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Sind wir schwererziehbar?

Fr, 31.Aug 2007, 12:38
Hallo liebe Leidensgenossen,

mich würde mal ein Thema interessieren, das ich bislang noch nicht im Forum gesehen habe. Sollte es doch schon einmal ausführlicher diskutiert worden sein, und ich habe es nur übersehen, dann Asche auf mein Haupt.

In zahlreichen Berichten oder auch fiktiven Geschichten ist immer wieder zu lesen, dass wir Männer den dominanten Damen in einer Session unsere Untaten der vergangenen Wochen und Tage beichten und dafür eine Strafe erwarten. Oder uns gar von der Damen erziehen lassen wollen. Nun stellt sich mir die Frage, ob wir uns denn wirklich erziehen lassen.
Also hat die Session eine Auswirkung auf unser Verhalten, wenn wir die Tür des Studios von außen zu machen? Oder bewegen wir uns mit unseren Gedanken und unserem Kopfkino nur auf einer großen Theaterbühne? Schauen wir nicht vielleicht bei der Arbeit wieder der Sekretärin auf den Hintern? Vielleicht auch nur, um bei der nächsten Session wieder etwas zu beichten zu haben. Oder wenden wir den Blick ab, weil es uns unsere Herrin ja schließlich verboten hat? Und in der nächsten Session haben wir dann nichts zu beichten, weil wir brav und keusch wie die Klosterschüler waren.
Kurz gefragt also: Was nimmt man eigentlich aus der Session mit nach Hause bzw. mit in den Alltag?
Vielleicht weiß ja jemand Antworten.
Alles Gute
Die absatzratte

Fr, 31.Aug 2007, 13:27
Ich weiß natürlich nicht, wie es Anderen geht und kann nur für mich und meine geringen Erfahrungen sprechen und sicherlich ist das, was ich jetzt als Beispiel anführe sicherlich nicht wirklich auf den Studioalltag übertragbar.

Ich baue ja eher auf Langzeiterziehung als auf einzelne Sessions. Wenn Jemand aber eine einzelne Session möchte, so kann er diese bekommen, allerdings derzeit eben "nur" zur Übung der Techniken. Das heißt thematisch nicht unbedingt eingebettet. Das bedeutet eben auch, dass meine Übungsobekte Nichts "beichten" (müssen) um behandelt zu werden ;)
Ich kann dir also nicht wirklich berichten, ob diese Übungsobjekte Etwas mit in den Alltag nehmen, ich gehe aber davon aus, dass sie dies nicht tun ;)

Bei den Langzeitsklaven ist es allerdings durchaus so, dass sie Etwas mit in den Alltag nehmen. Natürlich.
Denn in diesen Fällen geht es ja genau darum. Meine Langzeitsklaven wollen dauerhaft dienen und da bleibt es nicht aus, dass sich ihr Benehmen auch im Alltag verbessert. Das nun vielleicht nicht unbedingt im Hinterherschauen der Ladywelt, sondern vielmehr in Alltäglichkeiten.
Ein Sklave hat zum Beispiel seine Ernährung unter meiner Anleitung so drastisch verbessert und wird regelmäßig ins Fitnessstudio geschubst, so dass er seine körperliche Verfassung enorm verbessert hat. Ein Anderer ist (endlich!) zum Gentleman mutiert durch meine "Aufmunderungen und Erinnerungen" *grins*.

Das ist im übrigen Etwas, was ich sehr genieße: aktives darauf Hinwirken, dass sich sein Leben verbessert. Egal in welchen Bereichen. Ich liebe es zu sehen, wie man Jemanden verändern kann. Welche Macht man über Jemanden hat. Und das nicht nur innerhalb einer abgeschlossenen Session.

Und nun bin ich gespannt, was die Herren der Schöpfung dazu sagen.
Misses X
interessiert, engagiert... aber ganz am Anfang.

Fr, 31.Aug 2007, 13:36
Misses X hat geschrieben:Das ist im übrigen Etwas, was ich sehr genieße: aktives darauf Hinwirken, dass sich sein Leben verbessert.
Hallo Misses X,
ein äußerst interessanter Aspekt. Und wenn man u.U. sogar davon ausgehen kann, dass der Langzeitzögling nicht alleine auf dieser Welt ist, haben noch mehr Menschen was davon, dass die Currywurst tabu ist, das Sportstudio frenquentiert wird und die Bierflasche im Kühlschrank bleibt. :shock:


Und in solchen Fällen kann man ja durchaus schon von einer positiven Veränderung des Bewusstseins sprechen. Das kriegen alle Krankenkassen mit teuren Aufklärungskampagnn nicht hin.
Respekt. %klatsch%
die absatzratte

..............

Mo, 03.Sep 2007, 12:22
Absatzratte
Kurz gesagt, bei mir findet keine Bewusstseinsveränderung statt.
Im richtigen Leben strebe ich natürlich nach ständiger Verbesserung.
Dies passiert schon in gewisser weise Automatisch durch die natürlichen Lebenserfahrungen.
Hier stellt sich dann auch die Frage, BDSM als Spielart oder als Lebenseinstellung.

Beste Grüsse Jimmy

Mo, 03.Sep 2007, 22:26
Mal ein freundliches Hallo in die Runde.

Ich käme wohl nie auf die Idee, mich freiwillig von jemand für Etwas bestrafen zu lassen, was nicht in einem direkten Zusammenhang mit der strafenden Person steht.

Bestrafungen solcher Art bewirken auch keine wirkliche Veränderung der Gesinnung und hinterlassen selbst auf der Haut meist schnell nachlassende Eindrücke.

Weil ich deratige Spiele auch als Theater betrachte, bringen sie, zumindest mir, rein garnichts!

Um eine Bestrafung habe ich allerdings einmal gebeten, als ich meine damalige Herrin Roxana enttäuscht hatte und da sah ich einen Sinn und ein Opfer meinerseits.

Interessant war dabei aber natürlich auch, dass ich in etwa meine Schmerzgrenzen kennenlernte, was ich alleine wohl nie ausgetestet hätte.

Grundsätzlich hätte sich aber allein durch so eine Strafe allerdings nichts bei mir geändert, wenn sich nicht meine Gesinnung geändert hätte, was jedoch eher durch
den guten Kontakt und den Gedankenaustausch zu Roxana passierte, denn durch irgendwelche Strafmaßnahmen.

Strafmaßnahmen, körperlicher und auch anderer Art, sind meistens Mittel, welche Auflehnung und/oder Angst als Ergebnis haben und auf Dauer keinen Erfolg bringen.

Wenn aber jemand etwas beichtet, so hat er auf diese Art schon damit kundgetan, dass er Dinge bereut, ihm etwas daran liegt sie und/oder sich zu bessern zu verändern.

Aus meiner Sicht ist es also weniger die Strafe, welchen eine Person formt, sondern eher sein Umdenken und die Bereitschaft, dafür auch eine körperliche Strafe anzunehmen.

Nicht die Peitsche formt den Sklaven sondern das Einfühlungsvermögen seiner Herrin und wie sie es einsetzt.
Ausnahme er wird völlig gebrochen, wobei ich darin kein Formen, eher mehr ein Zerstören sehe.

Liebe Grüße

Sausauger winke winke

Di, 04.Sep 2007, 09:12
Hallo Sausauger,
da stimme ich Dir vollkommen zu. Wenn es so weit geht, dass jemand gebrochen wird, dann sind meines Erachtens die Grenzen überschritten, die einen verantwortungsvollen Umgang miteinander ausmachen. Darunter leidet in jedem Fall der Gebrochene aber über kurz oder lang wahrscheinlich auch die- oder derjenige, die/der dafür verantwortlich ist. Mit solchen Extremen will ich mich nicht länger aufhalten. Da ist man dann schon fast in dem Bereich, in dem man auch annehmen könnte, bewusstseinserweiternde Drogen erweitern das Bewusstsein.
Vieles mag im Kopfkino möglich sein, ist aber in der Realität tiefschwarzer Bereich.
Mein ursprünglicher Gedanke ging eher in die Richtung, ob es auch anderen so geht wie mir. Banales Beispiel: Man steht an der Bushaltestelle, sieht eine ziemlich gutaussehende Frau, die womöglich noch Attribute aufweist, die in das persönliche "Beuteschema" passen. Kein Mann soll mir erzählen, dass er dann nicht wenigstens für eine halbe Sekunde an Dinge denkt, die er in diesem Moment besser nicht persönlich ausspricht. Fällt ihm nun dann aber in diesem Moment auch seine Misses Y oder Lady X ein, die ihm doch bei der letzten Session ziemlich deutlich gemacht hat, dass solche Gedanken vollkommen niederträchtig sind? Oder denkt er zwischen den Besuchen bei X oder Y gar nicht daran?
die absatzratte

Di, 04.Sep 2007, 09:34
In den Momenten, wenn Ihr bei uns seid, wenn Ihr vor uns kniet, sitzt oder liegt, ist alles ganz nah und real.
Das gesprochene oder geflüsterte Wort ist genauso gemeint, wie es ausgesprochen wird und die Gefühle sind ganz dicht und intensiv.

Dann ist der Moment vorbei und Ihr geht wieder hinaus durch die Tür in eine andere Welt, Eure Welt.
Manchmal bleibt den Tag über ein kleines Lächeln, manchmal die Erinnerungen über lange Zeit.
Doch der nahe Moment ist unwiderruflich vorbei und die Worte sind Vergangenheit.
Der Vorhang hat sich wieder gesenkt, das Spiel ist aus.
Bis es irgendwann einmal vielleicht wieder von Neuem beginnt.

Eine professionelle Domina sollte nie versuchen, Einfluss auf das reale Leben ihrer Gäste zu nehmen.
Es ist sinnlos.
Es ist unverantwortlich.
Es ist überflüssig.

Gruss aus Berlin
Lady Maclaine

Di, 04.Sep 2007, 13:46
Lady MacLaine hat geschrieben: Eine professionelle Domina sollte nie versuchen, Einfluss auf das reale Leben ihrer Gäste zu nehmen.
Es ist sinnlos.
Es ist unverantwortlich.
Es ist überflüssig.
Liebe Lady MacLaine,
da teilen Sie ganz und gar meine Meinug, wie hoffentlich aus dem Beitrag von mir oben auch hervorgegangen ist. Wie so oft: Kopfkino ist das eine, Realität das andere. Mich interessierte eben, wie andere das sehen.
Beste Grüße nach Bärlin
die absatzratte

So, 09.Sep 2007, 23:10
Zum Theme Realität und Fantasie habe ich auch so meine Erfahrungen gemacht.

Ich ging mal zu einer Domina und gab ihr freie Hand. Einmal drinnen bzw fixiert dann sollte es kein zurück mehr geben.

Das waen eben meine Fantasien.

Mit schweren Depressionen und Verdacht auf Psychose im Gepäck kam ich wieder herraus.

Hat mich mehrere Jahre meines Lebens gekostet in denen ich in einem tiefen dunklem Loch saß, und nur mehr noch um den Tod bettelte.
Außerdem eine wirklich beachtliche Stange Geld wenn ich alles rechne was damit zusammen hing.

Welche Ausmaße soetwas annehemen kann, wenn alle Selbstschutzmechnismen welche ein Mensch haben sollte versagen, ich hätte es keinem Menschen vorher geglaubt.
Es ist schwer zu beschreiben, auch wenn ich heute noch immer wieder in diese Spirale nach unten gerate, manchmal bilde ich mir ein, ich habe von diesem seelischen und psychischem Horrortrip profitiert!

begbie

Mo, 10.Sep 2007, 06:06
@begbie:
Und trotzdem, auch wenn du persönlich am Ende eines langen Weges (vielleicht) von den Erfahrungen profitiert hast, ist es meiner Meinung nach die Aufgabe, ja sogar die Pflicht der professionellen Domina, einen "Wackelkandidaten" (jemand der offensichtlich nach der Session nicht mehr in die Realität zurückkommt) im Nachgespräch freundlich wieder auf die Füße zu holen.
Und ihn eben nicht mit irgendwelchen absurden Forderungen, Drohungen und Anweisungen für sein Privatleben verwirrt und belastet zu entlassen.
Das ist fahrlässig.
LG
Lady MacLaine

Mo, 10.Sep 2007, 08:57
@begbie:
manchmal bilde ich mir ein, ich habe von diesem seelischen und psychischem Horrortrip profitiert!
Profitiert?
Inwiefern?
In welchem Gemütszustand warst du zu dem Zeitpunkt als dein Entschluß feststand dich mit Leib und Seele absolut auszuliefern?
Würdest du diesen als heil bezeichnen?
Ich kann mir das halt bis hierhin nur so vorstellen, daß man eventuell hofft durch den "Holzhammer" wieder fühlen zu können, weil man nur noch "Leere" empfindet.
Oder aber um einen anderen Schmerz dadurch vermindern oder ablösen zu können?
Hat dich die Domina über mögliche Folgen aufgeklärt, Phantasie versus Realität?
Haben dich seitdem jemals wieder Phantasien in diese Richtung einholen können, so das der wiederholt ein großer Reiz entstand?
Ich meine das klingt nach einem ziemlich krassen und gruseligem "Experiment".

Liebe Grüße,

Roxana

Mo, 10.Sep 2007, 09:18
@Misses X:

Also Macht über jemanden zu genießen bis in den Alltag, das mag mir net gefallen. Das hört sich nach völliger Selbstaufgabe und Abhängigkeit an, auch wenn der Hintergrund durchaus positiv sein mag.
Oder ist "Macht" da vielleicht nur unglücklich ausgedrückt?
Ansonsten werden sich einige sicher wiederfinden in dem was du in deiner Experimentierphase entdeckst und auslotest.
Auf diese Weise schärfst du deine Sinne.


Liebe Grüße,
Roxana

Mo, 10.Sep 2007, 11:49
Hallihallo.
Ich hatte heute morgen schon hier geschrieben, weil ich mein eigenes Statement plötzlich nicht mehr unmissverständlich fand, musste dann aber erstmal zum Training *grins*.

Ich bin eindeutig gegen unmündige Sklaven.

Ich für meinen Teil drohe weder noch stelle ich Forderungen oder Anweisungen für das Privatleben innerhalb einer Session. Das gehört da nicht hin und wäre eindeutig verantwortungslos. Deswegen schrieb ich oben auch, dass Übungsobjekte höchstwahrscheinlich nichts mit nach Hause nehmen.

Aber wenn besagter (Jetzt-)Gentleman mit mir Essen geht auf einer gleichberechtigten Ebene, dann sage ich durchaus, wie man sich richtig verhält, da ich sehr auf guten "Benimm" wertlege. Und wenn ich mich mit meinem anderen Sklaven, der seine Ernährung umgestellt hat unterhalte oder ihm gesunde Ernährung positiv vorlebe, so geschieht auch dies nicht innerhalb einer Session und schon gar nicht mit Drohungen oder Ähnlichem. Sondern durch das Durchdenken und für gut oder schlecht Befinden von einem netten Rat, der auf einer gleichberechtigten Ebene außerhalb einer Session erfolgte.
Wie gesagt handelt es sich bei diesen Personen um Langzeitsklaven. Und das ist eben viel mehr, als eine abgeschlossene Session. Wir verbringen tatsächlichen Alltag miteinander und nur in diesem wirke ich bei manch einem auch auf diesen. Und auch dann ist es noch immer den Sklaven überlassen, ob sie tun was ich als richtig empfinde und vorlebe.

Ich distanziere mich also, obwohl ich durchaus Wirkungen auf den Alltag meiner Langzeitsklaven habe, davon in irgendeiner Art und Weise fahrlässig und unverantwortlich zu handeln.

Misses X
interessiert, engagiert... aber ganz am Anfang.

Mo, 10.Sep 2007, 12:50
@Misses X:

ich weiß wie anstrengend es ist die "negativ" behafteten Auslegungssachen wieder gerade zu rücken.
Nicht grade ermunternd.

Du wirkst "spannend" mit deiner eigenen, persönlichen Philosophie,
zu spannend vielleicht für den ein oder anderen %zwinki%

Weiter so,

Roxana
Antworten

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