@Marty McFly
Du schreibst:
Es sind schliesslich nicht die "Nice Guys" (in diese Schublade ich mich selber mal rein jetzt) die die besten und tollsten Frauen reihenweise abschleppen (...)
Ja, das hat in der Tat etwas ...
Ich persönlich finde "Nice Guys" auch zum Gähnen, sprich Männer, die keine besonderen Eigenschaften haben.
Spannend sind Menschen, die Profil haben - ob das Profil nun eher in Richtung Dominant oder in Richtung Submissiv geht, ist eigentlich egal.
Da ich zurzeit nur meine dominante Ader auslebe, hätte ich an einem dominanten Mann, wie er von dem Autor propagiert wird, keine besondere Freude.
Als Gegenpart zu meiner Dominanz faszinieren mich halt eher Submissive - diese sind, wenn sie ihre devote Ader wirklich getrauen auszuleben auch keine langweiligen, profillosen "Nice Guys". Von denen heben sie sich durchaus ab! Nämlich durch ihre Bereitschaft zur Hingabe ...
Wie bereits in diesem Thread erwähnt wurde, denke auch ich, dass in vielen Menschen sowohl eine (mehr oder weniger starke) devote als auch dominante Veranlagung schlummert. Bei manchen mag diese vollkommen fehlen, das kann sein.
Jedoch stelle ich fest, dass gerade bei Menschen, die sich bewusst sind, dass sie einen Draht zu BDSM haben, oft beide Seiten vorhanden sind.
Das heisst nicht, dass alle Switcher sind - Switchen können nicht alle, ich auch nicht, obwohl ich durchaus auch eine devote/masochistische Ader habe.
(Wenn diese nun aktuell wäre, dann würde ich garantiert einen "Bad Boy" favorisieren!)
Langer Rede kurzer Sinn: Wichtig ist, dass der Mensch ein Profil hat, langweilige Wischiwaschi-Typen sind öde.
Insofern haben Provokateurinnen und Provokateure wie Elise Sutton und Ludovico Santana nicht unrecht: Sie pädieren für mehr Spannung in der Beziehung zwischen Frau und Mann.
Und das kann meiner Meinung nach in der heutigen Zeit - in der durch political correctness alles weichgespühlt wurde - nicht schaden.
Allzu wörtlich würde ich jedoch weder Sutton noch Santana nehmen ... Ich denke, es ist am Schlausten, solche Werke mit einem Augenzwinkern und einer gesunden Portion inneren Distanz zu lesen und das daraus zu ziehen, was zu einem selber passt.
Dir Marty McFly wünsche ich viel Vergnügen bei deinem Ausflug auf die dominante Seite!
Einen schönen Samstag wünscht
Annemarie
PS:
Noch ein Gedanke zu deinem Zitat:
Ich habe den Eindruck, dass dominante Männer eher eine Chance haben eine Frau zu finden, weil Frauen eher dazu tendieren die devote Seite auszuleben, selbst, wenn sie auch dominant veranlagt sind. Das mag mit den gängigen Rollenbildern und der Erziehung zusammenhängen.
Bei mir war es jedenfalls so. Mir ist seit sehr langer Zeit bewusst, dass ich einen Draht zu BDSM habe. Lange Zeit dachte ich jedoch, ich sei ausschliesslich dev/maso. Ich orientierte mich da an den vielen Vorbildern (Geschichte der O, etc.) Dass ich auch eine dom/sad Seite habe - und dass die vielleicht sogar noch ein bisschen stärker ist, als die andere - habe ich erst mit der Zeit herausgefunden. So geht es, wie ich inzwischen von anderen Femdoms erfahren habe, vielen ...
Wenn du also in erster Linie eine "tolle Frau abschleppen" willst, werde Dom! Da hast du mehr Auswahl ...
PPS:
Noch eine Ergänzung: Wesentlich scheint mir auch festzuhalten, dass wir heute - sozusagen als emanzipierte Menschen - uns bewusst sein sollten, dass es verschiedene Ebenen gibt in der Beziehung zwischen uns Menschen.
Es gibt die "nicht-erotische Ebene": Diese betrifft alltägliche Dinge, und da ist es doch wünschenswert, dass Frauen und Männer sich als gleichberechtigte Partner gegenüberstehen (etwa im Berufsleben, etc.), was ja noch nicht zu 100 % der Fall ist, leider.
Und es gibt die "erotische Ebene": Diese betrifft die Erotik und Sexualität. Da kann ein Machtgefälle sehr spannend sein. In wie weit diese Ebene in die Alltagsebene hineingreift, muss das Paar selber entschieden. Bei "24/7" kann dies sehr weitreichend sein.
Wesentlich ist aber, die Beteiligten müssen sich bewusst sein, was sie tun und ihr bewusstes Einverständnis dazu gegeben haben.
Bevor ich jetzt wieder in die Versuchung komme eine Abhandlung zu schrieben, mache ich jetzt hier einen Punkt.