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Re: Info an Mylady Amber, Wuppertal

Sa, 23.Nov 2013, 20:13
Hallo,
es geht um die Talk-Show "Menschen bei Maischberger" am 26.11.2013, um 22.45 Uhr. Das Thema lautet:
"Schluss mit käuflichem Sex: Kann man Prostitution verbieten?"

Die Gäste sind:
Alice Schwarzer (Journalistin und Feministin)
Amber Laine (Prostituierte)
Jana Koch-Krawczak (Ex-Prostituierte)
Irmingard Schewe-Gerigk (Terre des femmes)
Armin Lobscheid (Bordellchef)
Helmut Sporer (Kriminalhauptkommissar)

Quelle:
http://www.kulturigo.de/das-erste-mensc ... 6310.html/

Gruss, Runpax

Re: Info an Mylady Amber, Wuppertal

So, 24.Nov 2013, 23:23
ist doch klar, dass das Thema nun auch bei Maischberger ein Forum findet. Die will natürlich nicht im Abseits stehen, nachdem sich alle auf das Thema stürzen.
Ich finde es nur zum Kotzen, dass Alice Schwarzer eine weitere Möglichkeit geboten bekommt, ihre erfundenen Zahlen von den ach so vielen Zwangsprostituierten zu verbreiten. Hoffentlich bekommt sie ordentlich Gegenwind in der Diskussion. Und ich hoffe auch, das diejenigen, die ihr Paroli bieten sollen, nicht von der Moderatorin wie so oft abgewürgt werden.

Canedass

Re: Info an Mylady Amber, Wuppertal

Di, 26.Nov 2013, 13:22
Das soll sich jetzt nicht so anhören, als würde ich mich bei Mylady Amber einschleimen wollen, aber mit ihrem Kurz-Statement auf der HP von Sandra Maischberger zur Diskussion heute Abend hat sie doch völlig recht:

Der Gesetzgeber muss was gegen die widerwärtigen Menschenhändler tun, aber das Ganze hat doch in der Tat nur im Promillebereich mit Prostitution zu tun.

http://www.daserste.de/unterhaltung/tal ... n-100.html

Man kann Prostitution nicht abschaffen wollen. Das gibt es seit der Antike und wird es auch weiter geben (müssen).
Weiteres hierzu würde den Rahmen sprengen... zwink

Gruß von Benny und viel Spaß beim Gucken dann heute Abend :)
Wenn man schöne Beine behalten will, muss man sie von den Blicken der Männer massieren lassen (Marlene Dietrich)

Re: Info an Mylady Amber, Wuppertal

Di, 26.Nov 2013, 14:12
Wie die Diskussion abläuft, weiss ja jeder, der die letzten Talks angeschaut hat.

Wenn Amber tatsächlich sagt, dass Zwangsprostitution nur im "Promillebereich" mit Prostitution zu tun hat, wird der Polizist sagen, dass dies nicht stimmt und die Mehrheit der Frauen unter Zwang arbeiten. Und wem wird der Zuschauer glauben? Genau.

Es wäre intelligenter zu sagen, dass es keine verlässlichen Zahlen gibt, aber dass es viele Sexarbeiterinnen gibt mit denen die Polizei kaum je in Kontakt kommt (da sie unabhängig und selbstbestimmt arbeiten) und deshalb die 90%, etc. Ihrer Meinung nach nicht stimmen. Aber man sollte auf jeden Fall die Zwangsprostitution rigide bekämpfen und die Selbsthilfeorganisationen oder Fachleute wie A und B empfehlen X und Y und nicht generelle Verbote.

Die Argumentation, dass es Prostitution seit der Antike gibt und deshalb nicht abgeschafft werden kann, ist natürlich schwach. Es gibt viele Dinge, die es seit der Antike gab und die dennoch zu Recht abgeschafft wurden.

Der Punkt ist übrigens auch nicht, ob ein Verbot (wird sicherlich nicht sofort kommen, aber in 10 Jahren ist es möglicherweise anders) und andere Massnahmen ein wirksames Mittel gegen Zwangsprostitution ist, sondern alleine ob die Bevölkerung dies glaubt und dann die Politik. Auch auch wenn viele Politiker glauben, dass es wenig oder nichts bringt, werden sie es dennoch aus opportunistischen Gründen einführen um die Bevölkerung zu "beruhigen".

Als einfaches Beispiel. In einigen Agglomerationen gibt es ja bekanntlich Wohnungsnot, da es immer mehr Haushalte gibt (Scheidungen, etc.) und viel mehr Leute, auch Ausländer, nach Berlin, München, Hamburg, Köln ziehen als aus den Städten raus. Um also Wohnungsnot wirksam zu bekämpfen, muss man entweder diese Bewegung in die Städte stoppen (was nicht geht) oder mehr Wohnraum schaffen. Und jetzt anstatt den sozialen Wohnungsbau anzuheizen, Bauland der Kommunen für Mietwohnungen, etc. bereitzustellen, macht man einige Gesetze, die die Bevölkerung und Interessenverbände ruhigstellt und nichts oder wenig kosten, obwohl jeder weiss, dass dies am Grundproblem nichts ändert. Man bekämpft evtl. zu Recht einige Auswüchse der derzeitigen Situation, aber solange es in Berlin im nächsten Jahr 30-50'000 mehr Einwohner hat und nur 1'000 Mietwohnungen oder noch weniger gebaut werden, wird die Wohnungsnot zunehmen. Was ich sagen will, Argumente zählen nur, wenn sie die Mehrheit der Bevölkerung wahrnimmt und glaubt, ansonsten sind dies unnütz.

Re: Info an Mylady Amber, Wuppertal

Mi, 27.Nov 2013, 08:50
Meines Erachtens hat Amber gut und überzeugend argumentiert, obwohl die Diskussion chaotisch war und es eine Vielzahl von persönlichen Angriffen gab. Die völlig überforderte oder auch zu nette Frau Maischberger hatte die Runde nicht unter Kontrolle (alle haben zeitgleich geredet und dazwischen geredet) und Frau Schwarzer hat zeitweilig versucht die Moderationsrolle zu übernehmen. Auch die Auswahl der Gäste war wenig sinnvoll. Frau Schwarzer ist Frau Schwarzer, die meint alles zu wissen und alle "bevormunden" zu können. Es ist schwierig gegen Aussagen von Opfer zu argumentieren, aber es wurde aus meiner Sicht schon deutlich, dass die ehemalige Zwangsprostituierte nur einen (kleinen) Teil repräsentiert und Ihre Inanspruchnahme, dass es überall und bei jeder so sei, war durch die Art der Argumentation nicht überzeugend. Sie hatte etwas von einer Frau, die von Ihrem Ex-Mann verprügelt wurde und deshalb meint, alle Männer zu kennen. Der Polizist machte aus meiner Sicht keinen guten Eindruck und kam kaum zu Wort, aber aufgrund seines Amtes werden vermutlich viele Zuschauer seine Aussagen als glaubwürdig einschätzen. Amber war wirklich ein Lichtblick, obwohl ich vermute, dass sich durch diese chaotische und aggressive Diskussion, der Grossteil schnell abgeschaltet hat.

Interessanterweise gabe es gestern zum selben Thema eine Diskussion im Schweizer Fernsehen. Dort war die Diskussion sachlich, man hat sich zugehört und es war eigentlich auch niemand für ein generelles Verbot. Es gibt in der Schweiz auch ähnliche Strukturen mit Grossbordellen in der Industriezonen, Strassenstrich der durch Frauen aus Ungarn, Rumänien und Bulgarien dominiert wird, etc. Aber vermutlich weniger dieser Geiz-Ist-Geil Angebote.

Was aber erstaunlich war, dass der Chef der Fremdenpolizei aus Bern stark gegen ein Verbot argumentiert hat und auch sehr deutlich einen Unterschied zwischen Zwangsprostitution und "Armutsprostitution" gemacht hat, wie übrigens alle Anwesenden. Es ist aus seiner Sicht auch verständlich, wenn Frauen, die zu Hause keine Perspektive haben (tiefe Ausbildung, keine Jobs, etc.) oder nur wenig verdienen, den eigenständigen Entscheid treffen, einige Monate ins Ausland als Prostituierte arbeiten zu gehen und damit sich und ihre Familie unterstützen. Und hier kann die Politik und die Polizei "helfen" indem diesen Frauen die Rechte, aber auch Pflichten genau erklärt werden und die Polizei, Sozialarbeiterinnen, etc. anwesend ist.

Ich würde z.B. die relativ vielen deutschen Prostituierte, die in die Schweiz kommen um einige Tage, Wochen hier zu arbeiten, nicht als Armutsprostitution (die Geld für Grundbedürfnisse benötigen) bezeichnen, aber es ist sicherlich aus finanziellen Gründen (dass sie sich mehr leisten können, etc.).

Egal, die Diskussion in der Schweiz ist sehr viel pragmatischer (ausser von den ganz wenigen religiösen Eiferer aus Freikirchen, die Sexualität ausserhalb der Ehe allgemein bekämpfen) und es geht darum, wie kann man in der Realität diesen Frauen helfen. Massnahmen gegen Zwangsprostitution sind in der Schweiz leider auch nur sehr beschränkt erfolgreich. In Deutschland ist die Diskussion schon sehr besserwisserisch, intolerant (man wirft dem "Gegner" immer bösen Willen und persönliche Interessen vor und geht nicht auf Argumente ein) und viel extremer.

Re: Info an Mylady Amber, Wuppertal

Mi, 27.Nov 2013, 12:34
obwohl die Diskussion chaotisch war und es eine Vielzahl von persönlichen Angriffen gab
Genau so habe ich es auch gesehen - und Alice Schwarzer entpuppte sich als die "Hexenjägerin", für die ich sie schon lange halte. Man kann unterbezahlte Polizisten und minderbesetzte Polizeireviere nicht durch Verbote ersetzen.

Dieses Blondchen "Jana" war einfach nur peinlich - da hätte die Schwarzer bessere Vorbereitungsarbeit leisten müssen oder einfach besser bezahlen...

Re: Info an Mylady Amber, Wuppertal

Do, 28.Nov 2013, 12:02
Eine wunderbar sachlich erotik-und sensationsfreie sowie fachlich zutreffende Darstellung unseres Berufs abseits persönlicher Emotionalität, Mylady Amber, wie ich fand ein ausgesprochen guter Auftritt im Gespräch, auch und besonders mit einer sehr medienerfahrenen Mit-Rednerin Alice Schwarzer.
Wenn da nicht ein Same von Verständnis und Akzeptanz unseres Berufsstands in breiten Bevölkerungsschichten gesetzt wurde ...

Mit kollegialer Wertschätzung dieses Auftritts

La Marfa
klassische Domina http://www.la-marfa.com
Aus- und Fortbildungen und Coachings http://www.bdsm-akademie.com

Re: Info an Mylady Amber, Wuppertal

Do, 28.Nov 2013, 13:34
Habe mir die Sendung nicht bis zum Ende angeschaut, a) weil ich morgens früh raus musste und b) weil mich dieses ständige Durcheinanderreden einfach nervte...

Ich wiederhole mich: Ich möchte mich bei Mylady Amber nicht einschleimen, aber sie hat gut argumentiert - und noch dazu realistisch, denn: Ja, es gibt Zwangsprostitution und nein, es sind nicht alle Prostituierten Zwangsprostituierte...

Die blonde Jana hat sich -bei aller Anteilnahme für ihr Schicksal- leider entlarvt, weil sie mehrmals betonte: "Steht alles in meinem Buch!"
Das heisst: Sie hat jegliches Klischee bedient, dass Leute nur in Talkshows gehen, um ihre Bücher etc. zu promoten.
Auch Alice Schwarzer durfte das Inhaltsverzeichnis ihres Buches ja auch mehr oder weniger vortragen - naja...
Wenn man schöne Beine behalten will, muss man sie von den Blicken der Männer massieren lassen (Marlene Dietrich)

Re: Info an Mylady Amber, Wuppertal

Sa, 30.Nov 2013, 16:57
Chapeau Mylady Amber,

auch ich finde, dass sie sich glänzend geschlagen hat bei Maischberger. Das gilt aber nicht nur für sie. Auch andere aus der Branche sind in den vergangenen Wochen bei verschiedenen Talkshows aufgetreten und haben sich dabei nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Ich meine Undine, Johanna Weber, Lena Morgenrot und nicht zuletzt Felicias Schirow.
Immerhin ist die Schwarzer alles andere als ein leichter Gegner. Dass sie auch Moderatoren überrollt, haben wir bei Maischberger gesehen. Gegen sie anzutreten, ist wie gegen Klitschko in den Ring steigen. da kann man sich leicht eine blutige Nase holen.

Canedass
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