Bereits vor Thread-Eröffnung, mit welcher ich ja eure Meinungen und Erfahrungen erfragen möchte, teilte ich dem Suchenden mit, dass es das Gesuchte
mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gäbe. Er reagierte verblüfft:
Was will ich denn? Eine devote Frau, die eine langfristige Beziehung will mit Kind und die sich nach einem dominanten Mann und einer gelebten s/M Beziehung sehnt! Das muss es doch eigentlich geben.
Ich ließ ihn wissen, dass ich skeptisch hinsichtlich der von ihm angestrebten
Form einer "gelebten s/M Beziehung" bin, da ich nicht an besagte "Naturdevotion" als Veranlagung glaube und sich vermutlich etwaige TPE-Sehnsüchte eher auf Basis von Mißbrauchshintergründen o.ä. entwickeln,
ohne BDSM-Veranlagung zu sein. Ihnen würde dann die "Sanity" fehlen.
Er ist jedoch selbst explizit daran interessiert, dass ihre Beweggründe "sane" sind und ihre Neigung "echt" ist. Was eben die ernsthafte Frage aufwirft, ob es das gibt. Also neben allen anderen denkbaren Motivationen (Geld, Retraumatisierung etc.) auch bdsm-ethisch einwandfreie Motivationen für einen solchen Wunsch bestehen können.
Denn opposite-way bin ich mir nach entsprechendem Überdenken aller meiner eigenen Erfahrungen und Begegnungen eben doch nicht zu 100% sicher, dass
nur ein Trauma o.ä. die Voraussetzung für solch eine Beziehungskonzeption bilden kann. Meine Überzeugung ist also one-way ein "if", aber kein beidseitiges "if and only if".
Denn auch bei vielen anderen Themen (z.B. BDSM überhaupt, Sexworking, Geschlechts-Identität und sexuelle Orientierungen) stellen sich "Nicht-Betroffene" ja immer wieder die Frage, ob "das nur Kranke machen" oder postulieren dies - was wir hier sicherlich ALLE gemeinsam verneinen werden. Aber ich habe inzwischen gelernt, dass es in all diesen Fällen falsch ist, meine strikte ursprüngliche Wunschvorstellung zu vertreten, dass die Ursachen tatsächlich "niemals" psychologisch-traumatischer Natur sind. - Es gibt kein "immer" oder "nie", sondern vermutlich nur ein "häufiger" und "seltener".
Bei TPE tendiere ich zu "häufiger insane", aber maße mir letztlich eben doch nicht an, ohne persönliche Kontakte zu den jeweiligen TPE-Vertreter/inne/n ein absolutes "nie gesund" zu postulieren.
Hier mal meine Gedanken zu gutem vs. schlechtem "normalen" BDSM bzw. "normalem" Sex bzw. zu den jeweils denkbaren mir gut, neutral oder destruktiv erscheinenden Motivationen (als ich das schrieb, habe ich nicht an TPE gedacht):
https://www.domina-frankfurt.net/614