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Re: fifty-shades-of-grey.

So, 15.Feb 2015, 13:09
Handschmeichler hat geschrieben:Und der Film hinterläßt eine falsches Bild vom SM.
Ich habe mir mittlerweile den aktuellen „Stern“ besorgt. Dort ist auf Seite 83 über „Fitfy Shades of Grey“ zu lesen:

„Mit BDSM habe die Geschichte vom Helikopter fliegenden Multimillionär Christian Grey und der begeisterungsfähigen Studentin Anastasia Steele nichts zu tun. Einvernehmlichkeit, Rücksprache und Verantwortung, die Grundregeln bei BDSM, würden in der Geschichte ständig gebrochen. Mit einem durchgeknallten Stalker SM zu praktizieren, ohne Absicherung – das sei auf keinen Fall eine gute Idee.“

Die Figur Christian Grey scheint also tatsächlich gar kein SM'ler zu sein. Auch der Darsteller Jamie Dornan hat mit SM in Wirklichkeit überhaupt nichts am Hut, was er im Stern-Interview sogar offen zugibt.

Re: fifty-shades-of-grey.

So, 15.Feb 2015, 14:57
Also bitte, was erwartet man denn?
Da wird in Hollywood = teuer ein Machwerk verfilmt. Natürlich wird da schon wegen der Investitionshöhe noch mal mehr Wert auf Mehrheitsfähigkeit gelegt, als im Geschreibsel.

Und dass der Schauspieler "sogar offen zugibt", genau dies, nämlich ein DARSTELLER der Geschichte, zu sein ... so what, das ist nun mal sein Beruf. Soll er sich etwa öffentlich zu einer nicht-mehrheitsfähigen sexuellen Vorliebe bekennen? Selbst wenn er SMer wäre, was ginge das die Weltöffentlichkeit an.

Spoiler: Es hatte auch kein Superman-Darsteller den Röntgenblick. :shock: Und über Bruno Ganz wird wegen seiner Rolle im Film "Der Untergang" doch wohl auch niemand annehmen, dass er ... :shock:

Noch mal: also bitte!
Bloß weil irgendwelche Nichtwissenden völlig verfehlt und verpeilt einem Machwerk einen Stempel SM aufgedrückt haben, muss man den Mist doch weder glauben noch lesen noch sehen. So viel Selbstbewusstsein sollte man doch wohl in sich selber finden!

Das Relevante ist doch, dass man die hier bereits aufgezeichneten Fehlfarben entlarvt -> Psychokrüppel, Stalker, Übergriffe, als Unterhaltung ungefähr so zutreffend, wie Berichte über Vergewaltigungen in Indien, ...
DAS muss an die Öffentlichkeit, und wird hoffentlich dank der öffentlichen KritikerInnen auch alle erreichen, die darin mehr als ein Mädchen-Vampir-Märchen sehen, die ja auch oft on puncto correctness absolut daneben liegen.

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Re: fifty-shades-of-grey.

Di, 17.Feb 2015, 08:02
Lord-Frank hat geschrieben:
Schaut euch mal "myMistress" an - seit Donnerstag in den Onlinevideotheken und ab nächsten Freitag auf DVD und BluRay!

ist leider im 50SOG Hype untergegangen diese kleine Perle!
Danke Dir für Deinen Tip,
Die DVD werd' ich mir sicher besorgen.
lg
sixinch

Re: fifty-shades-of-grey.

Fr, 20.Feb 2015, 22:57
Mein eigener ausführlicher Blog-Kommentar zum Film "Shades of Grey" (und Buch, soweit ich es vom Hörensagen kenne - plus Beweggründe, es vielleicht zu lesen/hören):
https://www.domina-frankfurt.net/blog/i ... -grey.html

Kurzgefasst meine Meinung: Der Film ist als Beziehungsdrama vergleichbar mit anderen Beziehungs-Psychothrillern, unabhängig von SM. Als Vorlage für "guten SM" ist er absolut ungeeignet (hat aber wohl auch nicht diesen Anspruch erhoben), und ist leider daher gerade, wenn Nicht-SMer ihn ansehen und vielleicht gar als "Musterbeispiel" für SM missverstehen, gefährlich bzw. auch gesellschaftspolitisch bedenklich.

Ein bzgl. der Wirkungen auf unterschiedliche Personengruppen wirklich toller queerer Kommentar, auf den mich ein*e Freund*in hinwies:
https://sexgeek.wordpress.com/2012/09/2 ... ey-matter/

TROTZDEM finde ich die Idee, es mal als Studiosession nachzuspielen, reizvoll. Dann würde ich gern Grey sein und mein Kunde sollte die Ana sein :) Also ein doppeltes Genderplay! Spiele mit Geschlechterrollen mag ich sowieso, gegen Rollenspiele inspiriert von Filmen hab ich auch nichts einzuwenden, sondern das kann -auch dann, wenn der Film ethisch Fragwürdiges zeigt- cool sein. Die meisten Rollenspiele mindfucken dadurch, ethisch Fragwürdiges zu spielen - wichtig wäre mir aber die diesbzgl. Reflektiertheit des Kunden....

Ohne Genderplay (Kunde spielt Grey, Erotikdienstleisterin spielt Ana) könnte ich mir auch eine Freundin vorstellen, die darauf vielleicht als Ana Lust hätte. (Ich selbst nicht, weil ich keinen passiven GV anbiete. Es sei denn, auch der wäre gespielt....dann könnte es Spaß machen:) Ansonsten wäre ich auch gern in wechselnden Rollen dabei, z.B. als Anas Mitbewohnerin, als Greys Assistentin, als Greys Mama, als Anas Mama .....
slave-nrw hat geschrieben:Das wäre Wellness-pur !!!! %klatsch%
Das (und die anderen Kommentare, daß die Praktiken nicht "hart genug" sind) würde mich nicht stören: "Wellness pur" kenne ich im BDSM als "Sensual Play". Sicherlich sind wir uns alle einig, daß der Film keinen extremen S/M (im Sinne von "intensives Painplay") zeigt, aber auch Sensual Play hat eine Daseinsberechtigung (und überlappt teils auch mit Tantra: https://www.domina-frankfurt.net/tantra ... ywork.html - ich mag und kenne solche "Schnittmengen" insbesondere seit meinen Besuchen der Xplore-Events in Berlin....)

Ein Nachspielen eines vorgegebenen Settings (hier eben: des Films) macht die Session dann auch noch zu einem Roleplay. Wenn jemand sonst "Chef/in und Angestellte/r" spielt oder "Mama und Baby", ist es ja auch BDSM ohne Focus auf Schmerzpraktiken.....

Also:
Achtererer hat geschrieben:In welchen Studio Bremens kann man den Film nachspielen ?
Lust auf Nachspielen des Films hätte ich! Ich bin zwar selbst nicht Bremerin, könnte mir aber einen Escort dorthin vorstellen. Ab und zu bin ich sowieso da in der Nähe.... oder falls du mal in der Gegend von Frankfurt bist, sei mir ebenfalls gerne willkommen! Aber ich gehe eigentlich auch davon aus, dass sich in den meisten Studios wohl Spielerinnen finden lassen, die da ebenfalls Lust darauf hätten (u.U. auch, obwohl sie den Film eigentlich blöd finden, aus Rollenspiel-Lust heraus) - oder irre ich mich da?

Re: fifty-shades-of-grey.

Sa, 21.Feb 2015, 08:00
fast schon OT:
Im Fernsehen lief ein Bericht über den Film. In einem Kino lief der Film zeitgleich in 9 Säälen, so voll war es. 90% davon Frauen.
Im Interview nach dem Film ging es bei allen in die selbe Richtung: Sie vermissen die Dominanz des / ihres Mannes.

Liest man dieses Forum, wollen alle Männer dominiert werden.
Hört man die Damen, wollen alle dominiert werden.

Wer soll denn am Ende dominieren?
Woher kommt es, dass offenbar die Mehrheit dominiert werden möchte?

Re: fifty-shades-of-grey.

Sa, 21.Feb 2015, 09:04
Herr Müller-Schulze hat geschrieben: Woher kommt es, dass offenbar die Mehrheit dominiert werden möchte?
Wegen der Geborgenheit.
(Das sage ich zumindest aus der Perspektive einer Switcherin, die professionell zwar nur dominiert bzw. sadistisch/fetischistisch "bespielt", sich privat aber auch -manchmal, nicht immer- dominieren läßt und noch häufiger masochistisch "bespielen" läßt.)

Wer "dominiert werden will", will sich fallenlassen, mal das Hirn abschalten, will evtl. intensive Körperwahrnehmung spüren. Alles ganz normale Wünsche, finde ich, die auch mit Vanille-Sex funktionieren können (und vermutlich auch da der Haupt-Beweggrund sind!!!), im BDSM aber noch gesteigert werden.

Ich glaube nicht an "24/7", d.h. ich will nicht immer mein Hirn abschalten etc., aber ich will eben manchmal auch einfach passiv genießen und "blind vertrauen" - aber natürlich dem/der "richtigen" Partner/in ..... und das gilt auch wieder für jede/n: NIEMAND will missbräuchlich dominiert werden (auch wenn manche/r das sich nicht bewußt macht: in der Fantasie ist einiges geil, was real nicht geil wäre!) .... und wer nach "mehr Dominanz des Partners" schreit, hat oft -bewußt oder unbewusst- ganz bestimmte Facetten von Dominanz im Kopf (oder auch nur vage Vorstellungen davon) und schließt andere aus (oder denkt einfach nicht daran, daß er/sie diese ausschließen wollen würde, wenn er/sie daran denken würde).

Aber Geborgenheit, Fallenlassen, Vertrauen, Körperlichkeit sind erstmal per se menschliche Grundbedürfnisse.

Und insbesondere, wenn es in der eigenen Partnerschaft an irgendwas hapert (meist am Engagement BEIDER Partner) hätte mensch (ob Mann oder Frau) nunmal oft gerne, daß sich das Gegenüber mal aktiver engagieren würde und dabei passenderweise genau die heimlichen Knöpfe drücken würde, die das eigene Begehren wieder aufflammen lassen würde, das eigene Vertrauen wieder herstellen, den eigenen Körper wieder fühlbarer machen würde o.ä. - ich glaube, deswegen TRÄUMEN mehr Menschen von Passivität als von Aktivität (Aktivität ist eher sessionweise bzw. dateweise attraktiv, nämlich zwar einerseits ein Kick, aber andererseits eben auch mental und/oder körperlich anstrengend: Kontrolle, Führung, Züchtigung, Entscheidungen, Verantwortung..... auch dies Bedürfnisse des menschlichen Geistes, aber doch selener als "Dauerzustand" ausfantasiert sondern eher als zeitweilige "Action", nach der dann auch wieder eine Pause nötig oder zumindest doch angenehm ist .....)

Re: fifty-shades-of-grey.

Sa, 21.Feb 2015, 21:46
Da stellt der Achterer die Frage

In welchen Studio Bremens kann man den Film nachspielen ?

und was kommt dabei heraus?

Davon mal abgesehen, dass es unmöglich ist, einen Film in einem Studio nachzuspielen, ist es schon bemerkenswert, welche Antworten, besser Reaktionen, diese Frage hervorgerufen hat.

Meine Deutschlehrerin hätte mit rotem Stift geschrieben

"Thema verfehlt"
Mag die Leidenschaft, die Leiden schafft.

Nicht, weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer

Die Schmerzen und Qualen des Sklaven sind zur Ergötzung und Freude der Herrin,
die Spuren sind sein Lohn

Re: fifty-shades-of-grey.

Sa, 21.Feb 2015, 21:59
Na, ich bin -so ziemlich als einzige?- auch (wenn auch nicht ausschließlich) auf das "Nachspielen" eingegangen und halte es nicht für unmöglich:
sara hat geschrieben:
TROTZDEM finde ich die Idee, es mal als Studiosession nachzuspielen, reizvoll. Dann würde ich gern Grey sein und mein Kunde sollte die Ana sein :) Also ein doppeltes Genderplay! Spiele mit Geschlechterrollen mag ich sowieso, gegen Rollenspiele inspiriert von Filmen hab ich auch nichts einzuwenden, sondern das kann -auch dann, wenn der Film ethisch Fragwürdiges zeigt- cool sein. Die meisten Rollenspiele mindfucken dadurch, ethisch Fragwürdiges zu spielen - wichtig wäre mir aber die diesbzgl. Reflektiertheit des Kunden....

Ohne Genderplay (Kunde spielt Grey, Erotikdienstleisterin spielt Ana) könnte ich mir auch eine Freundin vorstellen, die darauf vielleicht als Ana Lust hätte. (Ich selbst nicht, weil ich keinen passiven GV anbiete. Es sei denn, auch der wäre gespielt....dann könnte es Spaß machen:) Ansonsten wäre ich auch gern in wechselnden Rollen dabei, z.B. als Anas Mitbewohnerin, als Greys Assistentin, als Greys Mama, als Anas Mama ..

Ein Nachspielen eines vorgegebenen Settings (hier eben: des Films) macht die Session [..] zu einem Roleplay. Wenn jemand sonst "Chef/in und Angestellte/r" spielt oder "Mama und Baby", ist es ja auch BDSM ohne Focus auf Schmerzpraktiken.....


Lust auf Nachspielen des Films hätte ich! [..]Aber ich gehe eigentlich auch davon aus, dass sich in den meisten Studios wohl Spielerinnen finden lassen, die da ebenfalls Lust darauf hätten (u.U. auch, obwohl sie den Film eigentlich blöd finden, aus Rollenspiel-Lust heraus) - oder irre ich mich da?
Es ist genauso möglich, "Christian" und "Ana" zu spielen wie "Mama" und "Baby", "Kathy Bates" und "Heiminsasse", "Schneewittchen" und die "böse Stiefmutter", "Bill Gates" und "Monica Lewinsky", "Frankenstein" und "Frankensteins Monster" - je klarer die Vorgabe ist, desto genauer muss man sich halt vorher absprechen, wie detailliert man sich an diese halten möchte (und wenn ja, an welche Details) oder auch frei interpretieren mag ..... natürlich kann man nicht im Helikopter fliegen, aber durchaus den Flug damit ebenso kreativ nachspielen wie eine Fahrt auf einem Fischerboot (vgl. dazu https://www.domina-frankfurt.net/rollenspiele.html) ....

Re: fifty-shades-of-grey.

So, 22.Feb 2015, 09:05
Ich kenne diesen Film nicht und werde ihn mir auch nicht ansehen, aber das, was ich darüber gehört habe ist nicht immer positiv. So soll er nicht unbedingt der Realität entsprechen.
Ich will nicht bezweifeln oder anzweifeln, dass es möglich ist, eine bestimmte Szenne in etwas und mit eigener Interpretation nachzuspielen, aber einen ganzen Film?
Ist das machbar?
Jede Person müsste ein Drehbuch haben, an das sie sich zu halten hat.
Evtl. müsste eine dritte oder vierte Person hinzugezogen werden.
Wie lang soll die Session werden bzw. in wieviele Session soll es gemacht werden?
Wird bei mehreren Session immer der passende Anschluß gefunden?
Wird die Lady den Erwartungen gerecht werden? Bei solchen Szenarien spielt das Kopfkino eine sehr große Rolle und dementsprechend hoch ist die Erwartung.
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