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Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

Sa, 16.Dez 2017, 12:12
Seit ich hier im Forum aktiv bin, weiss ich, dass die Domina-Kunden nichts lieber hören wollen, als dass es der Dame "Spass" macht....
Immer und immer wieder.
Und immer und immer wieder kann ich nur sagen: "Es ist ein Beruf und es geht um 90 % um den Verdienst des Lebensunterhalts!"
Punkt.
Ich habe keine einziege Frau kennengelernt - und ich habe gut 50 Frauen ausgebildet - die wegen dem "Spaß" an fremden Männer rumgeschraubt hat.
Ich weiß, ihr könnt diesen Gedanken nicht ertragen, es ist aber so.
Ihr verwechselt immer den Spaß am Geldverdienen mit Spaß an der Sache an sich.

Ich habe Daemonas Buch auch gelesen und fand ihre Offenheit super.
Es ist genauso: Viel Ärger, viel Stress mit Frauen und Kunden und am Ende nicht mal super viel Geld.
Aber wenn man erst mal drin steckt (eigenes Studio hat) kann man (Frau) nicht so einfach wieder raus.
Gruß
Lady MacLaine

PS: ich habe ohne "Spaß an der Sache" 30 Jahre lang ziemlich gut und erfolgreich gearbeitet......

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

Sa, 16.Dez 2017, 15:14
Lady MacLaine hat geschrieben:Und immer und immer wieder kann ich nur sagen: "Es ist ein Beruf und es geht um 90 % um den Verdienst des Lebensunterhalts!"
Punkt. [...] Ich weiß, ihr könnt diesen Gedanken nicht ertragen, es ist aber so.
Ihr verwechselt immer den Spaß am Geldverdienen mit Spaß an der Sache an sich.
Danke auch für die Offenheit und den Einblick! Du hattest das ja schon weiter oben beschrieben, aber es überzeugt mich nicht gänzlich. 50 Frauen sind natürlich schon mal eine gewisse Menge, aber gemessen an der Zahl der tatsächlich im Gewerbe tätigen Frauen ist es keine Fallzahl, die einen belastbare Aussage zulässt. Und mal abgesehen von den Zahlen und Zusammenhängen und ich möchte das jetzt auch nicht als anmaßende Frechheit verstanden wissen, aber: warum macht man denn einen stressigen Job, an dem man keinen Spaß hat und am Ende des Tages nicht mal ordentlich Kohle in der Tasche hat? Vielleicht stehe ich jetzt auf dem Schlauch, aber in meinem Kopf ergibt das keinen Sinn.

Und ja, ich erwarte tatsächlich, dass mir der Profi-Top hinterher suggeriert, dass es ein klasse Spiel war. Bei durchschnittlichen Tributen von 200 bis 300 Euro pro Stunde sollte diese Illusion im Preis inbegriffen sein. Aber ich bin schon in der Lage zwischen Fantasie und Realität zu unterscheiden. Bilde ich mir aber auch vielleicht nur ein. %zwinki% Jedenfalls wäre ich tatsächlich unangenehm berührt, wenn ich nach der Session zu hören bekomme: "Man, jetzt war ich aber schon froh, dass die zwei Stunden irgendwie vorbei gegangen sind."
Was schöne Frauen über mich sagen: artikuliert, gewaschen, pünktlich und solvent.
Was ich sage: Jede schöne Frau braucht eine Katze.

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

Sa, 16.Dez 2017, 18:23
Miezecat hat geschrieben:
Lady MacLaine hat geschrieben:Und immer und immer wieder kann ich nur sagen: "Es ist ein Beruf und es geht um 90 % um den Verdienst des Lebensunterhalts!"
Punkt. [...] Ich weiß, ihr könnt diesen Gedanken nicht ertragen, es ist aber so.
Ihr verwechselt immer den Spaß am Geldverdienen mit Spaß an der Sache an sich.
Danke auch für die Offenheit und den Einblick! Du hattest das ja schon weiter oben beschrieben, aber es überzeugt mich nicht gänzlich. 50 Frauen sind natürlich schon mal eine gewisse Menge, aber gemessen an der Zahl der tatsächlich im Gewerbe tätigen Frauen ist es keine Fallzahl, die einen belastbare Aussage zulässt. Und mal abgesehen von den Zahlen und Zusammenhängen und ich möchte das jetzt auch nicht als anmaßende Frechheit verstanden wissen, aber: warum macht man denn einen stressigen Job, an dem man keinen Spaß hat und am Ende des Tages nicht mal ordentlich Kohle in der Tasche hat? Vielleicht stehe ich jetzt auf dem Schlauch, aber in meinem Kopf ergibt das keinen Sinn.

Und ja, ich erwarte tatsächlich, dass mir der Profi-Top hinterher suggeriert, dass es ein klasse Spiel war. Bei durchschnittlichen Tributen von 200 bis 300 Euro pro Stunde sollte diese Illusion im Preis inbegriffen sein. Aber ich bin schon in der Lage zwischen Fantasie und Realität zu unterscheiden. Bilde ich mir aber auch vielleicht nur ein. %zwinki% Jedenfalls wäre ich tatsächlich unangenehm berührt, wenn ich nach der Session zu hören bekomme: "Man, jetzt war ich aber schon froh, dass die zwei Stunden irgendwie vorbei gegangen sind."
Dieser Meinung und diesen Aussagen schließe ich mich vollumfänglich an.
„Mostly harmless“ *

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

So, 17.Dez 2017, 11:49
Lady Velvet Steel hat geschrieben:Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten: Könntest Du ohne grössere Umsatzverluste zu erwarten, nervige und anstrengende Kunden aussortieren, würdest Du das auch tun. Das klappt halt nicht in jeder Branche gleich gut. Bei so einer höchstpersönlichen Dienstleistung wie der unseren, sind aber sowohl Authentizität als auch Sympathie (Chemie, die stimmt, wir erinnern uns?) gefragt.

Ohne kann man wohl arbeiten, aber das wird dann für alle Beteiligten ein unbefriedigender "Dienst nach Vorschrift" (Klartext: Scheiss-Session) und es wird sich bitterlich von Kundenseite in diversen Foren darüber beklagt.

Dann lieber ablehnen. Die Freiheit gönn ich mir ;)

Kann aber verstehen, dass man auf so ein locker-flockiges Geschäftsgebahren neidisch sein könnte.
Ja, da hast Du sicher recht. Wenn ich keine Einbußen zu erwarten hätte, würde ich das eine oder andere Mal wahrscheinlich so handeln. Wäre das dann richtig? Ich glaube nicht. Genausowenig, wie ich es eben im Gewerbe glaube.
Übrigens geht diese Aussage dann recht konträr zur roten Linie, die sich durch das ganze Buch zog; nämlich dass man richtig hart arbeiten muss und dass das verdiente Geld dann eben doch nicht reich macht. Das ist das schon richtig mutig, Kunden abzulehnen und passt eben nicht mehr zu Deiner gemachten Aussage.

Aber wie gesagt, natürlich ist das die Entscheidung, die jede Frau für sich treffen muss und wird und sicher haben wir Kunden das zu akzeptieren. Was ich auch tue ... ich spiegele hier nur meine Gedanken und Eindrücke während des Lesens. Also (fast) wertungsfrei.
Lady Lia hat geschrieben:
lord_of_the_board hat geschrieben:
Der zweite Punkt ist mir eher negativ aufgestoßen. Durch das Buch zieht sich ein Faden von negativen Vorfällen, von Dingen, die eine Session als nicht erfolgreich erscheinen lassen, die nach einer Menge Frust klingen, von Dingen die mit schwierigen Kunden zu tun haben. Praktisch immer ist dann die Lösung der Autorin: in Zukunft auf den Gast verzichten.
Keine Frage, das ist ihr gutes Recht. Aber ist das deshalb richtig?
Meine Kunden nerven auch manchmal. Meine Kunden sind auch manchmal anspruchsvoll, manchmal sogar über jedes vernünftige Maß hinaus. Meine professionelle Einstellung (hart erarbeitet in einigen Jahren Vertrieb) sagt mir jedoch, dass ich sie eben nicht beim ersten Anzeichen von Problemen über den Jordan schicken sollte.
Diese Einstellung vermisse ich hier (ein wenig), das Ganze erweckt schon ein bisschen den Eindruck, dass hier gern der leichteste Weg gewählt wird.
Wenn man sich das leisten kann - fair enough. Ich könnte es mit meinen Kunden nicht.
Ja, das ist der wesentliche Unterschied zwischen selbstständig und angestellt.

Ohne zu wissen was genau du vertreibst: ich bezweifle, dass dabei wortwörtlich jedes Mal jemand die Hosen runterlässt %lol% Einen Hauch mehr Zwischenmenschlichkeit muss man unserem Gewerbe - egal wie professionell - wirklich zugestehen.
Bei so mancher Trennung hat die Domina auch das Wohl des Gastes im Auge.

Den Eindruck, Daemona wäre leichtfertig, habe ich für meinen Teil nach dem Lesen des Buches überhaupt nicht. Eher das Gegenteil.
Ich denke wir sind nicht sooo weit voneinander entfernt.
Als Vertriebler bin ich immer auch Unternehmer.

Und ja, auch die Hosen lasse ich im übertragenen Sinn recht of herab ... also auch da durchaus Ähnlichkeiten. Wobei ja schon das bei den klassischen Dominas manchmal kaum noch der Fall ist ....

Ich denke also schon, dass ich da ähnliche Maßstäbe anlegen darf, bzw. eine durchaus brauchbare Ahnung vom vorherrschenden Gefühlsleben bei so schwierigen Situationen habe. (‚Lesen‘ muss ich nämlich meine Kunden praktisch genau so, wie ihr eure auch.)

Aber natürlich hast Du einen Punkt, die ‚Zwischenmenschlichkeit‘ bzw. die extreme Öffnung der Persönlichkeit mit allen Wünschen, Begierden und Sehnsüchten sehe ich in meinem Job nicht so. Das ist bei euch schon anders, keine Frage.
Auch hier gilt das Obige: ich schreib‘ hier nur meine Eindrücke, bewerte jedoch nicht. Aber so kommt es eben bei mir an.
„Mostly harmless“ *

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

So, 17.Dez 2017, 13:57
lord_of_the_board hat geschrieben: Ja, da hast Du sicher recht. Wenn ich keine Einbußen zu erwarten hätte, würde ich das eine oder andere Mal wahrscheinlich so handeln. Wäre das dann richtig? Ich glaube nicht. Genausowenig, wie ich es eben im Gewerbe glaube.
Übrigens geht diese Aussage dann recht konträr zur roten Linie, die sich durch das ganze Buch zog; nämlich dass man richtig hart arbeiten muss und dass das verdiente Geld dann eben doch nicht reich macht. Das ist das schon richtig mutig, Kunden abzulehnen und passt eben nicht mehr zu Deiner gemachten Aussage.

Aber wie gesagt, natürlich ist das die Entscheidung, die jede Frau für sich treffen muss und wird und sicher haben wir Kunden das zu akzeptieren. Was ich auch tue ... ich spiegele hier nur meine Gedanken und Eindrücke während des Lesens. Also (fast) wertungsfrei.
Wenn Du mir jetzt noch erklärts, warum du nicht glaubst, dass das richtig ist, würdest du mir helfen, deinen Gedankengang evtl. nachvollziehne zu können.

Ich empfinde es übrigens nicht als Widerspruch einerseits hart zu arbeiten und andererseits als unpassend erscheinende Kund*innen abzulehnen: Die nötige Reflexion vermeintlich "sicheres Geld" gegenüber dem persönlichen Aufwand an Self-Care (das sind diese Softskills, von denen immer alle reden) genau abzuwägen sind weder einfach noch selbstverständlich, bzw. offensichtlich.
Therapeut*innen, die auf einer ähnlich intensiven Beziehungsebene arbeiten, werden wohl wissen, was ich damit meine.

Hart arbeiten bedeutet eben auch, sich mit den eigenen Fähigkeiten und Bedürfnissen knallhart auseinander zu setzen und die eigenen Grenzen konsequent zu ziehen, gerade in unserem Business. Nicht umsonst ist das ein wichtiger Teilbereich unserer Ausbildung.
Lady Velvet Steel

Erziehung für Anspruchsvolle
BDSM Studio LUX
0152 / 347 130 51

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

So, 17.Dez 2017, 18:06
Aber gern doch: weil ich glaube, dass der Weg des geringsten Widerstandes, aka der einfache Weg, nicht der Richtige ist.

Mit diesem Weg wäre das Lieblingsstück Fleisch niemals auf die 1500 Hiebe gekommen, weil Demonia vorher aufgegeben hätte - könnte ja Muskelkater geben.

Hätten wir als Menschheit keine Herausforderungen angenommen, hätten wir keine Grenzen übertreten ... naja, die Höhlen wären noch unser. Usw.
Großes Thema für eine kleine Sache. Aber Du hattest nach meiner Meinung gefragt.

Und zum Thema Therapeuten (ich hasse diese verkorkste Männlein/Weiblein Schreibweise, selbstverständlich meine ich immer beide Geschlechter) habe ich nach einigen intensiven Gesprächen dazu in jüngster Vergangenheit meine eigene Meinung, die hier aber nicht her gehört. Nur soviel: auf deren warme Worte gebe ich nicht allzuviel.

Ich mag mich hier nicht streiten, deshalb soll es das von mir dazu gewesen sein. Ist ja eh nur meine Meinung, die ich niemandem verkaufen muss. Womit sich für mich der Kreis schön schließt.

So long.
„Mostly harmless“ *

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

Mo, 18.Dez 2017, 00:23
Ach was - geringster Widerstand.

Erklär mir mal, wem geholfen ist, wenn ich einen Kerl für einen Termin annehme, der mich nur besoffen anruft, und ständig Dinge von mir verlangt, die zu meinen tabus gehören.
Soll ich da deiner meinung nach brav folgsam kundenorientiert die Fresse halten und mich vom Besoffski vergewaltigen lassen, weil der "Weg des geringsten Widerstandes" ja kein gutes Kundenmanagment ist?

Vertrieb ist nicht Domina sein, mein Lieber. Im zweifelsfall geht es nicht drum, dass das Ego ein bisschen gekränkt ist, sondern Ruf, Leib und Leben auf dem Spiel stehen.

Und ob Du Therapeuten gut oder schlecht findest, steht ja völlig ausser Frage, es geht lediglich um die Methodik des Arbeitens.

Aber ich will mich nicht streiten, ich lasse es einfach sein, den Strahl des Wissens in ganz dunkle Ecken zu scheinen ;)
Lady Velvet Steel

Erziehung für Anspruchsvolle
BDSM Studio LUX
0152 / 347 130 51

Re: Neues Buch: Tabubruch- Lebensachterbahn einer Domina

Mo, 18.Dez 2017, 14:29
lord_of_the_board: Ich habe das Buch in der Frage der Ablehnung von Kunden eher anders gelesen, also, dass Daemona de Lucca wirklich nur in Ausnahmefällen und mit guten "Argumenten" Kunden abgelehnt hat. Zudem denke ich eher, dass in der Szene zuviele Damen Kunden zu selten ablehnen, bei denen sie schlechte Erfahrungen gemacht haben und/oder ein schlechtes Gefühl haben. Wenn z.B. Kunden unerfüllbare und unrealistische Erwartungen haben, die Chemie einfach nicht stimmt, etc. macht eine Session kaum Sinn, aber wegen des Geldes nehmen sicherlich einige Damen diese Kunden dennoch an.

Miezecat: Die Zahl von 50 Frauen genügt auf die Gesamtzahl der im Gewerbe tätigen Frauen völlig aus, die Frage ist nur sind bzw. waren diese Frauen repräsentativ. Möglicherweise hat sich das Gewerbe die letzten 1-3 Jahre völlig verändert oder Berlin ist nicht für Deutschland repräsentativ oder die Damen, die sich bei Lady MacLaine beworben haben und bei und mit ihr gearbeitet haben waren eine "ganz spezielle Auswahl aller Dominas". Was ich eher nicht denke ....
Deine Frage "Warum macht man denn einen stressigen Job, an dem man keinen Spaß hat und am Ende des Tages nicht mal ordentlich Kohle in der Tasche hat?" kann man ja auch für viele Jobs stellen, egal ob z.B. Krankenschwester oder Coiffeuse. Zudem ist natürlich auch der Unterschied, dass man als "Domina" keine mehrjährige Ausbildung, gewisse schulische Vorbildung, etc. benötigt und natürlich viele in dieses Gewerbe angezogen werden wie es z.B. in den zwei oben erwähnten Berufsbereichen nicht der Fall ist. Dies habe ich auch so im Buch gelesen und deshalb ist die Spanbreite der Dominas was Interessen, Ausbildung, etc. angelangt auch grösser als in anderen "Berufsparten".
Auch, wenn es jetzt nicht so populär ist, aber für mich ist die Diskussion, ob die Dame eine BDSM-Neigung hat oder nicht, relativ irrelevant. Die Frage ist für mich eher, ob die Domina die "Neigung" hat sexuelle "Wünsche/Träume" von Männern zu erfüllen (als Dienstleisterin) und für sie es befriedigend ist, wenn ein Kunde glücklich nach Hause geht.
Mir fällt als Beispiel für meinen obigen Gedanken z.B. die "Babyerziehung" ein. Es gibt ja einige Damen, die dies anbieten und dies "gerne" machen. Aus dem Grund, dass diese Damen diese Phantasie und Neigung haben und dieses Spiel sie persönlich erregt? Aus meiner Sicht eher nicht. Aber möglicherweise sind diese Kunden, sehr dankbar. Sie sind nach der Session richtig zufrieden und während der Session gut zu "behandeln", wenig anstrengend, etc. Auch wenn eine Dame eine BDSM Neigung hat, wird sie nicht lange im Geschäft sein, wenn sie nur an ihre eigene Befriedigung denkt und nicht, was der Kunde will und was den Kunden glücklich und zufrieden macht.
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