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Ärztliche Erfassung durch neue Gesetztesnorm

Di, 01.Feb 2005, 01:30
Wenn man heutzutage mit SM-Verletzungen vom Arzt behnadelt wird, wird man nach einem vorgeschriebenen Schlüssel erfasst und muß damit rechnen, dass die Krankenkasse manches nicht bezahlt oder man wegen Datenvernetzung andere Nachteile hat. Es wäre daher toll, wenn hier eine Liste mit vertrauenswürdigen ÄrztInnen entstehen könnte.
Hier eine Bericht des BVSM zu diesem Thema:

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Das DIMDI hat eine Ausschreibung für die "ICD-10-GM-2006" eröffnet. Bis zum 31.03.2005 können Änderungsvorschläge eingereicht werden. Im AK Psychologie und Sexualwissenschaft wird bereits an einem Änderungsvorschlag für die ICD-10-GM-2005 gearbeitet.



Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) hat eine Ausschreibung für Änderungsvorschläge zu dem Diagnoseschlüssel ICD-10-GM eröffnet, um den Schlüssel für die 2006 gültige Version zu überarbeiten. Die ICD-10 ist die "International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th revision" der Weltgesundheitsorganisation (WHO); in Deutschland ist die vom DIMDI betreute German Modification (GM) in der Krankenkassenabrechnung in Gebrauch.
In der ICD werden u.a. "Fetischismus" (F65.0), "Transvestitischer Fetischismus" (F65.1) und "Sadomasochismus" (F65.5) als Teil der "Störungen der Sexualpräferenz" (F65) bei den "Psychischen und Verhaltensstörungen" (F-Nummern) geführt. Diese Diagnoseschlüssel entbehren logischer und wissenschaftlicher Grundlage; die Pathologisierung von sexuellen Vorlieben scheint traditionell und kulturell begründet zu sein. Neuere wissenschaftliche Arbeiten legen nahe, dass Diagnose und Therapie bei anderen Bereichen des Persönlichkeitsprofils ansetzen müssen. Nicht ein Verhalten ist als krankhaft einzustufen, sondern die Motivation dahinter. Paraphiles Verhalten ist bestenfalls symptomatisch für andere Störungen, die dem zugrunde liegen. Die Erfassung eines Sachverhalts, der nicht zwingend symptomatisch für eine Störung sein muss, macht für einen Diagnoseschlüssel keinen Sinn. Diese Diagnoseschlüssel sind damit überflüssig.
Veraltete Diagnoseschlüssel wirken sich nachträglich auf die medizinische Versorgung aus, da sie eine unvoreingenommene Weiterbildung der Ärzte und Psychotherapeuten unwahrscheinlicher machen und Misstrauen seitens der Patienten begründen. Die personenbezogene Krankenkassenabrechnung sorgt für weitere Verunsicherung.
Diese Diagnoseschlüssel sind auch für den Teil der SMler nachteilig, die keine medizinische oder psychotherapeutische Hilfe in Zusammenhang mit ihren sexuellen Vorlieben in Anspruch nehmen. Eine sexuelle Minderheit wird mit einem amtlichen Diagnoseschlüssel als geisteskrank ("Psychische und Verhaltensstörungen") stigmatisiert. Dies kann als Rechtfertigungsgrund für Diskriminierung missbraucht werden. Darüber hinaus werden Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit erschwert. Für die Schwulen- und Lesbenbewegung war es ein grundlegender Schritt, die Diagnose "Homosexualität" aus der ICD entfernen zu lassen.

Im Ak Psychologie und Sexualwissenschaft wird derzeit an einem Änderungsvorschlag für die ICD-10-GM gearbeitet.
Freundlicherweise will der AK diesen Änderungsvorschlag der BVSM für eine Einreichung im Rahmen der BVSM-Lobbyarbeit anbieten. Der Vorschlag wird auf den BVSM-Webseiten veröffentlicht und anderen Gruppen oder Einzelpersonen zur weiteren Verwendung für eigene Einreichungen zur Verfügung gestellt.
Der AK Psychologie und Sexualwissenschaft ist eine unabhängige und ergebnisoffene deutschsprachige Diskussions- und Arbeitsgruppe, die die BVSM als korporatives Mitglied inhaltlich unterstützt. Der Arbeitskreis wird von der BVSM unterstützt mit Infrastruktur in Form von Webspace und Mailingliste.

Links:
AK Psychologie und Sexualwissenschaft www.bvsm.de/ak-psychologie.html
Lobbyarbeit der BVSM www.bvsm.de/icd10/
ReviseF65 www.revisef65.org
Aktuelle Ausschreibung des DIMDI www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/aktuell.html
ICD online beim DIMDI www.dimdi.de/de/klassi/diagnosen/icd10/ls-icdhtml.htm
ICD bei der WHO www.who.int/classifications/icd/en/
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