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Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

Mo, 18.Dez 2017, 23:03
cm hat geschrieben:Miezecat: Die Zahl von 50 Frauen genügt auf die Gesamtzahl der im Gewerbe tätigen Frauen völlig aus, die Frage ist nur sind bzw. waren diese Frauen repräsentativ. Möglicherweise hat sich das Gewerbe die letzten 1-3 Jahre völlig verändert oder Berlin ist nicht für Deutschland repräsentativ oder die Damen, die sich bei Lady MacLaine beworben haben und bei und mit ihr gearbeitet haben waren eine "ganz spezielle Auswahl aller Dominas". Was ich eher nicht denke ....

Deine Frage "Warum macht man denn einen stressigen Job, an dem man keinen Spaß hat und am Ende des Tages nicht mal ordentlich Kohle in der Tasche hat?" kann man ja auch für viele Jobs stellen, egal ob z.B. Krankenschwester oder Coiffeuse. Zudem ist natürlich auch der Unterschied, dass man als "Domina" keine mehrjährige Ausbildung, gewisse schulische Vorbildung, etc. benötigt und natürlich viele in dieses Gewerbe angezogen werden wie es z.B. in den zwei oben erwähnten Berufsbereichen nicht der Fall ist. Dies habe ich auch so im Buch gelesen und deshalb ist die Spanbreite der Dominas was Interessen, Ausbildung, etc. angelangt auch grösser als in anderen "Berufsparten".

Auch, wenn es jetzt nicht so populär ist, aber für mich ist die Diskussion, ob die Dame eine BDSM-Neigung hat oder nicht, relativ irrelevant. Die Frage ist für mich eher, ob die Domina die "Neigung" hat sexuelle "Wünsche/Träume" von Männern zu erfüllen (als Dienstleisterin) und für sie es befriedigend ist, wenn ein Kunde glücklich nach Hause geht.
Tzzzzzz *verschränkt die Arme und stampft trotzig mit der Pfote auf*

Das ist auf jeden Fall eine steile These! Dazu müsstest du aber die absolute Zahl der tätigen Dominas beziffern können, um dann die Validität der Korrelationshypothese testen zu können. Und, liebe Popcorn-snackende Community, ich kenne mich nun wirklich mit dem ubiquitären small-n-problem aus. Ich habe schließlich drei Mal an der Statistik-Prüfung teilgenommen. Ja ok, das eine Mal war ich nicht da, weil ich verkatert im Bett lag, das zweite Mal hatte ich auf Lücke gelernt und es wurden nur die Lücken geprüft, aber dafür konnte ich dann beim dritten Versuch richtig durchstarten.

To make a long story short: 50 Frauen sind als Stichprobe zu wenig, aber es geht ja auch gar nicht um eine Studie. Sondern es geht um die Motivation, die hinter der Berufswahl steht. Darüber hatten wir gesprochen. Und Lady MacLaine hatte verallgemeinert, dass die Frauen "ohne Spaß am Job" ihrer Arbeit nachgingen, die darüber hinaus schlecht bezahlt wird. Und das bezweifle ich weiterhin.

Aber ich gehe mit, wenn wir es nicht "Spaß" nennen, sondern … na …. sagen wir Sinnhaftigkeit. Das trifft dann auch auf die von dir erwähnten Krankenschwestern zu. Letztendlich liegt doch die Basis eines gelungenen Berufslebens darin, dass man eine Mischung aus motivierenden Faktoren hat: wirtschaftlicher Erfog, soziale Anerkennung, ein angenehmes Arbeitsumfeld, sinnstiftende Tätigkeiten.


lord_of_the_board hat geschrieben:
Miezecat hat geschrieben:Danke auch für die Offenheit und den Einblick! Du hattest das ja schon weiter oben beschrieben, aber es überzeugt mich nicht gänzlich. 50 Frauen sind natürlich schon mal eine gewisse Menge, aber gemessen an der Zahl der tatsächlich im Gewerbe tätigen Frauen ist es keine Fallzahl, die einen belastbare Aussage zulässt. Und mal abgesehen von den Zahlen und Zusammenhängen und ich möchte das jetzt auch nicht als anmaßende Frechheit verstanden wissen, aber: warum macht man denn einen stressigen Job, an dem man keinen Spaß hat und am Ende des Tages nicht mal ordentlich Kohle in der Tasche hat? Vielleicht stehe ich jetzt auf dem Schlauch, aber in meinem Kopf ergibt das keinen Sinn.

Und ja, ich erwarte tatsächlich, dass mir der Profi-Top hinterher suggeriert, dass es ein klasse Spiel war. Bei durchschnittlichen Tributen von 200 bis 300 Euro pro Stunde sollte diese Illusion im Preis inbegriffen sein. Aber ich bin schon in der Lage zwischen Fantasie und Realität zu unterscheiden. Bilde ich mir aber auch vielleicht nur ein. %zwinki% Jedenfalls wäre ich tatsächlich unangenehm berührt, wenn ich nach der Session zu hören bekomme: "Man, jetzt war ich aber schon froh, dass die zwei Stunden irgendwie vorbei gegangen sind."
Dieser Meinung und diesen Aussagen schließe ich mich vollumfänglich an.

Super Typ, dieser Lord-Man! Der weiß, was gut ist! *hebt die rechte Pfote für ein High-Five*
Was schöne Frauen über mich sagen: artikuliert, gewaschen, pünktlich und solvent.
Was ich sage: Jede schöne Frau braucht eine Katze.

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

Di, 19.Dez 2017, 12:03
VelvetSteel schrieb:
Erklär mir mal, wem geholfen ist, wenn ich einen Kerl für einen Termin annehme, der mich nur besoffen anruft, und ständig Dinge von mir verlangt, die zu meinen tabus gehören.
Soll ich da deiner meinung nach brav folgsam kundenorientiert die Fresse halten und mich vom Besoffski vergewaltigen lassen, weil der "Weg des geringsten Widerstandes" ja kein gutes Kundenmanagment ist?

Vertrieb ist nicht Domina sein, mein Lieber. Im zweifelsfall geht es nicht drum, dass das Ego ein bisschen gekränkt ist, sondern Ruf, Leib und Leben auf dem Spiel stehen.
Ok, das ist jetzt etwas weit her geholt, da wir denke ich, nach einigen Jahren Berufserfahrung die Intuition besitzen zu selektieren und es demzufolge kaum bis gar nicht vorkommt das ein "Besoffski" überhaupt telefonisch zum Zuge kommt zwink
Fakt ist sicher, das die Abwicklung der sehr intimen "Kundenakquise" wenig bis gar nicht übertragbar wäre auf das "solide" Job-Managemement.
+++Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen+++

roxanasalles@googlemail.com

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

Mi, 20.Dez 2017, 02:57
Guenter58095 schrieb:
Nicht unterschätzen sollte man auch individuelle Effekte auf der Zeitachse. Mit zunehmenden Alter und Routine können z.B. Zufriedenheit und Motivation sinken
Ich frage mich nicht zum ersten Mal wie du dir etwaige Prophezeihungen zusammen philosophierst.
Ein paar ' paysex" Erfahrungen und du hast das know-how, vor allem wenn es mit deinem Kopfkino passt.
Ich will nicht böse klingen, aber dieses "psychologische Geseiere" ist mörderisch anstrengend.
+++Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen+++

roxanasalles@googlemail.com

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

Mi, 20.Dez 2017, 03:22
Mistress Roxana hat geschrieben:Guenter58095 schrieb:
Nicht unterschätzen sollte man auch individuelle Effekte auf der Zeitachse. Mit zunehmenden Alter und Routine können z.B. Zufriedenheit und Motivation sinken
Ich frage mich nicht zum ersten Mal wie du dir etwaige Prophezeihungen zusammen philosophierst.
Ein paar ' paysex" Erfahrungen und du hast das know-how, vor allem wenn es mit deinem Kopfkino passt.
Ich will nicht böse klingen, aber dieses "psychologische Geseiere" ist mörderisch anstrengend.
Ja, bei manchen Beiträgen konnte ich mir diesen Gedanken auch nicht verkneifen. Was nicht böse gemeint ist. Man ist, wie man ist und man muss ja nicht jeden Beitrag lesen.

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

Mi, 20.Dez 2017, 03:58
Atriox schrieb:
Ja, bei manchen Beiträgen konnte ich mir diesen Gedanken auch nicht verkneifen. Was nicht böse gemeint ist. Man ist, wie man ist und man muss ja nicht jeden Beitrag lesen.
Doch, man muss jeden Beitrag lesen, weil sonst kein Zusammenhang, wobei es hier mittlerweile eh kackegal ist. %rolleys%
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roxanasalles@googlemail.com

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

Sa, 23.Dez 2017, 13:54
Ich finde sehr wohl, dass die zuletzt geführte Diskussion die Gedanken aus dem Buch weiterführt. Auf den letzten Seiten lässt sich doch die Autorin in ihrem "Märchen von der GroKo" darüber aus, wie die gesetzlichen Entwicklungen ihre Arbeit verändern und zieht die entsprechenden und hier bereits erwähnten Konsequenzen daraus.

Wenn man sich jetzt mal die Mühe macht und von der Tapete bis zur Wand denkt: die politische Idee hinter dem Prostituiertenschutzgesetz ist doch, dass man die Erwerbstätigen im Sexgewerbe beschützen muss. Und warum? Weil sie eben nicht aus eigener Motivation in diesem Geschäftsfeld tätig sind, sondern weil angeblich ALLE dazu gezwungen werden. Deswegen ist es aus meiner Perspektive nicht weit hergeholt, wenn in einem Forum wie diesem darüber diskutiert wird, aus welcher Motivation heraus, Frauen/ Männer/ Menschen in einem derartig stigmatisierten Berufsfeld tätig sind.

Klar, wir können diesen Thread auch nutzen und ein Best-Of ihrer Anekdoten zusammenstellen oder die Bilder von zerfetzten Sklavenärschen kommentieren. Kann man alles machen.

Atriox hat geschrieben:
Mistress Roxana hat geschrieben:Guenter58095 schrieb:
Nicht unterschätzen sollte man auch individuelle Effekte auf der Zeitachse. Mit zunehmenden Alter und Routine können z.B. Zufriedenheit und Motivation sinken
Ich frage mich nicht zum ersten Mal wie du dir etwaige Prophezeihungen zusammen philosophierst.
Ein paar ' paysex" Erfahrungen und du hast das know-how, vor allem wenn es mit deinem Kopfkino passt.
Ich will nicht böse klingen, aber dieses "psychologische Geseiere" ist mörderisch anstrengend.
Ja, bei manchen Beiträgen konnte ich mir diesen Gedanken auch nicht verkneifen. Was nicht böse gemeint ist. Man ist, wie man ist und man muss ja nicht jeden Beitrag lesen.

Ach kommt schon, Leute! Jetzt seid mal nicht so garstig, es ja schließlich bald Weihnachten. zwink Und Geseier mag es vielleicht sein, aber weniger psychologisch sondern eher soziologisch. Wo wir in einem Buch-Thread sind, ein kleiner Lesetipp: eine exzellente Einführung in die Arbeitssoziologie bietet Böhle et al "Handbuch Arbeitssoziologie" (darin besonders interessant für unsere Diskussion Kapitel 6 Gratifizierung von Arbeit sowie Kapitel 8 Arbeit und Leben). Viel kürzer und angenehmer zu lesen ist Stefan Kühls "Organisationen: Eine sehr kurze Einführung." Kühl fasst wahnsinnig prägnant zusammen, aus welcher Motivation heraus Menschen sich in einem Job engagieren. So viel dazu.


@Lederfreak, Roxana und Atriox: welche Themen aus dem Buch würdet ihr denn gerne besprochen sehen? Dann kommen wir auch wieder zurück zum eigentlichen Thema.
Was schöne Frauen über mich sagen: artikuliert, gewaschen, pünktlich und solvent.
Was ich sage: Jede schöne Frau braucht eine Katze.

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

So, 08.Apr 2018, 19:10
Flagheart hat geschrieben:Aber ich finde solche Dominas, die sich bösartig-diabolisch darstellen, bezw. die sich mit Dämonen, Teufel... ect, identifizieren, einfach nicht sympathisch, ich habe eine andere Vorstellung von SM, bezw. mir geht es dabei um Liebe, Strenge, Leidenschaft, Macht und Unterwerfung aber nicht um das Böse....
Es gibt nicht einfach nur "das Böse", denn das, was dir böse erscheint, dient dem vermeindlich Bösen zur Erfüllung irgendeiner Emotion, ob es sich dabei nun um Liebe, Leidenschaft oder Macht handelt, und das Instrument dabei kann dann Unterwerfung sein. Also widerspricht das Konzept eines Dämons, bzw. in diesem Fall einer Dämonin doch nicht der von dir geäußerten Vorstellung.

Sukkubi beispielsweise sind weibliche Dämonen, die Männer nachts zu sexuellen Handlungen zwingen und ihre Seelen aussaugen.
In allen Mythologien und Religionen spielt die Sexualität eine große Rolle und Dämonen werden (...) als die Platzhalter für verbotene Lüste gesehen (Quelle: Dämonenforum)
In Japan gibt es den Volksglauben der sog. Koki-Teno, das sind Werfüchse (ähnlich Werwölfen), die sich Männern in tierischer und menschlicher Gestalt zeigen und sie zu den verderbtesten Sexspielen verführen (zu sehen bspw. im Film "Die Legende der weißen Schlange"; hier ist der Film, startend an der Stelle der Werfüchse).

Es gibt sicherlich noch andere Beispiele dämonischer (sexueller) Verführung, die mir gerade nicht einfallen.
Das Buch kannst du zwar auch weiterhin nicht mögen, ich hoffe aber, dass ich deine Meinung ein wenig erweitern konnte, dass Dämonen und Erotik sich nicht ausschließen. zwink
"So where do you live, anyway?" - "Mostly in my head."
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