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Gibt es solche Frauen?

Sa, 03.Feb 2018, 02:27
Aktuell suche ich im Auftrag eines dominanten Geschäftsmanns aus der Nähe von Wien, der keine eigenen Szene-Kontakte hat, eine naturdevote Sub für eine monogame 24/7-Partnerschaft. Er möchte ihr Kultur, Reisen, gesellschaftliche Vergnügungen (er ist ehemaliger Turniertänzer und tanzt noch leidenschaftlich Standard) und prickelnde Erotik bieten sowie ein großzügiges Einkaufsbudget für Kleidung, Schuhe, Accessoires. Hingegen wünscht er sich hingebungsvolle Dienstbereitschaft, harmoniereiches Zusammenleben (langfristig mit Kinderwunsch!), Sinn für Styling und Ästhetik, unverklemmtes Ausleben der gemeinsamen, echten Neigungen (D/S als Lebensmotto). Es sollte die Bereitschaft bestehen, zu ihm nach Wien zu ziehen. - Ich bin skeptisch, ob eine szene-affine Frau oder naturveranlagte Profi-Sklavia ihre bisherigen Szene- bzw. Branchen-Kontakte zugunsten einer "Shades of Grey"-Beziehung aufgibt. Oder doch? Gibt es solche Frauen????

Re: Gibt es solche Frauen?

Sa, 03.Feb 2018, 19:19
Sara schrieb:
Aktuell suche ich im Auftrag eines dominanten Geschäftsmanns aus der Nähe von Wien, der keine eigenen Szene-Kontakte hat, eine naturdevote Sub für eine monogame 24/7-Partnerschaft. Er möchte ihr Kultur, Reisen, gesellschaftliche Vergnügungen (er ist ehemaliger Turniertänzer und tanzt noch leidenschaftlich Standard) und prickelnde Erotik bieten sowie ein großzügiges Einkaufsbudget für Kleidung, Schuhe, Accessoires. Hingegen wünscht er sich hingebungsvolle Dienstbereitschaft, harmoniereiches Zusammenleben (langfristig mit Kinderwunsch!), Sinn für Styling und Ästhetik, unverklemmtes Ausleben der gemeinsamen, echten Neigungen (D/S als Lebensmotto). Es sollte die Bereitschaft bestehen, zu ihm nach Wien zu ziehen. - Ich bin skeptisch, ob eine szene-affine Frau oder naturveranlagte Profi-Sklavia ihre bisherigen Szene- bzw. Branchen-Kontakte zugunsten einer "Shades of Grey"-Beziehung aufgibt. Oder doch? Gibt es solche Frauen????
Mir stellt sich die Frage: Nimmst du ihm diese Vorstellung ab? Bekomme Gänsehaut beim lesen, aber eher weils echt gruselig klingt. BDSM hin und her....
+++Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen+++

roxanasalles@googlemail.com

Re: Gibt es solche Frauen?

Sa, 03.Feb 2018, 20:49
Mistress Roxana hat geschrieben:
Mir stellt sich die Frage: Nimmst du ihm diese Vorstellung ab? Bekomme Gänsehaut beim lesen, aber eher weils echt gruselig klingt. BDSM hin und her....
Er schlägt sie, macht sie wirtschaftlich abhängig, will Kinder?
War im 19. Jahrhundert ganz normal.

Vielleicht handelt es sich ja um einen Zeitreisenden?

Re: Gibt es solche Frauen?

Sa, 03.Feb 2018, 21:59
Mistress Roxana hat geschrieben:
Mir stellt sich die Frage: Nimmst du ihm diese Vorstellung ab?
Ja, ich glaube ihm, dass er WIRKLICH eine Frau sucht, die GERNE so leben möchte.

Und ich habe spontan gedacht: Das gibt es nicht.

Aber das habe ich gedacht, weil ich selbst keine kenne. Zumindest dachte ich das spontan. Dunkel erinnerte ich mich aber dann doch an 3 heterosexuelle SM-Paare, die ein ähnliches Beziehungskonzept haben oder hatten. Mit denen habe ich keinen Kontakt mehr und hatte auch damals mit ihnen wenig zu tun, aber sie wirkten überzeugt von ihrem Beziehungs-Modell. Und ich kam auch mal mit einer einzelnen Sub auf einem Event in Kontakt, die sich auch "so etwas" wünschte, aber sich dafür schämte, sich "so etwas" zu wünschen - ich hätte mich damals sehr gern näher mit ihr unterhalten, weil ich auch damals sehr skeptisch war. Aktuell bin ich tatsächlich neugierig, ob und ggf. wo es das gibt. Und falls sich eine Interessentin auf das Gesuch meldet, werde ich ihr viele Fragen stellen.

Re: Gibt es solche Frauen?

So, 04.Feb 2018, 05:05
Sara schrieb:
Und ich kam auch mal mit einer einzelnen Sub auf einem Event in Kontakt, die sich auch "so etwas" wünschte, aber sich dafür schämte, sich "so etwas" zu wünschen - ich hätte mich damals sehr gern näher mit ihr unterhalten, weil ich auch damals sehr skeptisch war. Aktuell bin ich tatsächlich neugierig, ob und ggf. wo es das gibt. Und falls sich eine Interessentin auf das Gesuch meldet, werde ich ihr viele Fragen stellen
Nun, das hätte eventuell schon das seltene und passende Gegenstück sein können.
Ich muss sagen diese Art von Gesuch fasziniert mich schon sehr. Kopfkino.
+++Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen+++

roxanasalles@googlemail.com

Re: Gibt es solche Frauen?

So, 04.Feb 2018, 11:17
Bereits vor Thread-Eröffnung, mit welcher ich ja eure Meinungen und Erfahrungen erfragen möchte, teilte ich dem Suchenden mit, dass es das Gesuchte mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gäbe. Er reagierte verblüfft:
Was will ich denn? Eine devote Frau, die eine langfristige Beziehung will mit Kind und die sich nach einem dominanten Mann und einer gelebten s/M Beziehung sehnt! Das muss es doch eigentlich geben.
Ich ließ ihn wissen, dass ich skeptisch hinsichtlich der von ihm angestrebten Form einer "gelebten s/M Beziehung" bin, da ich nicht an besagte "Naturdevotion" als Veranlagung glaube und sich vermutlich etwaige TPE-Sehnsüchte eher auf Basis von Mißbrauchshintergründen o.ä. entwickeln, ohne BDSM-Veranlagung zu sein. Ihnen würde dann die "Sanity" fehlen.

Er ist jedoch selbst explizit daran interessiert, dass ihre Beweggründe "sane" sind und ihre Neigung "echt" ist. Was eben die ernsthafte Frage aufwirft, ob es das gibt. Also neben allen anderen denkbaren Motivationen (Geld, Retraumatisierung etc.) auch bdsm-ethisch einwandfreie Motivationen für einen solchen Wunsch bestehen können.

Denn opposite-way bin ich mir nach entsprechendem Überdenken aller meiner eigenen Erfahrungen und Begegnungen eben doch nicht zu 100% sicher, dass nur ein Trauma o.ä. die Voraussetzung für solch eine Beziehungskonzeption bilden kann. Meine Überzeugung ist also one-way ein "if", aber kein beidseitiges "if and only if".

Denn auch bei vielen anderen Themen (z.B. BDSM überhaupt, Sexworking, Geschlechts-Identität und sexuelle Orientierungen) stellen sich "Nicht-Betroffene" ja immer wieder die Frage, ob "das nur Kranke machen" oder postulieren dies - was wir hier sicherlich ALLE gemeinsam verneinen werden. Aber ich habe inzwischen gelernt, dass es in all diesen Fällen falsch ist, meine strikte ursprüngliche Wunschvorstellung zu vertreten, dass die Ursachen tatsächlich "niemals" psychologisch-traumatischer Natur sind. - Es gibt kein "immer" oder "nie", sondern vermutlich nur ein "häufiger" und "seltener".

Bei TPE tendiere ich zu "häufiger insane", aber maße mir letztlich eben doch nicht an, ohne persönliche Kontakte zu den jeweiligen TPE-Vertreter/inne/n ein absolutes "nie gesund" zu postulieren.

Hier mal meine Gedanken zu gutem vs. schlechtem "normalen" BDSM bzw. "normalem" Sex bzw. zu den jeweils denkbaren mir gut, neutral oder destruktiv erscheinenden Motivationen (als ich das schrieb, habe ich nicht an TPE gedacht): https://www.domina-frankfurt.net/614

Re: Gibt es solche Frauen?

Mi, 07.Feb 2018, 16:01
Ich habe nun im Joyclub im Unterforum "Dominanz & Unterwerfung" einen Thread eröffnet, der verblüffende Resultate liefert: mehrere Femsubs bekennen sich dort zu einem TPE-Verständnis, das ich und Lady Velvet niemals teilen würden. Teils bestätigen sie langjährige, glückliche Beziehungen. Oder finden das Gesuch des besagten Herrn "eigentlich ganz normal".

Ich glaube ja schon immer, dass es unterschiedliche Sub-Communities innerhalb des BDSM gibt. Zum Beispiel betone ich oft, wie sehr sich die lesbische, schwule und heterosexuelle BDSM-Community unterscheiden. Oder die private BDSM-Szene und die kommerzielle Branche.

Innerhalb der heterosexuellen privaten BDSM-Community kenne ich mich nicht so gut wie in der lesbisch-queeren privaten BDSM-Community aus. Inzwischen fange ich an zu glauben, dass sie viel weitläufiger ist, als ich bisher annahm.

Den Frauen aus der kommerziellen BDSM-Branche, die sich hier im Dominaforum bewegen (die wohl auch nicht repräsentativ für die gesamte kommerzielle BDSM-Branche sind) und den Frauen aus der privaten lesbisch-queeren Szene dürfte ein gewisses Emanzipationsverständnis gemeinsam sein, dass sich von TPE-Fantasien sehr stark abgrenzt.

Was aber empfinden Femsubs, die Veranstaltungen wie "Zirkel der O" oder "Clothed men naked females" besuchen? Sicher leben einige davon ihren BDSM genauso selbstverständlich in zeitlich klar limitierten Sessions aus, wie ich das ebenfalls tue - egal ob ich privat oder professionell unterwegs bin, und egal ob es Sessions ohne D/S, mit inszeniertem D/S oder mit authentisch empfundenem D/S sind. All diese Varianten kenne ich und liebe sie aktiv und passiv - nicht jedes mit jedem/jeder, aber ich switche wirklich durch sehr viele Facetten. Aber der klare Beginn und das klare Ende einer Session waren mir seit jeher wichtig. Ich mag es ja schon nicht, wenn jemand mich bzgl. einer Studio-Session anschreibt mit "Sehr verehrte Herrin, untertänigst bitte ich Sie um Audienz" - sondern weise diesen Interessenten dann darauf hin, dass er noch lediglich ein potentieller Kunde und ich eine Dienstleisterin sind, die noch versuchen müssen, miteinander ins Geschäft zu kommen. Gleiches auf einer privaten Party: wenn mich jemand andominiert, nur weil ich gerade durch meine Kleidung eher der Bottom-Seite zugeordnet werden kann, werde ich ihn/sie auch in seine/ihre Schranken weisen und betonen, dass wir erstmal in eine Vorverhandlung gehen müssen, bevor es evtl. dann einvernehmlich zum Spiel kommt - oder eben nicht.

Dennoch scheint es in gewissen Kreisen der (heterosexuellen, vielleicht auch homosexuellen) BDSM-Szene eben auch TPE-Anhänger/innen zu geben, und ich könnte mir vorstellen, dass diese manche Events stärker frequentieren als andere. Haben Menschen, die sich überwiegend auf entsprechenden (geschlechtsspezifischen) D/S-Veranstaltungen bewegen (so sie hier im DoFo überhaupt zu finden sind) dazu vielleicht Informationen?

VG, Sara

Re: Gibt es solche Frauen?

Do, 08.Feb 2018, 00:13
Mein Eindruck ist, dass es für einen Mann "leider" immer noch einfacher ist, eine devot-unterwürfige als eine starke dominante Partnerin zu finden. Ich habe mich, bevor ich vor einigen Jahren eine feste Beziehung eingegangen bin, jahrelang in allen möglichen Foren nach dominanten Powerfrauen umgeschaut, die mir kraftvoll den Hintern versohlt, mich im Ringkampf unterwirft, mir vielleicht auch die eine oder andere Ohrfeige verpassen und mir eine starke Schulter zum Anlehnen und damit die Kraft gibt, dass ich in meinem beruflichen Leben die von mir erwartete Rolle als Mann mit Führungsverantwortung wahrnehmen kann. Ich habe mit anderen Worten eine Frau gesucht, die, wenn ich im privaten Leben ankomme und die Türe verschließe, die Führung übernimmt und mich ihre Stärke spüren und genießen lässt. Und ich wäre dabei noch bereit gewesen, ihr auch in meiner devoten Rolle Kultur, Reisen und einiges andere zu geben und sie zu verwöhnen...

Was mir - wann immer ich in einem privaten Forum oder auf einer Kontaktanzeigenseite gelandet bin - immer wieder aufgefallen ist, ist, dass auf eine privat dominante Frau eine Vielzahl von dominanten Männern kommt. Ein Beispiel ist die Kontaktwebseite http://www.spanking-kontakte.de. Dort suchen etwa 400 Männer Frauen und zugleich 200 Frauen Männer. Der Unterschied: Ein erheblicher Teil der Männer suchen devote Frauen, aber fast alle Frauen suchen dominante Männer. Über die Website bin ich dann tatsächlich auf zwei dominante Damen gestoßen, mit denen ich tolle Spankingerlebnisse gehabt habe: Die eine war die hier wohl bekannte Tanja, die andere Scarlett Flag, also beide "professionelle" Dominas.

Am Ende bin ich in der Realität angekommen und habe realisiert, dass meine Vorstellungen Wunschdenken sind und ich einer Traumwelt hinterherrenne. Ich habe daraus den Schluss gezogen, dass ich meine Neigung nur bei solchen dominanten Damen ausleben kann, die Sessions professionell anbieten. Zugleich habe ich eine liebenswerte, tolle Partnerin kennengelernt, die ich um nichts in der Welt mehr gegen irgendein anderes Leben eintauschen möchte, bei der ich aber meine submissiven Sehnsüchte völlig ausblende. Inzwischen habe ich festgestellt, dass ich diese in meiner Beziehung auch gar nicht ausleben muss, weil mir meine Partnerin allein durch ihre Anwesenheit, durch ihre Wertschätzung und Liebe für mich und durch ihre Fürsorglichkeit das Gefühl gibt, an meiner Seite zu stehen und mich zu unterstützen.

Ich glaube, dass eine "Shade of Grey"-Beziehung für devote Frauen und dominante Männer wesentlich einfacher zu erreichen ist als für devote Männer und dominante Frauen, wobei es immer noch wesentlich mehr tendenziell devote Männer wie mich gibt als dominante Frauen. Offensichtlich sind beide Geschlechter doch viel mehr in traditionellem Rollendenken verhaftet als wir es in unserer modern geglaubten Gesellschaft wahrhaben möchten.

Re: Gibt es solche Frauen?

Do, 08.Feb 2018, 19:29
@leopard: Ich kann mich Lady MacLaine nur anschließen - ein wunderschöner Beitrag, in dem ich mich vor allem im vorletzten Absatz zu 100 % wiederfinde. Auf unsere wundervollen Partnerinnen!

Beste Grüße
sub marine

Re: Gibt es solche Frauen?

Do, 08.Feb 2018, 22:51
@leopard
Ich danke dir ebenfalls für deinen sehr schönen Beitrag, ich erkenne mich darin zu 100% wieder.
Ich betrachte meine gelegentlichen 'Ausflüge' als eine Art Therapie zur Kompensation zu dem Teil meiner Persönlichkeit, den ich mit meiner Frau so nicht ausleben kann - oder gar will.
Life is too short to ignore your passions
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