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Und? Was machst du so beruflich?

Mo, 22.Okt 2007, 20:27
Es ist lange her ... Da war ich noch in der Ausbildung zur Volksschullehrerin, kamen einige Kolleginnen und Kollegen zu Besuch. Zu dieser Zeit wohnte eine gute Freundin aus Deutschland für ein paar Wochen bei mir. Man trank etwas, plauderte ... Da richtete einer meiner Kollegen das Wort an meine gute Freundin: "Und? Was machst du so beruflich?" Sie: "Ich bin Domina."
Stille.
Betretene Stille.
Ein Zeitsprung. Wir befinden uns im Jahre 2007.
Diese Stille höre auch ich, wenn ich mal auf den verwegenen Gedanken komme, jemandem zu sagen, was ich nebenberuflich so tue.
Domina.
*Domina????????????*
O.K. ich sage das nicht Kreti und Pleti, sondern guten Freundinnen zum Beispiel. Notabene wirklich guten Freundinnen.
Am besten reagierte bisher einer meiner Chefs. (Ich habe verschiedene Teilzeitjobs in der Kommunikationsbranche.)
Irgendwie hatte ich da das Gefühl, dem kann ich das sagen. Und siehe da: Er war fasziniert. Er hat mir sogar viel Glück gewünscht.
Was macht ihr da so für Erfahrungen?
Sagt ihr offen, dass ihr Domina seid?
Und wie reagieren die Leute darauf?
Mit einem neugierigen und freundlichen Gruss
Annemarie
Freiheitsberaubungen aller Art

Und? Was machst du so beruflich?

Di, 23.Okt 2007, 00:57
m.A. eine interessante thematik/frage:

stichwort: "ansehen in der gesellschaft"
< differenzierung (z.B. in): eltern, familie, partner (PRIVAT), freunde, eher beiläufige bekannte/andere, nachbarn, gäste

1. eltern:
< NO problemo, definitivo NO !!!
< hintergrund: aufgewachsen in einem sehr offenen/kosmopolitischen umfeld.

2. familie:
< interessanterweise hatten onkel/tanten gleichfalls kein problem.
< als sehr viel älter hätte man eine andere haltung erwarten können.
< anfangs entstand bei einigen wenigen cousins/cousinen eine art "tiefschluck"effekt,
nicht böse oder ablehnend gar abwertend
< längst geschichte. familie ist familie !!!

3. partner
< pas de problem !!!
< p r i v a t ;) ist höchst exclusiv vorbehalten ... *OFFTOPIC*
< BITTE kurz wegsehen: ILY ... *kommentar KEINESFALLS GESTATTET !!!

4. freunde
< pas de problem ... teil IV

5.. "bekannte"/andere:
da hat es oftmals 2 effekte, salopp gesagt: man
< springt (im übertragenen sinn) min. 1 m rückwärts ... "igitt" !!! inkl.
< hält die aussage für einen scherz

6. nachbarn
< daß ich nicht einem 9 a.m. to 5 p.m officejob nachgehe, denkt man sich wohl
< ABER: man fragt nicht nach beruflichem, gar privatem
< allg.: wir sind als ruhig, angenehm, freundlich, hilfsbereit (sofern gewünscht) außerst positiv angesehen

7. gäste
< keine klagen :-D
Annemarie hat geschrieben: Ein Zeitsprung. Wir befinden uns im Jahre 2007.
< außen vor, daß man sich in dera region offiziell (!) als erzstockkonservativ gibt ...
< zumindest nach außen hin ... achtung: ironie *g*
< versuchen Sie als LeserINNEN, sich vorzustellen, wie das vor 5/10 jahren war ... %puh% ... *kein kommentar* ...
Annemarie hat geschrieben: ... ausbildung ... reaktion der leute ...
es verwundert verschiedentlich außerordentlich *g* , daß es tatsächlich
< einen höchst qualifizierten schulabschluß
< plus offizielle "bürgerlich" höchstqualifizierfte abschlüsse
vorzuweisen hat

btw, amüsiert stets erneut, daß man als "dumm" bis "pervers", etc. etc. gilt ... %lach%

winke winke
carpe noctem

Di, 23.Okt 2007, 01:35
Guten Abend Lady Domin8Nightmare
Danke schön für deine ausführliche Antwort!
Schön, dass du deine Eltern einweihen konntest.
Manchmal wünsche ich mir echt, dass ich meinen Vater einweihen könnte - meine Mutter lebt nicht mehr - aber dann bedenke ich, wie er vor x Jahren reagiert hat, als ich im sagte, ich sei lesbisch ....
Hmmm ... kommt wohl nicht so gut.
Dass ich mittlerweile mit einer männlichen Lesbe (mein Ehemann hat eine sehr starke weibliche Seite) zusammenlebe weiss er natürlich nicht. Ich bin mit einem Mann verheiratet - also alles bestens!
Dass ich nun (nebenberuflich) als Domina arbeite .... uiuiui ... keine Ahnung, was das auslösen könnte! Ich liebe meinen Vater und will ihm keinen Herzinfarkt bescheren!
Es ist eigentlich gar nicht meine Art, mein Herz zu einer Mördergrube zu machen. Aber leider haben viele Leute sehr grosse Vorurteile. :-(
Übrigens: Ich sehe mich eigentlich als Domina nicht als Prostituierte, ich häbe aber auch kein Problem als das zu gelten. Ich habe das Gefühl, ich erfülle eine durchaus sinnvolle Aufgabe und habe erst noch Freude daran.
Ich wünsche eine gute Nacht!
Annemarie
Freiheitsberaubungen aller Art

Sa, 23.Feb 2008, 00:52
Meine Freunde wissen Bescheid - kein Problem, sonst wären sie nicht meine Freunde...

Meine komplette Familie weiß Bescheid - das war ein GROSSES Problem
(vor allem gegenüber meinen Großeltern, die überzeugt christlich waren - und als mein Opa gestorben ist, meinte dann meine Mutter, ich sei dran schuld, weil ich ihm soviel Kummer gemacht habe - das war schon heftig)

Meine Chefs in der Hauptberufstätigkeit wissen es - ich hab schon bei der Bewerbung erwähnt, daß ich eine Genehmigung für die Weiterführung meiner Nebentätigkeit brauche und auf Nachfragen dann auch erklärt, worum es sich handelt - ich denke, es war nur deshalb kein Problem, weil meine sonstigen Bewerbungsunterlagen und Zeugnisse für sich sprachen - außerdem legte man mir nahe, es bzgl. der Kollegen diskret zu handhaben, damit nicht in der Firma getratscht wird

Mein Vermieter weiß es, weil er mich gefragt hat, was ich mit dem Dachboden machen will - ich hatte erst Angst, deswegen dieses wunderschöne Haus nicht zu kriegen, aber letztendlich wurde meine Ehrlichkeit doch nicht bestraft ....

Mo, 17.Mär 2008, 18:13
Hallo Annemarie,

ist in der Tat ein heikles Thema.

Dann arbeiten wir mal ab:

Mein Mann hat mich so kennengelrnt und fand es mehr als in Ordnung. Er ist selbst dominant und versteht meine Neigung vollkommen. Das gegenseitige Verständnis aber die fehlende Möglichkeit die Neigungen miteinander auszuleben, macht uns tolerant. Er erlebt privat mit einer Sklavin, ich erlebe im Studio mit meinen Gästen.


Meine Schwägerin (+Schwager) und meine Schwiegermutter wissen Bescheid. Meine Schwägerin (+ Anhang) hat sich eigentlich nie konkret dazu geäußert. Doch man merkt ihr an, daß sie damit wirklich Null Problem hat. Meine Schwiegermutter hat auch kein wirkliches Problem damit, meint aber dann und wann mal, ich solle doch mal was solides machen. Sie bezieht das aber mehr auf den finanziellen Aspekt, sprich eine Anstellung im Büro gibt einem mehr Gewissheit als eine Selbstständigkeit als Domina.

Meine Kinder wissen es. Der älteste findet es gut, die kleine (sollte es eigentlich noch gar nicht wissen) ist nicht begeistert.

Meine Freunde wissen es alle. Sie habe keine Probleme damit. Es ist sogartotal normal für sie geworden. Nur meine beste Freundin hat immer Angst um mich. Sie befürchtet die Rache eines Gastes, weil sie nicht verstehen kann, dass jemand *so etwas* freiwillig mit sich machen lässt.

Und nun wirds kompliziert....der Schiegervater meiner Schwägerin glaubt mich im TV gesehen zu haben und rätzelt noch, da er zu feige ist mich zu fragen und sein Sohn ihm nur ein "Weiß ich doch nicht" zur Antwort gab und seit dem mit seiner Frau schmunzelnd abwartet, ob der "Alte" sich traut oder nicht.


Ich gehe aber trotz all der Offenheit auch nicht zu meinem "Bankminister" und sage ihm das ich als Profidommse tätig bin. Er weiß von meiner Selbstständigkeit und ahnt vielleicht etwas. Doch genaueres weiß er nicht.

Alles in allem weiß eigentlich fast jeder was ich mache. Doch ich binde es niemandem auf die Nase. Wenn mich jemand fragt, versuche ich einzuschätzen ob die Person vor mir die Information verdauen kann oder ob es besser ist sich in Schweigen zu hüllen und Selbstständig im Dienstleistungsbereich zu sagen.

Bizarre Grüße....

....Mercedes

Mo, 17.Mär 2008, 18:30
Mein Mann hat mich so kennengelrnt und fand es mehr als in Ordnung. Er ist selbst dominant und versteht meine Neigung vollkommen. Das gegenseitige Verständnis aber die fehlende Möglichkeit die Neigungen miteinander auszuleben, macht uns tolerant. Er erlebt privat mit einer Sklavin, ich erlebe im Studio mit meinen Gästen.
offtopic: DAS nenne ich Toleranz! Gratz zu dieser offenen Lebensweise!

Mo, 17.Mär 2008, 20:24
Da hat Mercedes anscheinend eine starke, und nicht engstirnige, Familie. Das können wir uns alle nur wünschen. Allerdings weiß man das auch erst, wenn man sich traut, darüber zu sprechen. Und das wiederum muß Mercedes getan haben, sonst wüßte sie es nicht. Ergo: starke Familie, inkl. Mercedes.

Respekt
Handschmeichler

Di, 28.Okt 2008, 05:33
100% der Leute, die mich näher kennen, wissen davon. Alle anderen kennen mich nicht näher. Einfach, oder?

LK
Denken ist keine Frage der Richtung, sondern eine Frage der Dimension /// Privat 24/7 Sklave gesucht - siehe Anzeige bei "Link" // Profidomse in einem sehr guten Studio in Düsseldorf - rein aktiv // Anfrage ohne Wunschzettel = welcome

Re: Und? Was machst du so beruflich?

Sa, 26.Mai 2018, 07:47
In meinem Umfeld wissen es viele Leute - aber nicht alle. Bei denen, die es nicht wissen, bin ich mir nicht sicher wie sie darauf reagieren würden, den Rest konnte ich offenbar korrekt einschätzen.

Viele Freunde und Bekannte wissen es, auf der Arbeit auch fast die Hälfte der Kollegen, sogar meine Chefin weiß Bescheid. Da ich meinen Nebenjob bei meinem Arbeitgeber genehmigen lassen musste, fragte er natürlich nach, was es für eine Nebentätigkeit sei. Ich wusste nicht, ob er alles verdauen konnte, ich wollte ihn auch nicht in die Verlegenheit bringen durch Unwissen negativ von mir zu denken oder sich unnötig Sorgen zu machen, daher habe ich ihm nur vom "klassischen Escort" erzählt, und darauf hat er nicht weiter gefragt. Wissen wollte er auch nur, ob es mit meinem Hauptberuf kollidiert. Da es das nicht tat, erübrigte sich jede Nachfrage.

Meine Familie weiß es nicht, das ist aber auch unnötig, weil sie geschlossen in einem anderen Bundesland lebt und ohnehin nicht mit meinem Leben hier in Berührung kommt.

Diejenigen, die es wissen, sagten nahezu alle - das kennen bestimmt viele - dass sie nicht gedacht hätten, dass ich sowas machen würde, einige davon äußerden Bewunderung und Neid darüber, dass ihnen die Möglichkeiten oder der Mut fehlt, es zu tun; insgesamt sind die Reaktionen aber durchweg positiv.
"So where do you live, anyway?" - "Mostly in my head."
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