Hmm. Wie gesagt, ich würde das ja noch verstehen, wenn jemand von Dir oder anderen verlangen würde so zu schreiben. Mir persönlich ist das vergleichsweise Wumpe, ob jemand anders das generische Maskulinum nutzt, nach Phettberg (oder anders) engendert oder eben geschlechtergerechte Sprache nutzt. Jede*r wie er oder sie es vorzieht. Ich muss da nicht missionieren, aber kann entspannt meine Seite vertreten und sagen "Ich mache das so, weil..." Punkt. Kein Drama. Im Alltag gendern wir allerdings alle, aber halt nur so wie wir es gewohnt sind. Gerade die deutsche Sprache hat ja buchstäblich für alles ein Geschlecht. Wer glaubt, dass er nicht gendern würde, liegt falsch. Ohne gendern funktioniert Deutsch nicht wirklich. Mark Twain hat dazu mal ein wunderbares satirisches Essay "Die schreckliche deutsche Sprache" geschrieben. Auch der Glottisschlag gehört zu der deutschen Sprache dazu. Also die kleine "Pause" die man beim Aussprechen des Gendersternchens auch machen würde. Zum Beispiel bei Spiegelei. Da sitzt der Glottisschlag zwischen Spiegel und Ei. Nicht zu verwechseln mit der Spiegelei, die keinen Glotisschlag in der Aussprache mitbringt. Hier wird der stimmlose glottale Plosiv sogar benötigt, um die beiden Worte voneinander beim Sprechen unterscheiden zu können. Wen man das ein bisschen geübt hat (und das haben wir alle, weil wir jeden Tag Begriffe mit Glottisschlag benutzen), dann gibt es auch nicht mehr diese kleine Pause, sondern einen minimalen Verschlusslaut. Kleiner Fun fact, ein falsch platzierter Glottisschlag/Knacklaut bei Vokalen am Anfang eines Wortes , um Beispiel in Sprachen wie Englisch oder Französisch, verrät ganz viele Personen als deutsch Muttersprachler*innen.Latexus hat geschrieben: ↑Mi, 14.Dez 2022, 16:41Mist bleibt Mist und Gendern gehört dazu, das ist quasi wie in einem Umerziehungslager. Bei aller Toleranz lehne ich das als Verballhornung unserer Sprache ab. Mit der Rechtschreibreform ist das ebenfalls nicht vergleichbar, denn im alltäglichen Sprachgebrauch hat sich dadurch nichts geändert, manches wird etwas anders geschrieben - ok. Der Gendersprachgebrauch pervertiert unsere Sprache aber; auf diese Art der Perversion reagiere ich allerdings höchstallergisch. Über 80% der Bevölkerung, übrigens auch die Mehrheit der weiblichen Bevölkerung lehnen das ab. Und eine Minderheit will das der Mehrheit aufdoktrinieren? Sorry, das lasse ich mir nicht gefallen.
Ich hab das Gefühl, dass hier jeder Strohhalm herbeigezogen wird, um uns zu erklären, dass gendern gut ist. Nein, es ist nicht gut, nein nicht nur nicht gut, es ist einfach schlecht. Ich spreche hier auch über keine einzige Person abwertend sondern ausschließlich über das Gendern. Über Personen, zumal welche, die ich persönlich nicht kenne, abwertend zu schreiben, kommt mir nicht in den Sinn. Warum auch?
Wer nicht Deutsch als Muttersprache gelernt hat, muss das durchaus bewusst lernen. Meine Muttersprache ist zum Beispiel Schweizerdeutsch, wir haben den Glottisschlag eigentlich überhaupt nicht. Aber genug der Ausschweifungen, wenn es um Sprache und deren Veränderung geht, kann ich mich auch mal hinreißen lassen zu ausführlich zu werden. Eigentlich wollte ich nur darlegen, dass alles was sich um das "neumodische Gendern" dreht, eine Grundlage in Eurer Sprache hat. Und vor allem, dass es im Alltag kaum auffällt. Gerade im Studio, wenn sich Gast und Domina begegnen, spricht man wie immer miteinander. Ein "Du" oder "Sie" muss man ja nicht gendern. Das ist dann nötig, wenn man über eine Personengruppe schreibt/spricht, mit nicht näher spezifizierten Geschlechtern. Wenn man weiß, dass eine Gruppe, nur aus Frauen oder Männern besteht, dann gibt es überhaupt keine Notwendigkeit etwas anderes zu schreiben als bisher.
Aber bevor ich mich noch dazu hinreißen lasse darüber zu schwadronieren, dass (und warum) der Glottisschlag im Zuge der geschlechtergerechten Sprache bereits seit 1980 einen eigenständigen Phonemcharakter annehmen kann, das also jetzt beim besten Willen nichts ganz neues ist, sondern die Entwicklung bereits vor über 40 Jahren begonnen hat, gehe ich jetzt lieber Schnee schippen.
Let's agree to disagree - wir müssen ja nicht alle dieselbe Meinung haben.




