Hallo,
mein Vater hatte Anfang der 60er Jahre eine ganze Weile an einer Tankstelle gearbeitet.
Dabei hatte er sich eine Bleivergiftung zugezogen, deren Folgen ihn bis ins hohe Alter, er wurde 82, in seiner Gesundheit beinträchtigten.
Wiederkehrender Ausfall der Zehen- und Fingernägel waren dabei die offensichtlichsten Folgen.
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Auszug aus der Seite:
http://www.m-ww.de/pharmakologie/giftstoffe/blei.html
Aufnahme in den Körper
Besonders industrielle Aktivitäten verursachen die Belastung des menschlichen Körpers mit Blei.
Bleistäube wirken sehr giftig.
Meist werden Blei und Bleisalze jedoch über Nahrungsmittel oder mit dem Trinkwasser (z.B. durch Bleirohre) aufgenommen. Das Schwermetall reichert sich im Körper an und lagert sich vor allem in den Knochen ein.
Die Ausscheidung von Blei erfolgt relativ langsam.
So beträgt die biologische Halbwertszeit (BHWZ) in der Knochenrinde, also dem kortikalen Knochen, zwischen 10 und 20 Jahren, für den trabekulären Knochen mehrere Jahre, was zu einem Mittelwert der gesamten Knochen von ca. 10 Jahren führt.
Im Blut dagegen beträgt die biologische Halbwertszeit nur 20-30 Tage.
Für den restlichen Organismus geht man von einer BHWZ von einigen Jahren aus.
Bleihaltige Nahrungsmittel
Etwa 10 % des Schwermetalls werden bei Erwachsenen über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen.
Bei Kindern sind es sogar 50 %. Mit dem Blutstrom erreicht das Blei dann Organe, wie z.B. das Nervensystem, die Leber und die Niere. Weil Blei die Plazentaschranke ohne weitere Probleme passiert, kann auch das Ungeborene bereits belastet werden.
Der größte Anteil des aufgenommenen Bleis sammelt sich jedoch in den Knochen und Zähnen (sog. Bleidepot).
Bleihaltige Glasuren von Keramikgefäßen können auf Lebensmittel übergehen. Wie andere Schwermetalle akkumuliert sich auch Blei in Sedimenten und Klärschlämmen und gelangt über belastete Böden und Gewässer letztendlich in Pflanzen und Tiere und damit in die Nahrungskette.
Abgase bringen Blei in die Atmosphäre. Über Kraftfahrzeugabgase (Bleitetraethyl), durch Abfallverbrennung, andere Feuerungsanlagen und bleiverarbeitende Betriebe gelangt das Schwermetall in die Umwelt.
Durch Einführung des bleifreien Benzins ist die Umweltbelastung mit Blei jedoch stark zurückgegangen.
Mit der Luftströmung wird der Schadstoff über weite Strecken transportiert und geht schließlich auf der Erdoberfläche nieder.
So entsteht bleihaltiger Staub auf der Oberfläche von Früchten und Blättern.
Bleihaltige pflanzliche Futtermittel übertragen das Umweltgift dann wiederum auf tierische Lebensmittel. Besonders die Leber von beispielsweise Rindern gilt als schwermetallbelastet.
Seefische und Meeresfrüchte können ebenfalls bleibelastet sein. Über die Nahrungskette (bakterienfressendes Plankton, planktonfressende Friedfische, Raubfische, Mensch) gelangt das Umweltgift in den menschlichen Körper.
Bleivergiftung
Das Einatmen von Bleistäuben kann zu Erbrechen, Koliken und zu Kreislaufversagen führen.
Häufiger ist jedoch die schleichende Bleivergiftung, wenn kleinere Mengen von Blei und Bleisalzen über einen längeren Zeitraum aufgenommen werden.
Die sog. Bleikrankheit äußert sich mit Symptomen wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Hautblässe oder Muskelschmerzen. Bleisulfid kann schwarze Ränder am Saum des Zahnfleisches verursachen und kennzeichnet chronische Bleivergiftungen. Neuen Studien zufolge erhöht Bluthochdruck die Toxizität von Blei.
Blei schädigt vor allem das Nervensystem, die Nieren und beim Erwachsenen auch das Herz-Kreislaufsystem.
Weil es sich im Knochen einlagert, ist auch das blutbildende System betroffen. Folgende Symptome können auf eine Bleivergiftung hinweisen: Verminderung von Lern- und Gedächtnisleistungen sowie Verringerung des Intelligenzquotienten (IQ), Blutarmut, Erhöhung der Hörschwelle, Nierenfunktionsstörungen und ein leichter Blutdruckanstieg bei Erwachsenen.
Bleibelastungen während der Schwangerschaft können zu Früh- und Totgeburten führen, verursachen aber auch Fehlbildungen sowie vermindertes Geburtsgewicht. Tierversuche weisen darauf hin, dass Blei auch krebserzeugende Wirkung besitzt.
Blei-Grenzwerte
Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt für Blei einen PTWI-Wert (Provisional Tolerable Weekly Intake) von 25 µg pro kg Körpergewicht an. Dieser Wert beschreibt die vorläufig duldbare wöchentliche Aufnahmemenge.
Von der Europäischen Gemeinschaft wurden Höchstgehalte für Blei in Lebensmitteln erlassen. Im Folgenden einige Beispiele für Höchstgehalte: 0,1 mg pro kg Fleisch, Obst und Gemüse; 0,2 mg pro kg Fisch und Getreide; 0,3 mg pro kg Blattgemüse; 1,5 mg pro kg Muscheln und 0,02 mg pro Liter Milch. Fruchtsäfte dürfen nicht mehr als 0,05 mg Blei pro Liter enthalten und laut Trinkwasserverordnung darf das Trinkwasser nicht stärker als mit 40 µg Blei pro Liter belastet sein.
Prophylaxe
Um die Gesundheitsgefahren, die vom Blei ausgehen, so gering wie möglich zu halten, hier einige Hinweise und Tipps für den Umgang mit Blei und bleihaltigen Lebensmittel:
Blei darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
Das Schwermetall und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen.
Die Freisetzung von Blei in die Umwelt gilt es auf jeden Fall zu vermeiden. Die Einleitung von Blei mit Abwasser ist abgabepflichtig.
Obst und Gemüse sollten grundsätzlich vor dem Verzehr gründlich gereinigt und möglicherweise geschält werden.
Äußere Blätter sollte man entfernen.
Innereien jeglicher Art sollten nur gelegentlich, also im zwei- bis dreiwöchigen Abstand, verzehrt werden.
Für Lebensmittel nur Gefäße verwenden, deren Glasur ausdrücklich als bleifrei gekennzeichnet ist.
Ist das Herstellungsverfahren unklar, sollten darin keine Lebensmittel aufgehoben werden.
Um eine gesundheitliche Gefährdung durch Blei auszuschließen, sollten Schwangere und Stillende auf den Verzehr bestimmter Fische und der Erzeugnisse daraus verzichten.
Dazu gehören Haifisch, Buttermakrele, Schlangenmakrele ("Butterfisch"), Barsch, Aal, Rotbarsch, Steinbeißer, Schwertfisch, Heilbutt, Hecht, Seeteufel und Thunfisch.