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Männer -> grundsätzlich submissiv?

Mi, 23.Jan 2008, 23:39
Meine Lieben,

auf meinen Reisen durch die virtuellen Weiten bin ich auf die Seite folgender Dame gestossen:

http://elisesutton.homestead.com/FemDom.html

Besagte Lady behauptet folgendes:
Namely, the desire of the male gender is to be dominated and ruled by the female gender. Therefore, no expression of this submissive nature surprises me or shocks me. I have heard it all from my male clients and I have seen it all through my own participation in the Female Domination lifestyle.
Ungefähr in der Übersetzung:

...Die Sehnsucht des männlichen Geschlechts liegt darin, von der Weiblichkeit dominiert und kontrolliert zu werden. Deswegen schockiert oder überrascht mich kein Ausdruck der unterwürfigen Natur. Ich habe das von all meinen männlichen Klienten gehört und ich habe es immer und überall in meinem FemDom Livestyle erlebt...

Was mich nun irritiert ist der Tonus, dass grundsätzlich alle Männer submissiv veranlagt seien...

Bevor ich euch nun weiter darlege, wie ich das sehe, würde mich eure Meinung dazu interessieren.

Liebe Grüße

Lucy DeLunatic
Was haltet ihr davon, wie seht ihr das?

Do, 24.Jan 2008, 00:08
@Lucy DeLunatic

Ich halte das für Unsinn.
Ein Psychiater hat mir mal gesagt,dass ungefähr ein Drittel der Männer Frauen gegenüber submissiv geneigt sind.Inwieweit das jedoch zutrifft?

In meinem gewöhnlichen Alltag ,bin ich nur 1x einem anderen Mann begegnet,der zugab sich gerne von Frauen fesseln zu lassen.
1x noch einem,der auf Toilette stand.
Ein Kumpel von mir ist ganz bestimmt nicht submissiv,mags überhaupt nicht wenn eine Frau hinter ihm ist.

Was ich jedoch glaube,dass eine Frau die Neigung in einem Mann wecken kann,wenn sie weiss,wie sie ihn(mental)nehmen muss.Verhält sich aber umgekehrt genauso.

Gruss Mechanik
Zuletzt geändert von mechanik am Do, 24.Jan 2008, 00:16, insgesamt 1-mal geändert.
zu leiden für die Schönste...ist das schönste

Do, 24.Jan 2008, 00:11
Hm, kann ich nicht ganz nachvollziehen, dann würde es ja keine männlichen Doms geben, wenn es so wäre *grübel

Wobei ich denke, fast jeder Mensch ob Mann oder Frau beide Seiten in sich haben. Der eine mehr oder weniger bzw. der eine hat sie in sich endeckt oder noch nicht endeckt.
Oder glaubt jemand das alle Doms 24 h nur dom. sind? Auch die dom. Frauen und Männer wollen in ihrem Privatleben dem Partner die Kontrolle mal abgeben und submissiv sein für eine gewisse Zeit.

Tom
Warum nicht die Grenzen des machbaren ausreizen?

Do, 24.Jan 2008, 01:25
Meiner Meinung nach ist diese Aussage von Elise Sutton nur ein weiteres Beispiel eines untauglichen Versuchs, die Welt auf einfache Art und Weise zu erklären.
Die Welt ist nun mal komplex - sehr komplex - zum Glück!
Vielleicht ist es auch einfach als Provokation gedacht.
Oder man kann es auch so sehen: Mit einer guten Gehirnwäsche kann man (sprich in dem Fall frau) einiges erreichen. Und die Anleitung für den Umgang mit Männern, von Elise Sutton, geht meiner Meinung nach stark Richtung Gehirnwäsche ...
Nur meine Auffassung ...
Freiheitsberaubungen aller Art

Do, 24.Jan 2008, 16:54
Ich halte dieses Statement ebenfalls für, nun sagen wir mal: sehr engstirnig.

Man kann nun lang und breit darüber debattieren ob eine etwaige submissive Veranlagung kulturell, genetisch oder sonstwie bedingt ist, von vornherein davon auszugehen, dass Mann grundsätzlich gerne unterlegen ist (bewusst oder unbewusst) ist schlicht und einfach Unsinn.

Da besagte Dame wohl auch noch eine Praxis für Psychoanalyse betrieb (betreibt, however) bezieht sich der Ausdruck "Klient" wohl auf ihre dortige Kundschaft, grosszügig übersehend, dass bei einer Psychoanalyse die Beziehungsdynamik im Idealfall ebenfalls zur (Über-)Macht des Analytikers tendiert. So gesehen ist dieser Text mit dieser Aussage schon fast ein Musterbeispiel dafür, wie rückbezügliche manche Leute ihre Realität aufbauen und diese als allgemeingültige Wahrheit deklarieren...

Mit demutsvollen Grüßen an die unglaubliche Anzahl von Variationen an geistigen Räumen

Lucy DeLunatic

Do, 24.Jan 2008, 20:23
Nun, ich schätze mal, dass eine nicht unbedeutende Anzahl von Männern, eine submissive ADER in sich trägt. Diese wird durch Unterwerfung gegenüber einer dominanten Frau ausgelebt.
Das sagt aber noch lange nicht aus, dass diese Männer durchweg submissiv sind.
So, ist es jedenfalls bei mir und ich bin da sicher nicht alleine.

Do, 24.Jan 2008, 21:17
Ich denke, jeder Mensch, ob männlich oder weiblich, wünscht und träumt für sich allein, ohne immer alle Vorstellungen auszuleben.

Derartige schwarz/weiß-Malerei, wie von Elise Sutton, halte ich für zu einfach gestrickt. Die menschliche Sexualität ist in ihren Ausbildungen viel komplexer.

Viele Grüße
Handschmeichler

Fr, 25.Jan 2008, 01:49
Hallo Lucy DeLunatic,

zunächst mal denke ich, die Dame hat diese Worte deshalb ins Internet gesetzt, um Männer anzusprechen, die dem Empfänglich sind.

Meine Sichtweise ist so:

Männer sind nicht grundsätzlich submissiv (unterwürfig) einer Frau gegenüber - sondern sie sind es ihrer eigenen Geilheit gegenüber.

Deshalb wissen kluge Männer:
Eine Frau liebt Sex weil sie weiss, daß sie durch Sex die Dinge erreicht, die sie mehr liebt als Sex.

Gruss
Lady Lotus
Am 1. Tag erschuf Gott den Hund.
Am 2. Tag erschuf Gott den Menschen, damit der sich um den Hund kümmert.
... Punkt 3 - 6 (Ihre Signatur ist zu lang.)
Am 7. Tag wollte Gott sich ausruhen, aber sie musste mit dem Hund "Gassi gehen".
©LadyLotus

Sa, 16.Feb 2008, 16:02
Das stimmt so fühle ich mich auch im Alltag eher normal aber wenn die Geilheit kommt dann liegt es in dem Bereich der unterwürfigkeit am Anfang noch normal dann steigerte es sich in neue Dimensionen so das ich selber Angst bekomme wie das enden wird. Jetzt habe ich einen neuen Fetisch entdeckt der sich Ballbusting nennt, das hätte ich vor 1 Jahr nicht für Möglich gehalten. Es trifft jedenfalls so auf mich zu das ich schwanzgesteuert bin.

Mo, 02.Jun 2008, 18:31
Zuerst fand ich das Statement von Elise Sutton abwegig.

Mir ging der Gedanke durch den Kopf, dass die Aussage, dass alle Männer submissiv sind, bzw. alle Männer submissiv werden können, ein Ergebnis der Sichtweise ist. Wenn die Dame auf einmal submissive Männer wahrnimmt, dann sieht sie sich halt davon umzingelt. Das ist so, wie wenn man ein religiöses Erweckungserlebnis hat. Dann sieht man meistens auch überall Zeichen und Anzeichen dafür.

Zwischenzeitlich kam mir jedoch der Film die Welle in den Kopf. Wahrscheinlich meint E. Sutton dies. Der Film basiert ja auf einem amerikanischen Experiment. Den richtigen Drücker beim Mann finden, seine Sehnsüchte wecken, ansprechen und befriedigen. Den Mann damit submissiv machen.

Ich denke, das kann klappen.

In meiner Jugend gab es da das Buch "Der dressierte Mann" von Esther Vilar. An und für sich ein Domina Anleitungsbuch in dem Sinne, dass jeder Mann unbewußt schon längst submissiv ist und jeder Mann der es noch nicht ist, ziemlich einfach submissiv werden kan

Mo, 28.Jul 2008, 01:10
Wenn ich das kurz überfliege kommt es mir so vor, als wie wenn diejenige nichts anderes kennt und nichts anderes erlebt hat. So ein "Zitat" als lockvogel für alle notgeilen (man verzeihe mir den ausdruck) zu verwenden finde ich abwegig und oberflächlich! Liest sich nach den anfängen dieser Frau im sm bereich. Mein Rezept; einfach weiterklicken!
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die Dummheit der Menschen.
Beim Universum bin ich mir aber nicht so ganz sicher.

Do, 31.Jul 2008, 10:46
Pauschalieren kann man das sowieso nicht. Sicher in jeder Frau oder jedem Mann schlummert eine dominante sowie auch eine submissive Ader. Bei wem wann was und wie überwiegt und welche Bedingungen vorherrschen müssen, da müßte man tief in die Genetik einsteigen.
Eines kann ich aber mit Bestimmtheit behaupten, daß in allen Männern die eine Domina aufsuchen zumindest für diesen Zeitraum die submissive Ader die Oberhand gewonnen hat. Würde mann sich sonst fesseln, auspeitschen, einsperren lassen, vor einer Domina niederknien und sich ihr unterwerfen wollen.
So wie ich den Artikel verstanden habe bezieht sich ihre Aussage rein auf das BSDM-Umfeld. Und wenn sie das auf dieses Umfeld reduziert, hat sie recht, und da nehme ich mich nicht aus, sind alle Männer submissive, sonst würden wir ja nicht gerne in Studios gehen und uns dort den bezaubernden und überaus attraktiven Dominas unterwerfen und für deren Lebensunterhalt sorgen, was wir ja auch gerne tun.
Im Alltagsleben bin ich wie die meisten BDSM'ler allerdings nicht submissive

Sa, 23.Aug 2008, 02:54
Ja, die gute Elise Sutton, die kenne ich schon länger. Interessante Website, interessante Aussagen und die Frau steht politisch auch auf der richtigen Seite (sie ist nämlich "libertarian", also quasi Liberale im ganzheitlichen Sinne, radikalfreiheitlich eben so wie ich auch.)

Derzeit lese ich aber aus privaten Gründen ein Werk, was so ziemlich genau das Gegenteil propagiert, nämlich Männer sollten gefälligst dominante Alpha-Männchen sein/werden und sich gegen die Betaisierung durch Frauen wehren ...

Dieses ketzerische Werk, was vermutlich auf jeder Emanzenparty wütend verbrannt wird, heisst "Lob des Sexismus" und ist von Ludovico Santana. Selbst ich als Mann muss verdammt oft schlucken über die teilweise sehr machistischen Aussagen des Autors, frage mich aber ob er nicht vlt. doch recht hat. Es sind schliesslich nicht die "Nice Guys" (in diese Schublade haue ich mich selber mal rein jetzt) die die besten und tollsten Frauen reihenweise abschleppen und ich werde in Zukunft so manches an mir verändern, denn es geht um persönlichen Erfolg, nicht um politische Korrektheit.

Werde ich nun aus dem Forum rausgeworfen, weil sich sowas für einen Sklaven nicht geziemt ? Ich hoffe nicht :-D

Wollte nur mal diese Gedanken niederschreiben, da Gendertheorien und so mich seit längerer Zeit beschäftigen und vlt. haben ja andere UserInnen dazu Interessantes anzuführen, was mir weiterhelfen könnte.

Sa, 23.Aug 2008, 16:04
@Marty McFly
Du schreibst:
Es sind schliesslich nicht die "Nice Guys" (in diese Schublade ich mich selber mal rein jetzt) die die besten und tollsten Frauen reihenweise abschleppen (...)
Ja, das hat in der Tat etwas ... :-D

Ich persönlich finde "Nice Guys" auch zum Gähnen, sprich Männer, die keine besonderen Eigenschaften haben.

Spannend sind Menschen, die Profil haben - ob das Profil nun eher in Richtung Dominant oder in Richtung Submissiv geht, ist eigentlich egal.

Da ich zurzeit nur meine dominante Ader auslebe, hätte ich an einem dominanten Mann, wie er von dem Autor propagiert wird, keine besondere Freude. %lach%

Als Gegenpart zu meiner Dominanz faszinieren mich halt eher Submissive - diese sind, wenn sie ihre devote Ader wirklich getrauen auszuleben auch keine langweiligen, profillosen "Nice Guys". Von denen heben sie sich durchaus ab! Nämlich durch ihre Bereitschaft zur Hingabe ...

Wie bereits in diesem Thread erwähnt wurde, denke auch ich, dass in vielen Menschen sowohl eine (mehr oder weniger starke) devote als auch dominante Veranlagung schlummert. Bei manchen mag diese vollkommen fehlen, das kann sein.

Jedoch stelle ich fest, dass gerade bei Menschen, die sich bewusst sind, dass sie einen Draht zu BDSM haben, oft beide Seiten vorhanden sind.
Das heisst nicht, dass alle Switcher sind - Switchen können nicht alle, ich auch nicht, obwohl ich durchaus auch eine devote/masochistische Ader habe.

(Wenn diese nun aktuell wäre, dann würde ich garantiert einen "Bad Boy" favorisieren!) %lach%

Langer Rede kurzer Sinn: Wichtig ist, dass der Mensch ein Profil hat, langweilige Wischiwaschi-Typen sind öde.

Insofern haben Provokateurinnen und Provokateure wie Elise Sutton und Ludovico Santana nicht unrecht: Sie pädieren für mehr Spannung in der Beziehung zwischen Frau und Mann.

Und das kann meiner Meinung nach in der heutigen Zeit - in der durch political correctness alles weichgespühlt wurde - nicht schaden.

Allzu wörtlich würde ich jedoch weder Sutton noch Santana nehmen ... Ich denke, es ist am Schlausten, solche Werke mit einem Augenzwinkern und einer gesunden Portion inneren Distanz zu lesen und das daraus zu ziehen, was zu einem selber passt.

Dir Marty McFly wünsche ich viel Vergnügen bei deinem Ausflug auf die dominante Seite! %zwinki%

Einen schönen Samstag wünscht
Annemarie

PS:
Noch ein Gedanke zu deinem Zitat:
Ich habe den Eindruck, dass dominante Männer eher eine Chance haben eine Frau zu finden, weil Frauen eher dazu tendieren die devote Seite auszuleben, selbst, wenn sie auch dominant veranlagt sind. Das mag mit den gängigen Rollenbildern und der Erziehung zusammenhängen.
Bei mir war es jedenfalls so. Mir ist seit sehr langer Zeit bewusst, dass ich einen Draht zu BDSM habe. Lange Zeit dachte ich jedoch, ich sei ausschliesslich dev/maso. Ich orientierte mich da an den vielen Vorbildern (Geschichte der O, etc.) Dass ich auch eine dom/sad Seite habe - und dass die vielleicht sogar noch ein bisschen stärker ist, als die andere - habe ich erst mit der Zeit herausgefunden. So geht es, wie ich inzwischen von anderen Femdoms erfahren habe, vielen ...
Wenn du also in erster Linie eine "tolle Frau abschleppen" willst, werde Dom! Da hast du mehr Auswahl ... %zwinki%

PPS:
Noch eine Ergänzung: Wesentlich scheint mir auch festzuhalten, dass wir heute - sozusagen als emanzipierte Menschen - uns bewusst sein sollten, dass es verschiedene Ebenen gibt in der Beziehung zwischen uns Menschen.
Es gibt die "nicht-erotische Ebene": Diese betrifft alltägliche Dinge, und da ist es doch wünschenswert, dass Frauen und Männer sich als gleichberechtigte Partner gegenüberstehen (etwa im Berufsleben, etc.), was ja noch nicht zu 100 % der Fall ist, leider. %oh%
Und es gibt die "erotische Ebene": Diese betrifft die Erotik und Sexualität. Da kann ein Machtgefälle sehr spannend sein. In wie weit diese Ebene in die Alltagsebene hineingreift, muss das Paar selber entschieden. Bei "24/7" kann dies sehr weitreichend sein.
Wesentlich ist aber, die Beteiligten müssen sich bewusst sein, was sie tun und ihr bewusstes Einverständnis dazu gegeben haben.
Bevor ich jetzt wieder in die Versuchung komme eine Abhandlung zu schrieben, mache ich jetzt hier einen Punkt.
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