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Es gibt wohl einfach schon zu viele Damen im Gewerbe...

Fr, 14.Aug 2009, 21:15
Ich habe jetzt nicht alle Stränge komplett durchgelesen, die sich um eine angebliche Flaute in der kommerziellen SM-Szene durch die Wirtschaftskrise drehen. Jedoch muss ich anmerken, dass die Klagen über sinkende Umsätze einzelner Etablissiements oder Damen auch schon weit vor der "Finanzkrise" seit Herbst '08 zu hören waren. Der Grund ist meiner Meinung nach eher nicht das angeblich immer weniger locker sitzende Geld der Kunden, sondern der immer größer werdende Anteil von Frauen im Gewerbe, die ein Stück vom zu verteilenden Kuchen abhaben möchten. Wenn man nur einmal bedenkt, wieviele Damen vor ca. 6-7 Jahren auf den einschlägigen Seiten wie peitsche.de & co. inserierten und das mit heute vergleicht, stellt man fest: die meisten von damals sind immer noch da und es sind noch mehr dazugekommen! Im Vanilla-Sex Bereich des Gewerbes sieht es da nicht viel anders aus.

Grund für den immer größer werdenden Zulauf ist meiner Meinung nach - wenn man mal von der Osteuropa-Invasion seit den 90ern absieht - die immer niedriger werdende Hemmschwelle von Frauen, in die Prostitution einzusteigen. Prostitution heutzutage ist weitaus weniger dämonisiert als noch vor 30 Jahren, fast "normal" und teilweise schon zum Lifestyle geworden.

Dazu beigetragen haben vor allem die massiven Berichterstattungen in Zeitschriften und vor allem im Privatfernsehen. Seit im Jahr 1992 die Sendung "Liebe Sünde" und zwei Jahre später "Wa(h)re Liebe" an den Start gingen, hat es keine gefühlte Fernsehwoche mehr gegeben, in der nicht irgendein Kamerateam aus irgendeinem Puff oder S/M-Studio berichtet hat, oder irgendeine Hure bei Lilo Wanders auf dem Sofa saß und erzählte, dass der Job eigentlich total Spaß macht und gar nicht so schlimm ist, wie alle immer denken. Dazu kommen noch unzählige reißerische Berichte in "Die Reporter", "Die Redaktion" und wie sie alle hießen, die sich vornehmlich um Puff, Porno und Dominas drehten. Gerade das Thema S/M hatte in den 90ern Hochkonjunktur und in den 2000ern ist es vor allem das Thema "(Traum-)Beruf: Hure" und seit neuestem: Escort-Sex - Edel-Prostitution für Akademikerinnen. Nach dem groß aufgemachten Stern-Titel über Escort-Huren vor zwei Jahren, sollen die Anfragen von Neueinsteigerinnen bei den Agenturen drastisch in die Höhe geschnellt sein.

Mein Eindruck: nicht die Nachfrage bestimmt das Angebot, sondern das Angebot vergrößert sich aus eigenem Antrieb erheblich und konkurriert um die bestehende Nachfrage. Das ist unsere aktuelle Situation. Hierzu möchte ich auch mal den Satz einer Hure zitieren, die sich gegen die Bestrebungen ihrer Kolleginnen aus der Hurenbewegung stellt, die Prostitution im gesellschaftlichen Ansehen weiter zu "normalisieren": "Wenn Prostitution "normal" wird, haben wir auch bald "normale" Preise". Die durchschnittliche Handwerkerstunde kostet heute übrigens ca. 40-50 Euro zzgl. MwSt.

Hinzu kommt auch noch eine Abstumpfung durch Reizüberflutung auf der Kundenseite. Frauen sind immer noch schön anzuschauen, aber mal ehrlich: welchen erwachsenen Mann hauen denn heute noch Pornobilder oder Frauen in Lederstiefeln so vom Hocker wie früher? Ich wette, dass das Bild einer nackten Frau in Reizwäsche vor 50 Jahren einen größeren Eindruck auf die Männerwelt gemacht haben muss, als in diesen Zeiten.

Heute Nachmittag fiel mir in der Bildzeitung ein Bericht über die attraktive deutsche Radsportfahrerin Hanka Kupfernagel auf. Um die Popularität der Dame auf dem lukrativen Werbemarkt zu steigern, ist ihr Management wohl auf die Idee gekommen, ein paar erotische Fotoshootings als Domina in Lack-Ganzkörperkostüm mit Gerte und als Strapsmaus in weißen Overknee-Heels zu machen. Hätten solche Shootings im Domina- und Huren-Look noch vor 20 bis 30 Jahren die Karrieren von Steffi Graf und Ulrike Meyfarth gekillt (mit anschließender Flucht aus Deutschland) schaut man heute nur noch regungslos auf solche Bilder, denkt "phhhh..." und blättert weiter.

Irgendwie haben die modernen elektronischen Medien auch viel zu einer totalen Entzauberung der Sexualität beigetragen. Die einstmalige Verruchtheit, die früher dem ganzen Thema Rotlicht und besonders dem Teilbereich Domina angehaftet und auch gerde deshalb ihren Reiz ausgemacht hat, ist doch weitgehend verflogen.

Fr, 14.Aug 2009, 23:18
In Hinblick auf die Reizüberflutung und Entzauberung der Sexualität muss ich dir zustimmen!

Damals in den 80´er Jahren löste bei mir als junger Spund nur der Anblick eines hübschen Mädchens schon eine Erektion aus, was heute leider, selbst wenn ein Top-Modell vor mir steht, ausbleibt!

Und da ich nicht auf Sachen wie Schläge, Nadeln und dem ganzen schmerzgeilen Hardcore – Bereich stehe, um meine Geilheit wieder in Schwung zu bringen; such ich mir Dinge, die in unseren Landen nicht zur Alltäglichkeit gehören.

z.B.: Model-Frauen mit großen Silikonbrüsten wie Rubberqueen Natalia aus Hamburg oder das deutsche Pornosternchen Annina Hill (Ucatis) bzw. Damen wie Bianca Beauchamp (http://www.nataliasrubberclub.com/ ; http://www.clubannina.com/; http://www.biancabeauchamp.com/).
Desweiteren auch Female Bodybuilderinnen wie Nicole Pfützenreuter (Savage) bzw. die American FBB´s (http://www.amg-lite.com/) usw.!

Dies dient NICHT der Werbung, sondern soll veranschaulichen, welche Bereiche noch einen Reiz auf mich ausüben!

Nur noch das Außergewöhnliche und gesetzlich Vertretbare löst eine gesteigerte Lust bei mir aus. Wenn ich diese Schwelle auch noch übersteige, kann ich mich gleich entmannen.

Sa, 15.Aug 2009, 09:27
@Joel

Dein Text ist eine Predigt, Glückwunsch!

Ich stimme dir voll und ganz zu, es ist momentan zu viel Wasser im Wein.

Seit der EU-Erweiterung mit den damit verbundenen "Privilegien" für unsere EU-Mitbürgerinnen aus Osteuropa, erlebe ich in meiner Stadt gerade eine "Dominawelle". Kein Monat vergeht in dem nicht eine "neue" auftaucht. Die meisten haben aber von dem Job keinen blassen und können nicht mal richtig deutsch, was doch extrem abtörnt. Zu den elementaren Waffen einer Domina gehören nicht nur die Peitsche sondern auch die wohl gewählten Worte. Aber wie soll man geil werden, wenn jeder Satz vor Grammatikfehlern nur so wimmelt? Das Schlimme ist, dass diese Bitches, nachdem sie alles "abgegrast" und ihr schlechter Ruf sich regional verbreitet hat, einfach unter neuem Namen in die nächste deutsche Großstadt weiterziehen.

Sa, 15.Aug 2009, 10:23
Dem TE kann ich nur voll zustimmen...auch für mich war es Anfang der 80er etwas ganz besonderes, zu einer Domina zu gehen.
Man freute sich, alle 2 Monate den neuen Bizarr-Führer in den Händen zu halten um etwas aus der "anderen veruchten" Welt zu erfahren.

Ich weiß noch, als mich damals meine "Favoritin" fesselte und ich dabei zufällig unter ihren Lederrock guckte, da gabs ne mächtige Schelle obwohl ich nie auf Schmerzen stand.
Vor solchen Frauen, obwohl ich nicht maso oder devot bin , hatte ich mächtig Respekt!

25 Jahre später.....Großstudios in denen sich die Domsen erstmal alle nacheinander artig vorstellen.....nach dem sich mittlerweile die fünfte Dame vorgestellt hat weiß man noch nicht einmal den Namen der ersten....die Kleidung häufig billig und zerschlissen.....die Luft riecht nach Abzocke.....und die vermeintliche Domina ist gerade in der letzten Session noch gevögelt worden oder hatte einem Lecksklaven für seine Dienste nochmal einen Fuffziger rausgeleiert.

Sicherlich nicht überall aber übarall häufiger.

d.A.

Anfang der 80 er Jahre war alles besser

Sa, 15.Aug 2009, 10:38
Vielleicht liegts aber auch nicht an den Damen sondern an einem selber nach so vielen Jahren. Ich stimme dem Artikel vom 'Artigen' eigentlich voll zu und frag mich dennoch ob s nicht vielleicht auch ein Wenig an einem selber liegt??
Was meinen denn die 'jüngeren' Kollegen hier im Forum.
Grüße
derseb

Zum Aspekt Reizüberflutung/Abstumpfung auf Kundenseite

Sa, 15.Aug 2009, 12:21
AV_ hat geschrieben:Nur noch das Außergewöhnliche und gesetzlich Vertretbare löst eine gesteigerte Lust bei mir aus. Wenn ich diese Schwelle auch noch übersteige, kann ich mich gleich entmannen.
Danke, AV. Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Es ist irgendwie beruhigend zu wissen, dass es anderen ähnlich geht.

Ich bin jetzt Mitte 30 und meine Abstumpfung begann, als ich bereits über einen leistungsfähigen Internetzugang mit Flatrate verfügte. Davor gab es also rein visuell noch viel zu entdecken, doch jetzt stand mir alles zur Verfügung, auf Knopfdruck im Überfluss. Dabei hat es mich früher eher selten in die Pornoecke der Videotheken verschlagen. Ich habe Porno-Konsum und Masturbation auch irgendwie wie eine Droge benutzt, meist wenn ich deprimiert oder frustriert war, dann konnte es auch gar nicht pervers genug sein. Zum Beispiel erinnere ich mich noch an die Endphase meines Studiums, als ich mich monatelang einschloss, um meine Abschlussarbeit zu schreiben. Morgens um 9.00 Uhr fing ich an und am Nachmittag war ich dann so gelangweilt und gefrustet von dem ganzen Scheiß, dass ich das Rolo runterzog, das Internet hochfuhr, eine geeignete Vorschauszene suchte, den auf Endlosschleife stellte und onanierte. Danach hab ich mich hingelegt und gedöst. Erst dann war ich wieder einigermaßen gut gelaunt.

Letztens habe ich einen Urologen aufgesucht, um meinen Testosteronspiegel messen zu lassen, da ich dachte, dass das etwas mit meiner nachlassenden Faszination zu tun haben könnte. Das Ergebnis war, dass er voll im Lot ist (für mein Alter wahrscheinlich, aber das hat der Arzt so nicht gesagt). Jetzt bin ich der Ansicht, dass Sex und Sexkonsum einfach wie eine Droge wirkt und irgendwann sind die Synapsen im Hirn einfach voll abgeflasht und die eingebrannten Bilder kriegt man nicht mehr raus. Das muss bei mir auch der Fall sein. Ich habe häufig von Drogensüchtigen gehört, dass sie im Laufe ihrer "Karriere" nie mehr die Intensität der ersten Räusche erzielen konnten, auch wenn sie die Dosis immer mehr steigerten. Zum Schluss ging es nur noch um die Bekämpfung von Deppressionen, innerer Leere bzw. anderen Auswirkungen von Entzugserscheinungen.

Und was die jüngeren Männer betrifft: auch den jungen Typen Anfang/Mitte 20 geht es nach massivem Sexkonsum mit dem Ziel des maximalen Kicks, egal ob durch Pornofilme oder Hurenbesuche, nicht anders. Die Internetforen sind voll von solchen Strängen, in denen auch Suchtverhalten zugegeben wird. Und diese Typen haben noch Testosteron-Hochstand.

Re: Anfang der 80 er Jahre war alles besser

Sa, 15.Aug 2009, 12:45
seb hat geschrieben:Vielleicht liegts aber auch nicht an den Damen sondern an einem selber nach so vielen Jahren. Ich stimme dem Artikel vom 'Artigen' eigentlich voll zu und frag mich dennoch ob s nicht vielleicht auch ein Wenig an einem selber liegt??
Was meinen denn die 'jüngeren' Kollegen hier im Forum.
Grüße
derseb
Zum Teil sind wir auch selber Schuld. Der Mensch geht häufig/immer so weit, wie man ihn gehen lässt, das habe ich bisher im Leben gelernt. Manchmal sind Beschränkungen und Verbote auch sinnvoll, einfach weil man manche Menschen vor sich selber schützen muss. Allerdings ist es gerade in Deutschland auch schwer, an dem Thema Sex vorbeizukommen. Gerade auch, weil unsere Medien so (scheinheilig) "liberal" sind. Man muss wirklich keinen Porno aus dem Netz runterladen, um mit Sex konfrontiert zu werden. Selbst der größte Sex-Muffel kann dem nicht mehr aus dem Weg gehen. Ein Fernsehabend in Deutschland und man sieht um 23.00 Uhr auf RTL2 wie gerade eine Domina ihren Sklaven durchpeitscht, oder allein die völlig peinlich ordinäre Telefonsex-Werbung im Nachtprogramm. Ich erinnere mich auch noch an Talkshows im Nachmittagsprogramm(!), wo Dominas in Vollmontur mit ihrem Sklaven an der Leine auf den Gästestühlen saßen. Ausländische Besucher schütteln übrigens manchmal nur noch mit dem Kopf, was bei uns im Fernsehen alles so frei zugänglich ist.

Manchmal sehne ich mich auch nach der reinen und unschuldigen Jugendzeit zurück, als einem dieser ganze Dreck im Hirn noch nicht rumgespukt ist und man das "Normale" noch aufregend und befriedigend fand und es noch eine Menge Geheimnisse zu entdecken galt. So eine Jugendzeit erleben die heutigen Teenager wohl nicht mehr.

Sa, 15.Aug 2009, 13:13
Hiermit stelle ich einen freundlichen Gruß ins Forum ein, bevor ich mich schriftlich in das Thema involviere.

Seit ewigen Zeiten verzücken den Menschen die bildlichen oder skulpturellen Darstellungen von Erotik, wobei hierbei wohl jede Epoche seinen Zeitgeist und seinen ganz eigenen Geschmack in die erotische Betrachtungsweise eingebracht hat.
Doch trotzdem wurde bereits vor Jahrhunderten versucht die anregenden Gedanken beim Blick auf das "Schöne" zu vermitteln.

Ebenso wurde seit Menschengedenken dem Gewerbe der Prostitution nachgegangen. Ob nun als Edelmätresse oder im dreckigsten Hinterhof - die Hurerei war stets zugegen.

Das Phänomen, welches wir heutzutage, in diesem ältesten Dienstleistungsgewerbe der Welt, zu verzeichnen haben nennt sich schlichtweg:
ABSOLUTE ÜBERSÄTTIGUNG

Werbesendungen, Daily-Soaps und Reportagen flimmern durchs Programm, während die "Macher" darum bemüht sind in ihre Form der virtuellen Armutsunterhaltung noch mehr sexuelle Handlungen und Freikörperkulturen einzubringen.

Im medialen Treiben der Fernsehkultur gilt:
Nichts bleibt mehr unverhüllt, nichts was nicht schon zur Mittagszeit gezeigt und besprochen werden darf.
- Nackte Haut im Überfluss bis zum Überdruss.

Dieser Überdruss ist mittlerweile nicht nur in den heimischen Schlafzimmern angelangt - nein - er zieht sich ebenso durch die Bordelle und die SM-Studios.

War SM ehemals ein Begriff, welcher hinter verschlossenen Türen ausgesprochen und ausgelebt wurde, grölt heutzutage doch schon der 16jährige Kevin, Justin oder Malte in die nächstbeste Kamera eines kinderfreundlichen Senders, dass er es geil findet in Latex rumzulaufen, um sich von seiner Freundin "bepissen" und anspucken zu lassen.
Und dieses Erkennen "menschlicher, sexueller Triebe und Gelüste" wird dann im Nachmittagsprogramm ausgestrahlt, so dass irgendeine motivierte, sexuell aufgeschlossene "Neudomina" ihre Berufung urplötzlich durch die Fernsehunterhaltung suggeriert bekommt.
- Aufgestanden vom Sofa mit einem Einzigen Gedanken:
"Dat mit den "Bepissen" dat kann ich doch auch."

Mit dieser Inspiration wird das Lodderleben einstiger Zeiten hinter sich gelassen, um leidenschaftliche, tiefverwurzelte Dominanz an den "nächstbesten" Dummen zu verkaufen, welcher auf ein knappes Latexfummelchen und andere nackte Tatsachen steht.

Und siehe da - fast wie ein Wunder - kommen auf die lassiven Bilder einer neuen Dame, die in irgendwelchen Internetportalen für freie Prostitution eingestellt wurden, doch tatsächlich all die "Kenner" weiblicher Dominanz gelaufen, um diese naturbegabte Domina life zu erleben, nur weil sie die Worte streng und bizarr mit dickbusigen Bildern oder Stiefelchen beziehungsweise einem Lackteilchen verbindet und propagiert.
Natürlich zeigt sich so manch ein Liebhaber SM-orientierter Neigungen etwas erstaunt, wenn diese "Neuentdeckung" ihre noch nicht ganz ausgegorene Leidenschaft für SM mit anderen sexuellen Vergnüglichkeiten paart - doch was solls - am Ende zählt doch nur:
"Ich hab fertig"

Und um genau DIESEN SM-Kennern das Leben zu versüßen - steigen sie empor - die wundervollen dominanten Ladys - wie Phönix aus der Asche.

Und Sie werben und werben - voller Leidenschaft - während Sie den schillernden Teich der professionellen BDSM-Dienstleistung stetig, mit Neigungslosigkeit und Mittelmäßigkeit ohne Spannungsbögen aufzubauen ohne eine Session lenken und leiten zu können, verwässern, bis dieser weit über seine Ufer hinaustritt
Befreit vom Sofa - erfreuen sich diese Damen der plötzlich sprudelnden Geldquelle - und geizen deshalb nicht mit ihren Reizen.

Solange aber diese Frauen regen Zuspruch finden, werden der ein oder andere wahre SM-Liebhaber wohl nicht vor so mancher Pleite verschont bleiben.

Solange es reicht gut auszusehen und semi-erotisch in die Kamera zu lächeln werden diese Frauen weiterhin täglich "frisch" inspiriert in das Gewerbe der BDSM-Prostitution einsteigen.

Und wenn ich so manch eine Aussage hier im Dominaforum lese, dann scheint bei einigen verdachtsmäßig zu gelten:
Erkennen ohne eine beeinflussende Erkenntnis aus dem klar Ersichtlichen zu ziehen.

Denn im Fall der Überschwemmenden Dominaquote bestimmen doch die Männer den Markt.
Und solange Männer hinrennen - zu diesen dominierenden Busenwundern -um diesen einen finanziell zu entgeltenden Besuch abzustatten - solange werden diese Damen den professionellen BDSM-Markt beleben.

Der Artige schrieb:
25 Jahre später.....Großstudios in denen sich die Domsen erstmal alle nacheinander artig vorstellen.....nach dem sich mittlerweile die fünfte Dame vorgestellt hat weiß man noch nicht einmal den Namen der ersten....die Kleidung häufig billig und zerschlissen.....die Luft riecht nach Abzocke.....und die vermeintliche Domina ist gerade in der letzten Session noch gevögelt worden oder hatte einem Lecksklaven für seine Dienste nochmal einen Fuffziger rausgeleiert.


Solange Männer in riesige Dominastudios laufen werden ihnen sicherlich die anwesenden Damen auch vorgestellt.
Solange genügend Männer Gefallen am billigen, zerschlissenen Fummel finden, werden diese auch von einigen Frauen getragen.
Solange Männer sich von jedem Röckchen abzocken lassen wird es diese Abzocke geben.
Und solange Männer ihre Zungen unabdingbar in den Schoß einer Domina stecken wollen, wird es wohl auch die Damen geben, die frisch geleckt vor ihnen stehen.

- Den Markt bestimmen doch in diesem Fall die Männer ! %lol%

IHR seit der Kompaß für die bestehende Qualität oder Quantität dieses Gewerbes.

Sommerliche Grüße hinterläßt >> Madame Zarah
Zuletzt geändert von Madame Zarah am Sa, 15.Aug 2009, 13:44, insgesamt 1-mal geändert.
Meine Dominanz liegt in deiner Sehnsucht verborgen
dich auf unwegsamen Pfaden meinen Gedanken zu nähern,
um deine Neigungen und deine Gelüste durch MICH zu nähren. > Madame Zarah

http://www.madame-zarah.de

Sa, 15.Aug 2009, 14:56
Madame Zarah hat geschrieben: - Den Markt bestimmen doch in diesem Fall die Männer ! %lol%

IHR seit der Kompaß für die bestehende Qualität oder Quantität dieses Gewerbes.
@Zarah

Danke für deine interessanten Ausführungen, die ja meine Ansätze aus Sicht der Anbieterperspektive noch weiter erhellen. Ich möchte jedoch an dem zitierten Punkt aus Sicht der Nachfragerseite noch was anfügen:

Den Markt bestimmen wir Männer nicht wirklich oder nur zum Teil. Du musst bedenken, dass die jungen Frauen, die heute ins Gewerbe drängen auch ganz anders aufgewachsen sind, als noch wir, die Geburtsjahrgänge der 60er und 70er. Zum ersten Mal drängt eine Frauengeneration in den Markt, die wie keine vorher schon in frühester Jugend mit Pornografie konfrontiert wurde, das bleibt auch nicht ohne Auswirkungen auf das Sexualverhalten der Frauen.

Auch sind die Motive dieser Frauen nicht immer nur primär finanzieller Natur, sondern es gibt darüber hinaus auch psychologische und sexuelle Faktoren, die immer größeres Gewicht einnehmen. In der Psychologie gibt es eine sog. Bedürfnispyramide des Menschen, wo an der obersten Stelle die Bedürfnisse nach Selbstbestätigung und Macht stehen. Und diese lassen sich für eine Frau in der Prostitution hervorragend ausleben: Selbstbestätigung als sexuell begehrenswerte Frau, der die Männer zu Füßen liegen und Macht über die Lust der Männer, die in der höchsten Form auch der Geldtransfer zum Ausdruck bringt ("Er findet mich so geil, dass er mich sogar dafür bezahlt". Gleichzeitig wird hier auch das Machtgefälle zum Ausdruck gebracht, dass der Mann nur Aufmerksamkeit und Zuneigung von der Frau erfährt, weil er dafür zahlt oder sonst nur ignoriert wird). Auch stehen bei vielen (jüngeren) Frauen sexuelle Motive stärker im Vordergrund als vielleicht noch bei vielen Damen der älteren Generation, weil sie eben noch "freier" und mit einer anderen Sexualmoral aufgewachsen sind (Küssen ist ja im "Modell-Gewerbe" bei Sympathie kein Tabu mehr). Und viele Frauen wollen sich nehmen, was sich ihnen anbietet und wollen im anonymen Rotlicht-Sex auch Praktiken ausleben, die sich in einer privaten Partnerschaft mit Liebe oder halbwegs gefühligen ONS nicht so leicht umsetzen lassen. Der Geldtransfer dient dann als nötige emotionale Distanzierung, die das Ausleben schmutzigerer Praktiken erst möglich macht und gleichzeitig als Selbstschutz gegenüber dem Mann signalisiert: "Bis hierhin und nicht weiter und danach gehst Du wieder nach Hause bis zum nächsten Mal!"

Viele Frauen haben erkannt, dass der Deal nicht "Sex gegen Geld", sondern "Sex gegen Sex und Geld" ist und sie immer am längeren Hebel sitzen. Auch das macht den Einstieg in die Prostitution immer attraktiver.

Um jetzt den Bogen zurück zu deinem Posting zu kriegen, der sich auf die zunehmende Vermischung von Dominanz- und Modell-Service durch Bizarr-Ladies bezieht: Die Jugend hatte schon immer den Wesenszug, Althergebrachtes kräftig durcheinanderzuwirbeln, alte Grenzen niederzureißen und sich zu nehmen, was ihnen vermeintlich zusteht und sich die Welt nach ihren Vorstellungen neu zu erschaffen, während die Alten schreien "Wie könnt ihr es nur wagen". Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Musikstile, früher strikt getrennt und spinnefeind, vermischen sich. Modestile aus entgegengesetzten Milieus vermischen sich und letztendlich vermischen sich auch in der großen weiten Welt der Sexualität durch zunehmende Entabuisierung Praktiken, die früher noch in völlig unterschiedlichen Bereichen praktiziert wurden. Z.B. kam es aus den Swinger- und Päarchenclubs und den Pornofilmen, dass Gangbangs immer häufiger im Rotlicht angeboten werden. Glory-Holes und Darkrooms aus der Homo-Szene halten mittlerweile auch in der Hetero-Szene Einzug.

Was ich letztendlich sagen will:
1. Die Damen der Bizarr-Erotik vermischen Dominanz und Vanilla, weil sie selber Bock drauf haben.
2. Selbst wenn wir Herren ab morgen alle Bizarrladies meiden täten, würden diese Damen das Gewerbe weder verlassen, noch würden sie aufhören (aus o.g. Gründen) hineinzuströmen. Sie würden entweder auf klassische Dominanz umsatteln oder primär Modell-Service anbieten. Und dann und wann wird eine Dame immer versuchen, einen Herren, auf den sie selber abfährt, zu Praktiken zu animieren, die ihr selber Lust verschaffen. Denn dem Mann ihre eigenen Bedürfnisse als seine Lust zu verkaufen, ist eine ur-weibliche Strategie.

Liebe Grüße,
Joel
Zuletzt geändert von Joel am Sa, 15.Aug 2009, 15:11, insgesamt 1-mal geändert.

Sa, 15.Aug 2009, 15:01
Auch aus Berlin nach Hamburg: BRAVO BRAVISSIMO!

Aber - (natürlich kommt von der ollen MacLaine auch wieder ein "Aber", sorry)
solange kleine Studios wie meines ohne l-ecken, b-lasen f-icken, s-cheißen und Drogen doch mit 3 oder 4 perfekt ausgebildeten Ladies gut (wenn nicht sogar sehr gut) über die Runden kommen, dann heißt das doch, dass es immer noch genug Gäste gibt, die unser "altmodisches" Handwerk schätzen und uns gerne besuchen.

Dieser Erfolg kommt allerdings nicht ohne Mühe, ohne wirkliches Interesse und Engagement und last but not least ohne pausenlose Investitionen in das Equipment. Mit drei zerrissenen Gummiteilen und einem verrotteten Dildo geht es heute nicht mehr. Das ist klar.

Also ich sehe die Zukunft für perfekten SM als supergute Dienstleistung ziemlich rosig leuchten und empfinde die ganzen jungen Tittenmäuschen echt nicht als Konkurenz. Die kommen und gehen und die Gäste, die damit zufrieden sind, werden bei uns sowieso nicht glücklich.

Gruss aus Berlin
Lady MacLaine

Übersättigung?

Sa, 15.Aug 2009, 19:44
Falls es wirklich eine andauernde Krise auf dem bizarren Sektor geben sollte, spielt nach meiner Überzeugung, die sog. „Übersättigung“ nur eine kleine Rolle. (Ich bin jedenfalls noch lange nicht satt).

Die Ursachen sind wahrscheinlich viel einfacher: Wirtschaftskrise und demographische Entwicklung. Die Wirtschaftskrise ist möglicherweise irgendwann wieder vorbei, die Leute verdienen wieder gutes Geld und wollen es auch ausgeben.

Aber: Die Männer aus den geburtenstarken Jahrgängen sind mittlerweile alle älter als ca. 45 Jahre. Ich weis jetzt zwar nicht wie Altersstruktur der Studiogänger ist. Jedenfalls werden die unter 50jahrigen (UFUs) immer weniger und ich vermute das die UFUs die flexiblen und sexuell aktiven sind und eher in ein Studio gehen.

Selbst ich (noch deutlich unter 50) sitze heute hier bequem am Computer, anstatt mich aufzuraffen (obwohl ich es gerne täte).

Gruß
Drifty

Re: Übersättigung?

Sa, 15.Aug 2009, 20:24
drifty hat geschrieben:Falls es wirklich eine andauernde Krise auf dem bizarren Sektor geben sollte, spielt nach meiner Überzeugung, die sog. „Übersättigung“ nur eine kleine Rolle. (Ich bin jedenfalls noch lange nicht satt).
Die Ursachen sind wahrscheinlich viel einfacher: Wirtschaftskrise und demographische Entwicklung.
Gut, dass Du das mit der demografischen Entwicklung ansprichst, das wollte ich nämlich auch noch irgendwo unterbringen. Allerdings wird sich das erst in 10 bis 20 Jahren bemerkbar machen, denn der geburtenstärkste Jahrgang in Deutschland sind die 1964er, die also jetzt Mitte 40 sind. Meiner Meinung nach ist es das beste Bordell-/Studiogänger-Alter, da diese Herren noch sexuell aktiv genug sind, meist über solide Einkommen und ein bißchen Erspartes verfügen, aber i.d.R. zu alt für die Piste sind.

Und zur Wirtschaftskrise: wie eingangs bemerkt, besteht die Problematik nicht erst seit 10 Monaten. Und die "Krise" ist bei vielen noch gar nicht richtig angekommen, dieses Jahr wurde noch viel durch Kurzarbeit und Staatshilfen überdeckt. 2010 wird härter ausfallen. Und irgendwann wird der Staat nicht umhin kommen, die gigantische Verschuldung durch Steuererhöhungen zu mindern. Dann geht's uns wieder mal ans Nettoeinkommen.

Übrigens, mittlerweile hat das "Rotlicht" auch zwei weitere ernstzunehmende Konkurrenten mit Suchtfaktor bekommen, wo Männer sich ihre Kicks holen bzw. massig Geld versenken: aufwendige Rollen-Online-Spiele und - man höre und staune - Spielhöllen. Allein in meiner Region haben in den letzten neun Jahren ganze vier(!) von diesen Dingern in Wellblech-Ästhetik auf der grünen Wiese neu aufgemacht. Irgendwie scheint das ein Wachstumsmarkt zu sein. Dagegen steht hier ein alteingesessenes Bordell leerstehend schon seit über einem Jahr zur Verpachtung bzw. zum Verkauf.

Gruß
Joel
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