FETISCH INSTITUT in Berlin
Hier Ihre Werbung
Domina Lady Cendra - SM-Studio Art of Humiliation
Miss Lana Poison im Kinky Domination
Bizarrlady Lana (LanaDT)
Catherine Bizarr herself
Lady Caprice
Cynthia - Bizarrlady aus Leidenschaft
Hier Ihre Werbung

Aspekte der Dominanz Teil I - Die Sache mit dem Bezahlen

Mi, 15.Dez 2004, 03:21
Der eine ist verärgert, weil er nach seinem Empfinden ungebührlich hoch zur Kasse gebeten worden ist, der andere fragt sich, warum er überhaupt eine Domina bezahlen soll, wo sie doch vorgibt naturveranlagt zu sein und der nächste wirft mit Geld um sich und beansprucht, dass die Dame seiner Wahl gefälligst nach seiner Sklavenpfeife tanzt. Keine Frage: Wenn es ums Bezahlen geht, ist der Konflikt vorprogrammiert, denn hier werden so mannigfach unterschiedliche Auffassungen in eine simple Transaktion kanalisiert, die die Beweggründe auf beiden Seiten der Gerte eher verschleiert als klarstellt. Gerade hier im Forum führt dieses Wirrwarr an Auffassungen immer wieder zu Vorwürfen, Unmutsbezeugungen und unrealistischen Erwartungen. Ich möchte hier in einem fairen und vielleicht auch provokanten Beitrag versuchen, ein wenig Licht in diese Thematik zu bringen, und ich fürchte, ich werde dabei sehr weit ausholen müssen.

Beginnen wir mit der üblichen Geschichte:
Eine Frau erscheint auf der Bildfläche und präsentiert sich als Domina. Sie gibt eindeutig zu erkennen, dass sie bereit ist Gäste zu empfangen, wenn man sie dafür bezahlt. Außerdem schildert sie mehr oder weniger deutlich, welche Praktiken sie anbietet, welche Vorlieben sie hat, wie sie sich selbst als Domina begreift und wie ihr Verständnis von SM im Allgemeinen ist.

Hier wird schon der Nährboden aufbereitet für ein unseliges, immer wieder zur Debatte stehendes Paradoxon. Es lautet:
1. Wie kann eine Frau Dominanz verkörpern, wenn sie ihre Dienste gegen Geld anbietet uns sich damit letztlich nach den Wünschen ihrer Gäste zu richten hat?

Es gibt zwei weitere Fragen, die dringend in diese Problematik hineinspielen und die für deren Klärung unmöglich ignoriert werden dürfen:
2. SM ist eine sexuelle Neigung und Dominas haben offensichtlich eine Affinität in diese Richtung. Aber wenn diese natürliche Veranlagung vorhanden ist, wieso verlangt die Dame dann von gleichartig veranlagten Männern, dass sie ihr Geld für das gemeinsame Spiel geben? Wie kann man bei einem so fundamentalen emotionalen Bedürfnis wie Sexualität überhaupt daran denken, Geld zu verlangen? Gerade die Frauen, die doch sonst nicht müde werden, uns Männern die "inneren Werte" eines Menschen zu preisen und deren emotionale Intelligenz nachweislich höher angesiedelt ist als bei Männern, gerade die Frauen mutieren hier plötzlich zu abgebrühten Geschäftsfrauen, bei denen ohne Geld gar nichts läuft.

3.Wie kann eine Frau ernsthaft behaupten, sie sei dominant, wo sie doch dem Mann mit Sicherheit physisch unterlegen ist?


Zu Punkt 1:
Es besteht kein Zweifel daran, dass eine Domina ungehalten darauf reagiert, wenn man sie zur Dienstleisterin abstempelt und sie zur Erfüllungsgehilfin degradiert. Die gängige Argumentation, mit der Frauen ihr Selbstbild bewahren wollen, lautet, dass sie sich vorbehalten, bei Nichtgefallen den betreffenden Gästen den Empfang zu verweigern. Damit sei sichergestellt, dass sie ihre eigenen Präferenzen nicht verleugnen - für die der Mann sie zu bezahlen hat.
Ich werde aufzeigen, dass diese Argumentation ziemlich scheinheilig ist und dennoch einen Fingerzeig für die wahren Konstellationen liefert.

Zu Punkt 2:
Hier wird standardmäßig argumentiert, dass einer Domina hohe Kosten entstehen:
Miete, Studioeinrichtung, Equipment, Outfit, Locations, Werbung, Fotografen, Steuern, Versicherungen.
Zu diesem Aspekt möchte ich vorläufig nur ein Gegenbeispiel liefern:
Meine Friseurin betreibt sein rund vier Jahren ihren eigenen Frisiersalon. Sie hat für ihren Beruf eine jahrelange Ausbildung durchlaufen müssen: Lehre, Gesellinnenzeit, Meisterschule, Abschlußprüfung. Der Finanzbedarf für die Eröffnung eines Frisiersalons kann mit Sicherheit mit dem Finanzbedarf zur Eröffnung eines Dominastudios konkurrieren. Der Preis, der mir im Frisiersalon berechnet wird, ist betriebswirtschaftlich sehr gründlich kalkuliert: Er liegt in meinem Fall selten über 20 € - das ist ein Zehntel dessen, was eine Domina standardmäßig für eine Stunde beansprucht.

Zu Punkt 3:
Spätestens hier wird deutlich, dass eine Domina entweder vorgaukelt etwas zu sein, was sie schon aus anatomischen Gründen nicht sein kann - und zusätzlich in männerbestimmten Gesellschaften auch aus gesellschaftlichen Gründen nicht sein kann - oder wir müssen zu einer eindeutigen Begrifflichkeit von Dominanz finden und dann abgleichen, ob sich das Wesen einer Domina mit dieser Begrifflichkeit deckt.
Vielleicht geraten wir auf die richtige Fährte, wenn wir einen gedanklichen Schritt zurücktreten und uns überlegen, was sich eigentlich zwischen den Geschlechtern abspielt.

Der Schlüssel zur Entwicklung von Leben liegt in den Händen des weiblichen Geschlechts. Das ist kein devoter Spleen von mir, sondern eine biologische Realität. Frauen entscheiden darüber, ob es zu einer Paarung kommt, wann es zu einer Paarung kommt und mit wem es zu einer Paarung kommt. Frauen senden die entscheidenden Signale, werden von Männern hofiert, entscheiden, ob sie einen Bewerber akzeptieren oder ihn ablehnen. Männern fällt die Aufgabe zu auszuschwärmen und sich aktiv um eine Frau zu bemühen. Die Natur hat diese Rollen eindeutig auf die Geschlechter verteilt und keine noch so zivilisatorische und emanzipatorische Gesellschaft kann dieses Urverhalten außer Kraft setzen, sondern es höchstens kaschieren.
Frauen sitzen an der entscheidenden Schaltstelle der Macht, wenn es um die Erhaltung der Art geht, und zwar ganz bestimmte Frauen: vorwiegend die Altersgruppe von etwa 20-35 Jahren. Männer aller Altersklassen werden nämlich vorzugsweise von dieser Altersgruppe angezogen. Sie lockt mit Jugendlichkeit, physischer Attraktivität und verspricht gesunde Nachkommenschaft. Diese Frauengruppe löst zwangsläufig einen gewaltigen Nachfragesog aus. Viele Männer konkurrieren um viel zu wenige Frauen. Es liegt auf der Hand, dass die Mehrzahl der Männer in diesem Spiel leer ausgehen muss. Es sei denn, sie nähmen sich das Objekt ihrer Begierde mit Gewalt.
Auf jeden Topf passt ein Deckel, so heißt es. In einer hochpolygamen Gesellschaft könnten sich Männer möglichst viele Partnerinnen suchen, die Monogamie stelle einen Sieg der Frau dar, weil sie es geschafft habe, einen Mann zur ehelichen Treue zu verpflichten.
Die treulose Gesellschaft würde aber nicht den Sieg der Männer über die Frauen repräsentieren, sondern den Sieg einiger weniger Männer über alle anderen Männer. In einer polygamen Gesellschaft würden die meisten Männer leer ausgehen, weil es für Frauen keine Veranlassung gäbe, sich dem zweit- oder drittbesten Bewerber hinzugeben; sie würden sich vielmehr die prächtigsten Männer mit dem besten genetischen Material heraussuchen und andere Bewerber abweisen. Die Monogamie einschließlich der gesetzlichen Verbote der Vielweiberei ist ein Trick der Männerwelt, um wenigstens halbwegs paritätisch zum Zuge zu kommen, der Deal heißt: Lass mich ran und ich biete dir Treue und Zuverlässigkeit in Partnerschaft und Brutpflege. Diese Zusammenhänge gelten zumindest für alle Primaten, bei denen die Männchen größer werden als die Weibchen - also auch für den Menschen. Das ist zoologisch erwiesen.
Ich möchte in diesem Zusammenhang auf eine gesellschaftliche Tendenz hinweisen, die sich vor allem in den USA herauskristallisiert, weil dort die Emanzipation am weitesten vorangeschritten scheint. Die Art und Weise, wie diese Nation ihre gewaltigen kulturellen, intellektuellen und technologischen Errungenschaften darauf ausrichtet, die gesellschaftliche Position der Frauen zu stärken - anscheinend hat es sich dort schon eingebürgert, Männer wie Hunde zu dressieren - lässt den Verdacht aufkeimen, es handele sich um eine genetisch einprogrammierte, kollektive Selbstauslieferungspsychose des männlichen Geschlechts. Ich interpretiere diesen Vorgang allerdings ein wenig anders: Je mehr sich echte Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern etabliert, desto offensichtlicher wird es, dass Frauen unter gleichen rechtlichen Bedingungen eine mächtigere soziale Position besitzen. Vorläufig sind aber noch viel zu viele Frauen zu sehr damit beschäftigt, ihre individuelle, als repressiv empfundene Sozialisation zu verarbeiten, um diese Zusammenhänge zu durchschauen.

Ausgestattet mit diesem Gedankengut möchte ich jetzt mal Dominanz in einem Licht betrachten, in dem sich so einige Ungereimtheiten in Wohlgefallen auflösen:

Dominanz ergibt sich daraus, wer aus dem entscheidenden Spiel zwischen Angebot und Nachfrage als Sieger hervorgeht.

Damit sind alle Frauen der oben genannten Zielgruppe potentiell dominant.
Es ist nicht entscheidend, ob eine Domina wirklich eine dominante Persönlichkeit hat. Die meisten Dominas, denen ich begegnet bin, hatten keineswegs eine stärkere oder dominantere Persönlichkeit als ich selber, obwohl ich mich als devoter Sklave präsentierte.
Es ist auch unerheblich, dass die Frau dem Mann physisch unterlegen ist. In einem Rechtsstaat hat der Mann keinerlei Druckmittel, um seine körperliche Überlegenheit in Dominanz umzumünzen. Und nicht zuletzt ist es auch unerheblich, ob eine Domina wirklich naturveranlagt ist - sie ist es nämlich aller Wahrscheinlichkeit nicht, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass sie darauf brennt, ihre dominant-bizarren Gelüste mit Männern auszuleben und dabei vor Geilheit fast platzt. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, dass Dominas ausschließlich den erotischen Phantasien von Männern entspringen. Eine Domina, die aus naturveranlagter Begeisterung finanzinteressenlos Männer zu Sklaven erzieht, gibt es vermutlich gar nicht, jedenfalls nicht in der von Männern bevorzugten Zielgruppe.
Was es dagegen sehr wohl gibt, sind Frauen, die
1. zu ihren Beziehungspartnern ein dominantes Verhältnis pflegen, und zwar vorwiegend auf Drängen des Mannes
2. älteren Semesters sind und von Männern schon längst nicht mehr jene Beachtung bekommen, nach der sie sich sehnen und die dementsprechend bereit sind, sich notfalls auch ohne finanzielles Entgelt auf dem Schauplatz der Eitelkeiten in Erinnerung zu rufen
3. devote Neigungen haben, verständlicherweise aber davor zurückschrecken, sich außerhalb eines geschützten Rahmens einem potentiellen Gewalttäter hilflos auszuliefern.

Wer meine Ausführungen bezweifelt, der kann ja mal einen Blick auf folgende URL werfen:
www.Sklaxxxxzentrxxx.com
Hier sind Hunderte von Profilen beiderlei Geschlechts gelistet, die bizarre Neigungen haben. Zwei Dinge fallen ins Auge:
1. Es gibt einen gewaltigen Männerüberschuss
2. Bei praktisch jedem dominanten Frauenprofil liest man einen der folgenden Kommentare:
Bewerbung von männlichen Subs zwecklos
Ich habe meinen persönlichen Sklaven schon gefunden (=mein Freund/Mann ist mein Sub)
Sklavenausbildung gegen Tribut möglich.

Eine weitere beachtenswerte Adresse ist
www.lustschmerz.de
eine Seite, die sich ausdrücklich dem nichtkommerziellen Bereich widmet. In der lustschmerz-community fällt Folgendes auf:
1. Es gibt einen gewaltigen Männerüberschuss
2. Dominant veranlagte Frauen in der von Männern bevorzugten Zielgruppe sind praktisch nicht erreichbar.

------

Ein Gedankenspiel:
Ein hedonistisch geprägter Marquis lädt per Annonce 100 wildfremde Erwachsene zu einer berauschenden Soiree auf sein prächtiges Anwesen ein, in dem die Gäste wollüstig übereinander herfallen und sich ausschweifenden sexuellen Handlungen hingeben können, ganz ihren Neigungen entsprechend. Zuverlässiges Wachpersonal sorgt dafür, dass niemand gewaltsam zu etwas getrieben wird, was er nicht mag. Nur die ersten hundert Personen finden Einlass. Die Kosten werden von den Beteiligten jenes Geschlechts getragen, das zahlenmäßig im Überschuss vertreten ist. Wer wird kommen?
Ich wage folgende Prognose:
Es werden viele einzelne Männer kommen. Es werden keine einzelnen Frauen kommen. Es werden wenige, vorwiegend ältere Paare kommen.

Dieses Spiel kann man heutzutage in jedem Swingerclub beobachten, in dem nicht getürkt wird. Obwohl einzelnen Herren ein unverschämtes Entgelt abverlangt wird, gibt es einen erschreckenden Männerüberschuss, was zwangsläufig zur Folge hat, dass die meisten Männer gar nicht zum Zuge kommen. Einzelne Frauen sind Mangelware, obwohl sie sich hemmungslos unter der Männerschar bedienen könnten und ihnen höchstens ein symbolischer Eintrittspreis berechnet werden würde. Es kommen wenige, vorwiegend ältere Paare; Männer mit ihren meist unansehnlichen Frauen, die sie angesichts der drängenden Männerhorden mit Argusaugen bewachen. Wo bleibt da die weibliche Naturveranlagung?

Nächstes Gedankenspiel:
Nehmen wir einmal an, Dominas wären gesellschaftlich äußerst erwünscht und Frauen würden vom Staat dazu ermuntert werden, ein Studio zu eröffnen. Außerdem unterstellen wir, dass die katholische Kirche alle Aufwendungen bereitwillig trägt, die im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit anfallen. Desweiteren machen wir zur Bedingung, dass jeder Mann kostenlos Einlass findet und diejenigen Männer, die dem zuwiderhandeln und der Frau auch nur die geringste ökonomische Zuwendung zu erbringen bereit sind, automatisch vom Blitz erschlagen werden. Was würde passieren? - Vermutlich gar nichts, es würde sich nämlich weit und breit keine Frau finden, die sich auf diesen Schmarrn einließe. Ich nehme daher eine Restriktion aus dem Modell heraus:
Nur diejenigen Männer finden Einlass, die von der Domina geduldet werden, und sei es auch nur ein einziger. Wie sieht es jetzt aus? Was passiert? Es würden sich vermutlich einige Frauen finden, die von dem Programm Gebrauch machten und mit einer handverlesenen Schar von wenigen Anbetern ihre Zeit im Studio verbrächten. Die meisten Männer würden gar nicht zum Zuge kommen. Das beiderseitig paritätische, vorbehaltlose, kindliche Vergnügen an SM ist eine Chimäre.

Es bleibt dabei, wer als Mann auf der Suche nach einer Domina ist, muss investieren. Entweder, indem er einer Fremden einen ökonomischen Gegenwert leistet oder indem er seine Energie dazu einsetzt, eine Beziehung einzugehen und seine Partnerin darauf drängt, dominante Verhaltensweisen zu entwickeln.
Letzteres wird aber von vielen Männern gescheut. Devote Neigungen haben nämlich wenig damit zu tun, ständig unter der Knute seiner Partnerin zu stehen und von ihr wie ein Aschlo behandelt zu werden. "Aber du wolltest doch gedemütigt und erniedrigt werden?", hat mich schon manche Frau in einer Mischung aus Zynismus und Ratlosigkeit gefragt. Ja, schon. Aber Devotion ist eher ein Akt des Sich-Hingebens und Verehrens, und das hat viel mehr zu tun mit gemeinsamer Nähe, Vertrauen, Zärtlichkeit, Geborgenheit.
Keine Frage, die Umsetzung innerhalb einer Partnerschaft ist schwierig, wem es gelingt, der lebt vermutlich in einer Beziehung von höchster Güte.

Dominant ist, wer nachgefragt wird. Versuchen wir doch mal, vor diesem Hintergrund auf unsere drei Kernfragen zurückzukommen. Ich differenziere sie noch ein wenig aus:

Ist eine Domina käuflich?
Natürlich ist sie das, denn wie kann sie nicht käuflich sein, wenn sie doch durch die Annahme des Tributs das Gegenteil bezeugt? Was allerdings nie und nimmer käuflich ist, ist die emotionale Nähe und Verbindlichkeit, die Männern bei der Begegnung mit einer Domina so wichtig ist und der sie paradoxerweise dort, wo sie sie haben könnten - in ihrer häuslichen Beziehung - eher zu entfliehen versuchen.

Ist eine Domina eine Prostituierte?
Gegenfrage: Ist eine Rechtsanwältin eine Prostituierte? Eine Ärztin? Eine Verkäuferin? Eine Buchhalterin? Eine Schauspielerin? Eine Masseurin? Eine Geisha? Eine Präsidentengattin? Die eigene Ehefrau?

Ist eine Domina eine Dienstleisterin?
Wenn sie sich so begreift, dann ja. Wenn nicht, dann nicht! Mit anderen Worten: Es ist eine Geste des Wohlwollens, wenn eine Domina die Wünsche ihres Gastes auch tatsächlich berücksichtigt. Was aber eine Domina ausmacht, ist etwas ganz Anderes:
Eine Domina ist eine Frau, die den sexuellen und emotionalen Notstand von Männern knallhart nach sozioökonomischen Kriterien marktwirtschaftlich ausbeutet.

Gibt es naturveranlagte Dominas?
Diese Frage führt in die Irre. Jede Frau ist eine potentielle Domina. Dominanz ergibt sich nicht aus Veranlagung, sondern aus der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Personenkreis. Für eine Frau kann es gar nichts Wichtigeres geben, als im Fokus der männlichen Aufmerksamkeit zu stehen - darin liegt ihre natürliche Bestimmung und das ist ihre natürliche Veranlagung. Ob sie zur Domina taugt, hängt weniger davon ab, wie gut sie mit der Peitsche umgehen kann, sondern eher davon, inwieweit sie sich ihrer Anziehungskraft und damit ihrer Macht über Männer bewusst ist und die Bereitschaft und Fähigkeit hat, damit zu kokettieren.

Empfinden Dominas etwas beim gemeinsamen Spiel oder machen sie es nur wegen des Geldes?
Und ob Dominas etwas empfinden! Es gibt für eine Frau nichts Vergnüglicheres als einen Mann scharf zu machen - und ihn dabei auf Distanz zu halten. Es sei denn, sie verliebt sich in den Kerl.

Was sind sogenannte Privatdominas?
Ein Marketing-Gag. Bei einer Privatdomina muss ich genauso Geld abdrücken wie bei einer Gewerblichen. Wer eine Privatdomina haben will, muss sich eine Freundin suchen und ihr dominante Verhaltensweisen nahe legen.

Frauen sind Männern doch physisch unterlegen?
Ja, aber wozu ist das nütze? Ich will der Frau doch keins auf die Glocke hauen! Dominant ist, wer über eine höhere soziale Attraktivität verfügt.

Wenn Dominas selbst Vergnügen am Spiel haben, wieso lassen sie sich nicht freudig darauf ein ohne Geld zu nehmen?
Weil sie es nicht nötig haben! Das Kriterium ist nicht, wer mehr Vergnügen beim gemeinsamen Spiel hat, ansonsten müsste manchmal eine Domina ihren Gast bezahlen. Wer einer Frau keinen Tribut entrichtet, würdigt nicht hinreichend ihren sozialen Rang. Das lässt keine Frau aus der Zielgruppe mehr als einmal mit sich machen.

Muss man den Obulus nicht vielmehr als Kostenbeteiligung betrachten?
Ach woher, das ist Augenwischerei. Natürlich können die Kosten eines Studiobetriebs enorm sein, aber eine Domina nimmt Geld aus Prinzip und nicht, weil ihr Kosten entstehen.

Ich bezahle die Domina, also hat sie doch jetzt nach meiner Pfeife zu tanzen?
Nein, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, und das lässt sich auch leicht veranschaulichen. Nehmen wir einmal an, ich lerne irgendwo eine Frau kennen, die mich faziniert. Ich gestehe ihr, dass es mich erregen würde, von ihr gekidnappt und gefangen gehalten zu werden. Die Frau ist meinen Phantasien gegenüber aufgeschlossen und spielt mit mir dieses Szenario durch. Wenn es gut läuft, haben wir beide unser Vergnügen dabei. Der wesentliche Punkt dabei ist aber: Ich bin mit meinen Wünschen an die Frau herangetreten und nicht umgekehrt. Die Frau kann mir daraufhin nur das geben, was sie zu geben hat.
Durch Geld kann ich diesen Zusammenhang nicht außer Kraft setzen.

Für 200 € bekomme ich eine gute Session, für 1000 € bekomme ich eine fünfmal so gute Session.
Das ist ein kostspieliges Missverständnis! Die Qualität der Session ändert sich mit höheren Geldbeträgen überhaupt nicht, im Gegenteil - das Preis-Leistungs-Verhältnis wird immer ungünstiger. Was eine Domina mir nicht für 200 € gibt, wird sie mir auch nicht für 1000 € geben.

Halten wir nochmal fest:
Dominanz zeigt sich weniger in einer Vorliebe für bizarre Sexualpraktiken sondern vielmehr darin, dass frau einen Nachfragesog erzeugt. Man könnte ja einwenden, dass diese Argumentation auch für die ganz normale Partnersuche gilt und dass dabei oft auch Männer in die dominante Position geraten. Das ist auch der Fall. Nur, dass hier nicht so offensichtlich sexuelle Vorlieben verhandelt werden. Wenn es um SM geht, sind Männer hervorragende Nachfrager.

Dominas kassieren aus Prinzip und Männer sind prinzipiell dazu bereit, zu bezahlen. Dieses beiderseitige Prinzipienverständnis ergibt sich aus dem natürlichen Wechselspiel der Geschlechter. Männer bezahlen sogar gerne eine Domina. Warum sie gerne bezahlen, was sie für ihr Geld erwarten, wovon sie träumen, was sie eigentlich zur Verblüffung der Ladys gar nicht interessiert und warum sie sich oft so abgefertigt nach einer Session vorkommen, davon handelt der zweite Teil, der sich vor allem an die weibliche Leserschaft richtet.

Gruß

Remington Steele

Mi, 15.Dez 2004, 07:45
Starkes Posting Remington, schon fast zu schwer verdaulich für mich zu dieser frühen Stunde. ;)

Bei vielen deine Thesen würde ich auch zustimmen, einiges allerdings sehe ich anders.

Z.B.:
Eine professionelle Domina ist mMn immer eine Dienstleisterin, das ist auch in keiner Weise despektierlich. Der Begriff bildet lediglich eine grobe Klammer für eine endlos lange Liste von Berufen/Tätigkeiten (vom Verkäufer bis zur Ärztin, obgleich auch Ärzte es oft nicht mögen oder wahrhaben wollen das auch sie letztlich 'nur' Dienstleister sind). Das hat auch überhaupt nichts damit zu tun ob der Beruf nun eben nur Beruf oder auch Berufung ist.

Ich sehe es auch nicht so das es die Berücksichtigung der Wünsche des Gastes lediglich eine Geste des guten Willens ist. Sicherlich sind die Grenzen fließend und irgendwann wird die Domina tatsächlich zur Wunscherfüllering degradiert, aber ein gelungenes Spiel setzt eigentlich immer voraus das die Domina (und Dienstleisterin) zumindest zu signifikanten Teilen auf die Wünsche des Gastes eingeht. Wenn sie das nicht will (aus welchen Gründen auch immer), sollte sie diesen Gast ablehnen.
Das ist übrigens auch im privaten Bereich nicht anders. Ein Dom/sub Beziehung in welcher der dominante Part die Wünsche und Bedürfnisse des Subs weitgehend ignoriert wird sicherlich nur in den allerseltensten Fällen von Bestand sein.

Auch mit dem Definition das Dominas den 'Notstand' bei uns Männern 'Ausbeuten' habe ich so meine Probleme. Ausbeuten bedeutet für mich das etwas abverlangt wird ohne eine angemessene Gegenleistung zu erbringen. Das halte ich idR für unrichtig (in Einzelfällen mag es durchaus zutreffen). Das sich die Damen ihre Dienste gut honorieren lassen ist sicher richtig, aber da gibt es in unserer Gesellschaft zweifelsohne zahlreiche krassere Fälle .

Was übrigens dein Friseursalon Beispiel angeht, das Du dort mit 20,- € wegkommst mag gut sein, aber ich glaube es nicht wirklich das deine Friseurin Dich für diese 20,- Euro dort 1 volle Stunde lang 'bearbeitet' (und das auch noch ausschließlich). Zudem muß wenn wir schon von der betriebswirtschaftlichen Seite kommen bei eine Domina auch Vor- und Nachgespräch mit einkalkuliert werden (auch wenn es hier immer so schön heißt Vor- bzw. Nachgespräche oder auch die Zeit im Bad dürfen nicht zu Session Zeit gehören... nette Idee aber Betriebswirtschaftlich unhaltbar).

Im Endeffekt und auf die Minute umgerechnet wir der Aufenthalt bei eine Domina vermutlich immer noch ca. 2-3x so teuer sein wie bei einem Friseur, aber gerade Friseure sind da auch ein ungünstigster Vergleich. Im Friseurhandwerk tobt ein gnadenloser Preis- und Verdrängungswettbewerb welcher unter anderem dazu führte das Friseure zu den am schlechtesten verdienenden Handwerkern zählen. Zieh den Vergleich mit einem ausgebildeten Physiotherapeuten oder Psychiater und die Domina kommt gleich viel besser weg.
(Trotzdem hätte ich natürlich nichts dagegen wenn die Damen sich entschieden in Zukunft 'Friseurtarife' zu verlangen, da bin ich ja durchaus selbstsüchtig zwink )
Fenris

<i>Wer nichts weiss, und weiss, dass er nichts weiss, weiss mehr als der, der nichts weiss und nicht weiss, dass er nichts weiss!</i>

Mi, 15.Dez 2004, 11:18
Hallo Remington,
das sind wirklich einige sehr interessante Gedanken/-spiele...

dazu hätte ich auch noch was...zB ich habe noch selten gehört, dass eine Sklavin für einen Dom bezahlt, im Gegenteil, sogar Doms bezahlen für eine Sklavin...
Wäre doch mal interessant, wenn eine Domina mal so paar Euros für eine Lektion abdrücken würden...(*grins, nur mal so gedacht)

Schönen Tag noch...

Mi, 15.Dez 2004, 11:28
Hallo Remington, hallo Fenris!

Ich bin in vielen Punkten eurer Meinung, möchte es aber etwas vereinfachter ausdrücken.
Grundsätzlich sollte "die Sache mit dem bezahlen" für keinen Domina-/Studiobesucher ein Problem sein. Er weiß was er macht wenn er ins Studio geht. Man kann auch kaum von einer Domina erwarten das sie umsonst arbeitet, egal ob oder wie naturveranlagt sie nun ist. Warum sollte eine Frau aus ihrer Neigung kein Kapital schlagen. Selbst wenn sie privat mit SM nicht viel anfangen kann, sich aber in ihrem Job gut darstellt ist das in Ordnung. Und für die meisten ist es ein Job und sonst nichts.
Ich glaube kaum das wir alle in Berufen beheimatet sind die für uns die reine Erfüllung sind. Aber selbst wenn es so wäre würden wir auch nicht umsonst arbeiten. Ich bilde da keine Ausnahme.

Als zahlender Gast habe ich aber gewisse Rechte und das fängt mit Kleinigkeiten wie Höflichkeitsfragen an. Ich erwarte mir gegenüber, zumindest vor und nach der Session den gleichen Respekt den ich umgekehrt auch gebe.
Als 2. Kriterium gehört dazu der Punkt der Zeiteinhaltung. Ich bin weder kleinlich noch pingelig, aber eine gewisse Verhältnismäßigkeit muss gegeben sein. Wenn ich beispielsweise über einen längeren Zeitraum regelmäßig zur gleichen Domina gehe und mich mit ihr auf 2 Std. Behandlungszeit verständige und es ist mal etwas kürzer und dann beim nächsten Mal etwas länger ist das völlig ok. Wird die Zeit aber ständig gekürzt bleiben eigentlich nur 2 Erklärungsmöglichkeiten. Entweder die Dame hat keine Lust mehr sich mit mir zu beschäftigen, dann aber sollte sie es offen sagen und unsere Wege würden sich ohne Ärger trennen. Oder aber es ist der einfache Versuch der billigeren Abzocke. Zum Glück habe ich sowas nicht oft erlebt aber wenn, dann hat es mich maßlos geärgert.
Als 3. und für mich wichtigsten Punkt habe ich als Gast das Recht auf Einhaltung meiner Tabus und auch auf Umsetzung meiner Wünsche und Neigungen. Da ich mich im Vorgespräch nicht in Blindenschrift ausdrücke kann das so schwer nicht sein. Natürlich ist es das gute Recht der Domina mich als Gast abzulehnen wenn sie mit meinen Wünschen ein Problem hat, diese nicht in ihre Vorstellung passen. Ich würde den Staub von meinen Füßen schütteln und weiter gehen, aber es wäre nicht weiter tragisch! Nur ist mir ein solcher Fall in knapp 20 Jahren noch nicht einmal passiert. Mein Geld genommen haben alle, ohne Ausnahme. Um es an deinem Friseurbeispiel festzumachen, lieber Remington. Wenn ich in meinem Stammfriseurgeschäft eine Dauerwelle möchte und eine Glatze bekomme würde ich mir gelinde ausgedrückt verarscht vorkommen und diesen Laden nie wieder betreten, vielleicht sogar Rechtsmittel einlegen.
Aber um wieder zu den Profidominas zurückzukehren. Die meisten haben in den für mich wichtigen Kriterien korrekt, sauber und anständig gearbeitet.
Insofern sind meine Erfahrungen gut und ich bereue nicht Geld ausgegeben zu haben. Ein bisschen Ausschuß gehört eben dazu. Damit muss man wohl leben.

M.f.G.

Richard III

Neulich in der Bäckerei am Eck!

Mi, 15.Dez 2004, 18:11
Hallo liebe Gemeinde, ich war bisher eigentlich eher ein passiver Leser dieses Forums, nur hier wollte ich auch einmal einen Beitrag dazusteueren. Wer jetzt hier einen Erlebnisbericht in der Realität erwartet, wird leider enttäuscht sein, und der eine oder andere wird sich auch fragen was das hier zu suchen hat. Ich bin mir bewusst das dieser Vergleich ein wenig an den Haaren herbeigezogen ist, aber er sollte vielleicht ein wenig zum Nachdenken anregen.

Wo ich wohne ist ganz in der Nähe eine kleine Bäckerei an einem Straßeneck, welche ich manchmal am Nachmittag aufsuche und mir einen Kaffee und etwas Süßes gönne. Seit etwa drei Wochen arbeite dort ein neues Mädchen welche ich auf so ungefähr 22/23 Jahre schätze. Sie ist eine natürliche Schönheit, aber ganz unauffällig. Wir kamen schnell ins Gespräch und sie erzählte mir viel über sich. Sie komme aus Ostberlin wo sie schon seit längeren auf Arbeitssuche war und nichts fand. Die Not veranlasste sie ihre Heimat zu verlassen und sie fand schließlich Arbeit hier in der Bäckerei. Sie erzählte mir dass sie die letzten 4 Wochen in einer Jugendherberge wohnte, da sie keine Wohnung hatte, jetzt aber sehr stolz auf ihr kleines Einzimmerapartment ist welches sie fand und sich mit einfachsten Mittel einrichtete.
Irgendwie begann ich dieses Mädchen gerne zu haben und besuchte die Bäckerei von nun an täglich. Mir gefiel ihre Art wie sie mit den Kunden redete und wie sie auf deren Wünsche einging ohne aber irgendwie schleimig zu wirken, und sie hat auch für jeden ein freundliches Wort oder ein nettes Lächeln übrig. Kleine Unsicherheiten und Tollpatschigkeiten machte sie immer durch ihren Charme wett. Egal was sie tut sie gibt sich sichtbar Mühe bei allem, und man hätte meinen können es sei Ihr eigenes Geschäft, so wie sie alles in Ordnung und sauber hält. Sie ist stolz auf ihre Arbeit welche sie gefunden hatte, und auf ihr kleines Glück in dieser neuen Umgebung.
Diese Mädchen steht da mit nichts in den Händen und versprüht soviel Optimismus, Lebensfreude und auch Lebensenergie auf ihre Umwelt das dieser Ort für mich jetzt zu so etwas wie einer Oase zum Auftanken wurde.
Sie erzählte mir dass sie durch den Umzug jetzt 2000 Euro Schulden habe und ihr Ziel sei es bis nächstes Jahr Weihnachten schuldenfrei zu sein, und deshalb fährt sie auch trotz der Kälte jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit um das Busgeld zu sparen. In mir kamen Gewissensbisse auf für was ich doch schon so manchmal ganz andere Beträge so ganz sinnlos verschleudert habe, unter anderem auch für Studiobesuche, bei welchen ich mit einen leereren Gefühl im Bauch herausging als hinein.
Ich bin gewiss kein Millionär doch ich dachte mir ich würde ihr gerne einfach so 2000 Euro zu Weihnachten schenken. Ich habe den Betrag X auf einem Depot, würde sich mein Leben ändern wenn ich nur noch den Betrag X-2 hätte? In keinster Weise, ihres schon!
Gestern war ich wieder dort und es war auch schon später, sie wischte den Boden und man konnte erkennen, das für sie in diesem Moment es das Wichtigste auf dieser Welt war das der Boden danach so sauber wie möglich war.
Auf dem Weg nach Hause dachte ich mir wenn nur jede Domina, welche sich die Stunde mit 200+ Euro honorieren lässt, welche wahrscheinlich in einer Woche das verdient für was sich dieses Mädchen aus Ostberlin jetzt das ganze nächste Jahr die Butter von Brot sparen wird. Wenn nur jede Domina auch nur mit halb so viel Herz und Seele, mit auch nur halb soviel Freude, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Leidenschaft bei der Sache wären in ihrer Tätigkeit, wie dieses Mädchen wenn es für vielleicht 6 Euro netto den Boden wischt, dann würde es in der Welt des kommerziellen SMs, und auch hier in diesem Forum keine langen Gesichter geben.

Sicher es ist ein Unterschied ob man nun Brötchen verkauft, oder anderen Menschen sensible, sexuelle Neigungen und Fantasien erfüllt, und es soll auch nur ein kleiner Denkanstoß sein. Es zählt nicht so sehr das was man tut, sondern das wie. Ja ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen, dass nicht einmal der Erfolg oder das Gelingen so sehr zählt würde, sondern wenigsten der Versucht.

Nur dieses Mädchen aus Ostberlin, in der kleinen Bäckerei bei mir am Eck, in ihren Birkenstockschlapfen und der billigen Jeans welche sie unter ihrem weißen Kittel trägt ist glücklich. Sie ist mit Sicherheit keine Intelligenzbestie, aber die Art wie sie die Dinge sieht, wie sie sich gibt, und wie sie auch ist, sagt mehr aus über den Sinn des Lebens wie so manche Bibliothek voll Lebensweisheiten.

In einergewissen Hinsicht beneide ich sie.
Zuletzt geändert von Chevas am Mi, 15.Dez 2004, 20:20, insgesamt 1-mal geändert.

Mi, 15.Dez 2004, 19:06
Hallo!

Ein herzliches Dankeschön für eure durchdachten Kommentare. Vorläufig möchte ich nur Präsenz melden und das Ganze noch ein wenig wirken lassen; ich werde später Stellung nehmen.
Chevas, dich möchte ich ausdrücklich hier begrüßen und dir sagen, dass ich deinen Einstiegsbeitrag sehr gelungen finde. Ich denke, ich habe verstanden, worum es dir ging. Ich möchte mir die Bemerkung erlauben, dass das Mädchen, von dem du erzählst, im Begriff ist, genau jenen Prozess in Gang zu bringen, von dem ich berichtet habe: Sie hat die Aufmerksamkeit eines Mannes erregt.

Gruß

Remington Steele

Re: Aspekte der Dominanz Teil I - Die Sache mit dem Bezahlen

Do, 16.Dez 2004, 00:25
Hallo,

ein Beitrag der mir sehr gut gefallen hat. Kritische Anmerkungen zur Sache sind leider wenig in solchen Foren zu lesen.

Kurze Anmerkung von meiner Seite:

Wenn man sich ehrlich und offen mit einer als Domina tätigen Frau unterhält, kommt im Regelfall nichts anderes dabei raus, als das diese Person auch bestätigt, dass diese eine Dienstleistung anbietet.

Stichwort "Naturveranlagung".

Was ist denn da so die "Naturveranlagung" wenn die als Domina tätige Frau z.B. in einem Betrieb arbeitet, wo sie einen festen Dienstplan mit genauen Stunden einhalten muß?

Was ist denn hier so die "Naturveranlagung" wenn die als Domina tätige Frau sich <bis auf Einzelfälle> ausschließlich bemüht ist die Lust des sogenannten "subs-sklaven-zoegling ...oder was auch immer" zu befriedigen?

Die als Frau tätige Domina ist doch zu 99 v.H. aller Fälle doch nur eine "Wunscherfüllerin". Nichts anderes.

Ich verstehe nicht die Diskussionen die hier die als Domina tätige Frau glorifiziert. Es ist ein Job. Vielleicht sogar ein harter Job. Aber nicht mehr und nicht weniger.

Und wenn ich zu einer als Domina tätigen Frau gehe und die üblichen Stundenhonorare bezahle... kannund darf ich erwarten, dass meine Wünsche erfüllt werden. Werden meine Wünsche nicht erfüllt...gehe ich nicht mehr hin. Da die als Frau tätige Domina aber auch in ihrem Beruf geld verdienen wird, wird diese grundsätzlich im Regelfall die Wünsche so gut wie möglich umsetzen. Außnahmen mag es geben. Plakative Außnahmen.

Eine r e a l oder naturveranlagte.. Domina in einem Studio wird sicherlich nicht fragen: "Was soll ich anziehen??? Wie hättest Du es denn gerne? etc.

Jeder Domina die mir sinngemäß sagt:

"Ach...ich bin ja so naturveranlagt"..... oder "Das was du dir wünscht ist mein Spezialgebiet und mache ich ja auch am liebsten"....oder "Du bist aber gut drauf... du bist ja richtig hart im nehmen".... oder "Wenn du kommst...dann macht mir das arbeiten immer besonders spaß, weil deine wünsche sich mit meiner naturveranlagung absolut decken"..... hat bei mir kleine aber nicht entscheidende MinusPunkte gesammelt. Und wenn mal jeder nachdenkt....hat nicht jeder schon so etwa...o.a. Antworten...bekommen? Sind es nicht Standardantworten?

Wenn ich jedoch in der Session merke, dass es ihr vielleicht tatsächlich Spaß macht mich zu "ärgern", ich in ihrer Aktivität...vielleicht blitzende Augen entdecken kann...... dann bin ich ehrlich gesagt schon zufrieden. Und da ich rund 24 jahre diese Stiefeldamen/Herrinnen/Dominas in regelmäßigen abständen besuche...glaube ich einfach, das beurteilen zu können.

Die wenigen Dominas die privat auch SM leben und vielleicht wirklich eine reale Naturveranlagung haben, leben diese Naturveranlagung dann aber auch eher wohl privat aus und nicht im Studio, wenn sie dort ihre Schicht "absitzen und abarbeiten".

Fazit für mich zumindestens: Einfach nicht so viel über die Begriffe nachdenken und das wunderschöne Spiel "SM" genießen.

Und zu einem anderen Thema...: Mir ist es ziemlich wurscht, ob die Domina früher passiv war oder was auch immer. Hauptsache sie versteht ihren Job.... und sie kann ihr Handwerk.

Bevor hier evtl. vereinzelt personen "aufschreien"....
Meine o.a. Meinung, die ich schon öfters vertreten habe, hat sich im Laufe der jahre gebildet. Und ich habe das mit einigen Frauen, die als Domina tätig sind...schon öfters hier und da angesprochen. Widerspruch habe ich zu den Kernaussagen nicht gehört. Vielmehr gehen die Aussagen von den Damen noch weiter.

Auch den Beruf "domina"....achte ich sehr und bin froh dass es diesen gibt. Aber ich sehe das äußerst realistisch. Es ist ein Beruf...nicht mehr und nicht weniger.

Leider hat man nur selten...bzw. vereinzelt die Möglichkeit auch mal hinter der "domina".....die "normale Frau".... erleben zu dürfen. Und das schöne ist.... dass es alles normale Frauen...alles normale Menschen sind... mit ganz normalen Gefühlen.... Ängsten/Schmerz/Freude...etc. Und den größten Teil dieser Frauen.......... sind eigentlich wunderbare Damen......., die im Regelfall wahrscheinlich SM...als spiel gar nicht so schlecht finden....aber die glorifizierung als Göttin....und Herscherin...selber eher amüsant beobachten ......

Deshalb ist für mich das Spiel "SM"...egal in welcher Form es gespielt wird...eben auch nur ein Spiel. Ein Spiel....für das ich eben bezahlen muß und wo ich für einen begrenzten Zeitraum in eine andere Welt abtauche.


Den Bericht von der Bäckerin/Verkäuferin hat mich irgendwie auch nachdenklich gemacht.... Ich glaube ich würde selber auch vielleicht versuchen,
einer solchen Frau das Geld zu geben. Einen ähnlichen Fall <es ging aber nicht um Geld...> hatte ich vor rund 3-4 Jahren.


dieter
"Zwei Wege boten sich mir dar, und ich ging den, der weniger beschritten war - und es veränderte mein Leben."

(Robert Frost)

Do, 16.Dez 2004, 10:40
Ich glaube ich bin hier ein wenig missverstanden worden, sicher dieses Mädchen hat meine Aufmerksamkeit erregt aber nicht auf der sexuellen Ebene sondern ganz einfach darin da sie offensichtlich ein sehr wertvoller Mensch ist. Ein Mensch welcher eigentlich als Nebenprodukt seiner Tätigkeit anderen Menschen das kleine gewisse etwas gibt, was weit über das hinausgeht was von ihr in ihrem Job eigentlich verlangt wird. Aber sie tut es unbewusst, denn es kommt von Herzen.
Zuletzt geändert von Chevas am Sa, 23.Jul 2005, 23:05, insgesamt 2-mal geändert.

so viel zu sagen

Do, 16.Dez 2004, 10:56
Hallo Remington Steele, Hallo liebe Listies,

als ich Deinen Beitrag (und auch den der anderen) gestern las, war mein erster Gedanke: ignorieren oder richtig Zeit investieren.

Wie ihr seht, habe ich mich für die zweite Variante entschieden. :)

Erst einmal möchte ich Remington Steele für seinen Beitrag danken, bringt er doch mal wieder Leben ins Off-Topic Forum.

Es gäbe für mich so unglaublich viel zu antworten, doch ich möchte hier nur einige Punkte herausgreifen, sonst bekäme meine Antwort Romanlänge. :)

Das Beispiel des Frisörsalons wurde m.E. schon ausreichend erörtert.

Fenris schrieb sehr passend:
Zieh den Vergleich mit einem ausgebildeten Physiotherapeuten oder Psychiater und die Domina kommt gleich viel besser weg.
Und auch wenn Vor- und Nachgespräch natürlich nicht zur Sessionzeit zählen, darf man das doch nicht immer unbeachtet lassen.

Ein Gast, der eine Stunde bucht, ist doch meist zwei Stunden im Haus inkl Gespräche, Duschen usw.
Und was sicher auch oft vergessen wird: Danach heißt es Zimmer aufräumen, Spielzeuge desinfizieren, bei Bedarf Gummisachen auswaschen und vor allen Dingen:
Reflexion der Session und Vorbereitung auf die eventuell folgende Session.
Es ist (jedenfalls bei den Damen, die ich kenne) nämlich nicht so, daß eine Session einfach "abgehakt" wird, und zur Tagesordnung übergegangen wird. Bei Stammgästen, die einen Termin vereinbart haben, wird vorher natürlich schon darüber nachgedacht, wie man das Spiel am spannensten gestalten könnte, und was man "neues" bieten könnte.

Und noch einem Ammenmärchen möchte ich widersprechen:

Chevas schrieb:
Auf dem Weg nach Hause dachte ich mir wenn nur jede Domina, welche sich die Stunde mit 200+ Euro honorieren lässt, welche wahrscheinlich in einer Woche das verdient für was sich dieses Mädchen aus Ostberlin jetzt das ganze nächste Jahr die Butter von Brot sparen wird


Es mag Damen geben, die diese Summe in der Woche verdienen, ich persönlich kenne keine. Das wären nach Umsatz gerechnet rund 10 Gäste in der Woche.
Wenn wir von Gewinn reden, müssten es mehr Gäste sein.

Ich weiß nicht, wie hier gerechnet wird, wir haben nicht 6 Gäste am Tag 5mal die Woche (Ausnahmen gibt es sicher, und ich beglückwünsche diese Damen zu dieser außergewöhnlich hohen Anzahl und bitte um Kontaktaufnahme per PM, wie dieses Geheimrezept funktioniert :) ).

Es gibt Tage mit 2 bis 3 Gästen, es gibt aber auch Tage (und die sind gar nicht so selten) mit 0 Gästen.

Euro 200+ ist viel Geld (das wissen wir auch), das können sich nicht 10 Gäste in der Woche leisten.

Auch wir wissen den Wert des Geldes zu schätzen.

Ich möchte jetzt mal ganz persönlich werden.

Ich habe nach Abitur und Lehre 10 Jahre in meinem "normalen" Beruf gearbeitet, zuerst Vollzeit, dann, als professionelles SM dazu kam, Teilzeit.

Ich war 3 Tage im Büro, 2 Tage im Studio. Ich liebte die Sicherheit des regelmäßigen Lohns durch meine Büroarbeit auf meinem Konto.
Der Studiolohn war ein nettes Taschengeld.

Ich habe sehr lange überlegt, ob ich diese Sicherheit aufgeben möchte, um mich ganz meiner Berufung (sprich dem Profidasein) zu widmen.

Nach rund 2 Jahren der Entscheidunsfindung habe ich mich dazu entschlossen.

Und jetzt bin ich Vollzeitsklavin/Vollzeitbizarrlady.

Mit all den Konsequenzen, die das mit sich bringt:
Tage, an denen kein Geld fliesst, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, höchstwahrscheinlich erschwertem Wiedereinstieg in die "normale" Berufswelt, private Vorsorge, soziale Ächtung.

Liebe Gäste, versucht doch mal, euch als Domina krankenzuversichern.

Oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Oder eine Wohnung zu mieten (die meisten Vermieter wünschen mittlerweile Gehaltsabrechnungen).

Oder bei der Bank ein Konto mit Dispo zu eröffnen.

Die Bäckereifachverkäuferin kann (so sie nicht gekündigt wird) bis 65 arbeiten (bis sie so alt ist, wird das Rentenalter wahrscheinlich wieder bei 70 liegen :) ), ich glaube nicht, daß eine Domina bis 65 arbeiten kann.

Also müssen die Schäfchen vorher ins Trockene gebracht werden.

In unserer Gesellschaft ist der Beruf der Prostituierten (auch wenn mittlerweile ein entsprechendes Gesetz existiert) doch längst nicht anerkannt.

Sehr viele Menschen in Deutschland definieren sich über ihren Beruf und sind stolz darauf. Wir auch! Nur, wenn die Bäckereifachverkäuferin mich morgens beim Brötchenkauf fragen würde, ob ich im Schichtdienst arbeite, weil ich um 10.00 Uhr morgens noch nicht im Büro sitze, oder ob ich Urlaub habe, wäre meine Antwort sicher nicht:
Nein, wissen Sie, ich bin Hure und arbeite als Sklavin im Dominastudio, meine Arbeitszeiten sind von 13.00 Uhr bis 19.00 Uhr).

Es mag Damen geben, die das tun, die meisten wollen sicher nicht, daß in der Nachbarschaft über sie getratscht wird und ihre Kinder nicht mehr mit den anderen Kindern spielen dürfen.

Auch der eigenen Familie wird man nicht unbedingt die ganze Wahrheit zumuten wollen.

Man baut ein Lügengeflecht auf und hofft, daß es nicht zusammenbricht.

Und all das wird durch Euro 200+ abgegolten.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Berufung, ich möchte nichts anderes sein und tun, ich habe mich bewußt gegen Sicherheit und für diesen Beruf entschieden.

Doch es ärgert mich maßlos, wenn all das, was damit zusammenhängt, übersehen wird.

Im Vorgespräch nenne ich natürlich den Obulus für eine Stunde, biete aber natürlich auch eine kürzere Dauer an, denn auch ich weiß, wieviel € 200+ sind. Oft frage ich auch einfach nach dem Budget, das dem Gast zur Verfügung steht, und was ich dafür anbieten kann.
Auch ich weiß, daß Geld meist nicht vom Himmel regnet (der Lottojackpot ist geknackt :) ).

Wenn dann aber noch gefeilscht wird (und zwar unverschämt nach unten), dann fühle ich mich herabgesetzt und habe das Gefühl, das meine Dienstleistung nicht anerkannt wird.

Oder fragt ihr beim Frisör, ob es nicht auch billiger geht? :)

So, nun ist das ein unglaublich emotionaler Beitrag geworden, eigentlich versuche ich in diesem Forum immer, sehr vorsichtig/ausformuliert/objektiv zu schreiben, doch bei diesem Thema war mir das nicht möglich. :)

Es gäbe noch so viel zu schreiben, doch die Romanlänge (huhu sausauger winke winke ) strebe ich nicht an.

Liebe Grüsse
KleinTanja

Re: Neulich in der Bäckerei am Eck!

Do, 16.Dez 2004, 13:25
Liebe Kleintanja!

In vielem was Du da schreibst gebe ich Dir recht, und es gibt ja auch noch den Vergleich mit dem Immobilenmarkler, welche immerhin in der Regel 2 Monatsmieten Provision kassiert für ein paar Stunden Arbeit welche er für einen investiert. Nur das er dafür schon so einige Anzeigen setzten musst, vielleicht schon 10 oder 20 Leute durch das Objekt führen musste, Verhandlungen mit dem Vermieter usw bis es schließlich zum Vertragsabschluß kommt muss man auch bedenken, und der Staat holt sich ja bekanntlicher Weise auch noch seinen Teil.

Doch Du hast meinen Beitrag falsch interpretiert, denn mir ging es nicht um die Höhe des Tributes, sondern vielmehr darum mit welcher Einstellung viele Damen an die Sache herangehen. Und das kommt eigentlich in dem folgenden Satz auf das Zitat welches du von mir verwendetes sehr deutlich zur Aussprache. Und genau darin liegt der Hund begraben, und auch der Frust welcher sich einstellen kann.

Auf dem Weg nach Hause dachte ich mir wenn nur jede Domina, welche sich die Stunde mit 200+ Euro honorieren lässt, welche wahrscheinlich in einer Woche das verdient für was sich dieses Mädchen aus Ostberlin jetzt das ganze nächste Jahr die Butter von Brot sparen wird. Wenn nur jede Domina auch nur mit halb so viel Herz und Seele, mit auch nur halb soviel Freude, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Leidenschaft bei der Sache wären in ihrer Tätigkeit, wie dieses Mädchen wenn es für vielleicht 6 Euro netto den Boden wischt, dann würde es in der Welt des kommerziellen SMs, und auch hier in diesem Forum keine langen Gesichter geben.
Zuletzt geändert von Chevas am Sa, 23.Jul 2005, 23:06, insgesamt 1-mal geändert.

mit Herz bei der Sache

Do, 16.Dez 2004, 14:13
Hallo Chevas,

wäre ich nicht mit Herz bei der Sache, dann hätte ich sicher nicht so einen langen Text geschrieben. :)

Sicher gibt es auch Damen, die nur aufs Geld aus sind, doch das ist dann wie in jeder Branche.
Es gibt überall ein paar schwarze Schafe (die Immobilien oder Versicherungsbranche sind da bestimmt gute Beispiele, auch wenn sich jetzt bitte kein Makler auf den Schlips getreten fühlen soll :) ).

Die Damen, die ich kenne, wissen jedenfalls den Wert des Geldes zu schätzen.

Mir ging es auch eher darum , mal darzustellen, daß wir eben nicht nur "mal kurz" eine Session machen, das Geld einstreichen, der Gast danach vergessen ist und wir in unseren Ferrari steigen (ich fahre übrigens einen 10Jahre alten Golf).

Übrigens geht es uns teilweise auch nicht anders als dem Immobilienmakler. Auch wir werben, auch wir haben diverse Gespräche (ob nun per Telefon, per E-Mail oder im Studio), die nicht zum "Abschluß" führen. :)

Auf weiterhin zahlreiche Beiträge freut sich :)
Klein-Tanja

www.sklavin-tanja-hamburg.de

Do, 16.Dez 2004, 23:18
Kleintanja, ich möchte Dir mit Sicherheit nicht unterstellen dass Du nicht mit Herz und Seele bei der Sache bist, und mir wurde eigentlich gerade bewusst, dass das was ich eigentlich versuchte auszudrücken die Zielgruppe verfehlt, denn diejenigen Damen, nämlich genau die schwarzen Schafe, welche ich meine werden sich wohl kaum die Mühe machen oder sich die Zeit nehmen sich hier in diesem Forum auszutauschen, und sich der Kritik und Diskussionen stellen.

Das ist das Gleiche als wie wenn jemand einen Vortrag hält zum Thema „Der Unsinn der Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen“ auf einer Jahreshauptversammlung vom Porsche Club.

mfg
Chevas

Re: so viel zu sagen

Fr, 17.Dez 2004, 06:56
kleintanja hat geschrieben:Hallo Remington Steele, Hallo liebe Listies,

als ich Deinen Beitrag (und auch den der anderen) gestern las, war mein erster Gedanke: ignorieren oder richtig Zeit investieren.

Wie ihr seht, habe ich mich für die zweite Variante entschieden. :)
Wofür wir dir (naja auf jedenfall meine Wenigkeit) dankbar sind, enthält dein Posting doch etliche interessante Einsichten und Details.

kleintanja hat geschrieben:Ich weiß nicht, wie hier gerechnet wird, wir haben nicht 6 Gäste am Tag 5mal die Woche (Ausnahmen gibt es sicher, und ich beglückwünsche diese Damen zu dieser außergewöhnlich hohen Anzahl und bitte um Kontaktaufnahme per PM, wie dieses Geheimrezept funktioniert :) ).

Es gibt Tage mit 2 bis 3 Gästen, es gibt aber auch Tage (und die sind gar nicht so selten) mit 0 Gästen.

Euro 200+ ist viel Geld (das wissen wir auch), das können sich nicht 10 Gäste in der Woche leisten.
Das ist allerdings ein interessanter Aspekt. Bisher war mir zwar klar das in einem Studio nicht wie beim Arzt (oder auch Friseur) Termin auf Termin folgt und auch das es sicherlich oft Verdruß mit geplatzten Terminen gibt, aber das es derartig viel Leerlauf gibt hätte ich dann doch nicht erwartet.
kleintanja hat geschrieben: Mit all den Konsequenzen, die das mit sich bringt:
Tage, an denen kein Geld fliesst, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, höchstwahrscheinlich erschwertem Wiedereinstieg in die "normale" Berufswelt, private Vorsorge, soziale Ächtung.

Liebe Gäste, versucht doch mal, euch als Domina krankenzuversichern.

Oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Oder eine Wohnung zu mieten (die meisten Vermieter wünschen mittlerweile Gehaltsabrechnungen).

Oder bei der Bank ein Konto mit Dispo zu eröffnen.
Auch wieder interessante Punkte die ich nur teilweise erwartet hatte. Können die gesetzlichen Kassen sich tatsächlich weigern wenn man sich dort freiwillig weiterversichern will (und nie privat Versichert war). Das sie es evtl. tun oder versuchen will ich gar nicht bestreiten, aber kennt sich zufällig jemand mit der tatsächlichen Rechtslage aus?
kleintanja hat geschrieben: Sehr viele Menschen in Deutschland definieren sich über ihren Beruf und sind stolz darauf. Wir auch! Nur, wenn die Bäckereifachverkäuferin mich morgens beim Brötchenkauf fragen würde, ob ich im Schichtdienst arbeite, weil ich um 10.00 Uhr morgens noch nicht im Büro sitze, oder ob ich Urlaub habe, wäre meine Antwort sicher nicht:
Nein, wissen Sie, ich bin Hure und arbeite als Sklavin im Dominastudio, meine Arbeitszeiten sind von 13.00 Uhr bis 19.00 Uhr).
LOL, danke Dir, so ernst das alles gemeint sein mag, der Gedanke and das Gesicht der Verkäufering wenn Du es eben doch so sagen würdest war bei mir für den ersten herzhaften Lacher des Tages gut. :)
kleintanja hat geschrieben: So, nun ist das ein unglaublich emotionaler Beitrag geworden, eigentlich versuche ich in diesem Forum immer, sehr vorsichtig/ausformuliert/objektiv zu schreiben, doch bei diesem Thema war mir das nicht möglich. :)
Das ist völlig ok, objektiv oder emotional Du bist auf jeden Fall eine wertvolle Bereicherung für dieses Forum.





In diesem Sinne,

Fenris

Donnerwetter!

Fr, 17.Dez 2004, 15:23
Hut ab, Remington für deinen Beitrag!
Ich bin Lady Maclaine aus Berlin und mit 20 Jahren "Berufserfahrung" die Grandma der der Szene:-)))
Ich stimme dir 100%ig zu, möchte aber noch einen (glaube ich) interessanten Aspekt beisteuern: Da ich nun schon so viele Jahre dabei bin, kann ich auch den gesellschaftlichen Wandel dieser Zeit in meinem Beruf ablesen. In den achtziger Jahren haben wir uns hauptsächlich mit Erziehung, Bestrafung und Demütigungen beschäftigt. Harte Sessions, echtes Schlagen und heftige Rollenspiele waren an der Tagesordnung. Ganz heimlich, still und leise hat sich das im Laufe der letzten Jahre verändert. Die Wünsche der Gäste gehen immer mehr in Richtung "Support" als in Richtung "Klein-Kriegen". (hab gerade kein anderes Wort) Verhüllen, Versorgen, fast schon "Behüten" ist angesagt.
Der moderne Mann will lieber auf den Arm, als auf dem Boden herumkriechen *lächel*. So ein Wandel passiert natürlich nicht von heute auf Morgen, ist im Laufe von cirka 10 Jahren aber schon erkennbar.
Ich erkläre das mit dem von dir angesprochenen Wandel der Stellung der Frau in der Gesellschaft. In den siebzieger, achtzieger Jahren hatte die Herren der Schöpfung die braven Hausmütterchen zu Hause und sehnten sich wirklich nach Härte und Strenge. (Nicht zu Vergessen die veränderten Erziehungsmethoden im Laufe der letzten 50 Jahre) Heute kann fast jede Frau allein überleben, hat einen Beruf, Konto und Kreditkarte usw...
Und nicht zu vergessen: Sexuelle Forderungen!
Auf Deutsch: jeder Mann hat seine "Domina" zu Hause.
Gleichzeitig haben sich aber auch die Gäste emanzipiert und wissen sehr genau (und zu Recht) um ihren Status als Ernährer der Herrin.
Dieses lächerliche Domina- und Göttinengetue ist aus und vorbei.
(Und das ist gut so, wie unser Bürgermeister zu sagen pflegt)
Ich bin persönlich der Meinung, dass es in ein paar Jahren nur noch FetischLadys geben wird, die wie moderne Geishas, die ausgefallenen Spielarten der Erotik beherrschen und anbieten werden.
Gruss aus Berlin
Lady MacLaine
Antworten

Zurück zu „Offtopic Dominaforum“