Mo, 29.Nov 2010, 20:31
von Gelöschter Benutzer 15136
Howly Mowly ... obwohl ich dieses Thema für mich selbst abgeschlossen habe, trudeln nun manche starke Statements ein und ich mag diese auch nicht ungeklärt stehen lassen.
Joa ... mal überlegen, wie ich auf dies alles eingehe und evtl. offene Fragen beantworte.
Hmm ... jeder von uns läuft einem Traum hinterher, hat ein Ziel vor Augen und will dieses natürlich auch erreichen. Der dafür nötige Ehrgeiz lässt uns auch schon mal egoistisch werden, lässt uns ein Selbstbewusstsein entwickeln, welches eben nur dem Erreichen dieses einen Ziels dient. Und das kickt uns, bringt uns nach vorne. Meist sind es alltägliche Ziele. Dinge aus dem Berufsleben, den nächsten Urlaub zusammensparen und dergleichen.
Übertragen wir es auf den BDSM Bereich. Hier gibt es, ganz klar, verschiedene Sorten an Subs. Die wohl verbreiteste Form ist der Gast, welcher locker von Session zu Session geht und doch immer wieder mit pochenden Herzen vor einer Studiotür steht, um Einlass zu erlangen. Sein Ziel: die Befriedigung körperlicher Geilheit. Nichts verwerfliches, nichts Spektakuläres ... Tagesgeschäft.
Betrachten wir nun den Gast einer Langzeiterziehung. Stunden- oder tageweise möchte sich dieser Sub in die Hände seiner Herrin begeben und sein Ziel sollte ebenso klar sein. Er möchte seine Grenzen weiter stecken und die schwerere Brieftasche erlaubt es ihm.
Gleich welche Vorlieben und Neigungen hier bedient werden, am Ende dienen beiden Formen der Erziehung nur der Befriedigung von körperlicher Geilheit. Das wahre poppen des Geistes findet nicht statt, weil sich alle Beteiligten an ein Safewort erinnern oder wissen, dass alles ein Ende hat und man wieder Heim geht. Rechnungen werden beglichen, Autos geputzt, man schläft vor dem Fernseher ein.
Wirkliche echte Aufgabe und Hingabe, totale Selbstaufgabe im SM Bereich? Nein, das gibt es nicht und niemand wird es finden. Man(n) kann eine gute Schauspielerin finden, aber am Ende wird doch ein Kartenhaus zusammenbrechen und den Blick auf das echte preisgeben.
Je näher und vertrauter man seiner Herrin wird, desto deutlicher erkennt man den Menschen der hinter Outfit und Make-up steckt und dies ist oftmals ein eher wenig dominanter Typ und es kann leicht geschehen, in einebenso sorgengeplagtes Gesicht zu schauen, wie dem im eigenen Spiegel.
Was soll man dann machen? Alles hinwerfen, weil die Illusion zerbrochen ist oder bleibt man bei diesem Menschen, wohl wissend was sich hinter dem Kartenhaus befindet?
Wenn man die Natur einer Sache durchschaut hat, werden die Dinge sehr berechenbar. Manche mögen denken, dass ich mir etwas vormache, einer falschen Sache hinterherlaufe ... naja, irgendwelche Hobbys muss man ja haben. Eine Liebesbeziehung zu seiner Herrin zu erhoffen, anzustreben, zu erschleichen ... nein Fehlanzeige. Keine Pretty Woman Story der bizarren Art. Eine "Beziehung" aus Geben und Nehmen, ein stilles füreinander da sein ... ja, das schon eher.
Und hey, wichtig ist doch nur eines: Wenn die Welt zerreißt, ist es für jeden gut und schön sich irgendwo festhalten zu können.