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Liebesentzug

Mo, 10.Jul 2017, 16:04
Selbst bin ich damit noch nicht konfrontiert worden aber immer wieder lesse ich hier im Forum von DL die durch Liebesentzug, sprich Ignorieren der Kontaktversuche oder Besuchsverbot, den Gast bestrafen wollen. Das finde ich im gewerblichen Bereich irgendwie merkwürdig, entsteht doch ein Interessenkonflikt und darüber hinaus die Gefahr den Gast sogar zu verlieren. Ich rede hier nicht von den Gästen die man bewusst verlieren möchte.
Mich hatte meine Favoritin mal unbeabsichtigt "ignoriert" und ich war da schon ziemlich durch den Wind und irgendwie auch kurzzeitig "beleidigt" und kurz davor eine andere zu kontaktieren. Also bei mir würde der Schuss nach hinten los gehen.

Mich würde interessieren was eure Erfahrungen und Meinungen dazu sind.

Re: Liebesentzug

Mo, 10.Jul 2017, 19:12
Ich mache es immer so...

Wenn mich eine Domina mit Liebesentzug bestraft gehe ich immer zur Nächsten.
Das erspart mir möglichen Domina-Liebeskummer. :-D

Und jetzt im Ernst...

Wenn eine Domina nicht gleich antwortet hat das eher mit Zeitentzug wie Liebesentzug zu tun. Sie hat schlicht und ergreifend gerade keine Zeit mir als Kunden zu antworten.

Gruß Paul
https://twitter.com/paulsupp99

Re: Liebesentzug

Di, 11.Jul 2017, 02:06
Hey Slave !

Ok, ich spare mir jetzt, dass diese Art von "Entzug" in Berichten hier auch an mir vorüberging :- ))

Wobei ich jetzt nicht alles immer mitlese.

"Liebesentzug" im Paydombereich, na ja, evtl. unglückliche Wortwahl. Ich könnte mir immerhin evtl, mit etwas Mühe vorstellen, was Du evtl meinen könntest :- )

Das würde ich dann aber anders nennen, zB "Aufmerksamkeitsentzug" Und ja es wurde bereits oben von äusserst wissender Hand geschrieben, sowas kann es eigentlich nur in einer längeren Top-Sub Beziehung geben, aus den schon von Dir geschilderten Gründen.

Kennt man sich gut genug, dann geht das geschmeidig in ein indirektes"tease and denial" Spiel über. Sklave hat sich danebenbenommen ? Sklave nimmt sich Dinge heraus, die ihm überhaupt nicht zu stehen ? Und auf einmal kommen Antworten nicht mehr automatisch ? Man muss nachfragen, und selbst dann. Und Sklave beginnt zu zweifeln... wie konnte ich nur, was habe ich mir nur gedacht...

Aus meiner Sicht, wenn man sich gut genug kennt und die Beziehung gefestigt ist, dann ist dies eine äusserst subtile Art der mentalen Domination.

Top weiss exakt, wie sehr Sub ihn braucht. Und weiss auch, dass jede Aufmerksamkeit, jede Gefälligkeit, jedes Entgegenkommen VERDIENT, ERDIENT, GEDIENT werden muss.

Und spielt genau mit dieser Abhängigkeit. Doch ja, kenn ich.

Aber so was entwickelt sich erst mit der Zeit, eben dann wenn, "ja, OK, watt solls, geh ich halt woanders hin", keine Option mehr ist, weil man diese Entscheidung schon längst getroffen hat für sich.

Fiel mir jetzt gerade so dazu ein, just my 5 cents, wie üblich.

LG Moro
Wir spielen alle, wer es weiss, ist klug ( Arthur Schnitzler )

Re: Liebesentzug

Di, 11.Jul 2017, 07:56
@moronikus:

Danke dir, damit kann ich was anfangen. Du umschreibst ganz gut was ich meinte und ich dachte mir schon das dies wohl eher in einer längeren "Beziehung" Anwendung findet und die Dom wahrscheinlich ganz gut weiss bei wem das funktionieren wird und wenn sie damit vertreiben würde.
Ich hatte halt den Eindruck immer mal wieder über dieses Spielelement beim Lessen zu stolpern, aber das liegt auch daran das ich mich auch durch viele alte Beiträge durchgearbeitet habe und vielleicht ist dadurch dieser Eindruck der eventuell rein subjektiv ist, entstanden. Eventuell drehte sich auch der ein oder andere eigene Gedanke darum und verstärkte den Eindruck. :-D

Re: Liebesentzug

Sa, 15.Jul 2017, 22:28
Hey Slave !

Find ich gut, dass Du in alten Threads rumwühlst. Auch wenn die Suchfunktion hier nicht immer optimale Ergebnisse liefert, findet sich sicher immer wieder die ein oder andere "Perle" in den entsprechenden Freds.

Ich hatte oben "tease&denial" geschrieben, aber das trifft es doch nicht wirklich. Es ist mehr ein Unterstreichen des Top-Sub Gefälles . Und ein profundes Verständnis und Einsetzen desselben.

Was übrigens Bert Brecht schon 1928 sehr hübsch mit Kurt Weill in der Dreigroschenoper vertonte :

=> Ballade von der sexuellen Hörigkeit

Nina Hagen konnte es dann später auch ganz gut:https://www.youtube.com/watch?v=ilJPhi5cpCk

Aber warum ich hier überhaupt noch mal was zu schreibe, sind die zwei folgenden Gedanken, die mir zum Thema durch den Kopf gingen und bisher noch nicht Erwähnung fanden:

1) Aufbau einer (emotionalen) Abhängigkeit und eventuelle Ausnutzung derselben.

Das sollte man in diesem Zusammenhang erwähnen und, wie die Praxis zeigt, durchaus nicht unterschätzen, gerade bei Subs, die vielleicht noch nicht jahrelange Erfahrung haben und charakterlich entsprechend gefestigt sind.

Solange dies ein "Spiel" ist, und beide Partner dies auch realisieren, ist es wohl eine möglich Variante.

Sobald aber die Kontrolle ( zb über die finanzielle Seite ) gänzlich verloren geht, auch über das Spiel hinaus, kann dies sehr unangenehme Folgen, bis hin zum Ruin haben. Ich erinnere mich an einen FK hier, für den diese Variante eine zeitlang das Zentrum seiner Leidenschaft war. Und es kann ( ich betone, kann ) Tops geben, die diese Vorliebe ausnutzen. Dies kann man dann auch schönreden, im Sinne von, "Der wollte es doch so".

Für mich sehr grenzwertig, weil für mich eine SM Beziehung in jedem Fall, und immer, ohne Ausnahme, paydom oder nicht, auf Vertrauen beruhen sollte, auch auf das (tiefe) Vertrauen, dass Top sich letztendlich mitverantwortlich fühlt für Sub, der/die sich ihm (evtl) völlig und in jeder Beziehung unterwirft, und dann auch entsprechend handelt.

Und sowas gibt es nicht mal eben so und nach 2 Sessions. Meine ich.
Also, ein wenig Obacht, und Abstand, bevor man entscheidet,wo, mit wem und mit welchen Limits man solche Spiele spielt.

2) Topping from the bottom und die Philosophie des DU ( im Sinne Bubers ) :- )

Ok evtl etwas weit hergeholt, aber dann doch nicht so ganz abwegig wie ich finde. Wenn man mal länger darüber sinniert.

Die Top-Sub Beziehung ist zweifellos speziell. Von aussen eigentlich so gut wie nicht zu erschliessen.

Sicher, beschränke ich mein SM Spiel im Paydom Bereich auf meinen Wunsch, gegen entsprechenden Tribut eine entsprechende dominante oder bizarre Dienstleistung zu erhalten, so ist die Sache einfach und eindeutig. Sub kauft sich Zeit in einem SM Spiel , indem er mehr oder weniger die Regeln bestimmt. Sicher, er kann Top Freiheiten lassen, und viele Tops werden dies auch zu schaetzen wissen. Aber er kann auch den Ablauf exakt bestimmen. Sein "Kopfkino" eben umsetzen.

Wahrscheinlich ist strenggenommen jedes Paydom Erlebnis dergestalt. Zumindest zu Anfang. Und das ist ja auch völlig in Ordnung. Wieso auch nicht.

Worauf ich aber hier hinaus will, ist die tiefergehende Beziehung, die sich durchaus entwickeln kann im Laufe der Zeit, wenn es nicht mehr nur um die Umsetzung oder Erfüllung spezieller Fantasien geht, sondern um das Bedürfnis der Akzeptanz der eigenen ( devoten oder masochistischen oder beider) Person.

Und dann könnte man durchaus im Sinne Bubers sagen: Es kann kein (devo/maso) Ich existieren ohne ein (top/sado) Du ( oder ein Es) und vice versa . Ein dialektisches Verhältnis.

Woraus zwingend folgt, dass Top, ohne Sub eben wenig bis nichts bedeutet. Es ist erst die Beziehung zwischen Top und Sub, die ihre jeweilige Position und Identifikation entscheidend prägen. Und daraus wiederum, obgleich paradox, ist Sub nie NICHTS, und Top nie ALLES, sondern alles ergibt sich aus ihrer Beziehung untereinander, und implizit, auch ihrer gegenseitigen Wertschätzung. Wissende Tops erkennen das, wissende Subs schöpfen daraus Selbstvertrauen auch in der (völligen) Unterwerfung.

Dies, wie schon oben erwähnt, für den Aussenstehenden eher schwer oder gar nicht einsichtig. Ist eben speziell... Im Idealfall. Und das ist ja auch gut so :- )

Jo, soweit hier mein Wort zum Sonntag .- )

LG Moro
Wir spielen alle, wer es weiss, ist klug ( Arthur Schnitzler )

Re: Liebesentzug

Do, 20.Jul 2017, 17:53
'Liebesentzug' ist der falsch Begriff - es geht hier im professionellen BDSM wohl zum absolut überwiegenden Teil um bezahlte Dienstleistungen. Auch wenn viele Damen sehr reizvoll sind und man(n) sich schbell mal verkuckt - aber der Realitäts-Check sollte einem doch klar machen, dass das Lächeln meist der Kundenbindung dient....

Zum Thema: sowas Ähnliches 'durfte' ich zu Beginn meiner 'Sklaven-Karriere' erleben. Nachdem ich von 'meiner' Dom ein paar mal bespielt wurde, ergab sich für mich kurzfristig die Gelegenheit das Studio zu besuchen, allerdings erst an Tag nach ihrer Anwesenheit %hä%
Also macht ich 'nen Termin bei einer anderen Dame. Das hat sie wohl gesehen, fand das nicht so prickelnd und es kam am Vortag meines Termins zu einem regen e-mail austausch. Da wurde mir mit Terminverweigerung etc. von ihrer Seite aus gedroht... duz
Aber die darauf folgende 'Versöhnungssession' mit ihr war vom allerfeinsten. Auch die Ungewissheit Tage davor war ein irres Kopfkino.
Mir ist nur rückblickend nicht klar, wieweit ( wenn überhaupt) dies ein Spiel von ihr war und wie weit sie ein mögliches Kontaktverbot aufrecht erhalten hätte.
Life is too short to ignore your passions
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