Hallo,
mich würden Leser/inn/en-Zuschriften zu meinen Überlegungen rund um Gesprächstechniken interessieren:
https://www.domina-frankfurt.net/636
Wie direkt oder indirekt soll es sein, und welche Erfahrungen habt ihr mit Menschen, die entsprechende Gesprächsstrategien benutzen bzw. benutzt ihr die selbst und findet ihr meine Thesen nachvollziehbar, provokant/kritisch oder gar zu gewagt/verletzend?
Findet ihr, dass insbesondere im Bereich der Sexualität besondere Sensibilität geboten ist oder dass "endlich mal Direktheit" erfrischend ist, oder wie kommuniziert ihr wann mit wem?
LG, Sara
Re: Direkte vs. indirekte Sprache, gewaltfreie Kommunikation
Fr, 20.Apr 2018, 12:25Hallo Lady Sara.
Was für ein Thema.
Ich schreibe jetzt mal relativ spontan etwas dazu, nachdem ich Ihren Blog mehrfach durchgelesen habe und mich bemüht habe, meine eigenen, im Studium erworbenen theoretischen Kenntnisse, aber auch meine ganz praktischen Lebenserfahrungen, in Bezug auf Kommunikation (-smodelle) oder Linguistik etc in diesem Zusammenhang zu bewerten.
Das Thema Sprache, verbale oder non-verbale Kommunikation und interpersonelle Relation ist deartig komplex, dass es sich von vornherein verbietet, versuchen zu wollen, es hier mal eben allgemeingueltig und/oder bestenfalls erkenntniserweiternd anreissen zu versuchen.
OK, vllcht Gemeinplatz. Von daher moechte ich einfach mal, auf meine bescheidene und naive Weise mich bemuehen, die Aussagen des Blogs aus meiner individuellen Sicht zu beleuchten, evtl zu kommentieren, die mir ins (geistige) Auge fielen.
Wenn ich das denn darf...
Vorausschicken moechte ich ganz kurz, völlig wertfrei oder gar irgendwo apodiktisch, moechte ich also, dass ich in den Jahren, in denen ich mich mit Philosophie und Sprachphilosophie ( Noam Chomsky, Ludwig Wittgenstein ) im besonderen aber auch laienhaft mit Psychologie ( Adler, Freud, Jung, Fromm, Dostojewski, Tolstoi, Schnitzler (!), aber auch Jaspers oder Gadamer, uvam, schl u ssendlich eines für mich wirklich erkannt zu haben glaube : Nichts ist ungeigneter, unschaerfer, ungeigneter eigentlich, um scharfe und klare Schlussfolgerungen oder auch nur Interpretation sich anzueignen, als die menschliche Sprache.
Und diese Erfahrung potenziert sich quasi noch, wenn man sie erweitert zu menschlicher Kommunikation. Beispiele kann man anführen ohne auch nur am Horizont ein Ende zu entdecken, Buber's Philosophie des Ich und Du, Wittgensteins Sprachkritik im Tractatus, Fritz Mauthners Beitraege zu einer Kritik der Sprache, Gadamer's berühmten Hermeneutikzirkel, Kant's Begriffsbildung, so verschieden das alles von unserem "normal"-alltaeglichen Gebrauch.
Warum ich so weit aushole hier ? Weil dies ein Thema ist, das jeden von uns betrifft und angeht und zu dem jeder von uns etwas sagen und empfinden kann. SM hin oder Gedankenspiel her.
Schon die Art, wie man uebersetzt oder auslegt Platons Dialoge aus dem griechischen Original, Aristoteles Ontologie oder Metaphysik.
Am Ende wird man immer zu dem Punkt kommen wo man sich bewusst wird, das Sprache, Schrift sowieso, dass sie UNSCHARF ist und AUSLEGUNGSBEDÜRFTIG und insofern interpretierbar. Nicht umsonst haben grosse Geister wie Goethe kundgetan, dass mit jeder Sprache, die man erlernt, sich auch der eigene geistige Horizont erweitert...
So nun bin ich genug abgeschweift. In medias res, und das, wohlgemerkt, aus Laienperspektive:
Gewaltfreie Kommunikation.
Schon dieser Begriff alleine setzt erst mal voraus, dass man anerkennt, dass sprachliche Handlungen, aktive Handlungen sind ! D.h., ob ich jemandem aufs Maul h a u e :- ) oder ob ich ihn sprachlich (aggressiv ? ) angehe, oder, ob ich über Sprache versuche, meine (Macht/Überlegenheits oä.-) Position zu dokumentieren, ist dabei hier unerheblich. Und diese Voraussetzung muss "Laie" erst mal für sich akzeptieren. Denkt man nach ein wenig darüber, dann wird es wenig Widerspruch geben.
Und schnell wird man dann auch der quasi "gefuehlten" Wahrheit der Wittgensteinsichen Fischernetzmetapher oder des platonischen Höhlengleichnisses gewahr.
Immer spielt die eigene individuell Weltsicht und interpretation eine entscheidende Rolle in der individuellen Bewertung. Zugespitzt hat Wittgenstein es in der Aussagen ( Nee Nuhr hat das nur geklaut ! ) " Worueber man nicht sprechen kann, darüber muss man (eben) schweigen " Was ich persönlich immer besonders auf religioese Aussagen beziehe, aber natürlich viel umfassender gedeutet werden kann.
Wo war ich ? Ach so, also obiges nur vorausgeschickt bzgl der UNSCHAERFE von Sprache an sich, von Bedeutung und Meinung ( Saussure ! ) also schon OHNE GGueber. Schon nur in der Kommunikation mit sicih selbst oder mit Texten oder im inneren Momolog etc.
Wenn schon hier offenbar wird, wie auslegungsbeduerftig "Aussagen" jedweder Art im Grunde genommen sind. Um wieviel mehr, potenziert sozusagen, ergeben sich die Unwägbarkeiten, Auslegungsunterschiede etcpp zwichen ZWEI miteinander, irgendwie kommunizierenden Gegenübern ?
Zum Text :- )
"Gewaltfreie Kommunikation ist passiv-aggressive Gewalt".
Hm. Ich kann es eigentlich nicht mehr beziffern. Wie oft ich dieses Schlagwort nachgeschlagen habe, in den verschiedensten Sprachen. "PASSIVE-AGGRESSIVE" Und jedes Mal beschlich mich dieser Nachgeschmack: Jo, kann man so nennen, ist eine (von vielen ) Manipulationstechniken, und ist, also spätestens beim zweiten Vorkommnis, doch unschwer durchschaubar.
Aber, selbstredend ist es hilfreich, sie als solche zu erkennen. Weil es ein Paradebeispiel ist dafuer, inwiefern, (sprachliche) Handlungen ( verbal oder verhaltensimmanent) eben nur ein "MITTEL sind, um ein, wie auch immer gartetes, individuelles ZIEL zu "erreichen. "
Obiges Zitat ist offensichtlich nicht belastbar und das wird in der Folge des Blogs ja auch sofort sichtbar. Vielleichte KÖNNTE GfK dahingehend instrumentalisiert werden... Ja, sicher. Aber auch nur dann, genau dann, wenn man beginnt, einen ethischen oder moralischen oder "Überich"/Meta-gesellschaftlichen Wertekonsens beginnt anzunehmen und zu konstatieren. Was, heutezutage, durchaus nicht mehr selbstverstaendlich ist. Aber OK.
Was folgt, ist, soweit ich das lese, die Beschreibung von Kommunikationsmisverstaendnissen, von Beispielen evtl misglückter oder doch zumindest leicht verunglückter Kommunikation im weitesten Sinne. Jo, wer haette so etwas nicht am eigenen Leibe erfahren ? Und geht es richtig in die falsche Richtung, und eben unglücklicherweise auch noch völlig ungeplant bzw ungewünscht, dann kann das sehr weh tun.
Wobei, ich kann nicht umhin, diesen Gedanken kurz kund zu tun, Geht eine auch nur wenig gefestigte, wie auch immer geartetete Beziehung, aus so einem "Kommunikationsmisverstaendnis" auseinander. Hm... dann war diese Beziehung evtl weder offen noch ehrlichaufrichtig noch authentisch. Ohne dass jetzt bewerten zu können oder zu wollen.
Aber ist es nicht irgendwo selbstredend, dass, wenn mir etwas liegt an einer "Beziehung" also wirklich liegt im Sonne von, dieser Mensch ist mir wichtig, er bringt mich weiter, ich fühle eine Verwandschaft, wenn mir also dieses ( elementar menschliche ) Gefuehl im Herz und in der Seele spuerbar ist, ja dann ist mir ein gewaltkommunilationsfreies Ego sowas von nebensaechlich...
Wobei ich jetzt nichts will herunterspielen. Ohne in die (psychologische) Tiefe zu gehen, für mich erklaert, klärt sich so etwas in Bezug auf emotionale Intelligenz, auf Empathie, auf Bauchgefühl, auf Sympathie, und erst dann ERST DANN könnte ich, für meinen Teil, beginnen zu reflektieren, ob mir mein kleines Ego und die Aussensicht der Menschen, die irgendwie an dieser Sicht teilhaben, ob all das wichtiger ist für mich und mein Selbstwertgefuehl etc als die Beziehung zu diesem Gegenueber.
Liebe ich es, was immer es bedeuten mag, so beantwortet sich das Dilemma von selber
Begehre ich es, so wird die Staerke dieses Gefuehls meine Antwort begruenden.
Mag ich es, oder bewundere ich es, so waege ich zumindest ab....
Ist es mir aber eher gleichgueltig, und mein EGO mir wichtiger und der Eindruck, den ich hinterlassen moechte bzw werde, bei anderen ( Und warum ? warum ?? Man frage sich das mal ganz bewusst, WARUM will ich eine guten, starken, überlegenen etc Eindruck machen ? ), ja dann bin ich evtl auch bereit zur trennenden Konfrontation.
Wobei, wie gesagt, liegt mir wirklich etwas am GGueber, ich würde immer erst mal reden. Gewaltfrei hin gewaltfrei her, ein Gegenüber mit ein wenig Erfahrung, Gefühl, Empathie und daraus resultierendem Wohlwollen... Wird IMMER zuhören. Immer. Und dann wird man erleben was das Gegenueber einem wirklich wert ist.
Und, bitte nicht falsch verstehen, weil vielleicht bin ich ja auch halb am angedachten Thema vorbei, bevor ich jetzt noch polemisch werde im Sinne von, (1968) "gut dass wir mal drueber geredet haben", oder Tierschutz-Uschi und Vegan-Volker, die so ziemlich alles auf die ethische Goldwaage legen und ihre Beziehungen ganz besonders, bevor ich also diesen (unfairen, logo) slippery slope, betrete, schreibe ich lieber ganz kurz mal ein paar eigene ERfahrungen, GfK gefühlt technisch, die sich mir aufdraengen.
Und zwar aufdraengen in diesem unseren BDSM Bereich, der ja sehr oft auch ein deutlich spürbares Dominanz, also Top-Sub Gefaelle aufweist, in welcher Form dies auch immer ausgeprägt sein mag.
Ich habe es erfahren, wie es sich anfuehlen kann, ausserhalb eines irgendwie abgesprochenen Spiels, völlig, also total, also zumindest empfunden total, misinterpretiert zu werden von einem naturdominanten Top, dass ich gelitten habe, wie ich nur ganz selten in meinem Leben habe gelitten.
GfK ? Diese Art von "Frage" stellt sich dabei nicht. Weil GfK ein LUXUS ist, oder aber eineLebenseinstellung. In einer wie auch immer gearteten Top-Bottom Beziehung hat so etwas keine Bedeutung. Schon per definitionem.
OK, das ist höchstwahrscheinlich am Thema vorbei, sonst haette ein Profi so einen Fred gar nicht erst eröffnet. Also gehen wir mal von der berühmt berüchtigten "Augenhöhe" aus. Gleichberechtigt, aber nichtgleich"eloquent". Ungleich empathisch. Verschiedene "Background", moralisch, sozial und hastenicht gesehen ?
Also, hier, es mag vereinfachend sein, hier kommt für mich zum Tragen, was man NIEMALS, sollte vergessen. Niemals unterschaetzen und niemals vernachlässigen.
Das mein Gegenüber ist ein Mensch der fühlt wie ich. Und der, im IDEALFALL, mich versteht, oder es zumindest versucht, der mir erlaubt, meine Maske(n) abzulegen und mich zu OFFENbaren, so wie ich bin oder so wie ich sein moechte. Manchmal liest man der leicht abgenutzten Begriff des
" Seelenverwandten" . Oh ja , dies ist der Idealfall.
Aber abseits von irgendwie antrainierbaren Kommunikationstechniken, gewaltfrei hin oder her, was zaehlt ist das Gegenueber, und ob ich mich ihm unterwerfe, weil ich es will, oder ob ich es beeindrucken will, weil ich spüre das es diese Anstrengung wert ist, oder ob ich mich einfach wohl fühle in seiner Naehe und mich anvertrauen kann ohne Angst vor Spott und Hohn, nur das zaehlt fuer mich und am Ende und völlig unintellektuell, weil.... das Herz hat seine Gründe, die das Gehirn niemals wird verstehen.
Wie gesagt, nur gefühlte Gedanken, recht spontan und ohne Zweifel nicht das Thema auch nur annaehern erschöpfend, verbeibe ich mit
GLG Moro
Was für ein Thema.
Ich schreibe jetzt mal relativ spontan etwas dazu, nachdem ich Ihren Blog mehrfach durchgelesen habe und mich bemüht habe, meine eigenen, im Studium erworbenen theoretischen Kenntnisse, aber auch meine ganz praktischen Lebenserfahrungen, in Bezug auf Kommunikation (-smodelle) oder Linguistik etc in diesem Zusammenhang zu bewerten.
Das Thema Sprache, verbale oder non-verbale Kommunikation und interpersonelle Relation ist deartig komplex, dass es sich von vornherein verbietet, versuchen zu wollen, es hier mal eben allgemeingueltig und/oder bestenfalls erkenntniserweiternd anreissen zu versuchen.
OK, vllcht Gemeinplatz. Von daher moechte ich einfach mal, auf meine bescheidene und naive Weise mich bemuehen, die Aussagen des Blogs aus meiner individuellen Sicht zu beleuchten, evtl zu kommentieren, die mir ins (geistige) Auge fielen.
Wenn ich das denn darf...
Vorausschicken moechte ich ganz kurz, völlig wertfrei oder gar irgendwo apodiktisch, moechte ich also, dass ich in den Jahren, in denen ich mich mit Philosophie und Sprachphilosophie ( Noam Chomsky, Ludwig Wittgenstein ) im besonderen aber auch laienhaft mit Psychologie ( Adler, Freud, Jung, Fromm, Dostojewski, Tolstoi, Schnitzler (!), aber auch Jaspers oder Gadamer, uvam, schl u ssendlich eines für mich wirklich erkannt zu haben glaube : Nichts ist ungeigneter, unschaerfer, ungeigneter eigentlich, um scharfe und klare Schlussfolgerungen oder auch nur Interpretation sich anzueignen, als die menschliche Sprache.
Und diese Erfahrung potenziert sich quasi noch, wenn man sie erweitert zu menschlicher Kommunikation. Beispiele kann man anführen ohne auch nur am Horizont ein Ende zu entdecken, Buber's Philosophie des Ich und Du, Wittgensteins Sprachkritik im Tractatus, Fritz Mauthners Beitraege zu einer Kritik der Sprache, Gadamer's berühmten Hermeneutikzirkel, Kant's Begriffsbildung, so verschieden das alles von unserem "normal"-alltaeglichen Gebrauch.
Warum ich so weit aushole hier ? Weil dies ein Thema ist, das jeden von uns betrifft und angeht und zu dem jeder von uns etwas sagen und empfinden kann. SM hin oder Gedankenspiel her.
Schon die Art, wie man uebersetzt oder auslegt Platons Dialoge aus dem griechischen Original, Aristoteles Ontologie oder Metaphysik.
Am Ende wird man immer zu dem Punkt kommen wo man sich bewusst wird, das Sprache, Schrift sowieso, dass sie UNSCHARF ist und AUSLEGUNGSBEDÜRFTIG und insofern interpretierbar. Nicht umsonst haben grosse Geister wie Goethe kundgetan, dass mit jeder Sprache, die man erlernt, sich auch der eigene geistige Horizont erweitert...
So nun bin ich genug abgeschweift. In medias res, und das, wohlgemerkt, aus Laienperspektive:
Gewaltfreie Kommunikation.
Schon dieser Begriff alleine setzt erst mal voraus, dass man anerkennt, dass sprachliche Handlungen, aktive Handlungen sind ! D.h., ob ich jemandem aufs Maul h a u e :- ) oder ob ich ihn sprachlich (aggressiv ? ) angehe, oder, ob ich über Sprache versuche, meine (Macht/Überlegenheits oä.-) Position zu dokumentieren, ist dabei hier unerheblich. Und diese Voraussetzung muss "Laie" erst mal für sich akzeptieren. Denkt man nach ein wenig darüber, dann wird es wenig Widerspruch geben.
Und schnell wird man dann auch der quasi "gefuehlten" Wahrheit der Wittgensteinsichen Fischernetzmetapher oder des platonischen Höhlengleichnisses gewahr.
Immer spielt die eigene individuell Weltsicht und interpretation eine entscheidende Rolle in der individuellen Bewertung. Zugespitzt hat Wittgenstein es in der Aussagen ( Nee Nuhr hat das nur geklaut ! ) " Worueber man nicht sprechen kann, darüber muss man (eben) schweigen " Was ich persönlich immer besonders auf religioese Aussagen beziehe, aber natürlich viel umfassender gedeutet werden kann.
Wo war ich ? Ach so, also obiges nur vorausgeschickt bzgl der UNSCHAERFE von Sprache an sich, von Bedeutung und Meinung ( Saussure ! ) also schon OHNE GGueber. Schon nur in der Kommunikation mit sicih selbst oder mit Texten oder im inneren Momolog etc.
Wenn schon hier offenbar wird, wie auslegungsbeduerftig "Aussagen" jedweder Art im Grunde genommen sind. Um wieviel mehr, potenziert sozusagen, ergeben sich die Unwägbarkeiten, Auslegungsunterschiede etcpp zwichen ZWEI miteinander, irgendwie kommunizierenden Gegenübern ?
Zum Text :- )
"Gewaltfreie Kommunikation ist passiv-aggressive Gewalt".
Hm. Ich kann es eigentlich nicht mehr beziffern. Wie oft ich dieses Schlagwort nachgeschlagen habe, in den verschiedensten Sprachen. "PASSIVE-AGGRESSIVE" Und jedes Mal beschlich mich dieser Nachgeschmack: Jo, kann man so nennen, ist eine (von vielen ) Manipulationstechniken, und ist, also spätestens beim zweiten Vorkommnis, doch unschwer durchschaubar.
Aber, selbstredend ist es hilfreich, sie als solche zu erkennen. Weil es ein Paradebeispiel ist dafuer, inwiefern, (sprachliche) Handlungen ( verbal oder verhaltensimmanent) eben nur ein "MITTEL sind, um ein, wie auch immer gartetes, individuelles ZIEL zu "erreichen. "
Obiges Zitat ist offensichtlich nicht belastbar und das wird in der Folge des Blogs ja auch sofort sichtbar. Vielleichte KÖNNTE GfK dahingehend instrumentalisiert werden... Ja, sicher. Aber auch nur dann, genau dann, wenn man beginnt, einen ethischen oder moralischen oder "Überich"/Meta-gesellschaftlichen Wertekonsens beginnt anzunehmen und zu konstatieren. Was, heutezutage, durchaus nicht mehr selbstverstaendlich ist. Aber OK.
Was folgt, ist, soweit ich das lese, die Beschreibung von Kommunikationsmisverstaendnissen, von Beispielen evtl misglückter oder doch zumindest leicht verunglückter Kommunikation im weitesten Sinne. Jo, wer haette so etwas nicht am eigenen Leibe erfahren ? Und geht es richtig in die falsche Richtung, und eben unglücklicherweise auch noch völlig ungeplant bzw ungewünscht, dann kann das sehr weh tun.
Wobei, ich kann nicht umhin, diesen Gedanken kurz kund zu tun, Geht eine auch nur wenig gefestigte, wie auch immer geartetete Beziehung, aus so einem "Kommunikationsmisverstaendnis" auseinander. Hm... dann war diese Beziehung evtl weder offen noch ehrlichaufrichtig noch authentisch. Ohne dass jetzt bewerten zu können oder zu wollen.
Aber ist es nicht irgendwo selbstredend, dass, wenn mir etwas liegt an einer "Beziehung" also wirklich liegt im Sonne von, dieser Mensch ist mir wichtig, er bringt mich weiter, ich fühle eine Verwandschaft, wenn mir also dieses ( elementar menschliche ) Gefuehl im Herz und in der Seele spuerbar ist, ja dann ist mir ein gewaltkommunilationsfreies Ego sowas von nebensaechlich...
Wobei ich jetzt nichts will herunterspielen. Ohne in die (psychologische) Tiefe zu gehen, für mich erklaert, klärt sich so etwas in Bezug auf emotionale Intelligenz, auf Empathie, auf Bauchgefühl, auf Sympathie, und erst dann ERST DANN könnte ich, für meinen Teil, beginnen zu reflektieren, ob mir mein kleines Ego und die Aussensicht der Menschen, die irgendwie an dieser Sicht teilhaben, ob all das wichtiger ist für mich und mein Selbstwertgefuehl etc als die Beziehung zu diesem Gegenueber.
Liebe ich es, was immer es bedeuten mag, so beantwortet sich das Dilemma von selber
Begehre ich es, so wird die Staerke dieses Gefuehls meine Antwort begruenden.
Mag ich es, oder bewundere ich es, so waege ich zumindest ab....
Ist es mir aber eher gleichgueltig, und mein EGO mir wichtiger und der Eindruck, den ich hinterlassen moechte bzw werde, bei anderen ( Und warum ? warum ?? Man frage sich das mal ganz bewusst, WARUM will ich eine guten, starken, überlegenen etc Eindruck machen ? ), ja dann bin ich evtl auch bereit zur trennenden Konfrontation.
Wobei, wie gesagt, liegt mir wirklich etwas am GGueber, ich würde immer erst mal reden. Gewaltfrei hin gewaltfrei her, ein Gegenüber mit ein wenig Erfahrung, Gefühl, Empathie und daraus resultierendem Wohlwollen... Wird IMMER zuhören. Immer. Und dann wird man erleben was das Gegenueber einem wirklich wert ist.
Und, bitte nicht falsch verstehen, weil vielleicht bin ich ja auch halb am angedachten Thema vorbei, bevor ich jetzt noch polemisch werde im Sinne von, (1968) "gut dass wir mal drueber geredet haben", oder Tierschutz-Uschi und Vegan-Volker, die so ziemlich alles auf die ethische Goldwaage legen und ihre Beziehungen ganz besonders, bevor ich also diesen (unfairen, logo) slippery slope, betrete, schreibe ich lieber ganz kurz mal ein paar eigene ERfahrungen, GfK gefühlt technisch, die sich mir aufdraengen.
Und zwar aufdraengen in diesem unseren BDSM Bereich, der ja sehr oft auch ein deutlich spürbares Dominanz, also Top-Sub Gefaelle aufweist, in welcher Form dies auch immer ausgeprägt sein mag.
Ich habe es erfahren, wie es sich anfuehlen kann, ausserhalb eines irgendwie abgesprochenen Spiels, völlig, also total, also zumindest empfunden total, misinterpretiert zu werden von einem naturdominanten Top, dass ich gelitten habe, wie ich nur ganz selten in meinem Leben habe gelitten.
GfK ? Diese Art von "Frage" stellt sich dabei nicht. Weil GfK ein LUXUS ist, oder aber eineLebenseinstellung. In einer wie auch immer gearteten Top-Bottom Beziehung hat so etwas keine Bedeutung. Schon per definitionem.
OK, das ist höchstwahrscheinlich am Thema vorbei, sonst haette ein Profi so einen Fred gar nicht erst eröffnet. Also gehen wir mal von der berühmt berüchtigten "Augenhöhe" aus. Gleichberechtigt, aber nichtgleich"eloquent". Ungleich empathisch. Verschiedene "Background", moralisch, sozial und hastenicht gesehen ?
Also, hier, es mag vereinfachend sein, hier kommt für mich zum Tragen, was man NIEMALS, sollte vergessen. Niemals unterschaetzen und niemals vernachlässigen.
Das mein Gegenüber ist ein Mensch der fühlt wie ich. Und der, im IDEALFALL, mich versteht, oder es zumindest versucht, der mir erlaubt, meine Maske(n) abzulegen und mich zu OFFENbaren, so wie ich bin oder so wie ich sein moechte. Manchmal liest man der leicht abgenutzten Begriff des
" Seelenverwandten" . Oh ja , dies ist der Idealfall.
Aber abseits von irgendwie antrainierbaren Kommunikationstechniken, gewaltfrei hin oder her, was zaehlt ist das Gegenueber, und ob ich mich ihm unterwerfe, weil ich es will, oder ob ich es beeindrucken will, weil ich spüre das es diese Anstrengung wert ist, oder ob ich mich einfach wohl fühle in seiner Naehe und mich anvertrauen kann ohne Angst vor Spott und Hohn, nur das zaehlt fuer mich und am Ende und völlig unintellektuell, weil.... das Herz hat seine Gründe, die das Gehirn niemals wird verstehen.
Wie gesagt, nur gefühlte Gedanken, recht spontan und ohne Zweifel nicht das Thema auch nur annaehern erschöpfend, verbeibe ich mit
GLG Moro
Wir spielen alle, wer es weiss, ist klug ( Arthur Schnitzler )
Re: Direkte vs. indirekte Sprache, gewaltfreie Kommunikation
Sa, 21.Apr 2018, 01:15Danke für deinen Beitrag. Bzgl. Unschärfe von Sprache im Allgemeinen und besonders im Gespräch zwischen zwei oder mehreren Personen stimme ich zu.
Folgende Rückfragen und Kommentare habe ich:
Ich halte auch passiv-aggressives Verhalten nicht primär für einen absichtsvollen Manipulationsversuch, sondern für eine unterbewußt sich den Weg bahnende Aggression. Die manipulierende Person belügt sich selbst - und ihre/n Partner/in mit. Und genau deswegen ist es eben m.M. nach so tricky.
Korrekt, davon ausgehend, dass die Person sich selbst belügt (nämlich darüber, keinerlei aggressiven Gefühle zu empfinden, weil sie diese systematisch unterdrückt) und ihr Gegenüber mitbelügt (indem sie daher "aufrichtig nach bestem Gewissen" immer wieder betont, dass sie keine aggressiven Gefühle hegt), dann ist es logischerweise keine aufrichtige, ehrliche, authentische Beziehung. Aber eben aus Unkenntnis der "schwachen" Person heraus.
Ich habe im Blogbeitrag den Begriff "schwach" oder "unsicher" nicht weiter ausgeführt, gehe aber davon aus (bzw. weiß es von etlichen), dass die meisten der (überwiegend weiblichen) Personen, die ich kenne, die sich in GfK- und anderen Workshops sehr gut wiederfinden konnte, nicht nur einen "irgendwie schwierigen", sondern tatsächlich einen (meist sexuellen Kindes-)Mißbrauch erlebt haben. (Falls GfK z.B. in Unternehmen unterrichtet wird, ist das sicherlich eine andere Personenauswahl. Ich glaube aber, dass Frauen, die eben einen Mißbrauchsbackground haben, oft nur indirekt reden bzw. zu ihren Wünschen zu stehen bzw. ihre Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen gelernt haben ... dass GfK ihnen vermeintlich dabei hilft ... und dass sie dabei manchmal über das Ziel hinausschießen und eben letztlich nicht so direkt und fair sind, wie sie es selbst glauben, sondern dass es dann ganz komische Vermischungen gibt zwischen persönlicher Nachreifung, Kommunikation und Beziehungsinteraktion. Die eben NICHT so leicht durchschaubar sind.)
Es geht also nicht nur um ein Kommunikationsmißverständnis, sondern um systematische Wiederholungen von Doublebinds, die mindestens eine der beiden Seiten aussendet und die von der Empfängerseite zunächst auch nur unterbewußt aufgenommen werden.
Übrigens bin ich NICHT der Meinung, dass Liebe automatisch Seelenverwandtschaft bedeutet. Ich glaube, dass Lydia und mir beiden (ursprünglich) viel an der Beziehung lag, aber ein Herz und eine Seele waren wir nie. Wir liebten uns trotz der Gegensätze, nicht wegen der Gemeinsamkeiten - die waren dürftig. Aber ich hätte dran geglaubt, dass wir es mit viel Kommunikation hätten schaffen können. Sie hingegen wollte sich irgendwann der Kommunikation nicht mehr stellen. Egal ob gewaltfrei oder nicht. - Die Beziehung ist nicht an der Art der Kommunikation gescheitert, oder eben doch, weil ich sie auf ihre Widersprüchlichkeiten hingewiesen habe und sie dies nicht hören wollte. Aber sie waren für mich auch nicht "sowas von nebensächlich", denn ich fand ihr (unbewußt passiv-aggressives) Verhalten zwar verzeihbar, aber auf Dauer nicht (er)tragbar und sie hätte dies mit mir analysieren wollen müssen, darüber mit mir kommunizieren.
Wie genau meinst du es, dass dir das "gewaltkommunikationsfreies Ego nebensächlich" wäre???
Den Satz mit dem Ego und Selbstwertgefühl und der Außensicht anderer Menschen (welcher genau? der Beziehungspartner, um die es geht?) kapiere ich nicht. Meinst du, wer liebt, muss alle passiv-aggressive "Haue" einstecken? Würde das deiner Meinung nach bedeuten, die Beziehung über das Selbstwertgefühl zu stellen???? (Ich kann mir kaum vorstellen, dass du es so meinst. Aber wie meinst du es dann???)
Oder war ich vielleicht bereits an dem "erst dann" Punkt schon längst angekommen, den du ansprichst? Reflektiere ich wohlmöglich ab da, wo du auch "erst dann" reflektieren würdest?
Und meine Beobachtung ist eben, dass gerade Menschen ohne diese Stärke (= oft Menschen mit Mißbrauchshintergründen) dann HILFE in der GfK und ähnlichen Techniken suchen (oder einfach in THERAPIEN, in denen u.a. GfK gelehrt wird!!!) und dass die GfK dann einfach TROTZDEM nicht halten kann, was sie verspricht bzw. was man sich von ihr erhofft. Und dass es dann manchmal (bzw. bei eben dieser Zielgruppe sogar OFT) ins Gegenteil umschlägt und alles noch undurchsichtiger als durchsichtiger wird. Denn während die Leute sich in "normaler" passiver Kommunikation mit sich selbst einfach GAR NICHT AUSEINANDERSETZEN mußten bzw. sich weitgehend verdrängen konnten, müssen (und sollen) sie das in der GfK ja ganz bewußt. Es gehört ja z.B. explizit dazu, Bedürfnisse zu formulieren. Also fangen nun diese vortraumatisierten Menschen an, sich zu ergründen. Und halten u.U. dann nicht aus, wohin das führt. Und dann "muss" verdreht werden in Form von Selbstlüge (statt Wegsehen) und DADURCH wird es alles indirekter. Und unehrlicher.
Ja, ich war der Meinung, es ist die Anstrengung wert. Für uns beide. Sie hielt die Anstrengung nicht aus. Oder wollte sich ihr zumindest nicht weiter stellen.
---
Nun sind wir weit weg vom GfK-Thema. Und ich erkenne, dass meine Aussage im Wesentlichen war:
Am Beispiel meiner Trennung von Lydia erkenne ich, wieso ich auch mit anderen GfK-Menschen immer wieder anecke. Nicht, weil GfK per se ein Anstoß zum Anecken ist. Sondern weil Menschen, die (außerhalb von Firmencoachings o.ä, sondern eher im Rahmen von Psychotherapien oder Selbstheilungsversuchen) GfK erlernen, diese TROTZDEM eine Direktheit in z.B. der Benennung ihrer Wünsche (und weitere Vorgaben der GfK) nicht beherrschen und das bislang aber weder denen noch mir
aufgefallen ist. Die Probleme ergeben sich nicht aus den bewußten Prozessen, sondern den unterbewußten (und in dem Fall oft: den unterbewußt passiv-aggressiven Forderungen, die als Wunsch getarnt werden, obwohl GfK gerade behauptet, Wünsche und Forderungen und Bedürfnisse "sauberer" als andere Kommunikation zu trennen.)
Künftig werde ich sensibler sein, dass (diese Vorselektion von) GfK-Menschen eben auch dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wörtlich meinen, was sie wörtlich)sagen, - selbst dann nicht, wenn sie selbst denken (und behaupten), dass sie dies täten. Und dies nicht etwa aus bösartiger Manipulation, sondern weil sie nicht merken KÖNNEN, was sie meinen, oder das Gemerkte zwanghaft und unterbewußt sofort wieder ÜBERDECKEN, bevor es sich in "ehrliche" Worte formen kann.
Somit erklärt mir (endlich) ein Muster, was ich mit "solchen" GfK-Gruppen immer wieder erlebt habe. Schade, dass ich das Muster erst durch die Trennung von einer geliebten Person aufgedröselt habe.
Folgende Rückfragen und Kommentare habe ich:
Wieso nur dann?moronikus hat geschrieben:Vielleichte könnte GfK dahingehend instrumentalisiert werden. Ja, sicher. Aber auch nur dann, genau dann, wenn man beginnt, einen ethischen oder moralischen oder "Überich"/Meta-gesellschaftlichen Wertekonsens beginnt anzunehmen und zu konstatieren.
Ich finde, dass es passiv-aggressives Verhalten gibt, das spätestens beim 2. Vorkommnis leicht durchschaubar ist. Dass es das aber gerade in der angeblich besonders fürsorglichen (egal ob gewaltfreien oder sonstwie "weichgespülten") Sprache NICHT ist, und deswegen umso heimtückischer.moronikus hat geschrieben:Und jedes Mal beschlich mich dieser Nachgeschmack: Jo, kann man so nennen, ist eine (von vielen ) Manipulationstechniken, und ist, also spätestens beim zweiten Vorkommnis, doch unschwer durchschaubar.
Ich halte auch passiv-aggressives Verhalten nicht primär für einen absichtsvollen Manipulationsversuch, sondern für eine unterbewußt sich den Weg bahnende Aggression. Die manipulierende Person belügt sich selbst - und ihre/n Partner/in mit. Und genau deswegen ist es eben m.M. nach so tricky.
moronikus hat geschrieben:Wobei, ich kann nicht umhin, diesen Gedanken kurz kund zu tun, geht eine auch nur wenig gefestigte, wie auch immer geartetete Beziehung, aus so einem "Kommunikationsmisverstaendnis" auseinander. Hm... dann war diese Beziehung evtl weder offen noch ehrlich, naufrichtig noch authentisch. Ohne dass jetzt bewerten zu können oder zu wollen.
Korrekt, davon ausgehend, dass die Person sich selbst belügt (nämlich darüber, keinerlei aggressiven Gefühle zu empfinden, weil sie diese systematisch unterdrückt) und ihr Gegenüber mitbelügt (indem sie daher "aufrichtig nach bestem Gewissen" immer wieder betont, dass sie keine aggressiven Gefühle hegt), dann ist es logischerweise keine aufrichtige, ehrliche, authentische Beziehung. Aber eben aus Unkenntnis der "schwachen" Person heraus.
Ich habe im Blogbeitrag den Begriff "schwach" oder "unsicher" nicht weiter ausgeführt, gehe aber davon aus (bzw. weiß es von etlichen), dass die meisten der (überwiegend weiblichen) Personen, die ich kenne, die sich in GfK- und anderen Workshops sehr gut wiederfinden konnte, nicht nur einen "irgendwie schwierigen", sondern tatsächlich einen (meist sexuellen Kindes-)Mißbrauch erlebt haben. (Falls GfK z.B. in Unternehmen unterrichtet wird, ist das sicherlich eine andere Personenauswahl. Ich glaube aber, dass Frauen, die eben einen Mißbrauchsbackground haben, oft nur indirekt reden bzw. zu ihren Wünschen zu stehen bzw. ihre Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen gelernt haben ... dass GfK ihnen vermeintlich dabei hilft ... und dass sie dabei manchmal über das Ziel hinausschießen und eben letztlich nicht so direkt und fair sind, wie sie es selbst glauben, sondern dass es dann ganz komische Vermischungen gibt zwischen persönlicher Nachreifung, Kommunikation und Beziehungsinteraktion. Die eben NICHT so leicht durchschaubar sind.)
Es geht also nicht nur um ein Kommunikationsmißverständnis, sondern um systematische Wiederholungen von Doublebinds, die mindestens eine der beiden Seiten aussendet und die von der Empfängerseite zunächst auch nur unterbewußt aufgenommen werden.
Und wie kann Liebe (= es liegt jemandem an der Beziehung etwas) da helfen, wenn es eben trotzdem immer systematische und scheinbar unauflösbare Verletzungen gibt? Bzw. wie lange hält die Liebe es aus, wenn ständig aufs Neue Traumata getriggert werden?moronikus hat geschrieben:Aber ist es nicht irgendwo selbstredend, dass, wenn mir etwas liegt an einer "Beziehung" also wirklich liegt im Sonne von, dieser Mensch ist mir wichtig, er bringt mich weiter, ich fühle eine Verwandschaft, wenn mir also dieses ( elementar menschliche ) Gefuehl im Herz und in der Seele spuerbar ist, ja dann ist mir ein gewaltkommunilationsfreies Ego sowas von nebensaechlich...
Übrigens bin ich NICHT der Meinung, dass Liebe automatisch Seelenverwandtschaft bedeutet. Ich glaube, dass Lydia und mir beiden (ursprünglich) viel an der Beziehung lag, aber ein Herz und eine Seele waren wir nie. Wir liebten uns trotz der Gegensätze, nicht wegen der Gemeinsamkeiten - die waren dürftig. Aber ich hätte dran geglaubt, dass wir es mit viel Kommunikation hätten schaffen können. Sie hingegen wollte sich irgendwann der Kommunikation nicht mehr stellen. Egal ob gewaltfrei oder nicht. - Die Beziehung ist nicht an der Art der Kommunikation gescheitert, oder eben doch, weil ich sie auf ihre Widersprüchlichkeiten hingewiesen habe und sie dies nicht hören wollte. Aber sie waren für mich auch nicht "sowas von nebensächlich", denn ich fand ihr (unbewußt passiv-aggressives) Verhalten zwar verzeihbar, aber auf Dauer nicht (er)tragbar und sie hätte dies mit mir analysieren wollen müssen, darüber mit mir kommunizieren.
Wie genau meinst du es, dass dir das "gewaltkommunikationsfreies Ego nebensächlich" wäre???
Aus o.g. Gründen müßte man allerdings tatsächlich in psychologische Tiefen gehen. Weil die unterbewußte passiv-aggressive Haltung eben dieser psychologischen Tiefe entspringt. Und dann helfen ggf. die Intelligenz, Empathie, Sympathie etc. nicht mehr weiter.moronikus hat geschrieben:Ohne in die (psychologische) Tiefe zu gehen, für mich erklärt, klärt sich so etwas in Bezug auf emotionale Intelligenz, auf Empathie, auf Bauchgefühl, auf Sympathie, und erst dann ERST DANN könnte ich, für meinen Teil, beginnen zu reflektieren, ob mir mein kleines Ego und die Aussensicht der Menschen, die irgendwie an dieser Sicht teilhaben, ob all das wichtiger ist für mich und mein Selbstwertgefuehl etc als die Beziehung zu diesem Gegenueber.
Den Satz mit dem Ego und Selbstwertgefühl und der Außensicht anderer Menschen (welcher genau? der Beziehungspartner, um die es geht?) kapiere ich nicht. Meinst du, wer liebt, muss alle passiv-aggressive "Haue" einstecken? Würde das deiner Meinung nach bedeuten, die Beziehung über das Selbstwertgefühl zu stellen???? (Ich kann mir kaum vorstellen, dass du es so meinst. Aber wie meinst du es dann???)
Oder war ich vielleicht bereits an dem "erst dann" Punkt schon längst angekommen, den du ansprichst? Reflektiere ich wohlmöglich ab da, wo du auch "erst dann" reflektieren würdest?
Leider nicht. Ich habe gelesen, dass man destruktive Beziehungen beenden muss. Ich wollte das nicht. Ich wollte lieber die Destruktivität beenden. Ich glaubte daran, dass dies möglich sei mit genug Kommunikation. Aber dass die Kommunikation nötig wäre. Sie wollte keine Kommunikation. - War ich also aggressiv, weil ich sie genötigt habe bzw. gern genötigt hätte, mit mir über die offenkundige Destruktivität zu kommunizieren? - Geliebt habe ich sie. Aber das hat das Dilemma nicht gelöst.moronikus hat geschrieben:Liebe ich es, was immer es bedeuten mag, so beantwortet sich das Dilemma von selber.
Ich weiß nicht, wie du auf den "Eindruck bei anderen" kommst. Es ging um Traumata, es ging um Unehrlichkeit, die durch GfK behoben werden sollte, aber verschlimmert wurde und dies nicht etwa aus böser Absicht, sondern aus Unfähigkeit, es anders vor sich selbst (!) zuzugeben, was z.B. an aggressiven Emotionen da war und warum. Es ging um Konfliktvermeidung, weil Konflikt offenbar nicht aushaltbar für sie war. Egal, wie ich ihn hätte bewältigen wollen. (Und sicherlich waren auch meine Fähigkeiten, auf sie einzugehen, ebenfalls aufgrund eigener "Menschlichkeit" begrenzt.) Aber mit "anderen" außerhalb der Beziehung hatte es nichts zu tun. Es ging darum, dass sie mir systematisch weh tat damit, im angeblich Direkten noch indirekter und verletzender zu sein und ich ihr systematisch damit weh tat, das thematisieren zu wollen. - Es ging NICHT um Überlegenheit, nicht um Anschein von Stärke o.ä. Und ich kann deinen diesbezüglichen Gedankengang auch wirklich nicht nachvollziehen.moronikus hat geschrieben:Ist es mir aber eher gleichgueltig, und mein Ego mir wichtiger und der Eindruck, den ich hinterlassen möchte bzw werde, bei anderen ( Und warum ? warum ?? Man frage sich das mal ganz bewusst, WARUM will ich eine guten, starken, überlegenen etc Eindruck machen ? ), ja dann bin ich evtl auch bereit zur trennenden Konfrontation.
Nein. Nur, wenn es eine gewisse Stärke hat, ein Konflikt-Gespräch aushalten zu können, ohne z.B. zu dissoziieren oder einen Flashback zu erleiden etc.moronikus hat geschrieben:Wobei, wie gesagt, liegt mir wirklich etwas am Gegenüber, ich würde immer erst mal reden. Gewaltfrei hin gewaltfrei her, ein Gegenüber mit ein wenig Erfahrung, Gefühl, Empathie und daraus resultierendem Wohlwollen... Wird IMMER zuhören. Immer.
Und meine Beobachtung ist eben, dass gerade Menschen ohne diese Stärke (= oft Menschen mit Mißbrauchshintergründen) dann HILFE in der GfK und ähnlichen Techniken suchen (oder einfach in THERAPIEN, in denen u.a. GfK gelehrt wird!!!) und dass die GfK dann einfach TROTZDEM nicht halten kann, was sie verspricht bzw. was man sich von ihr erhofft. Und dass es dann manchmal (bzw. bei eben dieser Zielgruppe sogar OFT) ins Gegenteil umschlägt und alles noch undurchsichtiger als durchsichtiger wird. Denn während die Leute sich in "normaler" passiver Kommunikation mit sich selbst einfach GAR NICHT AUSEINANDERSETZEN mußten bzw. sich weitgehend verdrängen konnten, müssen (und sollen) sie das in der GfK ja ganz bewußt. Es gehört ja z.B. explizit dazu, Bedürfnisse zu formulieren. Also fangen nun diese vortraumatisierten Menschen an, sich zu ergründen. Und halten u.U. dann nicht aus, wohin das führt. Und dann "muss" verdreht werden in Form von Selbstlüge (statt Wegsehen) und DADURCH wird es alles indirekter. Und unehrlicher.
Wohlgefühlt haben wir uns mit der Situation nicht, ohne Angst waren wir auch nicht. Aber keine Angst vor Spott und Hohn, sondern vor Unverständnis, Unfairness. Verletzung, psychischer Überforderung. Geliebt haben wir trotzdem. (Du idealisierst Liebe! Ja, du sprichst vom "Idealfall" und betonst damit dein Wissen darum, dass es auch nicht-ideale Fälle gibt.... dennoch scheinst du so "verkorkste" Ausgangslagen, wie sie wirklich traumatisierte Menschen haben, schlichtweg nicht zu kennen. Denn alles, was du für "eine Beziehung, wo einem am Gegenüber etwas liegt" voraussetzt, kann meiner Erfahrung nach bedauerlicherweise nicht vorausgesetzt werden.... Angstfreiheit, Verständnis, Einfühlung etc. - das bedarf einer soliden Basis, die nicht jeder Mensch hat. Leider.)moronikus hat geschrieben:Was zählt, ist das Gegenueber [..] weil ich spüre, dass es diese Anstrengung wert ist, oder ob ich mich einfach wohl fühle in seiner Nähe und mich anvertrauen kann ohne Angst vor Spott und Hohn , nur das zählt fuer mich.
Ja, ich war der Meinung, es ist die Anstrengung wert. Für uns beide. Sie hielt die Anstrengung nicht aus. Oder wollte sich ihr zumindest nicht weiter stellen.
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Nun sind wir weit weg vom GfK-Thema. Und ich erkenne, dass meine Aussage im Wesentlichen war:
Am Beispiel meiner Trennung von Lydia erkenne ich, wieso ich auch mit anderen GfK-Menschen immer wieder anecke. Nicht, weil GfK per se ein Anstoß zum Anecken ist. Sondern weil Menschen, die (außerhalb von Firmencoachings o.ä, sondern eher im Rahmen von Psychotherapien oder Selbstheilungsversuchen) GfK erlernen, diese TROTZDEM eine Direktheit in z.B. der Benennung ihrer Wünsche (und weitere Vorgaben der GfK) nicht beherrschen und das bislang aber weder denen noch mir
aufgefallen ist. Die Probleme ergeben sich nicht aus den bewußten Prozessen, sondern den unterbewußten (und in dem Fall oft: den unterbewußt passiv-aggressiven Forderungen, die als Wunsch getarnt werden, obwohl GfK gerade behauptet, Wünsche und Forderungen und Bedürfnisse "sauberer" als andere Kommunikation zu trennen.)
Künftig werde ich sensibler sein, dass (diese Vorselektion von) GfK-Menschen eben auch dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wörtlich meinen, was sie wörtlich)sagen, - selbst dann nicht, wenn sie selbst denken (und behaupten), dass sie dies täten. Und dies nicht etwa aus bösartiger Manipulation, sondern weil sie nicht merken KÖNNEN, was sie meinen, oder das Gemerkte zwanghaft und unterbewußt sofort wieder ÜBERDECKEN, bevor es sich in "ehrliche" Worte formen kann.
Somit erklärt mir (endlich) ein Muster, was ich mit "solchen" GfK-Gruppen immer wieder erlebt habe. Schade, dass ich das Muster erst durch die Trennung von einer geliebten Person aufgedröselt habe.
Re: Direkte vs. indirekte Sprache, gewaltfreie Kommunikation
Mi, 25.Apr 2018, 14:58Hallo Lady Sara,
lieben Dank für dieses ausführliche Eingehen auf meinen kleinen Beitrag.
Ein wirklich sehr individuelles und komplexes Thema.
Deshalb erlaube ich mir, via PN zu antworten.
GLG Moro
lieben Dank für dieses ausführliche Eingehen auf meinen kleinen Beitrag.
Ein wirklich sehr individuelles und komplexes Thema.
Deshalb erlaube ich mir, via PN zu antworten.
GLG Moro
Wir spielen alle, wer es weiss, ist klug ( Arthur Schnitzler )
Re: Direkte vs. indirekte Sprache, gewaltfreie Kommunikation
So, 08.Jul 2018, 12:13Ich gehe noch einen Schrittem weiter und behaupte, dass die sogenannte "gewaltfreie Kommunikation" nicht nur passiv-aggressiver Natur ist, sondern selbst einen Gewaltakt (und nicht nur an der Sprache) darstellt. Immerhin versuchen die Anhänger dieser Schule anderen Leuten vorzuschreiben, wie sie zu kommunizieren haben. Sie bestimmen, was nun eine gewaltfreie Kommunikation und was nicht. Dabei werden all jene Kommunikationsformen delegitimiert, die nicht im Einklang mit ihrem Verständnis einer gewaltfreien Kommunikation stehen.
Im Grunde handelt es sich bei der "gewaltfreien Kommunikation" um eine abgewandelte NLP-Strategie. Man glaubt den Menschen dadurch zu ändern, indem man dessen Sprachgebrauch "programmiert". Doch zwischenmenschliche Kommunikation ist vielschichtiger. Sie findet, um auf das Vier-Seiten-Modell zu verweisen, auf einer Sender- und Empfängerebene statt und setzt eine eingespielte Beziehungsebene voraus, die durch beliebig einsetzbare Überempfindlichkeits-Floskeln à la gewaltfreier Kommunikation nur manipuliert wird. Nichtsdestotrotz plädiere ich für eine reflektierte Kommunikation, bei der der Andere als Gegenüber wahrgenommen und akzeptiert wird. Ich finde, dass eine direkte Kommunikation in Verbindung mit Ich-Botschaften hierfür vielversprechend ist.
Im Grunde handelt es sich bei der "gewaltfreien Kommunikation" um eine abgewandelte NLP-Strategie. Man glaubt den Menschen dadurch zu ändern, indem man dessen Sprachgebrauch "programmiert". Doch zwischenmenschliche Kommunikation ist vielschichtiger. Sie findet, um auf das Vier-Seiten-Modell zu verweisen, auf einer Sender- und Empfängerebene statt und setzt eine eingespielte Beziehungsebene voraus, die durch beliebig einsetzbare Überempfindlichkeits-Floskeln à la gewaltfreier Kommunikation nur manipuliert wird. Nichtsdestotrotz plädiere ich für eine reflektierte Kommunikation, bei der der Andere als Gegenüber wahrgenommen und akzeptiert wird. Ich finde, dass eine direkte Kommunikation in Verbindung mit Ich-Botschaften hierfür vielversprechend ist.



