlangt – auch, um mit den Prostituierten Kontakt aufzunehmen und ihnen Hilfsangebote zu unterbreiten. Ein Mindestalter von 21 könne darüber hinaus dafür sorgen, dass die Frauen auch die nötige Einsichtsfähigkeit in ihre Tätigkeit mitbringen.
Sorry, aber wer so einen Schmarrn erzählt, den kann man nicht ernst nehmen.

Warten wir mal ab.
Und sind weiterhin aktiv.
Lady Velvet Steel

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