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Re: Reiseziel Afrika - BDSM geht dort auch.

Do, 01.Aug 2019, 12:03
Liest sich wirklich gut, es wäre interessant, zu erfahren, was in besagten Ländern so abgeht und wie du als Tourist / Urlauber wo Bekanntschaften machen kannst. Unter Umständen ist ja auch was erstmal Nonkommerzielles dabei, also Kennenlernen, wo Geld zunächst nicht die erste Rolle spielt, aber auch genauso das schnelle Event für Geld.
Dann leg mal los, ich bin gespannt.



DomHunter
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Re: Reiseziel Afrika - BDSM geht dort auch.

So, 04.Aug 2019, 21:10
Mal wieder kann ich es mir letztendlich dann doch nicht verkneifen. Ich schreibe wieder was.

Ich wundere mich, dass hier so viele was übrig haben für diese Art Reisen. Klarstellen will ich vorher, dass das meine persönliche Meinung darstellt und nichts mir meiner Moderator-Funktion hier am Hut hat. Moderator hin oder her, ich bin deshalb nicht ohne Meinung. Vielleicht verkünde ich diese nur etwas...moderater. Ich versuche es zumindest.

Was mich hier des Öfteren vom Schreiben abhält, sind die zu erwartenden Reaktionen. Und die Reaktionen auf meinen Text kann ich mir so gut vorstellen, ich könnte sie glatt selbst verfassen. Damit ich und hoffentlich ein paar still nickende Leser ein bisschen weniger Kopfschmerzen bekommen, möchte ich jedem, der nach mir in die Tasten haut, vorab dieses Video ans Herz legen.


Ich finde an Sextourismus in armen Ländern nichts Tolles.

Wir in den Industrienationen haben es gut. Wirklich leiden muss hier niemand. Es gibt Anlaufstellen für alles und jeden. Sehr, sehr viele in der Prostitution tätige Menschen machen das freiwillig. Und wer diese Arbeit nicht länger machen möchte, hat jede Menge Anlaufstellen. Man muss diese Anlaufstellen eigentlich nicht mal selbst suchen, die kommen ohnehin ab und zu mal vorbei und drücken einem ihre Broschüren in verschiedensten Sprachen in die Hand. Es ist wahrscheinlich, dass einem weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen nach einem Ausstieg. Aber man verhungert hier nicht, dafür gibt es ja das Sozialsystem. Ich bestreite nicht, dass es auch hierzulande Härtefälle gibt. Lebensbedrohlich wird es aber wohl nur in den seltensten Fällen.

Anders in vielen Entwicklungsländern.
Ich bewege mich auch häufig in diesen Teilen der Welt. Aus anderen Gründen als Guenter. Trotzdem habe ich schon mehr gesehen als die Meisten und manchmal mehr als mir lieb war. Ich war in armen Dörfern und schon in Slums. Diese Wellblechhütten kenne ich von innen. Ich habe einen Freund der in diesen Verhältnissen aufgewachsen ist, einer von zehn Geschwistern, die in einem verlassenen Kriegsbunker gehaust haben. Weil dieser bei Regen immer voll Wasser lief, haben sie sich mit einem Seil an der Wand festgebunden zum Schlafen. Nicht alle sind erwachsen geworden.

Korruption liest sich immer so einfach. Der arme Sextourist der abgezockt wurde und €400 ärmer ist, ist hier meiner Meinung nach nicht der Leidtragende.
Schon mal eine geschminkte Achtjährige mit Stringtanga tanzen sehen? Ich hab das gesehen. Mehrere. Live. Sie haben die Kinder auf Holzkisten gestellt, damit man sie besser sieht. Sind ja nur n Meter hoch sonst. Dahinter: Holzhütten. Davor: ein uniformierter Polizist der vorbei schlendert. Und das war nicht irgendwo geheim versteckt, das waren zu Fuß keine fünf Minuten von der Hauptstraße weg. Und überall Männer. Alle möglichen Nationalitäten, oft in kleinen Gruppen. In normalem Tempo vorbeilaufen nicht möglich, zu viele Leute. Viele mit ihren Handys am filmen. Mit der Situation bin ich nach wie vor überfordert. Da ist einfach nichts und niemand der einschreitet. Die, die einschreiten sollten, verdienen nämlich kräftig mit.

Auf die Fragen wie, warum, woher, werwiewas gab es auch mal Antworten. Die Kleinsten stammen meist aus armen Dörfern, den Eltern (falls am Leben) wird eine Lügengeschichte aufgetischt und/oder Geld geboten. Manchmal werden sie auch einfach verschleppt. Sind sie zu alt, landen sie auf der Straße. Zumindest die Jungs. Die klauen dir dann deine Kamera.
Und so lange es einen Markt gibt, wird es auch nicht weniger.
Und die vielen anderen Frauen, die älter sind (ich würde mal behaupten "älter" ist man so ab 15), die versuchen so zu überleben. Den Familien zu helfen. Lass mal jemanden krank sein, das kostet. Die hat sich das Bein gebrochen, das Kind ist krank, das wird verdammt teuer. Mischlingskinder sind auch noch mal ein Thema für sich, die haben es doppelt und dreifach schwer, aber das führt jetzt zu weit.
Bildung? Perspektiven? Alternativen? Schwierig. Am schnellen Geld wird von der "Polizei" mitverdient. Mafia/Polizei/Zuhälter ist oft ein und dasselbe. Interesse an einer Verbesserung der Umstände gibt es nicht seitens der Behörden. Zumindest noch nicht. Freiheit ist das nicht.

Die Frauen dort prostituieren sich nicht um sich ein paar neue Louboutins zu kaufen, sondern um zu überleben.

"Ja und was geht mich das jetzt an? An mir verdienen die doch Geld für ihr Futter! Sonst würden die doch alle verhungern"
Nein. Gefüttert wird hauptsächlich ein ausbeuterisches System. Eins das mit Billigpreisen die Sextouristen der Welt anlockt. Bei dem am Ende für die Frauen nichts übrig bleibt um ihr Leben dauerhaft zu verbessern. Dafür wird halt die nächste Generation auf die Straße und in die Bars geschickt.
Und in diesen Freier-Foren hab ich auch gelesen. Da wird ohne Ende nach "Frischfleisch" und "ohne Gummi" gesucht. Das findet sich halt am besten dort, wo die Menschen am verzweifeltsten sind. Wo man bei 5 Dollar pro Blowjob noch feilschen kann. Angesichts dessen ist Domina spielen sicher angenehmer als das, was den Frauen dort sonst abverlangt wird. Ich will an der Stelle keine Grundsatzdiskussion eröffnen ob das jetzt "echter" BDSM ist oder nicht. Bevor der Sacher-Masoch wieder ausgepackt und in APA zitiert wird. no_no

Ich weiß was jetzt kommt. "Die hatten doch offensichtlich Spaß und haben getanzt und überhaupt!". Da zitier ich jetzt mal den Karl Valentin: "Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch."
Die Familie aus der Wellblechhütte war auch übrigens auch bestens gelaunt, haben gesungen, gegrillt, gelacht.
Lebensfreude habe ich in diesen Ländern viel gefunden und auch niemanden, der sich beschwert hätte. Von Mitleid kann sich niemand etwas kaufen. Das will auch niemand.

_____________

HALT STOP! Nochmal über Whataboutism nachdenken vorm Schreiben. Nochmal das Video von oben schauen.
Und was ist mit dem Plastikmüll? Der ist auch schlimm! Und was ist mit den Kindern, die auf den Müllhalden Computerschrott auseinandernehmen? Das ist auch schlimm! Und was ist mit Frauen, die in anderen Ländern ausgebeutet werden? Das ist auch schlimm! Und was ist mit den Diamantenminen? Das ist auch schlimm! Und was ist mit den Kreuzfahrtschiffen und deren CO2 Ausstoß? Das ist auch schlimm! Und was ist mit Männern, die beklaut werden? Das ist auch schlimm! Und was ist mit den Kindersoldaten...undundundundundundundund.
Alle 11 Minuten verhaut eine Domina einen Sklaven auf Dominaforum.net...

Re: Reiseziel Afrika - BDSM geht dort auch.

Mo, 05.Aug 2019, 09:09
Nun geht es bei Günther um seine spezifischen Erfahrungen und da lese ich selbstredend rein gar nichts von Kindern, die auf Mülltonnen stehen - ganz im Gegenteil.
Was ist denn Sextourismus? Nichts anderes als Prostitution in einem anderen Land, wo der Anteil armer Menschen sicher höher sein mag als hierzulande, aber halt nicht nur und ausschließlich. Auch in Deutschland prostituieren sich Frauen häufig aus materieller Not heraus und da bleibt die Keule der Empörung dann in der Schublade.
Kurz: Den Berichten von Günther kann man genau das entnehmen, was man für sich selbst interessant findet, da ist m.E. - bei den Erzählungen von Günther - überhaupt nichts Verwerfliches dabei und für mich interessant ist: Wenn ich da unten mal urlaube und in jene Regionen komme, (und ich würde ganz sicher nicht nur wegen Sex um den halben Kontinent reisen, vielmehr, um Land und Leute kennenzulernen mit subsidiärem Vergnügungsdrang) , mal in irgend einer Bar was trinke und angesprochen werde, kenne ich nunmehr die Gepflogenheiten da unten. Das finde ich nützlich.
Wer ein separates Thema über Verwerfliches zu Prostitution in Afrika eröffnen will, kann das doch jederzeit an anderer Stelle machen.




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Re: Reiseziel Afrika - BDSM geht dort auch.

Di, 06.Aug 2019, 13:38
Eigentlich haben es viele schon zur Genüge gesagt, aber was ist ein Tropfen mehr im Glas? Lady Lias Beitrag finde ich auch gut, vor allem aber wichtig. Jedoch erkenne ich da keinen Bezug zu Günters Beiträgen. Ich traue Lia aber zu, dass sie Günter nicht stellvertretend für all die Schweine verantwortlich macht, die eine afrikanische Sexarbeiterin auf zwei Ocken runterhandelt und sie dann blank vögelt, um seine weiße, priviligierte Macht vollkommen zu machen.
"So where do you live, anyway?" - "Mostly in my head."

Re: Reiseziel Afrika - BDSM geht dort auch.

Di, 06.Aug 2019, 16:24
moin
günther hat zu keiner zeit jemanden runtergehandelt .
sich vorsichtig großzügig verhalten .
nun meine frage ...
sollte nun,angenommen(eu länder nehme ich mal aus) ein reicher perser oder russe ect. , bei einer ,,priviliegierten "deutschen dom/biz lady auftauchen und um eine session bitten , was dann wie wäre die reaktion ???
er gibt ,,etwas" mehr als üblich und nötigung liegt auch nicht vor .
wird das angebot angenommen ??
wo wird die grenze zwischen hohen und niedrigen niveau (finanziell)gezogen ????
und alles ohne zwang
mfg
nur nachdenken (ich meine keinen sextourismus,den es bei uns ja auch schon gibt)

Re: Reiseziel Afrika - BDSM geht dort auch.

Di, 06.Aug 2019, 16:49
@ turner (das andere war mir zu lang :-( )
du hast zu 100% recht.
Da ging wohl mal wieder Gaul der politischen Korrektheit durch.

Wenn ich als weisser Mittelständler in Afirka oder Asien mit einer Prostituierten (oder auch einheimscher Sexarbeiterin wem das besser gefällt) einen Preis aushandel und wir dann unser Geschäft tätigen, dann demonstriere ich natürlch NUR meine weisse Überlegenheit (dass ich dafür mehr bezahle und zwar viel mehr, wie jeder einheimische Freier wird schon mal unterschlagen)
Irgendwie geht es mir schon langsam auf den vielgeschmähten Sack, denn egal was man tut oder sagt ist man entweder:
- frauenfeindlich
- ein macho
- sexistisch
- ein nazi
- ein rassist
- ein Judenhasser
- nicht einfühlsam
- einStoffel (weil ich die Türe nicht aufhalte)
- dummes Drecksschwein, weil ich das Auto meiner Frau (die hat es geparkt) vom Frauenparkplatz fahre
usw usw usw usw
alleine die Tatsache, dass ich als Mann geboren wurde, ist ja inzwischen schon verwerflich und mit der Erbsünde belastet.
Aber wenn es darum geht einen schweren Koffer ins Gepäckfach hochzuhieven, dann sind wir wieder recht.
(ich kann inzwischen feixend zusehen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben)
Man kann leichter ein Atom zertrümmern, als ein Vorurteil

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