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Di, 04.Dez 2007, 21:58
@SwitchMann
Ach ja, wenn wir schon bei den Vorurteilen sind, kann ich gleich noch ein paar draufhauen:
Klar, Zürich ist eine Zwingli-Stadt, also trocken, super protestantisch, geldgeil, pseudo-grosskotzig, ... Hmmm ... du siehst, ich bin kein Zürich-Fan. Die Basler sind auch nicht so mein Fall, zu eingebildet und ebenfalls knochentrocken.
Ach ja, und es gibt natürliich immer AUSNAHMEN! Zu diesen Ausnahmen zählen fast ausnahmslos alle Zürcherinnen und Zürcher, Baslerinnen und Basler, die ich persönich kenne.
%lach%
Aber von Zürich auf die ganze Schweiz zu schliessen, ist schon ein bisschen borniert.
böse
In der Schweiz treffen die unterschiedlichsten Kulturen zusammen - Mulitkulit pur - und das nicht erst seit ein paar Jahrzehnten! Ich persönlich komme aus dem Grossraum Bern - lebe also an der Grenze zur französischen Schweiz. Da spielt das "Savoir-vivre" schon eine wesentliche Rolle ... Wir sind zwar weniger "wichtig" als die Zürcher (auch wenn Bern der Regierungssitz ist), weniger bekannt im Ausland. Aber hier weiss man zu leben und zu geniessen!
Es ist mir allerdings nichts Neues, dass Deutsche von der Vielfalt der Schweiz kaum eine Ahnung haben und denken Zürich=Schweiz.
%puh%
Annemarie
Freiheitsberaubungen aller Art

Schweiz

Mi, 05.Dez 2007, 10:32
@Hi Annemarie,

Das ich vereinfachend nur mal Züri genommen habe und nicht jeden Kanton einzeln (wie lang hat A.-"Innerhoden" schon das Wahlrecht für Frauen ... Mitte der 80er, oder?) wurde doch sehr klar. Da hast Du nicht gut gelesen. Wenn Du keinen außerschweizer Blick aushältst, dann darfst Du nicht fragen.

Dann lassen wir halt die offene skandinavische Kultur mit der heißblütigen Kultur des Mittelmeers an der Toblerone zusammenprallen *schmunzel*. Das ein persönliches Umfeld in manche Facetten des schweizer Usus nicht rein paßt, hab ich auch schon im letzten Posting vermutet. Nur das ist nicht der allgemeine Eindruck vom Land.

Also: Aus Nichtschweizer Sicht paßt die Schweiz eher in die Schublade "prüde und ruhig" als ins Gegenteil. Die Deutschen sind ja im Gegenzug international gesehen auch nicht als „humorvolle Superköche“ berühmt, sondern für Ihre Ingeneure und Autos.

So und das war es jetzt von mir zum Thema Prüde Schweiz.
Ich verweise noch mal auf meine tollen Erfahrungen mit sportlichen, schweizer „Snöberinnen“ und bitte ggf. um PN, falls Du das Thema doch vertiefen oder auch mal „Snöben“ gehen willst %klatsch% winke winke %gern% *justajoke*
Alles hier immer SAFE! Switcher (a/p), All-Rounder(fetisch.de) & Hetero, spielt gerne mit Profis & privaten Frauen!
Frauen, die keine "unterdrückten" Anrufe annehmen, werden nicht berücksichtigt!
Nur privat hier.

Mi, 05.Dez 2007, 20:47
Annemarie hat geschrieben: Es ist mir allerdings nichts Neues, dass Deutsche von der Vielfalt der Schweiz kaum eine Ahnung haben und denken Zürich=Schweiz.
Liebe Annemarie,

Als "ewig überheblich und unwissend" darf die Deutschen ja gerne jeder
schelten. Du drückst Dich nicht so aus, aber schon klar, was Deine Intention ist. Aber bitte keine Schweizer, gell. Die würden so etwas nie tun.

Jeder, der schon mal im Leben mit Schweizern zu tun hatte, kennt deren Standardeinleitung zu absolut jedem Gesprächbeitrag, worüber auch immer, welcher da lautet:

"Abbber in der Schweiz ...."

Es stört mich nicht besonders. Es ist halt eine Eigenart, so wie Amerikaner auf klinisch desinfizierte Klositze bestehen. Aber wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

Ihr seid nämlich die Meister der Pedanterie. Hat aber auch Vorteile. Diese Eigenschaft verhilft Euch zu bewundernswerten mechanischen Uhren.

Und das ist wiederum auch schön! :)

lg,
Steffen

Mi, 05.Dez 2007, 22:44
@Letzter Maso
Stimmt, du hast nicht Unrecht ... Pedantisch hat was ...
%oh%
Allerdings ist in der Schweiz halt vieles anders ...
das ist nicht nur Einbildung.
Und ich sage nicht aus dem Nichts heraus, dass viele Deutsche keine Ahnung von der Schweiz haben. Wie gesagt, ich hatte/habe immer wieder mit Deutschen zu tun. U.a. weil ich enge Beziehungen zu dieser Spezies pflege ... ich bin z.B. mit so einem Deutschen verheiratet.
Der hat inzwischen einige Aha-Erlebnisse gehabt.
%lach%
Es ist auch nicht unbedingt ein Vorwurf ... Ich denke, es hängt auch damit zusammen, dass wir aus der Schweiz seit meiner Kindheit die deutschen Fernsehprogramme empfangen. In Deutschland hingegen guckt niemand Schweizer Fernsehen.
Unsere Medien sind voll von Meldungen über Deutschland. In Deutschland liest/hört man kaum etwas über die Schweiz, ausser das Übliche, was wiederum die Vorurteile verstärkt. Klar, die Schweiz ist auch nicht so interessant. Viel zu klein halt und zu wenig los hier ...
Wenn ich dann wieder mal so ein typisches Vorurteil sehe, juckt es mich halt ... pedantisch wie ich bin!
:-D
@SwitchMann: Danke für die nette Einladung. %zwinker%
Aber "snöben" ist nicht so mein Ding ...
Ich halte mich lieber auf andere Weise warm! auspeitschen
Freiheitsberaubungen aller Art

Snöben

Mi, 05.Dez 2007, 22:56
@AM

- Kassensturz, "10 vor 10" sind 1a Sendungen ... nur mal so ;-)

- eine Domina mit einem Arsch voller grün und blauer Flecken und ich steh grinsend dabei und zieh ein paar Schwünge dazu ... aber "natürlich" niieee mit einstauben *fgggg* ... das hätte doch was!

..... aber das war -wie geschrieben- nur ein Scherz! Beim sportiven Knackigkeitsfaktor im Schnee mach ich keine Kompromisse ... no way.

SM.,
der sich schon auf einen klasse Winter freut
mit tollen >Snöberinnen< jeglicher Nation freut %klatsch% %klatsch% %klatsch% %klatsch% %klatsch% %klatsch% %klatsch% %klatsch%
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Nur privat hier.

Do, 06.Dez 2007, 09:54
Genauso wie die meisten US-Amerikaner Kanada nicht "verstehen" bzw. mit den USA gleichsetzen, verstehen die meisten Deutschen die Schweiz nicht, witzigerweise gibt es Deutsche, die seit Jahren in der Schweiz leben und die Kultur-, Kommunikationsunterschiede nicht begreifen. Die Schweiz ist von der Geschichte, dem politischen System, Wirtschaftssystem, dem Freiheitsgedanken, der Immigrationsgeschichte (seit Jahrhunderten), etc. völlig anders aufgestellt als Deutschland, deshalb kommuniziert man anders und geht anders mit anderen Leuten um.

Clichées wie "Frauenstimmrecht in Appenzell" (um dies zu verstehen, braucht es halt mehr als eine 10-Minuten Sendung am TV), Toblerone (gehört übrigens US Konzern), etc. sind ja ganz witzig, aber etwa so sinnvoll wie die Clichées über die Deutschen, Franzosen, etc.

Do, 06.Dez 2007, 17:26
@cm
Danke für dein Statement! :-D
Ich nehme mal an, du lebst in der Schweiz oder hast da mal gelebt?
@all
Dass sich dieser Thread nun offenbar eher vom Thema Domina-Besuch in der Schweiz zum Thema Klischees von der Schweiz, Verständigung zwischen Deutschen und Schweizern entwickelt hat, finde ich ganz spanndend. Das Thema Domina-Besuch in der Schweiz, gibt nicht mehr viel her, denke ich. Die anderen Themen finde ich persönlich - und offenbar auch andere - aber ganz spannend.
Deshalb erlaube ich mir, darauf noch ein bisschen mehr einzugehen:
Zum Frauenstimmrecht: Ja, das ist in der Tat eine sehr unschöne Geschichte. Das schleckt keine Geiss - entschuldigung Ziege - weg!
Wieso es z.b. in Appenzell nicht durchgesetzt wurde, hat u.a. seinen Grund in einem sehr starken Traditionsbewusst sein. In kleinen Orten war es lange üblich nicht an der Urne oder sorgar brieflich abzustimmen, sondern es gab eine Versammlung (Landsgemeinde) auf dem Dorfplatz. Da trafen sich alle Stimmberechtigten und stimmten per Hand hoch halten ab. Das ist sehr archaisch. Abstimmen hat in der Schweiz allerdings schon eine sehr lange Tradition und so haben sich halt gewisse Praktiken eingespielt und wurden auch geschätzt, obwohl sie total veraltet sind. Es gab Leute, nicht nur Männer übrigens, die fanden: Wenn nun doppelt so viele Leute abstimmen dürfen (also auch die Frauen), passen sie nicht mehr auf den Dorfplatz. Folglich ist eine Landsgemeinde nicht mehr durchführbar. Also sind wir gegen das Frauenstimmrecht. Eine sehr doofe Argumentation, ich weiss!
%red%
Allerdings weiss ich auch, dass es gerade in ländlichen Gegenden so war, dass Männerstimmrecht nicht bedeutete, dass die Männer ihre Meinung abgeben. Es war vielmehr Brauch, dass die Frau dem Mann sagt, was er abzustimmen hat oder dass das in einer Diskussion zwischen Mann und Frau ausgehandelt wurde. Die Frauen in den ländlichen Gegenden waren nämlich oft nicht irgendwelche verhuschten Weibchen, sondern starke Frauen! Ich komme darauf, weil alle meine vier Urgrossmütter so waren. Die hatten in der Familie das Sagen. Eine führte als Bäuerin einen grossen Hof mit mehreren Mägden und Knechten, zwei waren selbstständige Näherinnnen und sorgten so für den Unerhalt der Familie, eine war die Frau eines Söldners ... Die Urgrossväter waren alle entweder krank und bald tot, irgendwelche realitätsfremden Bastler oder irgendwo unterwegs ... Zu sagen hatten die jedenfalls kaum etwas. O.K. kann sein, dass sie Ausnahmen waren, aber das glaube ich, ehrlich gesagt nicht.
%lach%
Ach ja und zur Toblerone: Das ist eine Schweizer Erfindung, die lange von der Schweizer Schokoladefabrik Tobler in Bern hergestellt wurde. Inzwischen ist diese Fabrik aber auch Teil eines grossen, amerikanischen Konzerns.
En Guete!
Freiheitsberaubungen aller Art

Do, 06.Dez 2007, 17:45
Ach ja, und was die erwähnten TV-Sendungen angeht: Dass gewisse Sendungen seit ein paar Jahren auf internationalen Sendern ausgestrahlt werden, weiss ich.
Es ist aber etwas anderes, ob man fast nur Deutsche (und mittlerweile internationale) Programme guckt, wie die Deutschschweizer das tun. (Wir haben nur zwei deutschsprachige, ernst zu nehmende Schweizer TV-Sender und die werden nicht sooo häufig geguckt.) Oder, ob man eben, wie das für Deutsche möglich ist, mal in die eine oder andere Schweizer Infosendung reinguckt.
Und wie cm so schön sagte: Die Schweiz hat eine ganz andere Geschichte durchgemacht, als Deutschland.
Bis vor rund 150 Jahren war die Schweiz ein Zusammenschluss von sehr soveränen Staaten, die sich auch immer wieder in den Haaren lagen, sprich, unter einander Krieg führten. Ausserdem waren viele Schweizer als Söldner in andere Kriege involviert. Irgendwann hatte man die Schnauze voll davon und kam auf die Idee in Zukunft aufs Mitmischeln in Kriegen zu verzichten und irgendwie schafften die verschiedenen Super-Mini-Staaten es auch sich irgendwie zusammenzuraufen, obwohl vier verschiedene Sprachgruppen vertreten sind. Diese Staaten, die heute auch Kantone genannt werden, sind nach wie vor eigene Republiken, etc. mit eigenen Verfassungen und sie regeln auch viele Dinge auf ihre Art. Immerhin: eine gemeinsame Währung haben wir! %lach%
Aber es ist halt immer noch vieles von Ort zu Ort total verschieden und langenährte Hass-Liebe zwischen einzelnen Staaten verschwindet auch nicht so schnell ... Die Schweiz in dem Sinne gibt es nicht! duz
Das ist vielleicht jetzt ein bisschen überspitzt formuliert, mag sein ...
Aber in einem Land, wo z.B. Leute in gewissen Gegenden darüber nachdenken, ob sie nicht doch lieber Franzosen wären, ist das nicht so ein abwegiger Gedanke.
Freiheitsberaubungen aller Art

Re: Teure Schweiz?

So, 16.Dez 2007, 02:19
Annemarie hat geschrieben:Da ich keine andere Rubrik gefunden habe, wo meine Frage reinpassen würde, stelle ich sie jetzt halt hier. (Falls die Mods einen besseren Platz kennen, bitte Thread verschieben, danke!)
Ich habe die Höhe des Tributs in Deutschland und in der Schweiz verglichen. Zu der Schweiz gibt es hier leider nur 2 Einträge: 500 Franken und 800 Franken. (Umrechnungsfaktor Franken-Euro: etwa 1,6, also ca. 300, bzw. 500 Euro). Meines Wissens liegt der Durchschnitt bei 400-500 Franken pro Std., also 250-300 Euro.
Das liegt ganz klar über den Tarifen in Deutschland.
Nun ja, ist an und für sich nichts Neues, da in der Schweiz die Preise generell höher liegen.
Da kann ich eine Aussage, die in einem anderen Thread gemacht wurde, dass Schweizer gerne zu deutschen Dominas gehen natürlich umso mehr verstehen.
Wie kommt das bei deutschen Gäste, die eine Domina in der Schweiz besuchen wollen, an? Ist das ein Luxus, den sich kaum jamand gönnt? (Zumal es in Deutschland ja offenbar sehr viele tolle Dominas gibt.)
Bin gespannt auf Rückmeldungen! Und natürlich fände ich es auch toll, wenn es hier im Forum mehr Infos/Kritiken zu Schweizer Dominas gäbe. *ganz egoistisch sei* :-D
Ich denke dass in Schweizer Studios ein gewisser "pervers"-zuschlag verlangt wird. Bekannte, alteingesessene Domina's die ihrer Tätigkeit schon mehr als 10 Jahre nachgehen haben dieses Preisniveau irgendwann mal gestartet resp. als gerechtfertigt für ihre Dienstleistung angenommen. "Nachzügler" die weniger lang im Geschäft sind haben sich dieses Niveau als anhaltspunkt oder gleich zur Preislichen grundlage genommen. Natürlich trifft das nicht auf alle zu. Auch sind die Mieten für Gewerbelokale z.B. im Gebiet Zürich schon astronomisch - darum stehen auch so viele Lokale leer. Deutschland hat mehr Einwohner als die Schweiz, der Markt reguliert auch da die Preise. Wo mehr Angebot vorhanden ist sinken die Preise. Dass Domina's aus DE in die Schweiz gehen um ihrer Tätigkeit nachzugehen führe ich persönlich u.a. auf den Ruf der Schweiz als Land der Reichen oder wohlhabenden zurück. (Dieses klischee existiert heute da und dort noch) So gesehen will natürlich jede ihr scherflein ins trockene bringen, was man auch nicht verurteilen kann. Die selbe "Rechnung" lässt sich beispielsweise auch für Computer-Hardware nachvollziehen. In Deutschland sind z.B. DDR2-ECC ram mindestens um die Hälfte billiger als wie in der Schweiz, die bessere (deutsche) Dienstleistung ist noch der andere Faktor wieso Herr und Frau Schweizer gerne in Deutschland einkaufen (längere Garantie usw). Ich will jetzt niemandem auf die Füsse treten, aber ich versuchte das Thema einfach mal nüchtern und sachlich anzugehen. Hoffentlich kommt jetzt keine deutsche Domina auf die Idee, ihre Preise gleich mal an Schweizer niveau anzupassen. Das wäre für einen gewissen Teil sicher "das Ende" des guten (und bezahlbaren) SM.
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die Dummheit der Menschen.
Beim Universum bin ich mir aber nicht so ganz sicher.

So, 16.Dez 2007, 22:49
Hallo Mr. X
Vor einigen Jahren habe ich mal mit meinem damaligen deutschen Freund alles durchgerechnet. Wir kamen drauf, dass beim Durchschnitsmenschen unter dem Strich - also wenn die Lebenshaltungskosten, etc. berücksichtigt - in der Schweiz und Deutschland, die Leute in etwa gleich viel Geld zum Leben haben. Ich rede da von der Mittelschicht.
In den letzten Jahren hat sich - so meine Wahrnehmung und die Wahrnehmung meines deutschen Ehemannes - jedoch in Deutschland eingies geändert. Es geht immer mehr in die Richtung, dass viele Leute sehr viel weniger Geld zum Leben haben. (Billiglöhne, etc.) In der Schweiz fand diese Entwicklung nicht im selben Ausmass statt. Es ist also klar, dass in Deutschland die Preise niedriger sein müssen, damit die Leute sich überhaupt noch was leisten können. Und es ist natürlich auch klar, dass Schweizer, die in der Nähe der Deutschen Grenze sind auf der andern Seite des Grenzzauns "grasen".
Freiheitsberaubungen aller Art

Di, 18.Dez 2007, 23:44
Hallo,

vor vielen, vielen Jahren habe ich in der Schweiz Urlaub gemacht, mehr so im Ländlichen und man hat uns dort auch erzählt, dass vor dem Frauenstimmrecht die Frauen den Männern gesagt haben, wen sie zu wählen hatten. Felix Helvetia?

Ich darf noch ein paar Erfahrungen und Vorurteile beitragen:

Die Schweizer mussten (müssen Sie noch?) regelmäßig zum Schießen üben, da war es durchaus gefährlich, wenn man an dem Schießstand vorbeiwanderte, wo die weniger Begabten nachsitzen mussten (da waren die Frauen doch schlauer, schicken die Männer zum Krieg spielen und bestimmen die Wahlen). Überhaupt hatte ich auf dem Land den Eindruck eines gewissen tumben Nationalismus, obwohl mir die Bewahrung landestypischer, nationaler Eigenheiten und Abgrenzungen weit sympathischer ist als großkotziger puritanischer Kapitalismus, auch wenn es am 1.8. in stundenlangem Alphornblasen, Fahnenschwenken und 54-strophigen Jodlern endet.

Im Wallis hatte ich das Gefühl, dass man die Deutschen nicht besonders liebt.

Und eine gewisse Habsucht war in manchen Regionen durchaus mal spürbar.

Aber die Schweizer müssen sich den Deutschen gegenüber nicht verstecken. Sie haben keine Kriege angezettelt und wirtschaftlich scheinen sie ja auch besser dazustehen.

Ich habe i.Ü. Wurzeln auch in der französischen Schweiz.

Gruß

Odysseus

Mi, 19.Dez 2007, 12:38
Das jährliche obligatorische Schiessen findet immer noch statt, obwohl es in den nächsten Jahren vermutlich abgeschafft wird (da das Gewehr nicht mehr an jeden ausgegeben werden soll). Von einem Unfall, wo jemand beim Vorbeiwandern getroffen wurde, habe ich noch nichts gehört.
Tumber Nationalismus gibt es wie in den meisten anderen Ländern. Stundenlanges Alphornblasen, Fahnenschwingen und Jodeln sieht man in der Schweiz etwa gleich oft, wie in Deutschland einen Bären in freier Wildbahn.

Was die negativen Gefühle gegenüber den Deutschen betrifft, ist dies z.T. korrekt. Erstens gilt dies vorwiegend für den deutschsprachigen Teil und dies ist auch in anderen Ländern ähnlich (kleiner Nachbar gegenüber grossem Nachbarn, wie Belgier mögen keine Franzosen, Kanadier mögen keine Amerikaner, Portugiesen mögen keine Spanier ...). Ist natürlich immer zu pauschal gesagt, aber es hat was. Zudem sind den Schweizern die Süddeutschen (Bayern, Schwaben, Badener, etc.) sprachlich und kulturell ähnlicher als die Norddeutschen. Es gibt auch relativ viele Deutsche, die in die Schweiz gezogen sind und hier leben (Gastgewerbe, Spitäler, etc. würde ohne die Deutschen vermutlich zusammenbrechen). IdR läuft es jedoch problemlos und gut, insbesondere im näheren persönlichen Kontakt. Ein Problem ist meines Erachtens, dass sich viele Deutschen nicht im klaren sind, dass die Schweiz ein anderes Land mit einer anderen Kultur ist. Die Schweiz ist aufgrund ihrer vielen Minoritäten (sprachlich, religiös, etc.) und ihrer direkten Demokratie auf Konsens aufgebaut, auch im persönlichen Kontakt ist man viel indirekter und zurückhaltender. Die meisten Deutschen sind viel direkter, z.B. stellen sie etwas in den Raum, auch wenn sie nicht ganz sicher sind. Anschliessend wird etwartet, dass der Gegenpart seine Position bezieht, etc. In der Schweiz sagt man eher "ich denke, dass ..." oder "oder ich habe gehört, dass ..." oder stellt eine Frage, anstatt etwas direktes zu behauptet, sogar wenn man es genau weiss. Ein Deutscher würde sagen "alle Bauern bekommen vom Staat das Geld in den ... geschoben", ein Schweizer (insbesondere wenn er mit einem Bauer spricht), würde sagen "ich habe gehört, dass viele Bauern Subventionen bekommen, stimmt dies?".

Fr, 04.Jan 2008, 19:31
also das ist mal wieder typisch "deutsch".
immer dieses rumgejammere wegen den preisen.
mein 12jähriger neffe würde da jetzt sagen: ihr seid alle bitches!

in der schweiz verdienen die arbeitnehmer doch auch ganz anders wie in deutschland. genauso wenig darf man die mietpreise in münchen mit den mietpreisen in z.b. cottbus (da möchte ich nicht mal tot über'm zaun hängen) vergleichen.
alles eine frage von angebot und nachfrage.

klar dass die schweizer zu uns kommen um ihre sm-bedürfnisse auszuleben, ist ja auch billiger für sie.

genauso billig ist es für uns deutschen bei denen zu tanken :-D

mit der qualität hat das also nix zu tun. dort gibt es genauso gute und grottenschlechte domsen wie bei uns, okay?
Antworten

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