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Re: Fifty Shades of Grey

Mi, 18.Feb 2015, 16:50
devotus321 hat geschrieben:
Flagheart hat geschrieben:Also ganz ehrlich: 50 Shades oft Grey: hat doch mit Dominas nichts zu tun
Hat auch niemand behauptet.
Flagheart hat geschrieben:wenn wir hier im Dominaforum alles besprechen, was auch nur annäherend SM zum Thema hat, dann kommen wir aus dem diskutieren gar nicht mehr raus.....
cm hat seinen Beitrag zu "Fifty Shades of Grey" als Diskussionseröffner richtigerweise in das "Offtopic Dominaforum" gestellt.

Off-Topic bedeutet "abseits des eigentlichen Themas oder ohne Bezug zum Thema".




Es steht dir natürlich frei, ob du dich an Off-Topic-Diskussionen beteiligen willst.

Danke *lächel* wir sind die Regeln hier schon klar, denoch finde ich es unpassend.......aber nun gut, jeder wie er meint......

Viele Grüße
Flagheart
Dominanz ist ausdruck von Führungstärke, und nicht von Narzissmus
Man(n) geht lieber zur Domina, und nicht zur Dummina oder Femdumm

Re: Protest 50 Shares of Grey

Do, 19.Feb 2015, 08:20
Da ich weder das Buch gelesen noch den Film vollständig gesehen habe, kann ich mir kein Urteil erlauben, ob der Film gut oder schlecht ist oder die BDSM-Szene zutreffend beschreibt oder nicht. Soweit ich dies den Einspielern entnehmen konnte, die ich gesehen habe, geht es in dem Film ohnehin um eine devote Dame und einen dominanten männlichen Part, so dass mich die erzählte Geschichte kaum ansprechen dürfte.

Ich glaube jedoch dennoch, dass der Film insgesamt positiv zu bewerten ist, weil er BDSM eher für eine breite Leser- und Zuseherschicht zugänglich macht, Vorurteile abbauen hilft und dazu beiträgt, Neigungen, die zumindest in Ansätzen sehr viel weiter verbreitet und auch viel "normaler" sind, als man es öffentlich eingestehen würde, salonfähig zu machen und ihnen zu mehr Akzeptanz zu verhelfen. Bei uns im Büro habe ich das Buch schon auf dem Schreibtisch einer Sekretärin liegen sehen, was wahrscheinlich vor nicht allzu langer Zeit völlig undenkbar gewesen wäre.

Ob die Geschichte, die Buch und Film erzählt wird, der Vorstellung oder Realität entspricht, die diejenigen haben, die SM privat oder professionell ausleben oder genießen, ist aus meiner Sicht eher nebensächlich. Ohnehin ist unser Empfinden subjektiv und bei jedem von uns anders. Die Botschaft des Buchs und des Films ist für mich eher, dass es sich bei sadomasochistischen Neigungen um ein diskutables Thema handelt, das weit verbreitet ist und mit dem man offen und entspannt umgehen sollte. Tendenzen wie in Schweden, die zu einer Kriminalisierung erheblicher Teile der Gesellschaft führen und jegliche gesellschaftliche - und über Jahrtausende gelebte - Realität ausblendet, oder bornierten und intoleranten Sichtweisen, wie sie etwa von Alice Schwarzer verbreitet werden, wird durch die Öffnung des Themas BDSM für breite Schichten eher entgegengewirkt. So gesehen ist das Buch eher ein Beitrag für eine liberalere und tolerantere Welt.

Re: Protest 50 Shares of Grey

Do, 19.Feb 2015, 11:44
Flagheart: Warum soll ein solcher Artikel (der übrigens von einer professionellen Domina geschrieben wurde) im Off-Topic "unpassend" sein? Ich und anscheinend einige andere finden es mal ganz interessant etwas umfassender über SM zu diskutieren und nicht nur wieviel NS eine Dame abgeben kann oder wieviele Mal Domina XY während einer Session Poxxxxxxx verabreicht hat und ob man nach dem 5x Mal eine Zusatzgebühr zahlen muss. Dieses Buch und dieser Film werden von einer grossen Anzahl Menschen beachtet und dieser Film beeinflusst, wie viele Menschen über BDSM denken. In Deiner Welt mag es ein grosser Unterschied sein, ob Top weiblich oder männlich ist oder ob Du bezahlst oder es privat ist, aber für den Grossteil der Menschen ist dies egal und die öffentliche Meinung unterscheidet dies sicherlich nicht.

Leopard: Lady Marfa hat es schon geschrieben, aber es geht darum, dass nach dem Film Menschen mit dieser Neigung psychisch krank sind und nur mit Hilfe von einem Partner (hier einer Frau) geheilt werden können. Ist dies eine gute Aufklärung? Nicht alle befassen sich mit diesem Thema und deshalb bleibt sowas auch hängen. Oder wie fändest Du einen Hollywood Film, bei dem ein schwuler Mann durch die Liebe einer Frau von seiner " kranken Sexualität" geheilt wird? Sowas würde gar nicht gedreht und Homosexuelle, Politiker, Öffentlichkeit, Medien, etc. würden zu Recht protestieren, aber beim Thema SM finden es sogar Leute mit dieser Neigung in Ordnung .....

Re: Protest 50 Shares of Grey

Do, 19.Feb 2015, 16:17
Dass eine Diskussion über das Thema hier fehlplatziert sei, weil es sich um eine weibliche "Sub"* und einen männlichen "Dom"* handelt, ist absoluter Unsinn. Immerhin sind in diesem Forum auch professionelle Sklavias und Switcherinnen unterwegs und die tragenden Säulen einer funktionierenden, einvernehmlichen D/s-Beziehung sind doch unabhängig vom Geschlecht der Akteure.

* Dies steht bewusst in Anführungsstrichen, da es sich hier eben nur vorgeblich um ein Dom-Sub-Verhältnis im BDSM-Sinne handelt, wohingegen tatsächlich ein abusives, pathologisches Verhältnis der Fall ist.


Wie La Marfa schon schrieb: Weder Buch noch Film können der BDSM-Community Gutes tun.
Und jetzt mal ganz ernsthaft: Ist es wirklich notwendig, dass die Sekretärin schlecht geschriebene Einhandlektüre auf dem Tisch liegen haben muss? Ich bin sehr für sexuelle Offenheit, aber dass wir uns jetzt alle unsere Masturbationshelfer auf den Schreibtisch legen, bringt uns gesellschaftlich kaum weiter. Ganz am Rande würde ich meinen Arsch darauf verwetten, dass genau diese Shades-of-Grey-liebenden Hausfrauen die Kolleginnen mit dem kurzen Rock immer noch als Schlampen bezeichnen, statt die Frauen zu feiern, die ihre sexuelle Freiheit ausleben. Ein Hoch auf die Doppelmoral! %hula%

Genau genommen könnte ich hier Seit um Seite mit der Analyse füllen, warum dieses Werk von grundauf falsch ist. Aber das haben andere bereits zu Genüge getan. Für wirklich Interessierte lohnt sich das Googlen nach z.B. "50 Shades of Abuse".
Bild
http://www.miss-leonie.com
http://escort-domina-hamburg.de
http://blog.miss-leonie.com

Re: Protest 50 Shares of Grey

Fr, 20.Feb 2015, 10:23
MissLeonie hat geschrieben: Wie La Marfa schon schrieb: Weder Buch noch Film können der BDSM-Community Gutes tun.
Ach, ein (relativ) schlecht geschriebenes Buch und dessen Verfilmung werden "wir" doch überleben (so wie z.B. die katholische Kirche auch "The Da Vinci Code" überlebt hat... ha ha)! cool
Vielleicht gibt es ja ein paar Leute die sich wirklich über BDSM informieren (Internetseiten gibt es genug dazu - auch ein paar gute).

Hier eine "Analyse" die ich zufällig gestern gesehen habe. Sind schon einige "Klischees" drin, aber ich fand nicht alles schlecht:
http://www.gmx.net/magazine/gesundheit/ ... y-30444650

Re: Protest 50 Shares of Grey

Sa, 21.Feb 2015, 07:39
Niemand erwartet, wenn er sich einen Vanilla-Beziehungsthriller oder einen Eifersuchtsmord-Krimi o.ä. ansieht oder liest , daß er die Realität von (gar guten) Vanilla-Beziehungen widerspiegelt - man erwartet eher das Gegenteil: irgendeine total verkorkste Vanilla-Beziehung oder auch etwas, was gar nicht wirklich Beziehung genannt werden darf, sondern von Anfang bis Ende nur Täuschung eines Opfers durch einen Täter ist. Der darf dann auch krank etc. sein.

Insofern hätte ich eigentlich überhaupt kein Problem damit, daß eben auch dysfunktionale Beziehungen nicht nur mit Sexpraktiken, sondern auch mit SM-Praktiken gezeigt würden. Da ich vom Film in Hinblick auf SM-Genuß gar nichts erwartet hatte (und nur hingegangen bin, um fundierter mitreden zu können, wie schlecht genau er denn nun eigentlich ist), war ich tatsächlich erstmal positiv überrascht, daß er überhaupt eine Story hatte (und zwar eine, die mir als Thriller durchaus gefallen hätte....) - wie gesagt hatte ich keinerlei SM-Inspiration erwartet und natürlich auch keine bekommen.

Der Film zeigt keinen "guten SM", sondern er zeigt eine dysfunktionale Beziehung, in der alle möglichen Machtdynamiken eine Rolle spielen und eben auch SM-Praktiken in dieser Hinsicht missbräuchlich (weil ohne SM-Ethik, ohne reflektierte SM-Identität etc.) eingesetzt werden. Ein Film, der eine Vergewaltigung zeigt, ist ja auch keine "Anleitung" zu Vanilla-Sex, obwohl "Vanilla-Geschlechtsverkehr" drin vorkommt - nur eben NICHT in guter Weise. Allerdings ist das Vanilla-Zuschauern und SM-Zuschauern i.d.R. klar - bei "50 Shades" bleibt unklar, ob die Vanillas (und die wirklich SM-Neugierigen, die sich aber weder der privaten Szene anschließen noch zu professionellen Studios gehen und die somit mit Halbwissen über SM-Gedankengut wie ssc-Ethik zurückbleiben) das kapieren. Und DAS ist das Problem für die SM-Community.

A propos Community und Halbwissen: Dass jemand wie Grey wirklich glauben könnte, SMer zu sein, halte ich für genauso denkbar, wie ein Eifersuchtsmörder wirklich überzeugt davon sein kann, zu lieben. Insofern wäre die Story sogar in sich stimmig und müßte gar nicht automatisch bedeuten, daß die Autorin des Buchs von SM keine Ahnung hatte - sie HÄTTE all das reflektieren und bewußt so schreiben können. (Und dabei entweder auf mehr kritische Distanz der Zuschauer/Leser setzen können, oder aber einfach beschließen, daß ihr die Auswirkungen für die Szene mangels persönlicher Betroffenheit und Loyalität egal sind.) Ich denke nur nicht, daß sie das hat. Sonst hätte sie es netterweise mit einem passenden Vorwort vielleicht richtigstellen können à la "ich denke nicht, daß SM so ist, aber ich hatte einfach Bock, sowas als Thriller zu schreiben, obwohl ich von SM nur begrenzt Ahnung habe und zwar insoweit, daß ich ...."

Auf ihrer Homepage steht dazu in den FAQ:
eljamesauthor.com hat geschrieben:How did you do the research for your books?
The Internet! Sometimes I phoned various experts (that I found through the internet), or asked questions on Twitter. And sometimes I devised my own experiments…


Meine eigene Meinung zu Film etc (also auch Buch, Zuschauermeinungen bei Kinopremiere, Auswirkung) :

https://www.domina-frankfurt.net/blog/i ... -grey.html



Später fand ich auch noch diese recht gut (amüsant und kritisch) geschriebene queere Buchkritik:

https://sexgeek.wordpress.com/2012/09/2 ... ey-matter/

Re: Protest 50 Shares of Grey

Di, 24.Feb 2015, 16:03
sara hat geschrieben:Niemand erwartet, wenn er sich einen Vanilla-Beziehungsthriller oder einen Eifersuchtsmord-Krimi o.ä. ansieht oder liest , daß er die Realität von (gar guten) Vanilla-Beziehungen widerspiegelt - man erwartet eher das Gegenteil
So sieht's aus! Von "50 Shades of Grey" hab ich eh nie irgendwas erwartet, kann also auch nicht enttäuscht sein. :-D

Gut geschriebene Analyse! cool

Re: Protest 50 Shares of Grey

Mo, 29.Feb 2016, 21:13
GOLDENE HIMBEERE..........

Vor gut einem Jahr pilgerten viele SM-ler und mindestens genauso viele Pseudo-“Fans“ von Dominanz und Unterwerfung in >Fifty-Shades-of-Grey<. o\o

Jetzt ist dieser Sadomaso-Film in Los Angeles preisgekrönt worden. Die “Goldene Himbeere“ wurde ihm verliehen. Somit ist er als schlechtester unter allen schlechten Filmen eingestuft. %klatsch%

Und zur “Abrundung“ wurden Dakota Johnson und Jamie Dornan als schlechtestes Leinwandpaar gekürt. %klatsch%

Der zweite Teil dieses Films wird angeblich gerade gedreht........ %oh%
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