Vor der Pandemie in einem Studio einer Großstadt mit bekannter Kirche in NRW. Ich hatte ein Gefängnis-Rollenspiel geplant, mein Gast ist dafür aus Holland angereist. Es sollten eigentlich nur wir zwei beteiligt sein, aber an dem Tag war im Studio nichts los. Fast alle Termine der Kolleginnen hatten abgesagt. Während ich also noch Mini-Plastiktüten mit Backpulver gefüllt habe (die wollte ich später bei der Durchsuchung der Kleidung „finden“, irgendeinen Grund für die Festnahme braucht man ja), hat sich eine Kollegin angeboten, die allgemeine körperliche und anale Untersuchung nach der Festnahme in der Klinik zu machen, damit sie was zu tun hatte. Und von da an nahm alles einen völlig ungeplanten Verlauf. Eine andere Kollegin zog auf meine Erzählung hin was gleich passieren soll, einen echten, orangen Gefängnisanzug aus den USA aus dem Schrank, und fragte ob ich den für die Session haben wollte. Natürlich! Ich war die Polizistin, die die Verhaftung und das spätere Verhör inkl. Folterung vorgenommen hat, die Kollegin die Ärztin. Nach der Untersuchung sollte der Häftling auch angemessen gekleidet sein. Irgendwann hat sich die Studioinhaberin umgezogen, die zu der Zeit schon nur noch selten in Sessions involviert war, und kam dazu als Kommissarin, um den Status des Verhörs abzufragen und die Bilder für die Verbrecherkartei zu machen. Zwischendurch wurde von der „Ärztin“ noch eine Urinprobe gezapft. Währenddessen ist eine andere Kollegin in ein Business-Outfit gestiegen, Haare hochgesteckt und als der Häftling seine Zeit in der Zelle verbringen musste, ging sie zu ihm und hat sich als seine Anwältin vorgestellt und ihm geraten nichts zu sagen was gegen ihn verwendet werden könne. Wir haben über 3 Stunden das für uns lustigste und für den Gast aufregendste Rollenspiel erlebt. Sozusagen ein „Impro-Theater“ aber sexy. Der Gast war im Nachgespräch noch völlig geflasht, weil er natürlich nicht damit gerechnet hatte, dass er eine Dame bezahlt und vier bekommt. Aber irgendwann ist an einem Flautetag halt auch alles geputzt und sortiert, sind alle Handtücher gefaltet und die Abbindebänder entknotet. Da kommt so eine Beschäftigung ganz recht
Das ist auch nach Jahren noch eine meiner schönsten Erinnerungen an das Studio, auch wenn ich da aus Gründen keinen Fuß mehr rein setzen werde. War eine tolle Zeit.


. Ich hab noch ne Gute
In irgendeiner Stadt vor etlichen Jahren… (...) Ich glaube nie wieder hat so viel Gelächter aus einem Studio gedröhnt als an dem Abend in…äh…Buisbergheim 
Ok, es war nicht auch noch das „echte Backstage“, das wär das i-Tüpfelchen gewesen, sondern eine andere Veranstaltungslocation ca 12 Kilometer von DEM Backstage entfernt 

Hoffentlich 
