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Die Frage nach dem Spaß

Di, 23.Jan 2007, 01:22
Ich hab es eben in einem anderen Thread als Reaktion auf einen Kommentar gepostet, aber eigentlich gehört es hierin und ins Sklavia-Thread, weil ich gern Meinungen von Kolleginnen dazu hören möchte:

Ich distanziere mich grundsätzlich vom Illusionsverkauf. Deswegen kann ich nichtmal die Frage nach meinen persönlichen Neigungen leiden. Die gehen meine Klienten nämlich nur sehr begrenzt etwas an. Meinen Klienten verspreche ich echtes Wohlwollen für SM, da ich selbst SMerin bin. Ich verspreche aber nicht, mit ihnen MEINE ganz privaten Fantasien auszuleben - denn dann könnte ich meinen privaten Kick daran wohl nicht allzu lange behalten. Ich verspreche, IHRE Fantasien umzusetzen, wenn ich mit dem Thema PRINZIPIELL kann. Aber Fragen, die mich in die Zwickmühle bringen, weil frau eigentlich zwangsläufig im Notfall lügen MUSS, um den Kunden zu halten, finde ich generell unzulässig. Was soll ich auf "Dir macht es doch jetzt auch wirklich Spaß, oder?" denn sagen außer "Ja" oder "unzulässige Frage"??? Oder als darauf hinzuweisen, daß beruflicher Spaß in einem selbstgewählten Beruf noch etwas ganz anderes ist als private Lust in einer selbstgewählten Affäre. Spaß macht mir eine Kundensession fast immer - geil macht sie mich fast nie. Aber ein Beruf soll doch Spaß machen dürfen, oder nicht???? Ich hab gerade eine Karriere in einer Haupttätigkeit hingeworfen, weil sie KEINEN Spaß machte und mir die Lebenslust nahm. Der SM-Job bereichert mich. Aber auf eine Art, wie ein erfüllender Job eben bereichert. Ich finde es kreativ, mich auf fremde Fantasien einzulassen. Das kann ich nur, weil ich SM gegenüber prinzipiell aus eigener Neigung heraus positiv eingestellt bin. Aber manchmal versaut mir nach einer Session, die mir auf dieser Ebene wirklich Spaß machte, die Frage nach dem Spaß (von dem ich ja weiß, daß nicht ein berufl. erfreuender Erfolg, sondern erotische Lust gemeint ist) eben den Spaß - und das find ich dann immer schade....

ja und nein

Mi, 24.Jan 2007, 00:12
sara hat geschrieben:Ich distanziere mich grundsätzlich vom Illusionsverkauf. Deswegen kann ich nichtmal die Frage nach meinen persönlichen Neigungen leiden. Die gehen meine Klienten nämlich nur sehr begrenzt etwas an.
Jein,liebe Sara.

als zukünftiger Studiobesucher bin ich schon ziemlich interessiert,in welche Richtung(und Abzweigungungen) die jeweilige Lady am liebsten geht.
Eine Jede hat Ihr Repetoire,das verständlicherweise möglichst vielfältig ist.Einige Dinge sind ihre persönlichen Vorlieben,andere werden wahrscheinlich halt eher routinemässig durchgezogen.
Möchte also schon recht genau über die Lady bescheid wissen,was ja dank Net ziemlich leicht möglich ist.
In Deinem Fall konkret würde ich als Gast solche Fragen gar nicht stellen,da ja auf Deiner Website die Infos zu finden sind.
Und was Deine persönliche Lust betrifft..stimme ich Dir zu.

Gruss Mech

PS.Hoffe dass sich ,wie von Dir gewünscht,auch noch Kolleginnen zu diesem heiklen Thema äussern....
zu leiden für die Schönste...ist das schönste

Mi, 24.Jan 2007, 01:24
Mmmhh, eigene Geilheit kommt bei mir (meistens) auch ohne Intimitäten im erotischen Machtgefälle auf.
Die Macht über die Lust meiner Spielpartner die ich sehe, höre und fühle = Wasserfall, ohne das permanente Verlangen nach rein-raus oder flinker Zunge %puh% .

Dazu bin ich absolut hetero ausgerichtet-mag sein, daß dieser Faktor bedeutend ist.
Freude der Fantasie freien Lauf lassen zu können bringt den Zusatzkick und sicher würde diese Prämisse allein ausreichen einen guten Job zu machen.
Ich wurde allerdings auch noch nie gefragt ob es mir "Spaß" gemacht hat und ich wäre erschrocken, wenn diese Frage aufkäme.

Sicher ist es ein wunderbarer Zusatzkick auch die Erotik und Lust zu genießen aber mir wurde auch oft gesagt , das "professionelle Dominanz" und körperliche Lust sich nicht vertragen und professionell betrachtet "zum scheitern verurteilt" sind.
Ich bin in der Hinsicht was Genuß angeht aber nun mal egoistisch und mir geht es gut. :-D

Du hast Freude an dem Job und weißt SM praktisch und fantasievoll umzusetzen, bedeutet also Erfüllung für dich.
Was kann es schöneres geben?

Sinnliche Grüße,

Roxana

Die Vielfalt

Mi, 24.Jan 2007, 11:54
Professionell finde ich gerade die Vielfalt spannend. Neulich hatte ich mein erstes High Heels Trampling. Eine für mich sehr interessante, bereichernde Session. Hinterher fragte aber der Gast, was er das nächste Mal für mich tun könne.... Nun, er HAT bereits für mich getan, daß er eine neue spannende Facette einbrachte. Würde ich jeden Gast bitten, etwas "für mich" zu tun und hier meine persönlichen Kicks preisgeben, wäre mir das viel zu inflationär. Was mich im professionellen Kontext erfüllt ist etwas anderes als das, was ich mit meiner Partnerin erlebe. Ich hab mal versucht, auch mein ganz Privates professionell anzubieten - und das hat mich ziemlich unglücklich gemacht, weil dafür einfach der Rahmen per se nicht stimmte. Ich switche ja auch privat und arbeite ganz bewußt (nach kurzer anderer Erfahrung) nur noch aktiv. Ich gebe professionell unter anderem das, was ich privat gern auch bekomme. In dieser Richtung fühlt es sich für mich gut und stimmig an. Und ich gebe eben gern vielfältig. Aktiv kenne ich kaum Tabus. Ich erforsche gern unbekannte Facetten.
Aber ich glaub, das liegt auch daran, daß ich "SM-Spielkind" bin und nicht "naturdominant".

Es gibt rein aktiv nichts, was ich nur routinemäßig durchziehen würde (außer vielleicht aktiv das Schlußwichsen, das langweilt mich manchmal....)
Wenn ich Praktiken eklig fände, böte ich sie nicht an (okay, ich biete kein Vomit..... aber mehr Limits fallen mir gerade nicht ein, was nicht zwangsläufig heißt, daß es gar keine gibt, aber das ich bei den gängigen Anfragen nicht häufig an derartige Limits stoße). Wo ich hingegen häufig ans Limit stoße: Bei der Frage nach sexueller Berührbarkeit. Denn selbst wenn diese formal in ein dominantes Rollenspiel eingebettet wäre, würde ich doch damit in eine passiv-empfangende Rolle geraten und wenn sich die Berührung dann eben aufgrund der Rahmenbedingungen nicht gut anfühlt, wäre ich gezwungen eine innere Distanz aufzubauen und nach außen hin zu faken und das ist scheiße. Ich gebe gern (privat und käuflich) - aber ich gebe mich nicht (zumindest nicht mehr nach entsprechender Negativ-Erfahrung) passiv käuflich hin.

Also: Alle rein aktiven Aktionen sind authentisch und machen Spaß. Da gibt es auch wirklich keine Neigungsvorlieben. Im Gegenteil: Gerade die Vielfalt reizt.

Deutliche Neigungsvorlieben habe ich in der passiven Rolle.
Als Passivität meinerseits empfände ich sowohl das Empfangen von sex. Berührungen als auch das Empfangen von Pain Play, also Masochismus.
Und gerade WEIL ich hier starke Neigungsvorlieben habe, verkaufe ich diesen Service nicht. Denn "knapp daneben ist auch vorbei" und es ist einem Kunden kaum zu vermitteln, was genau geht + was nicht + so kann ich passiv keine verbindlichen Leistungszusagen vorab machen (was man im professionellen Rahmen nunmal muß).

Mi, 24.Jan 2007, 13:01
Ich finde es sehr spannend, wie unterschiedlich - wohlgemerkt nicht besser oder schlechter, sondern wertfrei verschieden - Damen, die anscheinend privat auch Fetisch und/oder SM geneigt sind, ihre Persönlichkeit und Privatheit in ihrer professionellen SM-Ausübung abgrenzen.
Ich persönlich gehe in Sessions mental sehr weit auf den Gast zu, lasse mich "im Kopf berühren", dafür bin ich körperlich absolut abgegrenzt und unberührbar.

Marfa, die gespannt ist, welche Haltungen zu dem Thema andere Kolleginnen noch veröffentlichen werden
klassische Domina http://www.la-marfa.com
Aus- und Fortbildungen und Coachings http://www.bdsm-akademie.com

Mi, 24.Jan 2007, 13:58
@sara:
Denn selbst wenn diese formal in ein dominantes Rollenspiel eingebettet wäre, würde ich doch damit in eine passiv-empfangende Rolle geraten und wenn sich die Berührung dann eben aufgrund der Rahmenbedingungen nicht gut anfühlt, wäre ich gezwungen eine innere Distanz aufzubauen und nach außen hin zu faken und das ist scheiße. Ich gebe gern (privat und käuflich) - aber ich gebe mich nicht (zumindest nicht mehr nach entsprechender Negativ-Erfahrung) passiv käuflich hin.
Uhhhh, nun gut ih muß zugeben ich hatte gerade das Gefühl als läse ich eine Gebrauchsanleitung für ein technisches Gerät auch wenn es absolut nicht so ankommen soll und du es auch nicht so empfindest was du professionell tust.?
De Unterschied liegt klar die Dominanz zu rein "aktiv" praktizieren.
Auf dich trifft letzteres zu sagst du.
Wenn ich Berührungen die ich "passiv empfange", zulasse oder fordere sich nicht gut anfühlen kommt mein Spielpartner auch nicht länger in diesen Genuß, bzw. lassen sich die Herren sehr gut dazu erziehen es dementsprechend so zu tun wie ich etwas mag.
Damit brauchts keine innere Distanz.

Liebe Grüße,
Roxana

Deine Beiträge

Mi, 24.Jan 2007, 15:25
Hallo Roxana,

dein erster Beitrag sprach mir voll aus der Seele. Im zweiten fühle ich mich ein wenig mißverstanden, aber vielleicht mißverstehe auch ich dich....

Meine Hingabebereitschaft ist nicht käuflich, und da ich nicht auf passive Heterosexualität stehe (okay, hier kommt vielleicht der Punkt rein, von dem du im 1.Beitrag sprachst) biete ich sie nicht mehr an. Aktiv macht es mir aber KREATIVEN Spaß und ist keineswegs reines Abarbeiten, sondern individuelles Fantasy Design - so nenne ich das, weil ich dem Kunden dazu verhelfe, seine Fantasien mit mir gemeinsam umzusetzen, weil ich die Rahmenbedingungen inszeniere, weil ich ihn auch in seiner Neigung wertschätze (so wie ich, wenn ich privat passiv bin, auch in meiner Neigung wertgeschätzt sein möchte).

Wenn ich privat (gegenüber Frauen oder Queers mit flexibler Gender Identity) passiv bin, dann bin ich "dominant bottom". Aber ich hab noch nie von einem Kunden gehört, der eine "dominant bottom" sucht. Die aktiven Gäste suchen devote Sklavinnen. Und in der Tat, das liegt mir nicht. Während "submissive top" mir sehr gut liegt....ich nenne das Verwöhn-SM, und aktiv kann ich den sehr gut und sehr gerne bieten.....

Von einem zahlenden Kunden kann ich weder verlangen noch erwarten, daß er einer Passiv-Dame gegenüber "submissive top" ist und seine eigenen Wünsche komplett hintenan stellt. Das würde ich aber erwarten, um mich sexuell -und auch masochistisch- REAL hingeben zu können... Daß das Spiel sich nicht irgendwann dreht und z.B. angeblich verwöhnendes Lecken mehr der Lustbefriedigung des Leckenden dient, weil er sich z.B. gern in meine Säfte vergraben möchte. Daß der Schlagende irgendwann kein geiles Sensual Play mehr mit mir spielt, sondern mich wirklich dominieren will (und ich bin nicht devot, sondern Genießerin....) Mein privater S/M ist S/M ohne D/S. Mein professioneller S/M ist das entweder auch, oder er ist fantasievolle Rolleninszenierung. Beides kickt mich durchaus, ich hab den Beruf ja gezielt so gewählt, daß ich daran Freude habe. Aber die Sachen, die ich nicht freudig genießen sondern nur wirklich PASSIV (im Sinne von ergeben) ERDULDEN könnte, die nehme ich aus dem Programm. Sonst kommt's zu leicht zu der Situation wie im Lied vom Tim Fischer über eine Prostituierte :
"Johnny wäscht sich schnell, jetzt ist er in Eile
Na, hat es Spaß gemacht? fragt er und grinst.
Aus dem Radio tönt immer nur die gleiche Zeile.
Und ich sage: Ja Ja, statt: Johnny, du spinnst."

Das aktive Gestalten einer Szene gefällt mir im professionellen Rahmen.
Das Gefühl des Wertgeschätztseins und der alleinigen Konzentration auf MEINE Körperlichkeit gefällt mir im passiven Rahmen. Die bewußtere Wahrnehmung intensiver Gefühle, z.B. auch Schmerzen. Mein "service top" müßte mein Erfüllungsgehilfe sein, der mich darin liebevoll begleitet.
Von einem zahlenden Gast kann ich das aber nicht verlangen, denn er zahlt ja für die Erfüllung SEINER Wünsche. Dem passiven Gast kann ich die gerne gewähren, kann ihn darin liebevoll begleiten, ihn unterstützen - ihm das geben, was ich selbst in seinre Rolle auch besonders schätzen würde. Dem aktiven Gast kann ich aber keine Devotion bieten (außer im Rahmen eines Rollenspiels, bei dem ich nicht auch masochistisch berührt werde, sondern wo es wirklich eine reine INSZENIERUNG ist) und keinen Masochismus (denn ich bin zwar "belastbar", aber ich hab gemerkt, daß ich im Profi-Rahmen dann nur in das Denken rutsche:"Ich kenn es privat, ich halte es privat gern aus, also halte ich es auch hier -wenn auch nur ungern und mit Distanz - aus"). Um gern masochistisch zu sein, brauche ich einen oder eine "submissive top". Außerdem muß ich mich von diesem auch in Aspekten akzeptiert fühlen, welche die meisten heterosexuellen Klienten nicht nachvollziehbar wären (d.h. die Kommunikation mißlingt über diese Aspekte bereits.)

Ich denke jedoch nicht, daß mich die Einschränkung bezüglich Passivität auch als Aktiva disqualifiziert. Und ich glaube auch nicht, daß Aktiva ein minderwertigeres Angebot ist als Domina. Das Aktiva-Angebot (also das Service Topping, Submissive Topping) hat nur anderes Zielklientel als die Naturdominanz. Würde ich mir eine Dienstleisterin suchen, könnte ich z.B. ja selbst mit einer naturdominanten Dame nichts anfangen. Wie groß die Nische der entsprechenden Gäste gibt, kann ich nicht abschätzen. Aber es gibt sie - ich krieg ja zum Glück die Bestätigung dafür! Aber deswegen arbeite ich halt "on my own", denn das paßt in kein gängiges Studiokonzept hinein.

Die Facetten der klassischen Dominanz (als Inszenierung, auch da mache ich meinen Gästen nichts vor) würde ich trotzdem gern noch erlernen und als Möglichkeit - nicht als Muß - in mein Spektrum aufnehmen. Zu klassischer Studiodominanz gehört auch meistens ein Femdom-Verständnis von stilisierter Weiblichkeit (auch die würde ich als Frau mit lesbisch-queerem Background dann als Inszenierung begreifen). Aber wie gesagt: Inszenierungen faszinieren mich - ich lege nur Wert darauf, daß mein Gegenüber sie auch als Inszenierungen ansieht. Denn ich will keine Illusionen verkaufen, sondern bevorzuge auch ein Vorgespräch vom Du zum Du. Ich zeige schon sehr viel Persönliches von mir. Auch das schätzen meine Gäste. Aber wo ich meine Grenzen setzen muß, um nicht "auszubrennen" und mich nicht -wie du so schön schreibst- zu"verbiegen", das hab ich inzwischen gelernt.

Danke für deine lieben Beiträge. Sara

P.S.

Mi, 24.Jan 2007, 15:31
P.S. "Im Kopf berühren" lasse ich mich auch. Ich glaub das meine ich damit, wenn ich sage, ich gebe sehr viel Persönliches. Ich fühle mich auch sehr weit ein. Aber ich lasse mich nicht "benutzen", nichtmal spielerisch - denn die Abgrenzung zu realem "Benutzen" finde ich, wenn Geld fließt, sehr viel schwieriger. Wie gesagt, ich kann vorher als Passiva -weder privat noch auf entgeldlicher Basis- keine Leistungszusage machen. Aber als Profi habe ich selbst den Anspruch, daß ich das können müßte. Denn der Gast soll ja schon vorher wissen, was er für sein Geld kriegt. Aus privaten Spielen bin ich schon blaugeschlagen oder heftigst gestriemt (je nach benutztem Spielzeug) herausgegangen, freudig und mit wochenlangen Spuren. Kann aber sein, daß an einem anderen Tag selbst der leichteste Klaps zu viel ist. Privat hab ich gern eine (weibliche oder queee) Hand in meiner Mumu. Gerade bei heterosexuellen Männern (und zwar deshalb, weil da die Verbundenheit fehlt, in meiner "Queerness" verstanden zu werden) mag ich oft nichtmal eine oberflächliche Streichelberührung meiner Genitalien..... Trotzdem GAB es auch schon spezielle Situationen, wo ich das mochte. Aber wie gesagt: Nicht mit Leistungszusage!

Mi, 24.Jan 2007, 16:09
@sara:

Ich verstehe dich und möchte versuchen das Ganze ausführlicher darzustellen.
Der gemeinsamen Nenner liegt denke ich in der "Leistungszusage" der oft verunsichert.
Im Prinzip ist diese meiner Meinung einfach zu händeln, wenn man sich selbst treu bleiben und die Seele schützen möchte, es sei denn zusätzlich erhoffte Einnahmen lösen einen Zwiespalt aus.
Man muß es nur tun:-)

...man muß und braucht Intimitäten nicht "zusagen", kann sie ausschließen und so weiß Gast im Vorfeld das BDSM im Vordergrund steht und alles was Intimitäten betrifft eine "freiwillige" und genußvolle Seite bleibt, die im Fluß entstehen kann.
Zu mir würden die Herren nicht passen die eine Leistungszusage in diese Richtung erwarten und so weiß Gast auch was ihn erwartet.
Ich finde im Prinzip recht unkompliziert, allerdings war es für mich auch eine lange Selbstfindungsphase.
Auf der einen Seite meine eigene sehr große Lust-auf der anderen Seite wollte ich diese aber nicht käuflich erwerben lassen können.
Dann wäre ich programmierbar , mache mich verletzlich.
Ich möchte aber auf der anderen Seite mein Gegenüber auch sexuell genießen können wenn die Pheromone eins sind-eine seltene Konstellation in der sich aber dann meine Lust egoistisch auswirkt.
Ich lasse mich da nicht beschneiden, also mußte eine Lösung dieses quälenden Problems her:-)

Liebe Grüße,

Roxana

Mi, 24.Jan 2007, 20:20
@Roxana:
Du schreibst:
"Auf der einen Seite meine eigene sehr große Lust-auf der anderen Seite wollte ich diese aber nicht käuflich erwerben lassen können. "

Mit diesem Satz kann ich gut mithalten. Mit dem Unterschied, daß meine aktive Befriedigung aus einer anderen Quelle gespeist wird als meine passive. Nur der aktive Service ist im Profi-Angebot und aktiv jemanden zu toppen führt mich nur in Ausnahmefällen zu sexueller Erregung, es ist eher eine Kopfsache für mich. Sexuelle Erregung erlebe ich weitgehend auf der -privaten queer/lesbischpassiven- Seite... Insofern tritt bei mir die Geilheitskonstellation vermutlich während einer Aktiv-Session seltener auf als bei dir. Aber das finde ich nicht schlimm. Bin ich passiv, SOLL meine Lust im Vordergrund stehen (und dann müßte eigentlich ich dafür bezahlen, denn das kann ich nun wirklich nicht als Dienstleistung begreifen ---> es sei denn, man sieht es als eine Dienstleistung, soviel Zugang zu gewähren und Nähe zuzulassen ---> was ich aber auch nicht käuflich veräußern kann/möchte, denn dann wäre die Nähe keine echte Nähe) --- ist mein Gegenüber passiv, steht DESSEN Fantasie (nicht unbedingt seine sexuelle Lust!) im Vordergrund und ich bin die kreative Gestalterin & Designerin und finde darin meine Freude. Daß ich dabei sexuell erregt werde, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber wirklich selten....
klar bin auch ich der Meinung, daß ich freiwillige Zugaben machen kann, ich mach auch manchmal freiwillige Zeitzugaben (ich plane immer auf 60-90min flexibles Ende statt auf Stundenbasis, denn damit habe auch ich mehr Freiheit, den Ausklang flexibel zu finden und muß nicht irgendwann brüsk "das Ende einleiten"). Meine aktive "Lust" ist eine gestalterische.
Meine passive Lust ist eine intensiv körperliche (Schmerzlust oder Intimlust). Allerdings muß mein Gegenüber mich dann auffangen können. Situationen, wo ich Schmerzlust erzwingen wollte (weil jemand eine belastbare Maso-Sklavin suchte) oder Intimlust verkaufen (weil jemand eine sexuell verfügbare Bottom wollte), gingen bis auf wenige Ausnahmen (doch, die gab es auch!) in die Hose.
Aber mein Resumee war dann, nicht mit dem Feuer spielen zu wollen & nur die Szenarien entgeldlich anzubieten, bei denen ich mich grundsätzlich wohl fühle und meine passive Erfahrung nur indirekt (vielleicht durch besondere Empathie für den Bottom) im Sensual Play einfließen zu lassen.

Daß du von einem "Selbstfindungsprozeß" schreibst, finde ich spannend. Denn den durchlebe ich auch. Meine Rolle als Aktiva (Service Top; die "nette Domina") in meinen eigenen Play-Räumlichkeiten in Offenbach am Main hab ich schon ganz gut gefunden. Nun versuch ich es auch wieder mit gelegentlicher Studio-Mitarbeit (14tägig an Wochenenden im Raum Rhein/Ruhr) als Domina (die "strenge Domina"), um auch die Femdom-Rolle in klassischer Dominanz noch auszubauen und als eine weitere interessante Facette (die mir sicher dann auch gestalterisch Spaß machen wird, wenn ich sie erstmal beherrsche) in mein Spektrum aufzunehmen. Ich freu mich schon drauf - auch wenn ich gewiß nie 100% nur klassische Femdom werde. Dafür bin ich einfach zu vielschichtig....

Do, 25.Jan 2007, 00:58
@sara:
...auch wenn ich gewiß nie 100% nur klassische Femdom werde. Dafür bin ich einfach zu vielschichtig....
:) So geht es mir auch.


Was den Dienstleistungsaspekt betrifft bedeutet dieser für mich einen zweitrangigen Stellenwert.
Deshalb mag ich die häufigen Vergleiche mit der Wursttheke, dem Bäcker und den Automarken gaaar nicht:-)
Ja ich will und habe immer Spaß und somit auch meine Spielpartner oder Gäste und je mehr Spaß desto mehr Gäste und der schöne Zusatzeffekt ist das nicht zu verachtende Einkommen.

An die Dienstleistungsfanatiker: Entschuldigt bitte ich "will" in erster Linie Spaß! :-D und nein, ich brauche deshalb keine Umsatzeinbußen verzeichnen und wenn es so wäre, dann würde ich was drauf sch... auf die Herren denen das wurscht ist, die hätten dann bei mir schließlich auch keinen Kick und darum will ich die auch net haben... *ooops.
Ich kann mit ihnen nix anfangen, es würde mich langweilen und Langweile ist ein Lusttöter, so isset. Ja, ich bin in der Hinsicht sowas von egoistisch-profitieren meine Herren aber nunmal auch von :-D


Wichtig ist, einfach immer "ein gutes Gefühl" zu haben, man selbst zu bleiben und mit den eigenen Konsequenzen egal welcher Art im reinen sein zu können.
Kopfkirmes abschalten und seinen Weg gehen auch wenn dabei mal Meilensteine durchbrochen werden müssen:-)

Hinter mir liegt da schon ein ziemlicher Leidensweg (Leidenschaft die Leiden schafft ?), Höhen und Tiefen, häufige Zerrissenheit, Unmut, kämpfen, aufgeben, wieder aufstehen usw....
Mittlerweile ist mir klar was ich ausschalten muß, bzw. bedeutet das Studioumfeld und geballtes aufeinander hocken, die ewig blockierte Selbstständigkeit und Konzentration auf das was man doch eigentlich nur tun möchte-nämlich geile sessions, jenes Umfeldes immer wieder mein größtes Leiden.
Ich arbeite weiter daran in meine Richtung und meinem Traum:-)

Liebe Grüße,

Roxana

Do, 25.Jan 2007, 01:31
@sara:
Daß du von einem "Selbstfindungsprozeß" schreibst, finde ich spannend. Denn den durchlebe ich auch. Meine Rolle als Aktiva (Service Top; die "nette Domina") in meinen eigenen Play-Räumlichkeiten in Offenbach am Main hab ich schon ganz gut gefunden. Nun versuch ich es auch wieder mit gelegentlicher Studio-Mitarbeit (14tägig an Wochenenden im Raum Rhein/Ruhr) als Domina (die "strenge Domina"), um auch die Femdom-Rolle in klassischer Dominanz noch auszubauen und als eine weitere interessante Facette (die mir sicher dann auch gestalterisch Spaß machen wird, wenn ich sie erstmal beherrsche) in mein Spektrum aufzunehmen. Ich freu mich schon drauf - auch wenn ich gewiß nie 100% nur klassische Femdom werde. Dafür bin ich einfach zu vielschichtig....
Ich kann dir nur eines jetzt schon prophezeihen, deine Ziele und deine Perspektiven werden dich in finanzieller Hinsicht wahrscheinlich enttäuschen.
Du kannst nichts werden was du nicht fühlst, nicht bist, so hart das klingt.
Komm von dem Dienstleistungsdenken runter.
Du glaubst das du im professionellen Bereich den "Beruf Domina" erlernen kannst...aber was rede ich da...
Nein, tu was dir Freude macht-solange du dabei nicht vom Reichtum träumst.
Auch die Herren die eine professionelle Domina aufsuchen durchschauen eine aufgesetzte Dominanz, jedenfalls der Großteil.
Es gibt die, denen es völlig reicht, das du ihnen das einfach prima und motiviert verkaufst.
Und wenn du noch so hervorragende Schauspielkunst beherrschst bedeutet es allerdings für dich eben aus diesen Gründen auf geistiger und sicher auch körperlicher Ebene einen verdammt anstrengenden und eher schlecht bezahlten Job.

Ich wünsche dir viel Glück und selbst wenn du nur die Erfahrungen mitnimmst-diese sind unwahrscheinlich aufregend und unbezahlbar. zwink

Liebe Grüße,
Roxana

Dienstleistung

Do, 25.Jan 2007, 09:03
Sorry Roxana, aber wieder komme ich mit deinem ersten Posting super klar und mit dem zweiten gar nicht. Ich will einen BERUF, der mir SPASS macht, und das IST mein SERVICE TOPPING, und das IST eine DIENSTLEISTUNG und auch als solche angelegt und ich verkaufe diesbzgl. keine Illusionen. Ich spiele niemandem Dominanz vor, ohne ihn darauf hinzuweisen, daß ich meinen KICK in der INSZENIERUNG finde und KEINE Naturdominanz auslebe. Meine Gäste sind genau die, die das so wollen. Das muß mich nicht reich machen, aber es muß mich zusammen mit einem Bürojob (in den ich reingegangen bin, WEIL ich die Zweitberufserlaubnis als SM-Lady offiziell haben WOLLTE - dafür hab ich einen besser bezahlten akad. Job mit Aufstiegschancen GEKÜNDIGT, weil der mir eben KEINEN SPASS gemacht hat) ernähren. D.h. beide Jobs (tags büro + abends SM) müssen mir zusammen soviel Geld bringen wie mir der akad. Job auch gebracht hätte und noch Raum zum Sparen / Altersversorgen lassen, und das tun sie bereits jetzt :) Ich bin nicht in ERSTER LINIE geldgeil, sondern ich hab in erster Linie eine Tätigkeit gesucht, auf die ich Lust hab. Und das ist Service Topping und wird auch so verkauft. (Das Layout auf meiner Webseite ist noch scheußlich und die Fotos sind veraltet, aber da ich erst PHP lernen und sie selber überarbeiten will, kann es noch ein bißchen dauern, bis es up-to-date ist; die Texte sind aber definitiv meine, wo ich dahinterstehe: www.die-andere-domina.de.vu) Es ist für mich ein kreativer Beruf, und so einen hab ich mir immer gewünscht, denn eigentlich bin ich vom Studium her naturwissenschaftl. Theoretikerin und das Praktische, das Kreative, ja das Schauspiel hat mir immer gefehlt.... Ich WILL einen Dienstleistungs-Job, ich begreife das als erotissches Entertainment und ich WILL auch, daß meine Gäste das so sehen. Und damit geht es mir gut. Vielleicht ist die Nachfrage niedriger als bei einer "dominanten Domina", aber es gibt sie. Der SM, den ich privat lebe, ist "dominant bottom - submissive top". Privat laß ich mich gerne passiv SM-verwöhnen, professionell SM-verwöhne ich aktiv gern. Ist das verboten? Anstößig? Warum gilt das als Möchtegern? Ist es nicht vielleicht auch eine Marktlücke? Also, ich denke, es ist eine. Denn ich hab ja meine Gäste. Das sind tatsächlich die, die sich in typischen Studios nicht wohlfühlen. Ich hab mich in typischen Studios ja auch nicht wohlgefühlt. Und war mir sicher, daß ich mich auch als Kunde dort nicht wohlfühlen würde. Also biete ich einen Service an in einer Form, wie ich ihn auch selbst ggf. nutzen würde. Insofern verwirkliche ich mich durchaus. Ich strebe nicht nach Reichtum, wenn auch nach einem Grund-Einkommen, um mir keine Sorgen um Miete, Essen, Urlaub + Alter machen zu müssen.... Ich will nicht meine Seele verkaufen. Das täte ich, wenn ich Illusionen an den Mann bringen wollte. Wenn ich auf konsequent dominant machen würde, ohne es zu sein. Aber nicht, wenn ich im Vorgespräch auf gleicher Augenhöhe betone, daß ich Lust auf eine kreative Inszenierung seiner Fantasien habe. Daß sich das Spiel in der Interaktion entwickeln muß. Daß meine Rolle durchaus anders ist als im privaten halte ich für legitim. Ich nenn mich auch lieber SM-Lady als Domina, weil das den SM-Aspekt stärker betont als den DS-Aspekt. Ist für mich zutreffender. Aber wenn ich jetzt "Femdom-Dominanz" lernen will, dann auch nicht primär aus Geldgier, sondern aus - Perfektionismus (so, wie ich meine Webseite lieber selber machen will, als es an Profis zu geben). Ich will mir mein eigenes Ding aufbauen. Und mir die "Fortbildungen" suchen, die ich dazu brauche. Um im Endeffekt einen Service bieten zu können, den ich selbst rundum gut finde. Im Moment sehe ich Mankos, die ich gern noch füllen würde -obwohl alles erstaunlich gut anläuft. Ich will mir mit dieser berufl. Tätigkeit, die ich als solche sehe, einen eigenen Traum verwirklichen. Wie gesagt: Es gibt besser bezahlte Jobs (jedenfalls mit meinem Diplomzeugnis sind wirklich welche zu kriegen), aber die machen mich auf Dauer unglücklich und saugen mich aus, während der SM-Service in der Form, wie ich ihn anbiete, bereichert. Auf eine andere Art, als dich deine Dominanz bereichert, ganz ganz sicher. Mein Kick ist wirklich das gestalterisch Kreative und das Persönliche daran, beides krieg ich in den harten Nat.wiss. nicht.....
Mein Bürojob ist hingegen eine Tätigkeit, die mich weder besonders unglücklich noch besonders glücklich macht aber mir zumindest für die Aufbauphase als Selbständige eine fin. Sicherheit gibt, die es mir auch erlaubt, "herumzuspielen". Ich kann auch Gäste ablehnen, wenn es gar nicht paßt. Wer klassische Naturdominanz will und die Inszenierung ohne gleichberechtigtes Vorgespräch schon in der Illusion beginnen will, den werde ich in meinen eigenen Räumen auch dann nicht empfangen, selbst wenn ich besser femdomgeschult bin - kann mir das zumindest jetzt nicht vorstellen. Ich biete MEINE Art von SM in einer Form, die ich für gut und richtig halte. Ich will dazulernen, aber nicht meine Seele verkaufen. Verständlicher jetzt? Da das ganze nur ein Posting zwischen mir und dir ist : Magst du evtl. mal mit mir telefonieren? Dann P.N. ich dir meine Privatnummer, wenn du magst.....
Antworten

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