Hallo, ich habe im Alter von 21 Jahren BDSM privat kennen- und schätzengelernt und erst später während meines Studiums einen Nebenjob in einem SM-Studio angenommen - siehe auch
http://goo.gl/aZRet8 . Inzwischen bin ich in eigenen Räumen für meine Kunden auf Terminbasis als Domina (oder Fantasy Designer) buchbar, besuche aber auch weiterhin privat BDSM-Veranstaltungen. Bisher ließ sich das immer sehr klar trennen - siehe auch
http://goo.gl/BCX3gb .
Sollte es allerdings einmal wirklich passieren, daß ich aus einem professionellen Kontakt einen privaten Kontakt machen möchte, würde ich genauso reagieren wie ich es auch z.B. bei Lehrer/innen (mit volljährigen Schüler/innen) oder Therapeut/innen erwarten würde: erst muss das Interesse kommuniziert und dann bei Gegenseitigkeit die professionelle Beziehung beendet werden, dann kann privat etwas aufgebaut werden.
So darf z.B. ein Lehrer/in-Schüler/in-Techtelmechtel erst beginnen, wenn eine/r von beiden die Schule gewechselt hat oder der Schulabschluß erreicht wurde. Auch muss sich ein/e Therapie-Klient/in erst eine/n neuen Profi suchen bzw. der/die bisherige Therapeut/in sollte bei der Neuvermittlung helfen. Künftige Treffen müssen auch dann finanzinteresselos bleiben, wenn doch nochmal ein beratendes Gespräch stattfindet. (Deswegen eignet sich der Beruf Therapeut/in besser als Vergleich als z.B. der Beruf Schreiner/in: wenn man eine private Beziehung mit einem/einer Schreiner/in führt, ist es nicht zwingend ein Problem, ein maßgeschreinertes Bett dann trotzdem zu bezahlen. Da finden einfach weniger Vermischungen unbemerkt schleichend statt....)
So auch bei einer Domina: war das passive Objekt deiner Begierde zuerst dein Kunde, solltest du dich fortan für gemeinsames Spiel (und sonstige gemeinsame Treffen) nicht mehr bezahlen lassen, und sogar eventuell dabei künftig anfallende Kosten (z.B. für Studio-Raummiete, Toys etc.) dann auch fair halbe-halbe mit ihm teilen. Damit ist dann ganz klar, daß keine gegenseitigen Kunden-Dienstleister-Erwartungen sowie -Verpflichtungen mehr bestehen. Das wäre für mich jedenfalls die auf der Hand liegende Ethik.
Umgekehrt habe ich erlebt, daß mich innerhalb der privaten Szene jemand zum Play auffordert und ich als Privatperson nicht interessiert bin, aber als Dienstleisterin (in dem Fall: professionelle Wunscherfüllerin) gern die Herausforderung annähme, eine Session nach seinem Geschmack zu gestalten. Je nachdem, wo man sich kennenlernt, kann man das thematisieren (à la "Sorry, paßt für mich privat nicht. Aber schau doch mal auf meine Webseite, ob dir mein Profi-Angebot zusagt.") oder hält besser die Klappe, weil es da einfach unangemessen wäre, für's Business zu acquirieren. Dazu braucht's auch ein bißchen Feingefühl, z.B. würde ich auch nicht überall gern ständig Werbeflyer in die Hand gedrückt bekommen wollen. (Wenn ich aber jemanden für ein Essen lobe und er erwähnt, daß er ein Restaurant hat, nehme ich aber vielleicht doch die Visitenkarte gerne entgegen.)
Insbesondere kenne ich private Party-Events, wo dazu bereits eine Etikette in den Partyregeln steht und kann das auch bestens nachvollziehen, z.B. regeln es die "SM Dykes Manchester" (lesbische SM-Gruppe mit jährlicher Frauen-SM-Konferenz) in ihren FAQ (
http://www.smdykes.org.uk/conference/FAQ2014.htm#faq04) so:
I am a pro domme can I attend?
Yes as long as you are a woman who live full-time as woman or FTM, genderqueer or intersexed persons who feel that they still have links to the women's community. We do ask that any pro-domme respect that the conference is not a business opportunity and should not approach any person attending the conference in a professional capacity. Should anyone be found to be using the conference events in this manner they will be asked to leave and no refund will be given. SM Dykes Manchester is a not for profit community group and our events are for the benefit of our community and not for commercial gain.
Kinky Gruß, Sara