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auch die SPD ( Debatte um "schwedisches Modell" nimmt Fahrt auf.... )

Mi, 16.Okt 2019, 16:52
Am vergangenen Wochenende beschloss der Landesparteitag in Baden-Württemberg die Forderung nach Einführung des Nordischen Modells.

aus:

https://www.welt.de/politik/deutschland ... itten.html

.... langsam aber sicher wird es schwierig .......

so long

naughtyBoy
Richtig gut wird´s nur, wenn das Herz dahinter steht!
oder
Wenn du liebst, was du tust, wirst du nie wieder in deinem Leben arbeiten (Konfuzius)

Re: Debatte um "schwedisches Modell" nimmt Fahrt auf....

Do, 17.Okt 2019, 07:43
Das ist alles freilich Ländersache, heißt, es gibt restriktive BL, die Prostitution auf Teufel komm raus weg haben wollen wie eben Baden-Württemberg, genauer Stuttgart, dann wieder liberal und tolerant geführte andere Länder. Das Stuttgart von der Politik her extrem feindlich eingestellt ist zu Etablissements im Stadtgebiet, hat sich ja herumgesprochen. Eine einzelne Location in der Stadt, die sich auf der anderen Seite Null um Konzession oder Erlaubnis bemüht hat, könnte mal deren Aufhänger werden ungeachtet aller anderen Studios, die sich mit viel Mühe und Aufwand alle Papiere geholt haben und genau auf Einhaltung achten inklusive aufwändiger Administration etc.
Nebenan in Bayern geht es dann wiederum hart, aber fair zu: Wer alle Bestimmungen einhält und auch permanente Kontrollen vor Ort über sich ergehen lässt, hat seinen Laden und behält ihn auch ( so der aktuelle Stand der Dinge ). Bayern freilich hat ein Überangebot an Beamten und Kontrolleuren - das trifft aber längst nicht zu auf diverse andere Bundesländer, die dem Thema Prostitution nicht mehr an Bedeutung, im Guten, wie im Schlechten, - zumisst, als erforderlich.
In Frankfurt / Main will man das Bahnhofsviertel bereinigen, also hat man alle 183 Ausübungsstätten in der Stadt erfasst und den Daumen drauf - und doch ist eine Fortführung von Prostitution, oftmals abgespeckt, auch weiter erlaubt. Hauptaugenmerk liegt da immer auf dem Bahnhofsviertel - da wird wirklich mit allen legalen Mitteln versucht, aus Eros-Centren Hotels zu machen und einiges mehr.
Da im Leben bekanntlich so gut wie alles dem Geld folgt und diverse Betreiber und Anbieterinnen viel davon ausgegeben haben ( Konzessionen und alles, was damit zusammenhängt, Erlaubnisse pp. ), damit sie weiter tätig sein können, - dies gemäß geltenden gesetzlichen Vorgaben -, erscheint es mir doch sehr abenteuerlich, wenn der Staat im Nachhinein diesen Betrieben und Anbieterinnen mittels Freierbestrafung all das ad absurdum führen möchte. Da dürfte eine Klagewelle auf jede einzelne Stadt und Gemeinde zurollen mit m. E. reichlich Aussicht auf Erfolg, bei welcher die entstandenen und entrichteten Kosten wieder zurückgefordert werden würden. Auch wurde ja im letzten Gesetz der Beruf Prostituierte anerkannt - denen dann die Grundlage für Einkünfte nehmen zu wollen mittels neuen Regelungen ist doch widersinnig.
Ich glaube schon aus diesem Gründen nicht, dass sich das sogenannte schwedische Modell durchsetzen wird.



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Re: Debatte um "schwedisches Modell" nimmt Fahrt auf....

Do, 17.Okt 2019, 14:08
Naja, einen fahlen Beigeschmack hat das Ganze ja schon wenn ich an die Straßenstriche in diversen Städten oder an die Laufhäuser die von Clans geführt werden denke.
Auf die könnte unser Staat auf alle Fälle verzichten, zudem sind das Orte wo die Kriminalität extrem hoch ist. Vom Menschenhandel an diesem Orten ganz zu schweigern.

Das sowas von der Politik bekämpft werden will, verstehe ich absolut. Und wenn man nicht die Anbieter belangen kann, dann muß es der Zustrom an Kunden sein. Auf Straßenstriche und Laufhäuser geführt von Clans befürworte ich als Kunde die Sichtweise der Politik.

Nur leider wird Alles (auch BDSM und selbständige Sexarbeiter/-innen die ordentlich im horizontalen Gewerbe arbeiten) über einen Kamm geschert, so dass qualitativ hochwertige Sexarbeit ebenfalls unter die Räder kommen würde.

Die Politik müsste lernen zu differenzieren, das wäre aber viel zu viel Arbeit und würde mehr Geld für die Verwaltung verschlingen. Da lohnt sich schon eher eine Schwarz oder Weiss Sichtweise. (Der letzte Satz ist sarkastisch gemeint)

Re: Debatte um "schwedisches Modell" nimmt Fahrt auf....

Do, 17.Okt 2019, 16:51
AV_ hat geschrieben:
Do, 17.Okt 2019, 14:08
Naja, einen fahlen Beigeschmack hat das Ganze ja schon wenn ich an die Straßenstriche in diversen Städten oder an die Laufhäuser die von Clans geführt werden denke.
Auf die könnte unser Staat auf alle Fälle verzichten, zudem sind das Orte wo die Kriminalität extrem hoch ist. Vom Menschenhandel an diesem Orten ganz zu schweigern.

Das sowas von der Politik bekämpft werden will, verstehe ich absolut. Und wenn man nicht die Anbieter belangen kann, dann muß es der Zustrom an Kunden sein. Auf Straßenstriche und Laufhäuser geführt von Clans befürworte ich als Kunde die Sichtweise der Politik.
Rigorose Verbote sind grundfalsch und werden die Situation für die Betroffenen nur noch schlimmer machen. Dem organisierten Verbrechen kommt man nur wirklich bei, wenn man ihm die wirtschaftliche Grundlage entzieht, also durch Liberalisierung unter gleichzeitig verbesserten Hilfs-, Aufenthalts- und Umschulungsangeboten sowie einer Kontrolle, die nicht als Gebührenabzocke und Bürokratieterror ausgestaltet ist. Dazu könnte de facto tatsächlich beitragen, Straßenstriche einerseits zu verbieten und andererseits den Betrieb gut ausgestatteter Etablissements eher zu erleichtern.

Pauschale Verbote wirken nicht - bestes Beispiel das Mafiakonjunkturprogramm "Prohibition" in den USA. Ein Verbot macht dann Sinn, wenn es legale und sinnvolle Alternativen gibt. Sonst drücken sie nur alles in die Illegalität, führen dazu, dass alles nur noch verdeckt stattfindet. Und die zuständigen Politiker feiern sich dann dafür, dass sie "was ich nicht seh, das tut mir nicht weh" spielen. Und das ist hier das Problem, man will eben nicht gezielt gegen Mißstände angehen, sondern pauschal einfach alles platt machen weil das ältestes Gewerbe der Welt per se nicht mehr ins vermeintlich politisch korrekte Weltbild passt. Schwarzer, Breimeier und Co schieben doch die Mißstände nur vor um ihre grundsätzlich prostitutionsfeindliche Weltsicht durchzusetzen. Das Schicksal der einzelnen Betroffenen interessiert die nicht im geringsten.
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