So, 18.Mai 2008, 13:37
von Madame Zarah
Allem voran eröffne ich mein Posting mit einem bunten Gruß.
Die Frage nach Perversion sollte hier nicht im Vordergrund stehen, sondern die Tatsache, dass ein Mensch (auch wenn im öffentlichen Leben stehend – ein Mensch) erpressbar wird, sobald sein Leben aus dem Klischee der gutbürgerlichen Lebensweise schlägt.
Doch nun frage ich mich – was ist pervers?
- Dass ein "öffentlicher" Mensch im Einvernehmen mit einem/mehreren Mensch/en seine sexuellen Praktiken, in der es nicht darum ging realen physischen oder psychischen Schaden zuzufügen, ausübt, die manch einem Außenstehenden sonderbar oder gar fern des eigenen Denkens und Fantasiebogens vorkommen?
- Die Tatsache, dass des Einen Neigungen des Anderen Abscheu hervorrufen?
Geht es hierbei nicht eher um eine Frage der Toleranz?
Und nun denke ich weiter:
- Darf überhaupt irgendwer über einen Menschen urteilen, der unfreiwillig seine sexuelle Begierden an die Öffentlichkeit präsentieren MUßTE, nur da sein Bekanntheitsstatus ihn zum Freiwild für jeden Neider, Voyeur, Erpresser oder Paparazzie macht?
Liegt die Perversion nicht eher in der Tatsache, dass Bilder an die Öffentlichkeit gedrungen sind, die der Hauptprotagonist dort freiwillig wohl nicht angedacht hatte einzustellen?
Hier wurde ein böser Reigen schlechter Verkettungen inszeniert, um einen finanziellen Gewinn aus einer Situation zu frohlocken die geschaffen wurde, um die breite Öffentlichkeit zu empören und dies auch getan hat.
Doch was mit dem Hauptprotagonisten – wo bleibt der Absatz des Grundgesetzes, welcher besagt:
DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR
- Ach, wie unvorteilhaft – dieses Grundrecht gilt natürlich nicht für Personen des öffentlichen Lebens.
- Einmal im Rampenlicht und schon beginnt sich das private Leben dermaßen einzuschränken?
- Im Focus der Gesellschaft darf ein "Privat" nicht mehr stattfinden?
Und bei alledem ging es nicht um ehrliche Berichterstattung – es ging einzig und alleine um die finanzielle Ausschlachtung einer großen "Rampensau" Seitens der Inszenierer und der Presse.
– Äußerst respektlos, abgründig niveauunterwandert.
Wollen wir wirklich eine Welt in der wir andere Menschen zur Schießscheibe für schlechte Unterhaltung diffamieren ?
Wollen wir, dass Menschen erpressbar werden, nur da diese fernab der fragwürdigen Gutbürgerlichkeit denken?
Wollen wir, dass Menschen mit einem gewissen Bekanntheitsgrad jegliches Recht auf ein Leben fernab der Medien nur noch erträumen können?
Muß wirklich alles, aber auch alles Privatleben von bekannten Persönlichkeiten an die Öffentlichkeit gezerrt, breitgetreten und vermarktet werden?
Sind wir bereit zu Urteilen und zu Richten nur um weiterhin gut unterhalten zu werden?
Ich für meinen Teil möchte hier weder Stellung für oder gegen das besagte Rollenspiel beziehen.
Ich denke generell nicht daran über irgendetwas zu urteilen, was, (wie bereits o.g. im gegenseitigem Einvernehmen und ohne Vorsatz auf physische oder psychische Verletzungen, zwei - in diesem Fall wohl mehrere - Personen miteinander erlebt haben) definitiv NICHT für meine Unterhaltung bestimmt war.
In diesem Sinne hinterlasse ich heute tolerante Grüße >> Madame Zarah