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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mi, 06.Nov 2013, 17:00
Und es geht auch nicht öffentlich, wie ich eben feststellen durfte. Insofern braucht da keiner Bedenken zu haben.

Wer diese Petition unterschreibt, ist für sinnvolles Vorgehen und echte Bekämpfung der Zwangsprostitution dadurch, dass Betroffene wie Sexworker mit eingebunden werden und es nicht ausschließlich um Profilschärfungen und Populismus Einzelner geht wie z. B. Frau Schwarzer oder jener CSU, die am grünem Tisch Dinge beschließen möchte, die im Ergebnis Grauzonen und Verdunkelungen herstellen und genau das Gegenteil bewirkt.

Die große Gefahr derzeit ist, dass dieses wichtige Thema zum Politikum wird und in der Verhandlungsmasse der Bildung einer großen Koalition so oberflächlich und falsch, wie es jetzt noch als Entwurf gegenwärtig ist, untergeht.

Und da sollte sich jeder angesprochen fühlen ungeachtet seines Ranges oder Namens. Das können durchaus auch Menschen sein, die Liebesdienste oder SM Dienstleistungen - nicht - in Anspruch nehmen.



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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Do, 07.Nov 2013, 11:01
Das Problem ist eigentlich, dass nicht differenziert wird! Immer wird Alles in einen Pott geworfen.

Der Oberbegriff heißt Prostitution, spaltet sich aber in freiwillige und zwangsweise Prostitution auf. Das man die zwangsweise Prostitution bekämpfen muss, dafür bin ich auch! Aber die freiwillige Prostitution, wo die Frau selber entscheidet ihren Körper gegen Geld zu vermarkten und dies aus freien Stücken tut, sollte auch weiterhin Bestand haben.

Eine weitere negative Entwicklung ist die Armutsprostitution, die dadurch zu stande kommt, dass aufgrund von Hartz IV oder ausbeuterischen Arbeitsplätzen KEIN menschenwürdiges Leben mehr möglich ist. Dafür müssten aber dann arbeitsrechtliche Instrumente geändert werden, die aber am Votum der Arbeitgeberverbände scheitern. Denen (Mittelständler und Großunternehmen) ist es lieber die Arbeitnehmer arm zu halten, damit ihre Gewinne weiterhin reichlich fließen können.

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Do, 07.Nov 2013, 11:13
Hallo,

Schon gut umschrieben, dumm nur das die welche am Ende die Entscheidung fällen leider auch nicht zwischen Zwang und Freiwillig unterscheiden werden. Denen welche es freiwillig tun wird das Leben schwer gemacht, oder es gar unmöglich gemacht dem Job auszuüben, und die welche dazu gezwungen werden müssen es dann halt in der Illegalität tun. Echt toll!!! %hula%

MfG

Frank

P.S. Und dann hast du noch die Wirtschaftsflüchtlinge aus den neuen Mitgliedsländer der EU vergessen. Die machen das ganze auch nicht besser.

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Do, 07.Nov 2013, 19:52
Das Problem ist diese Einseitigkeit und das Restriktive, wie an diese Sache von Seiten der Frauenrechtlerinnen herangegangen wird.

Frau Schwarzer hat ja ihr " Emma " Blatt, da gehts auch um Werbung und Publicity.
Man nehme ein populäres Thema, spreche Leute an, die kaum thematisch im Bilde sind.
Die werden medienträchtig abgelichtet - dann noch das Fernsehen dazu und schon haben wir beinahe ein Dschungelcamp.

Bereits der Kern deren Aussage führt alles in die falsche Richtung - da werden - alle - Prostituierten über einen Kamm geschert, da kommt eine Feministin mit halbgaren Informationen - mal ein paar Kurzgespräche mit der Pol, die wiederum mehrheitlich einschreitet bei Straftaten und sonst genauso Feierabend machen wie alle anderen auch, heißt, tiefergehende Gespräche kaum geführt haben und somit Infos kaum besitzen, - werden als Tatsache der 95 % Zwangsprostitution verkauft.

Und da die Frankfurter Bordellbetreiberin das deutlich gründlicher vortrug mit echten und belegbaren Zahlen, kommt nicht etwa Einsicht zur mangelnden Begründung, sondern es geht weiter, dass das Eindringen in Körpern an sich ein Verbot von Prostitution rechtfertigen soll.

Und abermals wird nicht differenziert - bei den SM Studios läuft es mehrheitlich genau andersrum :-), ferner gibt es Frauen, die das sogar mögen. Andere sehen es entspannter, einige mögen es in Wahrheit gar nicht. Wie auch die ehemalige Prostituierte im Publikum vortrug- die Entscheidung zu alldem treffen sie zu allermeist doch selber.
Unterm Strich sollte doch die Selbstbestimmung vorherrschen. Da braucht es keines Gesetzgebers.

Nach dieser in Wahrheit doppelten argumentativen Niederlage der Frauenrechtlerin dann der Vorhalt, die Frankfurter Bordellbellbetreiberin würde ja an den Mitarbeiterinnen verdienen - um ihr so populistisch Symphatien zu entziehen und die Leute auf die eigene Seite zu bringen.
Kein Wort über hohe Mietkosten - im Rotlicht weit über übliche Mietspiegel hinausgehend -, kein Wort zu den diversen Steuerabgaben eines Betriebes in diesem Bereich, kein Verständnis dafür, hohe Unterhaltskosten bestreiten zu müssen sowie sich auch der Notwendigkeit eines Polsters für mal weniger gute Zeiten, wenns mal nicht so gut läuft.

Jeder Unternehmer will auch verdienen und jeder Unternehmer muss betriebswirtschaftlich denken - warum sollte es hier anders sein als woanders?

Und auch ganz richtig wiedergegeben - " ZWANG " muss bekämpft werden, denn den gibts auch, aber eben nur teilweise.
Und das geht eben viel besser, wenn man mit Sexworkern spricht und gemeinsam abklärt, wie man es am Besten anstellt.

Und genau daran fehlt es komplett.

Frau Schwarzer und ein paar CSU Administraten allein ( die ja den Gesetzentwurf eingebracht haben ) sind nicht die Lösung.




DomHunter
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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Fr, 08.Nov 2013, 12:18
Das ist schon klar. Aber wir sind uns ja wohl im klaren darüber, das man die welche unter Druck gesetzt werden, vor denen welche den Druck ausüben schützen muss. Nur muss das so gemacht werden das andere in ihrer persönlichen Freiheit nicht zu stark eingeschränkt werden. Und zu dieser Freiheit gehört für mich auch das jemand erotische Dienstleistungen anbieten darf und ich diese in Anspruch nehmen darf.

MfG

Frank

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Fr, 08.Nov 2013, 12:33
Alles gut und schön, aber wenn man keine Massnahmen wie man die Situation von Zwangsprostitutierten verbessern kann in den öffentlichen Diskurs bringt, wird die Öffentlichkeit nicht zwischen Prostitution und Menschenhandel unterscheiden und es werden langfristig schwedische Verhältnisse kommen (für die meisten ist dies übrigens kein grosses Problem). Viele Kommentare hier sind "richtig", aber es geht nicht darum die Leser des Dominaforums zu überzeugen, sondern Leute, die sich kaum für käuflichen Sex interessieren, also inbesondere auch den Grossteil der Frauen.

Wenn jemand glaubt, dass man Zwangs- und Armutsprostitution durch Sozialgesetze (kein Hartz IV mehr, etc.) einhalt gebieten kann, dann träumt weiter. Dies wird nichts ändern und auch was jemand schon geschrieben hat, wird dies die Situation von Frauen in Rumänien, Bulgarien, Ungarn, etc. nicht ändern und dort wäre wenn schon ein Ansatzpunkt. Die Lebensumstände und Diskriminierung von Minoritäten wie Roma, etc. zu verbessern, aber dies interessiert natürlich niemand. Zudem ganz allgemein, es geht m.E. eher darum, dass der Staat sich immer mehr in Gebiete einmischt, die ihn nichts angehen. Missbrauch soll bekämpft werden, aber ich benötige keinen Unterricht in meinem Privatleben (was ich esse, trinke, im sexuellen Bereich, wie wir in der Familie miteinand umgehen, etc. etc.).

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Fr, 08.Nov 2013, 12:44
Auch richtig. Und deshalb muss man die Petition und den Appel unterschreiben und auch sonst alles tun damit nicht nur die "Scharfmacher" Gehör finden. Und um die schwarzen Schafe zu bekämpfen braucht es natürlich mehr Überwachung, das ist ganz klar. Nur darf man dabei nicht jeden Kunden und jede Dienstleisterin kriminalisieren.

MfG

Frank

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Fr, 08.Nov 2013, 15:25
Weiter oben hat jemand das nächste Problem indirekt eingebracht: Hartz 4.

Wenn ein komplettes Prostitutionsverbot durchkommt und sich jede - offiziell - dran halten würde, melden alle ihr Gewerbe ab und um nicht in Verdacht zu geraten ( wovon leben Sie eigentlich? ), wandern dann im schlimmsten Fall so 200.000 zum Amt neben den anderen, die wieder bürgerlich arbeiten können.

Weitergemacht würde, vielleicht in kleinerer Anzahl, versteckt und inoffiziell.
Prostitution gab schon immer, das ist fester Betandteil unserer Gesellschaft und wir sollten lieber lernen, kooperativ damit umzugehen, anstatt etwas verbieten zu wollen, was in Wahrheit immer bleiben wird.

Wenn es Politik und den Verantwortlichen wirklich um die Menschen geht, wovon ich so gar nicht überzeugt bin, dann müssen effiziente Lösungen her wie z. B. Zeugenschutz und die Möglichkeit völliger Anonymisierung bei belastenden Aussagen zu Zwang und Co.
Aussagewillige Ausländerinnen könnte man mit mindestens befristetem Bleiberecht / Asyl überzeugen inklusive Arbeitserlaubnis, auch im bürgerlichem Sinne.
So ungefähr in diese Richtung könnte es gehen.


DomHunter
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Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mo, 11.Nov 2013, 08:47
Hallu,

Und dann muss man solch einen Artikel lesen. Manche sehen einfach nur was sie sehen wollen.

http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... -Hure.html

Also ich habe bisher nur Frauen kennengelernt die den Job freiwillig machen, ob nun Neben- oder Hauptberuflich. Aber vielleicht verkehre ich auch nur in den "falschen" Studios. Und mir ist es als Kunde auch nicht egal was mit den Frauen ist. Mag ja sein das es denen egal die Flatrate-Sex oder die Nummer für 20€ in Anspruch nehmen.

MfG

Frank

Talk bei Jauch am 10.11.13

Mo, 11.Nov 2013, 10:32
Ich finde, die Diskussionsteilnehmer haben mächtig aneinander vorbei geredet. Wenn man nicht auf das eingeht, was der Vorredner sagt, ist es halt nicht wirklich eine nützliche Diskussion.

Ich finde, Lena Morgenroth hätte mehr erreichen können, wenn sie zugestimmt hätte, dass es Zwangsprostitution gibt und vor allem, dass diesen armen Frauen geholfen werden muss. Das hätte den anderen Diskussionpartnern etwas den Wind aus den Segeln genommen und sie hätten vielleicht auch eingesehen, dass man in der gesetzlichen Lage differenzieren sollte und man auch die Belange der Frauen berücksichtigen sollte, die diesem Beruf aus innerer Überzeugung nachgehen.

so long

naughtyBoy winke winke
Richtig gut wird´s nur, wenn das Herz dahinter steht!
oder
Wenn du liebst, was du tust, wirst du nie wieder in deinem Leben arbeiten (Konfuzius)

Re: Sexarbeit ist Arbeit

Mo, 11.Nov 2013, 11:59
Das wird leider nur nichts werden. Solange es solche Freier gibt wie gestern in dem Einspieler zu sehen. Die wollen eine billige Nummer, der Rest ist denen egal. Und diese Art von Freier kann man nicht umerziehen. Oder glaubt jemand im ernst das solch ein Freier 100€ zahlt wenn er es auf dem Strassenstrich für 20€ bekommt.

MfG

Frank
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