@cm
Danke für dein Statement!
Ich nehme mal an, du lebst in der Schweiz oder hast da mal gelebt?
@all
Dass sich dieser Thread nun offenbar eher vom Thema Domina-Besuch in der Schweiz zum Thema Klischees von der Schweiz, Verständigung zwischen Deutschen und Schweizern entwickelt hat, finde ich ganz spanndend. Das Thema Domina-Besuch in der Schweiz, gibt nicht mehr viel her, denke ich. Die anderen Themen finde ich persönlich - und offenbar auch andere - aber ganz spannend.
Deshalb erlaube ich mir, darauf noch ein bisschen mehr einzugehen:
Zum Frauenstimmrecht: Ja, das ist in der Tat eine sehr unschöne Geschichte. Das schleckt keine Geiss - entschuldigung Ziege - weg!
Wieso es z.b. in Appenzell nicht durchgesetzt wurde, hat u.a. seinen Grund in einem sehr starken Traditionsbewusst sein. In kleinen Orten war es lange üblich nicht an der Urne oder sorgar brieflich abzustimmen, sondern es gab eine Versammlung (Landsgemeinde) auf dem Dorfplatz. Da trafen sich alle Stimmberechtigten und stimmten per Hand hoch halten ab. Das ist sehr archaisch. Abstimmen hat in der Schweiz allerdings schon eine sehr lange Tradition und so haben sich halt gewisse Praktiken eingespielt und wurden auch geschätzt, obwohl sie total veraltet sind. Es gab Leute, nicht nur Männer übrigens, die fanden: Wenn nun doppelt so viele Leute abstimmen dürfen (also auch die Frauen), passen sie nicht mehr auf den Dorfplatz. Folglich ist eine Landsgemeinde nicht mehr durchführbar. Also sind wir gegen das Frauenstimmrecht. Eine sehr doofe Argumentation, ich weiss!
Allerdings weiss ich auch, dass es gerade in ländlichen Gegenden so war, dass Männerstimmrecht nicht bedeutete, dass die Männer ihre Meinung abgeben. Es war vielmehr Brauch, dass die Frau dem Mann sagt, was er abzustimmen hat oder dass das in einer Diskussion zwischen Mann und Frau ausgehandelt wurde. Die Frauen in den ländlichen Gegenden waren nämlich oft nicht irgendwelche verhuschten Weibchen, sondern starke Frauen! Ich komme darauf, weil alle meine vier Urgrossmütter so waren. Die hatten in der Familie das Sagen. Eine führte als Bäuerin einen grossen Hof mit mehreren Mägden und Knechten, zwei waren selbstständige Näherinnnen und sorgten so für den Unerhalt der Familie, eine war die Frau eines Söldners ... Die Urgrossväter waren alle entweder krank und bald tot, irgendwelche realitätsfremden Bastler oder irgendwo unterwegs ... Zu sagen hatten die jedenfalls kaum etwas. O.K. kann sein, dass sie Ausnahmen waren, aber das glaube ich, ehrlich gesagt nicht.

Ach ja und zur Toblerone: Das ist eine Schweizer Erfindung, die lange von der Schweizer Schokoladefabrik Tobler in Bern hergestellt wurde. Inzwischen ist diese Fabrik aber auch Teil eines grossen, amerikanischen Konzerns.
En Guete!