Hallo Listies,
eigentlich sollte ich nach 2 Gläsern Rotwein nichts mehr schreiben, doch das Thema läßt mich nicht mehr richtig los
Das Thema Hörigkeit ist sicher ein sehr heikles Thema.
In einem anderen Forum, in dem ich mich herumtreibe, geht es gerade um die "Eigenverantwortung" des Sub.
Da geht es eher um die emotionale als um die finanzielle Hörigkeit.
Das Problem ist m.E., daß sub aufgrund seiner Rolle/Veranlagung gerne "geben" und "dienen" möchte.
Sub möchte sich dem Dom zum Geschenk machen. Ganz und gar! Komplett! Alles!
Und da geht es nicht nur um das Geld, sondern um Gefühle.
Da man Gefühle aber meistens bei einer Domina nicht bekommt, so ist es in unserem Gewerbe eben das Geld, das der sub geben kann.
Und wie überall auf der Welt gibt es sicher auch unter den Dominas schwarze Schafe.
Sprich, wer sich Zugang zum Portemonnaie des Sub verschaffen will, und wer über genug Skrupellosigkeit und "kriminelle Energie" verfügt, kann das sicher schaffen.
Das funktioniert aber nicht nur bei Dominas, sondern auch bei Heiratsschwindlern oder anderen Betrügern, die es auf das Vermögen des anderen abgesehen haben.
Sausauger schreibt:
Keine der Frauen/Dominas hat sich großartig Gedanken über meine finanziellen Hintergründe oder gar Nöte gemacht, auch wenn ich offen darüber gesprochen habe.
Auch wenn ich jetzt sicher wieder kräftigen Gegenwind aus dem Forum bekommen werde, hier mal meine ketzerischen Gedanken dazu

:
Warum verlangst Du von den Damen, daß sie sich Gedanken über DEINEN finanziellen Hintergrund machen?
Damit würden sie Dir jede EIGENVERANTWORTUNG absprechen

.
Du bist erwachsen, Du solltest wissen, was Du tust, und was Du Dir leisten kannst.
Nehmen wir mal an, Du besuchst diese Dame 1 x pro Woche jeweils eine Stunde. Dann sind wir (bei einem angenommen Stundensatz von € 200,00) bei € 800,00 im Monat.
Viel Geld, ohne Zweifel.
Nur, schau einmal auf die Dame. Sie sieht Dich also 4 Stunden im Monat, bei insgesamt 672 Stunden, die so ein Monat in etwa hat (sollte ich mich jetzt verrechnen, ist der Rotwein schuld

).
Du willst tatsächlich, daß eine Domina Dir die Eigenverantwortung und Selbständigkeit abspricht? Du hast 668 Stunden im Monat zu verbringen, ohne daß die Domina weiß, was Du tust, und ohne daß sie da in Dein Leben eingreifen will.
Warum sollte eine (korrekte) Domina sich anmaßen, auf Dein Bankkonto zugreifen zu wollen?
Weder will sie Dich ruinieren, noch will sie eingreifen müssen, um den Ruin zu verhindern.
Sie will nicht in Dein Leben eingreifen, sie spielt mit Dir 4 Stunden im Monat.
Doch den Rest der langen Zeit bist Du nicht in ihrem Leben, und sie nicht in Deinem.
Grinch schreibt (übrigens wäre ich dankbar für ein paar mehr Absätze, dann wäre Dein Beitrag angenehmer zu lesen

):
Vielleicht denken ja Doms, dass wir Sklaven ohnehin nur Ehebrecher oder Frauenbetrüger oder "Männerschweine" sind, denen sie dann den Rest geben
Keine der Damen, die ich kenne, denken so (und schwarze Schafe gibt es überall, nicht nur bei Dominas, aber das habe ich ja schon erwähnt).
Ich persönlich begreife meinen Gast als Spielpartner, ich empfinde es als Ehre und als Privileg, daß mir der Gast seine geheimsten Phantasien mitteilt, die ich dann umsetzen darf.
Nicht alle Menschen haben das Glück, das der Ehepartner auch auf SM steht. Manche wollen das auch gar nicht.
Ich freue mich mit meinen Gästen, wenn sie mit glänzenden Augen über die Liebe zu ihrer Frau sprechen, nur möchten oder können sie mit dieser nicht das ausleben, was sie mit mir ausleben möchten.
Denn hinter dem Sklaven steht oft auch eine Familie, die dann auch leidet
Siehe Eigenverantwortung des Sklaven, der eben nicht nur Sklave ist, sondern auch und vor allen Dingen Ehemann und Vater.
Versteht mich bitte alle nicht falsch, Hörigkeit ist nicht rational, weder emotionale noch finanzielle. Und manchmal kann man(n) vielleicht nicht anders, auch wenn die Ratio und das Bankkonto zu mehr Vorsicht mahnen.
Doch die Verantwortung auf die Domina "abzuwälzen" wäre m.E. zu einfach.
Und mal eben ein paar private Zeilen:
Auch ich bin bereits einem Mann finanziell hörig gewesen (nein, nein, kein Zuhälter, nur ein kleiner abgewichster Betrüger, der mit meinen Gefühlen gespielt hat). Glücklicherweise hielt sich der finanzielle Schaden in Grenzen, der emotionale Schaden war schlimmer.
Gollum schreibt:
Manchmal habe ich den Eindruck, dass man von Dominas mehr Ethik und Moral im Geschäftsleben verlangt, als von anderen Unternehmern
Das liegt sicher daran, daß wir mehr mit Gefühlen/Emotionen/Wünschen konfrontiert sind als der Versicherungsvertreter.
Ich bin da völlig Deiner Meinung, wenn Du schreibst:
Von den Dominas zu erwarten oder zu verlangen, dass sie sich Gedanken darüber machen, ob ihre Gäste sich eventuell finanziell übernehmen ist vielleicht ein bisschen zu viel verlangt
Ich verlange doch auch von keinem Gast, daß er sich Gedanken über mein Privatleben macht (und da gehört das Bankkonto eines eigenverantwortlichen Erwachsenen dazu).
Ich will die Gefahr keinesfalls verharmlosen, ich möchte nur darauf hinweisen, daß wir alle verantwortlich für unser Tun sind, übrigens auch Männer, deren Gehirn zeitweise zugunsten anderer Körperteile ausgeschaltet wird

.
Übrigens passt zu diesem Thema auch folgendes, was ich (auch in diesem Forum an anderer Stelle) gelesen habe:
Können Dominas eigentlich lieben?
Und wer den Zusammenhang nicht versteht, darf gerne nachfragen und ich erläutere das gerne, wenn ich keinen Rotwein getrunken habe.
Bis dahin,
liebe Grüsse
Tanja
www.sklavin-tanja-hamburg.de