Was hier noch wenig zur Sprache kam ist, dass es vermutlich auch davon abhängt ist, wer angesprochen werden soll. Jetzt mal auf die Anzeigen und Websites von Dominas und Studios bezogen, sieht es ja nach wie vor überwiegend so aus, dass der weitaus größere Teil das generische Maskulinum verwendet. Und die Zielgruppe ist da in der Regel (cis) männlich.
Ich selbst nutze auf meiner eigenen Homepage, in meiner Werbung usw. nicht oft das generische Maskulinum, weil ich eben nicht ausschließlich männliche Kundschaft ansprechen möchte. In der persönlichen schriftlichen Kommunikation auch nur dann, wenn ich es mit Personen zu tun habe, die eine Lese- und Rechtschreibschwäche haben, oder einen Screenreader benutzen. Denen muss ich es nicht noch komplizierter machen. Vor einer Weile habe ich auf Twitter mal etwas herum gefragt, was nicht-binäre, queere, respektive trans Personen dazu veranlassen würde, eine Domina zu besuchen. Mit einer der häufigsten Punkte die genannt wurden, war die Art der (An-)Sprache, sowie das deutlich machen, dass man für diese Personen einen sicheren Rahmen bieten kann und möchte. "Sicher" bedeutet in diesem Fall zum Beispiel, dass man eine Person nicht misgendert, oder taktlose respektive sogar transfeindliche Ausdrücke benutzt. Ich möchte so einen sicheren Rahmen bieten. Und ich möchte sehr gerne, dass sich mehr Menschen unterschiedlicher Geschlechter trauen, einmal in ein Studio zu gehen und neue Erfahrungen zu machen.
Das bringt dann halt auch mit sich, dass andere Menschen nicht zu einer Session zu mir kommen, weil sie kein Verständnis dafür haben oder eine inklusive Herangehensweise schlicht ablehnen. Aber seit ich meine Sprache mit der Zeit verändert habe, ist der Anteil von Frauen und anderen nicht männlichen Personen von 0% auf die wie schon mal erwähnten etwa 15% angestiegen. Das ist für mich ein Erfolg, denn natürlich ist der Löwenanteil der Personen die ein Studio besuchen noch immer männlich und ganz so schnell wird sich das sicher nicht ändern.
Wer wirklich so ein ganz massives Problem mit der Veränderung von Sprache hat, hat auch noch immer unglaublich viele Alternativen wo "wie damals" geschrieben wird. Wobei "wie damals" bedeutet: "seit Ende der 1990er Jahre", also seit der Rechtschreibreform. Seit damals schreiben auch Ämter und andere offizielle Stellen nicht mehr die sog. "alte Rechtschreibung", die sehr viele von Euch sicher noch gelernt haben. Wenn man hier mal schauen möchte, die Veränderungen sind deutlich umfangreicher gewesen, als hier und da mal ein Sternchen und "innen" zu tippen. Plus, manche Formulierungen waren nur von 1996 bis 2004 korrekt, wurden danach aber wieder abgeschafft:
https://www.fehler-haft.de/wissen/altundneu.html (es gibt noch deutlich mehr Seiten, die die Unterschiede ausführlicher aufzeigen).
Zu diesem Thema kann eine Diskussion endlos werden, weil die Ansichten so sehr auseinander gehen. Das ist an sich auch nichts Schlechtes, aber wenn wir uns darauf einigen könnten, nicht immer gleich abwertend über andere Personen zu schreiben, deren Entscheidungen als "Mist" o.ä. zu bezeichnen, wäre der Austausch mit Sicherheit etwas fruchtbarer. Wobei ich bei der einen oder anderen Person gar nicht so sicher bin, ob echtes Interesse an Austausch besteht, oder nur darauf gewartet wird, dass manche Menschen Dinge anders handhaben.