Nun, dann will ich meinen Senf aus meiner ureigensten Frauen-Sicht dazu geben. (Mit "ureigensten" meine ich, dass mein Senf natürlich äusserst subjektiv ist und nicht mit dem Senf der gesamten Damen-Welt übereinstimmen muss.)
Also, zuerst einmal habe ich den Eindruck, dass hier zwei - oder auch mehrere - verschiedene Sachen vermischt werden.
Erstens: Was für eine Art von Beziehung wird angestrebt?
Zweitens: Was ist wirklich devot? (Mechanik hat es angesprochen devot oder passiv-sub?)
Zu Punkt 1: Ein devoter Mann, der sich an eine Domina (damit meine ich eine professionell tätige dominante Dame) wendet, hat es, meiner Meinung nach, nicht unbedingt schwer. Wieso auch? Die Domina lebt davon, dass sie sich mit devoten und masochistischen Männern abgibt. Ein devoter Mann, der jedoch die dominante Dame seines Herzens sucht mit der er zusammenleben möchte, sprich, eben eine domiante Frau, die ihre Neigung (auch) privat ausleben möchte und eine partnerschaftliche Beziehung mit einem BDSM-Anteil möchte, hat es wohl schwerer. Das mag daran liegen, dass diese Art Frauen offenbar eher dünn gesät ist oder sich oft dadurch auszeichnet, dass sie sich ihrer Neigung nicht bewusst ist (wie das schon erwähnt wurde). In diesem Zusammenhang möchte ich aber auf den Fakt hinweisen, dass es GRUNDSÄTZLICH schwierig ist, einene passende Lebenspartnerin zu finden, egal ob man nun devot ist oder nicht. Grundsätzlich von Vorteil ist es sicher, wenn ein Mann glaubwürdig rüberbringt, dass er ein Mensch ist, mit dem es schön ist zusammenzuleben. Schön bedeutet natürlich individuell oft etwas ganz anderes, aber ich denke, dass viele dominante Frauen ähnliche Bedürfnisse haben wie Vanilla-Frauen was den Alltag anbelangt. Das Devot-Sein ist da bloss das entscheidende Sahnehäubchen. Also eine dominate Frau, die sich als Lebenspartner einen veritablen "Wurm" wünscht, der nichts anderes tun will, als in einem Käfig zu stecken, dann und wann ausgepeitscht zu werden, etc. ist wohl eher eine Seltenheit. Denn auch domianten Damen sind so nebenbei auch Frauen mit ganz gewöhnlichen Bedürfnissen, die abgedeckt werden müssen. (Mit Bedürfnissen meine ich nun z.B. das Bedürfnis einen Partner zu haben, mit dem man seine alltäglichen Sorgen besprechen kann, ein Partner, mit dem man Lachen kann, ein Partner, der sich am gemeinsamen Lebensunterhalt beteiligt, mit dem man vielleicht auch Kinder grossziehen kann. Ein Partner, der auch mal zärtlich ist ...)
Alles andere ist meiner Meinung nach Kopfkino der devoten Männer!
DAS ist wohl der wesentliche Unterschied zwischen einem Besuch bei einer Domina und einer Partnerschaft mit einer dominanten Frau. O.K. es gibt auch noch sogeannte Spielbeziehungen - wo es nur um BDSM geht. Das mag es geben, aber ich persönlich habe den Eindruck solche dominanten Damen, die das suchen, gibt es eher weniger.
Zu Punkt 2: devot oder passiv-sub (ev. auch maso). Es gibt wohl etliche Sklaven (oder wie man sie auch immer nennen mag), die absolut NICHT devot sind. Devot-sein bedeutet nämlich seine eigenen Wünsche loslassen, sich wirklich in die Hände der dominanten Person begeben ...
Etliche Sklaven, die zu einer Domina gehen, haben aber ganz klare Vorstellungen, was da geschehen muss. Das ist nichts Schlimmes, aber mit Devot-Sein hat das nichts zu tun. Bei einer Partnerschaft mit einer wirklich dominant veranlagten Frau wird es zu einem Problem. Diese hat nämlich absolut keine Lust Wunscherfüllerin zu sein. Auch nicht insgeheime Wunscherfüllerin, die so tut, als ob sie nur das tun würde, wozu sie grad Lust hat.
Wieso sollte sie das tun? Was hat sie davon?
Ein Mann, der also denkt, dass er devot ist, sollte einmal ganz genau in sich hineinhorchen: Kann ich meine Wünsche loslassen? Kann ich mich total auf das einlassen, was jemand anderes mit mir tun möchte? Wenn er das kann und das auch glaubwürdig rüberbringt, hat er schon eine wesentlich bessere Chance auf eine Beziehung zu einer dominanten Frau, als wenn er irgendwelche Phrasen von sich gibt.
SadoSchlumpf ich hoffe, ich konnte dir damit weiterhelfen!
Viel Erfolg!
Annemarie