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Mo, 29.Nov 2010, 16:40
Reisender schrieb:
Die Menschen die dir wirklich was bedeuten, und die dich auch brauchen, sollten das wichtigste für dich sein. Irgendwann würdest du es bereuen, deine Zeit für "deine Herrin" geopfert zu haben, spätestens dann wenn ein Mensch, der dir im HERZEN wirklich etwas bedeutet, sterben muss! (und das wird er definitiv irgendwann)
Wie wahr.

Der schwarze Nachtfalter sucht in erster Linie seine Erfüllung aufgrund seiner sexuellen Neigung, welche er natürlich nicht im Profi-Bereich finden wird.

Wen ich einen Mann kennenlernen möchte,mich verliebe, dann ganz sicher nicht in erster Linie aufgrund seiner Neigungen. Da bleibt erst mal alles andere außen vor. Dann bin ich nicht die Domina.
Es bleibt alles dem Zufall überlassen. Entweder es passiert oder es passiert nicht. Und wenn nicht, dann führe ich dennoch ein erfülltes Leben.
Ich finde es furchtbar nur von diesem einen Gedanken gefangen zu sein.
Wo bleibt man dann noch selbst dabei?

Er wird nie sein Glück finden, weil er absolut egoistisch seinen Sehnsüchten hinterher "rennt" und im Selbstmitleid versinkt.

SchwarzerNachtfalter

Mo, 29.Nov 2010, 17:30
Deine Geschichte erinnert mich fatal an "Venus im Pelz". Du suchst die Bindung und bist bereit sie als "echter" Sklave einzubringen. Herr von Sacher Masoch hat das trefflich beschrieben. Da hier schon Goethe zitiert wurde nun W.Busch: Wehe, wehe, wenn ich an das Ende sehe.
Alles gute für dich!

Mo, 29.Nov 2010, 20:31
Howly Mowly ... obwohl ich dieses Thema für mich selbst abgeschlossen habe, trudeln nun manche starke Statements ein und ich mag diese auch nicht ungeklärt stehen lassen.

Joa ... mal überlegen, wie ich auf dies alles eingehe und evtl. offene Fragen beantworte.

Hmm ... jeder von uns läuft einem Traum hinterher, hat ein Ziel vor Augen und will dieses natürlich auch erreichen. Der dafür nötige Ehrgeiz lässt uns auch schon mal egoistisch werden, lässt uns ein Selbstbewusstsein entwickeln, welches eben nur dem Erreichen dieses einen Ziels dient. Und das kickt uns, bringt uns nach vorne. Meist sind es alltägliche Ziele. Dinge aus dem Berufsleben, den nächsten Urlaub zusammensparen und dergleichen.

Übertragen wir es auf den BDSM Bereich. Hier gibt es, ganz klar, verschiedene Sorten an Subs. Die wohl verbreiteste Form ist der Gast, welcher locker von Session zu Session geht und doch immer wieder mit pochenden Herzen vor einer Studiotür steht, um Einlass zu erlangen. Sein Ziel: die Befriedigung körperlicher Geilheit. Nichts verwerfliches, nichts Spektakuläres ... Tagesgeschäft.
Betrachten wir nun den Gast einer Langzeiterziehung. Stunden- oder tageweise möchte sich dieser Sub in die Hände seiner Herrin begeben und sein Ziel sollte ebenso klar sein. Er möchte seine Grenzen weiter stecken und die schwerere Brieftasche erlaubt es ihm.

Gleich welche Vorlieben und Neigungen hier bedient werden, am Ende dienen beiden Formen der Erziehung nur der Befriedigung von körperlicher Geilheit. Das wahre poppen des Geistes findet nicht statt, weil sich alle Beteiligten an ein Safewort erinnern oder wissen, dass alles ein Ende hat und man wieder Heim geht. Rechnungen werden beglichen, Autos geputzt, man schläft vor dem Fernseher ein.

Wirkliche echte Aufgabe und Hingabe, totale Selbstaufgabe im SM Bereich? Nein, das gibt es nicht und niemand wird es finden. Man(n) kann eine gute Schauspielerin finden, aber am Ende wird doch ein Kartenhaus zusammenbrechen und den Blick auf das echte preisgeben.

Je näher und vertrauter man seiner Herrin wird, desto deutlicher erkennt man den Menschen der hinter Outfit und Make-up steckt und dies ist oftmals ein eher wenig dominanter Typ und es kann leicht geschehen, in einebenso sorgengeplagtes Gesicht zu schauen, wie dem im eigenen Spiegel.
Was soll man dann machen? Alles hinwerfen, weil die Illusion zerbrochen ist oder bleibt man bei diesem Menschen, wohl wissend was sich hinter dem Kartenhaus befindet?

Wenn man die Natur einer Sache durchschaut hat, werden die Dinge sehr berechenbar. Manche mögen denken, dass ich mir etwas vormache, einer falschen Sache hinterherlaufe ... naja, irgendwelche Hobbys muss man ja haben. Eine Liebesbeziehung zu seiner Herrin zu erhoffen, anzustreben, zu erschleichen ... nein Fehlanzeige. Keine Pretty Woman Story der bizarren Art. Eine "Beziehung" aus Geben und Nehmen, ein stilles füreinander da sein ... ja, das schon eher.

Und hey, wichtig ist doch nur eines: Wenn die Welt zerreißt, ist es für jeden gut und schön sich irgendwo festhalten zu können.

Di, 30.Nov 2010, 11:49
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es nichts bringt sich an eine Illusion zu klammern. Eine prof. Domina möchte in erster Linie eine Bindung zu dem Gast/Kunden aufbauen, mit dem Ziel sich in irgend einer Art und Weise zu profilieren.

Und dann kann es auch schonmal vorkommen, dass der Gast/Kunde mehr in dieser Frau sieht, als er sollte. Dies hat aber nichts mit Naivität zu tun, sondern ganz einfach mit dem Wunsch nach Nähe und Geborgenheit. Jeder Mann hat in seiner Phantasie, sein eigenes Bild einer Traumfrau. Auch wenn man es sich vielleicht nicht eingestehen vermag, so kann diese Phantasie bei einer prof. Domina am ehesten ihre Erfüllung finden. Ganz einfach aus dem Grund, weil es der Weg des geringsten Widerstandes ist.

Du solltest dabei nicht vergessen, dass diese Frau in deinem Leben niemals eine wichtige Rolle einnehmen wird. Wenn es dir schlecht geht oder wenn du einen nahestehenden Menschen verlierst, dann wirst du bei dieser Frau nicht den nötigen Halt oder die Geborgenheit finden, die du brauchst / die dir zusteht. Du wirst merken, dass es sie nicht interessiert, was in deinem Leben passiert ist. Spätestens dann wirst du zur Erkenntnis kommen, dass du viel Zeit deines Lebens für eine Illusion verschwendet hast und Menschen vernachlässigt hast, die jetzt vielleicht nicht mehr für dich da sind.
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