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Mal eine Frage an die breite Kolleginnenschaft

Sa, 08.Sep 2007, 16:23
Ich las heute was, was mich doch ziemlich erschütterte, weil ich es so gár nicht nachempfinden kann.
Roxana Sallés hat geschrieben:ich [...] hoffe das nicht ihre echte Leidenschaft für Mißstimmungen unter den Ladies und der Grund für einen Wechsel war.
Meiner Meinung ist das oft auch ein Grund das so tolle Damen verschwinden. Kann sein, muß nicht.

Roxana
Wie ist es in anderen Studios, wie haben andere Kolleginnen es kennengelernt? Ist Leidenschaft für den Beruf und für SM im Kollegium eher abträglich?

Marfa, gespannt auf die Antworten der Kolleginnen
klassische Domina http://www.la-marfa.com
Aus- und Fortbildungen und Coachings http://www.bdsm-akademie.com

Sa, 08.Sep 2007, 21:01
Liebe Marfa,

ich habe es so oft erlebt.

Ich denke es wäre allerdings verständlicher mit einem Link zu besagtem Thread, alles andere wird für Mißverständnisse sorgen denke ich.
Das liegt sicher auch nicht in deinem Sinn?
Und es ist "sicherlich" nicht die Norm, hoffe ich, denke ich...


Liebe Grüße,
Roxana

Sa, 08.Sep 2007, 21:13
Hallo Marfa,

ich sage mal "Jein".

Es ist sicher der Stimmung abträglich, wenn man die eigene "wahre und einzige" Leidenschaft permanent raushängen lässt und andere damit als nicht echt oder nicht leidenschaftlich klassifizieren will.
Man kann sowas vielleicht denken, aber grundsätzlich würde ich andere Mitarbeiterinnen nicht ungefragt bewerten, weder direkt noch indirekt. Und wenn ich mich in diesem Punkt diskret verhalte, kann meine Meinung auch nicht mein Nachteil sein.
Wo kein Richter, da kein Henker. Wenn ich aber richte, dann muss ich das Echo vertragen können.

Grundsätzlich habe ich eher die Erfahrung gemacht, dass die Frauen versucht haben sich gegenseitig in vermeintlicher Erfahrung, Leidenschaft und Phantasie zu überbieten. In keinem anderen Beruf ist mir jemals so ein unbegründetes Geltungsbedürfnis begegnet wie in diesem. Als ob das Leben davon abhinge, dass man ganz vorne steht und die edelsten Gäste abgrast. Vermutlich ist das die Kompensation für den Makel der "Nichtbürgerlichkeit".


lg

Wanda

Sa, 08.Sep 2007, 21:33
@LadyWanda:

Wenn man sie raushängen läßt:
Keine Frage Lady Wanda.
Das ist denke ich in dem Zusammenhang aber gar nicht das Thema, nicht wahr?


Vielleicht ist es auch etwas unverständlich ausgedrückt:

Es kann bei Damen die länger und routinierter in dem Job sind für Argwohn oder Unverständnis sorgen wenn man am Anfang fast süchtig ist nach den neuen Eindrücken, noch unverbraucht und enormen Spieltrieb mitbringt und das dann noch mit großem Erfolg.
Oder anders und einfach: mit "Lust", nicht nur im Studio sondern auch diese privat gerne auszuleben, was oft zynisch abgewertet wurde und das in Köpfen die doch eigentlich perverser net sein könnten in der Phantasie.
Da wirst du schon schräg angeguckt wenn du lachend aus der Session kommst.

Ich sehe das mit großer Freude wenn man das hin und wieder bei neuen Damen wieder erkennt.
Denke da beispielsweise an die liebe Nora (jetzt in Hamburg im Studio Rex).%gern%

Im Gegenzug dann aber auch mitzuerleben wie vieles negativ einwirken kann und der Spaß sehr schnell dadurch getrübt wird und die Damen in der Entfaltung ausgebremst werden, sobald sie auch mal zurecht persönliche Privilegien durchsetzen.
Das tut schon weh, das man jene Goldstücke, die erfolgreich sind dann quasi vergrault und ziehen läßt , oder überfordert, nicht auffängt...und man nicht beeinflussen kann.
Eigentlich doch sehr suspekt. Sie arbeiten gut und zudem gerne und dann...
Ich kann mir zwar vorstellen das viele so etwas nie beobachtet haben aber sicher werden einige zumindest nachvollziehen können was Mißgunst untereinander auslösen kann. %zwinki%

Liebe Grüße,
Roxana

Sa, 08.Sep 2007, 21:35
@Lady Wanda:

Und das ganz nimmt schnell wieder einen Verlauf in die verkehrte Richtung.
Schade.

Schriebst du nicht mal selbst an irgendeiner Stelle was dir mißfiel an einigen typischen Störfaktoren in Großstudios?
Nichts anderes wollte ich somit hinterfragen in dem Beitrag zu der Dame, aus dem Lady Marfa einen Bruchteil zitierte.

Siehe als ganzes:
http://www.dominaforum.net/forum/ftopic12007.html

Liebe Grüße,

Roxana

So, 09.Sep 2007, 07:15
Gehts hier um Emelie aus Berlin oder gehts hier um die Erfahrung von anderen Dominas, Marfa? Da Roxana ja den Link zum Berliner Forum gestellt hat, weil sie der Meinung ist, dass dies etwas mit diesem Beitrag zu tun hat, möchte ich da erstmal Klarheit haben.

Liebe Grüsse
Nala

So, 09.Sep 2007, 12:18
Off-Topic-Bereich dieses Forums lese ich immer wieder Beiträge, die große Leidenschaft für den Job erkennen lassen. Viele Frauen bringen neben ihrer Zeit auch ein Stück ihrer Persönlichkeit in dieses Forum ein. Natürlich beobachte ich das besonders bei Kolleginnen (oder ehemaligen Kolleginnen), die ich auch persönlich kenne: Da ist zum Beispiel Nalas Sinn für Gerechtigkeit, Undines Sachlichkeit, Tanjas Mut. Oder auch: Roxanas Temperament.

In jeder Branche gibt es Arbeitgeber, Team- oder Projektleiter, die Eigenengagement, Initiative - oder schlicht "Leidenschaft für die Sache" schätzen und es gibt solche, die es nicht tun. Seine Persönlichkeit einzubringen ist nicht überall erwünscht und es ist auch nicht überall sinnvoll. Unterschiedliche Bedürfnisse und unterschiedliche Strategien. Ich behaupte: Das kennt jeder! Jeder war schon einmal in einer Situation, wo er sich selbst in seinem Bedürfnis nach Kreativität und Autonomie im Job ausgebremst gefühlt hat. Das ist frustrierend. Je nach Möglichkeit und Qualifikation kann der Wechsel des Arbeitsplatz, des Teams oder des Projekts eine Konsequenz aus dieser Frustration sein. (Manche resignieren, manche kämpfen wie eine Löwin ;-), manche fühlen sich genau damit wohl und manche Wege führen aus der Sicherheit in die Selbstständigkeit!)

Wenn man immer wieder die Erfahrung macht, dass Engagement nicht geschätzt wird, kann das dazu führen, sich einsam zu fühlen - als Einzelkämpferin. Mein Wechsel hat mir jedoch die Erfahrung vermittelt, dass es viele Frauen gibt, die sich über das Studio hinaus im Bereich BDSM engagieren. Ich fühle mich diesen Kolleginnen verbunden und bin froh, dass sie mein (Arbeits-)Leben bereichern - auch wenn sich unsere Ansichten teilweise konträr gegenüberstehen.

So, 09.Sep 2007, 13:14
Nala hat mich richtig verstanden, es ging mir völlig losgelöst vom sonstigen Inhalt des Berliner Pfads um die Tatsache, dass eine Kollegin glaubt, dass Damen allein ob ihrer SM-Leidenschaft in Studios anecken und sogar diese verlassen müssen. Die Idee fand ich sehr fremdartig und möchte genau und allein dazu weitere Einschätzungen lesen.

Deshalb ist auch ein Verlinken in den Berliner Pfad überflüssig, zumal dort laut den Forumsregeln außer bestenfalls Berliner Damen eh keine andere Domina schreiben darf, nicht wahr?

Roxana Sallés hat geschrieben:die Damen in der Entfaltung ausgebremst werden, sobald sie auch mal zurecht persönliche Privilegien durchsetzen.
Bei dem zitierten Ausschnitt kann ich aber dann doch ganz gut verstehen, dass es Schwierigkeiten mit Kolleginnen innerhalb des Kollegiums gibt. Was soll das denn sein: zurecht persönliche Privilegien durchsetzen. Wer entscheidet darüber, ob Privilegien zurecht sind? Die Dame selber? Können Privilegien überhaupt zurecht sein? Und dann noch PERSÖNLICHE Privilegien; sind das Privilegien, die sich in der Person der bestimmten Dame begründen? Das riecht doch sehr nach Willkür, nach ungerechtfertigter Bevorzugung.
Ich bemühe mich sehr, alle Damen im Team gleich zu behandeln und keine Willkür und Ungerechtigkeit aufkommen zu lassen. Und schon gar nicht, dass eine Dame von sich aus anfängt, persönliche Privilegien durchzusetzen.

Marfa
klassische Domina http://www.la-marfa.com
Aus- und Fortbildungen und Coachings http://www.bdsm-akademie.com

So, 09.Sep 2007, 13:32
@Lady Marfa:

Ich denke im besagten thread wird der Zusammenhang dennoch klar was ich ausdrücken wollte.
Vielleicht ist aber das Wort "Privileg" ungünstig gewählt und ich ersetze es mal durch persönliche "Vorstellungen", evtl. was die Abwicklung im gesamten Umgang mit den Gästen betrifft.
Nicht überall wird den Damen da freie Entfaltung zugestanden.
Es ehrt dich wenn du alle Ladys gleich behandelst, die Norm ist es schließlich nicht.
Aber mir ging es dort auch eher um den Umgang unter Kolleginnen oder besser Mitarbeiterinnen.
Ich denke nicht, das man immer mitbekommt ob da nicht unterschwellig gemobbt wird aus welchen Gründen auch immer.Leider.

Liebe Grüße,
Roxana

So, 09.Sep 2007, 13:35
@LadyWanda:
Da Lady Marfa das Zitat aus dem Thread isoliert hat, geht es wohl allgemein um die Frage, ob "echte Leidenschaft" zu schlechter Stimmung im Kolleginnenkreis führen kann.
....oder ob Engagement dazu führen kann.

Ja, sicher. Kann es zu schlechter Stimmung führen.
Den Beweis haben wir (in)direkt vor Augen. %zwinki%

Liebe Grüße,
Roxana

So, 09.Sep 2007, 13:35
Nala hat mich richtig verstanden, es ging mir völlig losgelöst vom sonstigen Inhalt des Berliner Pfads um die Tatsache, dass eine Kollegin glaubt, dass Damen allein ob ihrer SM-Leidenschaft in Studios anecken und sogar diese verlassen müssen. Die Idee fand ich sehr fremdartig und möchte genau und allein dazu weitere Einschätzungen lesen.
Ja, es soll Studiobetreiberinnen geben, die es mit Skepsis beobachten, wenn man als Frau privat gerne Parties besucht, einen Spielpartner hat, der nicht zahlt und sich in "der Szene" engagiert und es soll Kolleginnen geben, die das ähnlich sehen.

So, 09.Sep 2007, 13:59
@ Nora
"Es soll geben", mehr so als urban legend?
Ich persönlich finde es eher positiv, wenn eine Dame private SM-Lust hat, und fördere es dadurch, dass ich Kolleginnen mit ihrem festen Partner im Studio kostenfrei spielen lassen, solange es im Rahmen bleibt.

Mobbing kann es auch im Studio geben, aber meine Meinung ist, dass, wie in jedem anderen Betrieb auch, nur schlechte "Vorgesetzte" dies nicht mitbekommen und Mobbing auch immer eine Sache ist, die von oben zumindest in der Wurzel angelegt ist.

Gerade die persönliche Entfaltung einer jeden Dame innerhalb eines Studios und eines Teams ist immer eine Gratwanderung. Eine Dame kommt nur dann so authentisch dominant rüber, wie ich es mir für mein Studio wünsche, wenn ich ihr erlaube, ihren persönlichen Ausdruck von Dominanz zu pflegen. Andererseits stehen ich und das Studio ja auch für einen gewissen Standard und eine gewissen Qualität, die erhalten und weiter gefördert werden sollen. Das erfordert schon immer auch einen gewissen Abgleich der "Studioart" und der eigenen Art jeder Dame. Und wenns eben gar nicht zusammenpasst, dann ist es für die Dame, das Studio und das Team besser, dass man sich respektvoll trennt.

Marfa
klassische Domina http://www.la-marfa.com
Aus- und Fortbildungen und Coachings http://www.bdsm-akademie.com

So, 09.Sep 2007, 14:29
Hallo Marfa,

ich stimme Dir völlig zu:
Mobbing kann es auch im Studio geben, aber meine Meinung ist, dass, wie in jedem anderen Betrieb auch, nur schlechte "Vorgesetzte" dies nicht mitbekommen und Mobbing auch immer eine Sache ist, die von oben zumindest in der Wurzel angelegt ist.
Was Du über Deine Einstellung zu Deinen Mitarbeiterinnen geschrieben hast, spricht für Dich. Ebenso Deine Erschütterung über das Ausgangsstatement. Dass schlechte Vorgesetzte und frustrierte Kolleginnen real existent sind, ist bedauerlich. Aber warum sollte sich die professionelle BDSM-Szene da von der Außenwelt unterscheiden?

Auch ich bin der Meinung, dass ein respektvoller Umgang miteinander - auch über die Grenzen einer Zusammenarbeit hinaus -, erstrebenswert ist. Denn was ich als "schlechten Führungsstil" empfunden habe, kann für eine andere Dame die Basis für eine angenehme Zusammenarbeit darstellen. Ich denke positiv und bin daher der Meinung, dass sich findet, was zusammenpasst. Dame - Studio, Mitarbeiterin -Team, Studioleiterin - Mitarbeiterin, Dame - Gast. Auf dass wir alle von dem Job, den wir gerne ausüben möchten, gut leben können. Hoffentlich: happily ever after... :)

So, 09.Sep 2007, 14:37
@Norah & Marfa

Ich habe meine privaten Neigungen beruflich nie zur Diskussion gestellt. Die Studioregeln müssen logischerweise für alle Damen gelten, sonst wären sie sinnlos. Wenn ich damit nicht übereinstimmen kann, was meist auf Dauer so war, habe ich das Studio ungemobbt und ganz freiwillig verlassen.

Wenn Norah allerdings sagt, dass so etwas vorkommt, so hat die Studiochefin meiner Meinung die falschen Instinkte. Denn dem Gast ist Leidenschaft sicher willkommen und er lässt immerhin sein Geld da. Die Studiochefin wird aber dann Grund zum Eingreifen haben, wenn die selbstpostulierte Leidenschaft zu Unfrieden unter den Damen führt. Dann ist es letztlich ein reines Abwägen der Verdienstmöglichkeiten.
Was spricht denn dagegen, wenn ich privat auf SM-Parties gehe? Den Ansatz kann ich nicht verstehen.

Grundsätzlich gehe ich meine Probleme mit folgender Strategie an: Probleme, die sich musterartig immer wiederholen, führen mich meist dazu, nicht die Ansichten und Motive aller anderen zu hinterfragen, sondern mein eigenes Vorgehen in bestimmten Punkten. Denn nur dieses kann ich verändern. Ansonsten laufe ich Gefahr die Orte zu wechseln und trotzdem immer das gleiche Szenario durchzuspielen.
So kann ich nicht wild mit Engagement und Leidenschaft um mich werfen, wenn dieses gar nicht willkommen ist oder mir gar zur Last gelegt wird. Mein Verhalten muss grundsätzlich situationsangemessen sein. Die Reaktion meiner Umwelt zeigt mir relativ eindeutig, ob ich mich noch im angemessenen Rahmen bewege oder ob ich Konsequenzen ziehen sollte. Daran ist im Grunde nichts traurig, das ist einfach eine Sache des Verstandes.

Herzlichst

WvD
Antworten

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