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Dürfen geistig behinderte Menschen auch ein Studio/eine Hure besuchen?

Nein - auf keinen Fall!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5 (8%)
Ja - auf jeden Fall!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 25 (42%)
Weiss ich nicht!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5 (8%)
Wenn sich derjenige artikulieren kann - ja!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 25 (42%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 60

Fr, 16.Jun 2006, 21:10
Hallo zusammen, hallo Drizzt,

auf ähnliche Fälle hatte ich bereits früher hingewiesen. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie hier schon mehrfach festgestellt wurde. Wir drehen uns bei dieser Diskussion im Kreis, weil man einfach zu keinem typischen Ergebnis kommen kann, weil es nämlich kein allgemeines Ergebnis gibt. Insofern habe ich hierzu nichts mehr zu sagen. Trotzdem wünsche ich allen anderen hier Glück für gute Ideen, möglicherweise melde ich mich in diesem Thread nochmal zu Wort, wenn ich wieder etwas dazu zu sagen habe. Schönes Wochenende miteinander.

Bis neulich: Dreiachser.

Fr, 06.Apr 2007, 20:28
Hallo Katharina,
das Thema ist wirklich ein "heisses Eisen". Ich würde es auch solchen Menschen nicht verbieten ihre Lust zu befriedigen. Wieso und warum auch?! Leider sagt die Wissenschaft etwas anderes darüber... nämlich, dass geistig behinderte wenig bis gar keinen Sex haben. Prügelt mich jetzt nicht deswegen, ich kann nur nacherzählen was ich darüber gelesen und ferngesehen habe. Mit der betonung auf geistig!!
Als Domina brauchst du gute Nerven, weil solche Menschen langsamer reagieren als "normale". (Und wieder bei betonung auf das geistige..) Da würde ich jetzt an deiner stelle ein doppelt, wenn nicht 4 mal so langes vorgespräch führen. Eben auch wegen der Langsamkeit.. Und ein gutes einfühlungsvermögen hast du in deinem job durch die Erfahrung sicherlich. In dem Falle brauchts aber noch etwas mehr davon. Und man darf die Geduld niemals verlieren! Es stellt sich ja die Frage, inwieweit dieser andere Mensch dir auch folgen kann. Und wie reagiert er?
Über sex im Altersheim kann ich dir mitteilen, dass einer bei uns am Stammtisch (ja ja...) 80 jahre alt ist und "es" immer noch macht.. ich denke auch, dass das von dir angesprochene Thema eher ein gesellschaftliches Tabu als wie evtl. auch real existierende Tatsachen sind. Da könnte man auch Wasser in den Rhein tragen... :) die Gesellschaft bleibt immer dieselbe..
Und einen tiefen knicks vor dir, das du solche Themen aufgreifst! winke winke

Spannendes Thema...

Mi, 16.Mai 2007, 13:18
Als erstes möchte ich mal Danke sagen für diejenige die das Thema eröffnet hat - schön das das hier zur Sprache kommt.

Schön und wertvoll finde ich vor allem die Beiträge von Nala und Dreiachser und der Dame die als Betreuerin für geistig Behinderte arbeitet.Bei ihr würde mich nochmal interessieren welche Erfahrungen sie in punkto Sexualbegleitung in ihrer Einrichtung hat.
Interessant fand ich, die Erfahrungsberichte derer die geistig behinderte Menschen in ihrem Umfeld erleben.

Da das ja zu meinen eigentlichen Berufsfeld gehört, nämlich Sexualberatung u.a. für geistig behinderte Menschen zu leisten, möchte ich es mir nicht nehmen lassen ein paar Zeilen dazu zu verfassen.

Fatal finde ich die Einstellung geistige Behinderung mit Kindsein zu vergleichen, das wird niemandem gerecht und erleichtert gar nicht den Umgang.

Drei Sachen möchte ich aber aufgreifen, die hier schon mehrfach benannt wurden:

1. der Bedarf wird hinterfragt

Aus meiner Arbeit im Institut und durch Erfahrungsberichte von KollegInnen weiß ich, das tatsächlich extrem wenig geistig Behinderte (egal mit welchen kognitiven Fähigkeiten) Interesse an sadomasochistischen Praktiken haben, Fetischismus ist da eher verbreitet. Zahlen kann man nicht nennen, die Mühe das zu untersuchen hat sich noch keiner gemacht.

2. die Finanzierung angesprochen

Ein wichtiger Punkt, mal abgesehen davon das nicht jeder behinderte Mensch arm und bedürftig ist, gibt es unterschiedliche Finanzierungsmodelle. Und ja, die meisten Menschen in entsprechenden Einrichtungen oder bei Unterbringung in der Familie bekommen eine art Taschengeld oder haben einen kleinen Verdienst aus der WBF. Es gibt sehr offene Einrichtungen mit MitarbeiterInnen Wege finden zu sparen oder besonders abzurechnen um ihren Bewohnern Sexualbegleitung zu finanzieren.

3. die Frage der Kompetenz in üblichen Studios

Mit Sicherheit gibt es empathische und intuitive Sexarbeiterinnen in den Studios, für eine vernünftige und sichere Sexualbegleitung von geistig und körperlich Behinderten wäre es m.E. besser sich dem entsprechend ausbilden zu lassen. Einige Gründe wurden hier schon genannt. Im deutschsprachigen Raum gibt es einige Institute und Ausbilder die sich darauf spezialisiert haben. Generell ist in dem Bereich nicht das große Geld zu machen, deshalb haben diese Institute Schwierigkeiten Profis zu finden, die langfristig ihre Dienst in dem Bereich anbieten wollen und können. Der Begriff heißt Sexualbegleitung, oft wird weniger oder wesentlich anderes erwartet als die üblichen Nummern - oft geht es erstmal um Nähe und Sinnlichkeit außerhalb von Pflege.

So, 25.Nov 2007, 00:36
Es lädt förmlich dazu ein die Fragestellung umzukehren. Würden wir uns als Subs einer körperlich behinderten Domina hingeben? Würden wir Sessions bei einer Frau buchen, die im Rollstuhl sitzt? Es kann so schnell gehen. Blöd ausgerutscht, schön auf den Rücken geknallt und die Wirbelsäule spielt munter Puzzle. Ich stelle mir gerade eine Person vor, deren Körper nicht mehr so kann, wie ihr Geist will. Wie viele Männer würden sich noch für diese Frau interessieren, die in ihrem Leben vor dem Vorfall noch gepriesen und umschwärmt wurde? Was würde ihr noch bleiben, wenn die Leidenschaft ungebrochen wäre? Würdet Ihr sie noch besuchen?

Ich weiß, dies ist ein Thread über geistig und/oder körperlich behinderte Subs, aber gerade bei solch problematischen Fragestellungen versuche ich mir häufig das andere Extrem vorzustellen. Es hilft dabei sich selbst einzuschätzen.

Grüße,
Steffen

So, 25.Nov 2007, 22:41
LetzterMaso hat geschrieben:. Ich stelle mir gerade eine Person vor, deren Körper nicht mehr so kann, wie ihr Geist will. Wie viele Männer würden sich noch für diese Frau interessieren, die in ihrem Leben vor dem Vorfall noch gepriesen und umschwärmt wurde? Was würde ihr noch bleiben, wenn die Leidenschaft ungebrochen wäre? Würdet Ihr sie noch besuchen?
Ich bin mal im Aussendienst einer Kundin begegnet,die enorm hinkte.
"Fuss verknackst?"fragte ich mit mitleidigem Lächeln.
"Nein.Das ist von Geburt auf so.." entgegnete sie mir.
Fettnapfschweigen meinerseits.
Dann begann ich sie näher zu betrachten.Sie besass Aehnlichkeit mit Hillary Swanks,hatte aber wesentlich mehr Kurven(an der richtigen Stelle)
Jedesmal,wenn ich ihr begegnete musste ich sie anschauen und ich war mir nie sicher ,ob sie das als aufdringliches Glotzen wegen ihrer Behinderung auffasste...
In Tat und Wahrheit fand ich ihr Aeusseres in Kombination mit ihrer Behinderung total erotisch.
Hätte sie also sofort als Herrin akzeptiert.

Gruss Mechanik
zu leiden für die Schönste...ist das schönste

Sa, 29.Dez 2007, 14:52
Hallo Ihr,

ganz ehrlich, es ist immer die Eigene Definiton von "Geistig/Körperlicher Einschränkung" die hierbei wohl gewertet wird.
Das Problem ist ja ganz Simpel - für den einen ist schon die kleinste "Behinderung" ( Das Wort bedeutet ja nur, das man durch den Körper oder den Geist daran gehindert wird, so zu sein wie die NORMALOS ) eine schwerwiegende Einschrenkung, selbst bei SM. Für den anderen hingegen ist die Körperliche/Geistige Behinderung auf den ersten, zweiten und dritten Blick garnicht auffällig - jetzt stellt sich die Frage ob man für Behinderungen eine Skala aufstellen will, ergo 1 hat nur eine leichte Körperliche oder Geistige Einschränkung und darf somit voll belastet werden, 10 hingegen darf es nicht.
Und da drängt sich gleich ein weiteres Porblem auf - Menschen die bei klaren Verstand sind, wollen nicht durch zweite oder dritte Personen bevormundet werden, nur weil diese "Denken", das was der Betroffene habe, sei schwer wiegend, eventuell hat man dann als nicht Betroffener auch Wesentlich mehr Berührungsängste als im Normalfall.

Aber was ist schon normal? Wenn man es so sieht hat JEDER, ja ich meiner JEDER, eine Psychische und Körperliche Besonderheit und damit Behinderung, es gibt keinen Medizinischen Perfekten Menschen - jede hat seine Schwachstelle, auch wenn viele Menschen sich dessen nicht bewusst sind - oftmals Tritt diese Schwachstelle erst spät im Leben auf.

Um aber noch einmal zur geistigen Behinderung zu kommen, es gibt anscheinend in der heutigen Welt wirklich noch Menschen, die glauben das eine pschologische Behinderung gleichgesetzt werden kann mit Sprachstörungen, Tourett oder weiss der Teufel was.
Es tut mir Leid für diese Personen, ich will sie nicht angreifen - aber Wacht auf...
Vielen sind bestimmte Krankheiten nichteinmal bewusst.
Ich selber bin auch ein Psychischer Abnormer Fall - ich bin einer von 100.000 Männern weltweit mit der Diagnose: Borderline, ich habe SVV, ADS und Depressionen - wenn ihr es nicht wissen würdet wäret ihr aber nie darauf gekommen - wer jetzt nicht weiss was das für Krankheiten sind - siehe www.Wikipedia.de .

Ich würde einen Menschen NIE nach dem beurteilen wie er Aussieht ( körperliche Einschränkung / Behinderung ) oder wie er denkt ( geistige Einschränkung / Behinderung ). Solange diese Person es will, wird er sich auch darüber Gedanken gemacht haben was das für Folgen hat - niemand der ncith auf SM "steht" hat sich auch nur im Entferntesten damit auseinader gesetzt.

Die Frage ist eher, ob diejenigen die eine "Behinderte" Person ( ich hasse das Wort, weil es total falsch Interpretiert wird von den Leuten ) für das Verurteilen, für das diese Person absolut nichts kann nicht eventuell selbst einen Schaden haben...

so long...
Amicus certus in re incerta cernitur.
Antworten

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