Interessanter Bericht, auch wenn er leider hinter der Bezahlschranke steckt.
https://m.bild.de/news/inland/zwangspro ... c37fbfdbe7
Ich habe ihn gelesen und fand ihn wirklich interessant. Gerade weil Lady Jenna sehr persönliche Einblicke in ihr Leben gibt – von einer Kindheit mit Missbrauch über die Zeit, in der sie zur Prostitution gezwungen wurde, bis hin zu ihrem heutigen Leben als Domina.
Was ich daran besonders spannend fand: Der Bericht zeigt, dass hinter einer Domina ein Mensch mit einer ganz eigenen Lebensgeschichte steht. Er vermittelt auch, dass Domina in erster Linie ein Beruf ist und nicht etwas, womit man zwangsläufig geboren wird. In der Szene entsteht manchmal der Eindruck, manche seien schon immer eine „geborene Femdom“ gewesen. Dieser Bericht zeichnet für mich ein deutlich differenzierteres Bild und zeigt, dass Menschen ihren Weg oft erst durch ihre Erfahrungen finden.
Re: Wie Lady Jenna zur Domina wurde
Do, 02.Jul 2026, 08:07Wer Lady Jenna heute begegnet, trifft auf eine eigenständige, selbstbewusste junge Frau. Das veranlasst mich zu der These, dass der Weg zum SM und zur Domina sich positiv ausschlägt, so einige Wunden schließen kann, weil die Anbieterin genau hier selbstbestimmt und - organisiert agiert. Es erfordert viel Verarbeitung und Stärke, weiterhin auch das Gute zu erkennen und offen zu bleiben ( wobei BILD bekanntermaßen es mit Sachlichkeit usw. nicht so genau nimmt ).
Sehr mutig, dass Jenna so private Einblicke in ihr Leben gibt.
DomHunter
Sehr mutig, dass Jenna so private Einblicke in ihr Leben gibt.
DomHunter
Re: Wie Lady Jenna zur Domina wurde
Do, 02.Jul 2026, 12:56naja Click Bait Jäger wie die Bild suchen sich solche Geschichten aus wohl wissend, dass sie hier den Befürwortern des Berufsverbot für Sexarbeit in die Hände spielen.
Die Story einer Frau, die sich bewusst für den Beruf der SDL entschieden hat wäre ja auch langweilig und würde keinen Clicks bringen.
Nicht dass ich den Wahrheitsgehalt des Berichtes (ungelesen) anzweifle, aber ich glaube so ein Bericht mit Missbrauch und Zwangsprostitution ja genau das widerspiegelt was die Verbotsfraktion will.
Die Story einer Frau, die sich bewusst für den Beruf der SDL entschieden hat wäre ja auch langweilig und würde keinen Clicks bringen.
Nicht dass ich den Wahrheitsgehalt des Berichtes (ungelesen) anzweifle, aber ich glaube so ein Bericht mit Missbrauch und Zwangsprostitution ja genau das widerspiegelt was die Verbotsfraktion will.
Re: Wie Lady Jenna zur Domina wurde
Do, 02.Jul 2026, 13:51Woher nimmst du die Erkenntnis, wenn du den Bericht noch nicht mal gelesen hast!?Janus4252 hat geschrieben: ↑Do, 02.Jul 2026, 12:56naja Click Bait Jäger wie die Bild suchen sich solche Geschichten aus wohl wissend, dass sie hier den Befürwortern des Berufsverbot für Sexarbeit in die Hände spielen.
Die Story einer Frau, die sich bewusst für den Beruf der SDL entschieden hat wäre ja auch langweilig und würde keinen Clicks bringen.
Nicht dass ich den Wahrheitsgehalt des Berichtes (ungelesen) anzweifle, aber ich glaube so ein Bericht mit Missbrauch und Zwangsprostitution ja genau das widerspiegelt was die Verbotsfraktion will.
Re: Wie Lady Jenna zur Domina wurde
Do, 02.Jul 2026, 15:40Absolut tendenziöser Pro Verbots Artikel, Kernaussage: egal wie selbstbestimmt Frauen zu arbeiten meinen, es steckt doch immer Trauma und Zwangsprostitution dahinter.
Re: Wie Lady Jenna zur Domina wurde
Do, 02.Jul 2026, 16:36@Lady Velvet Steel:
was anderes kann man von der Bild nicht erwarten und da hilft es auch nicht wenn dann geschrieben wird, dass sie den Absprung geschafft hat.
Das ist dann immer so eine Ausnahme zur Bestätigung der Regel.
@Alex_du: Klasse, dass du zitieren kannst
was anderes kann man von der Bild nicht erwarten und da hilft es auch nicht wenn dann geschrieben wird, dass sie den Absprung geschafft hat.
Das ist dann immer so eine Ausnahme zur Bestätigung der Regel.
@Alex_du: Klasse, dass du zitieren kannst
Re: Wie Lady Jenna zur Domina wurde
Do, 02.Jul 2026, 17:40Und ich bewundere deine qualifizierten Antworten auf einfache FragenJanus4252 hat geschrieben: ↑Do, 02.Jul 2026, 16:36@Lady Velvet Steel:
was anderes kann man von der Bild nicht erwarten und da hilft es auch nicht wenn dann geschrieben wird, dass sie den Absprung geschafft hat.
Das ist dann immer so eine Ausnahme zur Bestätigung der Regel.
@Alex_du: Klasse, dass du zitieren kannst
Re: Wie Lady Jenna zur Domina wurde
Do, 02.Jul 2026, 19:36Daher lehnen wir im LUX Bild & Co Anfragen auch sofort kategorisch ab. Springer Verlag kommt mir nicht ins Haus.
Re: Wie Lady Jenna zur Domina wurde
Do, 02.Jul 2026, 22:26Der Artikel hat vermutlich das Ziel, Studien zum Thema zu diskreditieren. Es werden zwei Schicksale angeführt und Zahlen ohne Zusammenhang dahingeworfen, geschweige denn dass eine einfache Plausibilitätsprüfung stattfinden würde, wie sie von Journalisten bei Tatsachenaussagen eigentlich gefordert wird. Alles Nebelkerzen.
Da Zahlen und Plausibilitätsbetrachtungen in meinem Alltagsleben eine Rolle spielen, beschränke ich mich mal da auf ein paar Aussagen.
Gleich im ersten Satz des Artikels:
Deutschland hat aktuell ca. 42 Mio weibliche Einwohnerinnen. Das würe heißen, dass grob jede 105 Frau in Deutschland als Prosituierte arbeitet. Ok, es gibt im Bereich auch Männer, aber die sind trotz allem deutlich unterrepräsentiert. Selbst bei Gleichverteilung wäre es eine von grob 210 Personen. Das scheint mir nicht plausibel, denn dann müssten viele Leute jemand im allgemeinen erweiterten Bekanntenkreis haben, der im Bereich tätig ist.
Auch andere Vergleichszahlen sprechen eher dagegen. Stand 31.12.2025 gab es laut Bundesärztekammer 446 000 berufstätige Ärzte in Deutschland. Medizin ist ein Lichtbereich und gehört zur anerkannten Grundversorgung. In sofern ist es erstaunlich, dass die Zahl der Prostituierten nahezu gleich groß sein soll wie die der Berufstätigen Ärzte). Im Bauhauptgewerbe waren 2024 laut statistischem Bundesamt 531 000 Personen tätig. Das sind nicht so viel mehr als die angebliche Anzahl der Prosituierten.
Zwei im Ansatz unterschiedliche Plausibilitätsbetrachtungen legen nahe, dass die angegebene Zahl deutlich zu hoch ist. Hier müsste detailliert überprüft werden oder die Zahl dürfte nicht als Tatsache aufgeführt werden. Grobes journalistisches Fehlverhalten, das eine Offenlegung der Basis der Daten (zur Plausibelmachung) oder eine Gegendarstellung erfordern würde.
Nach Quellenrecherche wurde diese Zahl erstmals 1985 in der Zeitschrift Emma erwähnt, damals noch für Westdeutschland. Seit dem hat sie sich verselbstständigt.
Auffällig ist schon, dass sie sich, entgegen aller Erwartungen, im Rahmen der Wiedervereinigung nicht erhöht hat. Das ist um so seltsamer, da sich nach 1985 nicht nur die Bevölkerungszahl erhöht, sondern auch der Wohlstand, respektive das inflationsbereinigte freie Einkommen pro Peson immer wieder geändert hat. Alles Alarmsignale erster Güte, die es vierbieten, die Zahl ohne gründlcihe Recherche zu verwenden.
Der Betrag scheint riesig zu sein. Tatsächlich ist er aber für die angebliche Größe des Gewerbes eher klein. Das Bauhaptgewerbe ist nach angegebenen Zahlen ca. 25% größer (siehe oben). Laut Hauptverband der deutschen Bauindustrie wurden in diesem Bereich in 2025 aber knapp 172 Milliarden Euro umgesetzt. Ok, es sind dort auch Waren (Beton, Teer) dabei, aber trotzdem ist ein Faktor 12 nicht allein damit zu erklären.
Anderer Ansatz: 14 Milliarden auf 400 000 Dienstleisterinnen ergibt 35 000 € Brutto pro Dienstleisterin und Jahr. Klingt erst mal nach viel, ist es aber nicht. Der mindestlohn in Deutschland beträgt aktuell 13,90 €. Bei 40 Stunden die Woche macht das im Jahr 28 912 €. Man muss aber beachten, dass der Mindestlohn in abhängigen Arbeitsverhältnissen gezahlt wird. Diese haben keine intrinsischen Nebenkosten. Bei erotischen Dienstleistungen sind die dort tätigen in aller Regel selbstständig. Das heißt es kommen Kosten für Werbung, ggf. Location-Miete, Ausstattung dazu. Außerdem müssen sie die Sozialvorsorge komplett selber tragen, ohne Arbeitgeberanteil.
Nun kann man dagegen halten, dass ein nicht unerheblicher Anteil die Tätigkeit nur gelegentlich und keinesfalls in Vollzeit ausübt. Trotzdem erscheint die Zahl im Vergleich deutlich zu niedrig. In der Gesamtschau würde aber eher nahe liegen, dass die Zahl der im Bereich tätigen deutlich zu hoch angesetzt ist.
In Deutschland leben etwas mehr als 41 Millionen Männer (Quelle Statistische Bundesamt abgerufen 2.7.2026). Das heißt der durchschnittliche Mann nimmt ca. alle 35 Tage eine Sexdienstleistung in Anspruch. Etwas seltener als ein mal im Monat. Das ist viel.
Gleichzeitig sagen andere Zaheln (Quelle Spektrum der Wissenschaft), dass im gesamten Leben ca. 27% der Männer in Deutschland für sexuelle Dienstleistungen bezahlt hat. Das hieße, nicht alle 35 Tage sondern alle 9 Tage ein Besuch. Tatsächlich geben aber nur 4% an, innerhalb eines Jahres entsprechende Dienstleistungen in Anspruch genommen zu haben. Das heißt, der Durchschnittskunde nähme etwas häufiger als alle 1,4 Tage eine sexuelle Dienstleistung in Anspruch. Selbst bei 50€ pro Besuch käme man auf ca. 1000€ pro Monat. Der Bevölkerungsanteil, der über entsprechende finanzielle Mittel verfügt, dürfte nicht unbedingt so hoch sein.
Würde man Gleichverteilung annehmen und die Frauen dazu nehmen, würden sich die Abstände etwas mehr als verdoppeln und die Geldbeträge ungefähr halbieren. Auch das wäre noch unplausibel.
Nebenbei ist die Quellenangabe falsch. Es handelt sich nicht um eine vom Bundesfamilienministerium ermittelte Zahl. Sie wird an den Fundstellen dort (soweit ich es überblicken konnte) immer als Zitat aufgeführt. Es wird also versucht die Zahl durch falsche Zuschreibung seriös zu machen. Auch das wieder eine grobe journalistische Verfehlung.
Eine Quellenrecherche ergibt, dass diese Zahl erstmalig 1988 von der Organisaton Hydra als Abschätzung für Westdeutschland angeführt wurde. Pikanterweise wurde sie aus fragwürdigen Zahlen abgeleitet um zu zeigen, dass diese Zahlen nicht plausibel sein können.
Hier wird wissentlich erst höhere Zahl aller Fälle angegeben, nicht nur sexuelle Ausbeutung, sondern auch Ausbeutung der Arbeitskraft... Außerdem bleibt unklar, ob es sich um Fälle von "Menschenhandel zum Zwecke der Ausbeutung" oder um Fälle von "Menschenhandel" und Fälle von "Ausbeutung" getrennt handelt. Nicht jede Ausbeutung ist mit Menschenhandel verbunden.
Nicht weiter danach wird es präzisiert:
Sexuelle Ausbeutung liegt also darunter, wohl auch die ohne Bezug auf Menschenhandel.
Vor allem aber ist ein abgeschlossenes Ermittlungsverfahren nicht automatisch mit einer Tat gleichzusetzen. Jeder hinreichende Anfangsverdacht bringt ein Ermittlungsverfahren. Im Laufe des Verfahrens lässt siche der Verdacht entweder erhärten oder auch nicht. Stellt er sich als unbegründet heraus, wird das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt. Aber auch eingestellte Verfahren gelten in der Statistik als abgeschlossen.
Aussagekräftigere Zahlen wären hier die Anzahl der Anklagen oder noch besser die Anzahl der Verfahren, die in Verurteilungen geendet hat.
Bei diesen Dingen handelt es sich um Grundwissen, das jeder mal an der Schule gelernt hat (unabhängig vom Schultyp). Die Zahlen trotzdem so irreführend darzustellen ist journalistisch zumindest sehr dünnes Eis.
All denen, die zur Abwechslung mal was fundiertes und wissenschaftlich seriöses zm Thema lesen wollen, lege ich die Veröffentlichungen im Zusammenhang mit dem Evaluationsbericht zum ProstSchG des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen ans Herz.
Der Evaluationsbericht selber ist allerdings lang und nichts, was man mal nebenbei lesen kann. Er braucht volle Konzentration. Dazu kommen noch Zusatzveröffentlichungen. Besonders interessant eine ca. 100 Seiten lange, die sich mit der Frage der Freiwilligkeit auseinandersetzt. Beides trotzdem äußerst Lesenswert, auch wenn mindestens es ein komplettes Wochenende braucht, den Bericht durchzuarbeiten.
Die Kurzzusammenfassung ist leicht zu verstehen und skizziert das wesentliche recht gut.
Da Zahlen und Plausibilitätsbetrachtungen in meinem Alltagsleben eine Rolle spielen, beschränke ich mich mal da auf ein paar Aussagen.
Gleich im ersten Satz des Artikels:
Jenna ist eine von rund 400.000 Prostituierten in Deutschland.
Deutschland hat aktuell ca. 42 Mio weibliche Einwohnerinnen. Das würe heißen, dass grob jede 105 Frau in Deutschland als Prosituierte arbeitet. Ok, es gibt im Bereich auch Männer, aber die sind trotz allem deutlich unterrepräsentiert. Selbst bei Gleichverteilung wäre es eine von grob 210 Personen. Das scheint mir nicht plausibel, denn dann müssten viele Leute jemand im allgemeinen erweiterten Bekanntenkreis haben, der im Bereich tätig ist.
Auch andere Vergleichszahlen sprechen eher dagegen. Stand 31.12.2025 gab es laut Bundesärztekammer 446 000 berufstätige Ärzte in Deutschland. Medizin ist ein Lichtbereich und gehört zur anerkannten Grundversorgung. In sofern ist es erstaunlich, dass die Zahl der Prostituierten nahezu gleich groß sein soll wie die der Berufstätigen Ärzte). Im Bauhauptgewerbe waren 2024 laut statistischem Bundesamt 531 000 Personen tätig. Das sind nicht so viel mehr als die angebliche Anzahl der Prosituierten.
Zwei im Ansatz unterschiedliche Plausibilitätsbetrachtungen legen nahe, dass die angegebene Zahl deutlich zu hoch ist. Hier müsste detailliert überprüft werden oder die Zahl dürfte nicht als Tatsache aufgeführt werden. Grobes journalistisches Fehlverhalten, das eine Offenlegung der Basis der Daten (zur Plausibelmachung) oder eine Gegendarstellung erfordern würde.
Nach Quellenrecherche wurde diese Zahl erstmals 1985 in der Zeitschrift Emma erwähnt, damals noch für Westdeutschland. Seit dem hat sie sich verselbstständigt.
Auffällig ist schon, dass sie sich, entgegen aller Erwartungen, im Rahmen der Wiedervereinigung nicht erhöht hat. Das ist um so seltsamer, da sich nach 1985 nicht nur die Bevölkerungszahl erhöht, sondern auch der Wohlstand, respektive das inflationsbereinigte freie Einkommen pro Peson immer wieder geändert hat. Alles Alarmsignale erster Güte, die es vierbieten, die Zahl ohne gründlcihe Recherche zu verwenden.
Mehr als 14 Milliarden Euro werden in Deutschland im Jahr mit Sexarbeit umgesetzt.
Der Betrag scheint riesig zu sein. Tatsächlich ist er aber für die angebliche Größe des Gewerbes eher klein. Das Bauhaptgewerbe ist nach angegebenen Zahlen ca. 25% größer (siehe oben). Laut Hauptverband der deutschen Bauindustrie wurden in diesem Bereich in 2025 aber knapp 172 Milliarden Euro umgesetzt. Ok, es sind dort auch Waren (Beton, Teer) dabei, aber trotzdem ist ein Faktor 12 nicht allein damit zu erklären.
Anderer Ansatz: 14 Milliarden auf 400 000 Dienstleisterinnen ergibt 35 000 € Brutto pro Dienstleisterin und Jahr. Klingt erst mal nach viel, ist es aber nicht. Der mindestlohn in Deutschland beträgt aktuell 13,90 €. Bei 40 Stunden die Woche macht das im Jahr 28 912 €. Man muss aber beachten, dass der Mindestlohn in abhängigen Arbeitsverhältnissen gezahlt wird. Diese haben keine intrinsischen Nebenkosten. Bei erotischen Dienstleistungen sind die dort tätigen in aller Regel selbstständig. Das heißt es kommen Kosten für Werbung, ggf. Location-Miete, Ausstattung dazu. Außerdem müssen sie die Sozialvorsorge komplett selber tragen, ohne Arbeitgeberanteil.
Nun kann man dagegen halten, dass ein nicht unerheblicher Anteil die Tätigkeit nur gelegentlich und keinesfalls in Vollzeit ausübt. Trotzdem erscheint die Zahl im Vergleich deutlich zu niedrig. In der Gesamtschau würde aber eher nahe liegen, dass die Zahl der im Bereich tätigen deutlich zu hoch angesetzt ist.
Laut Bundesfamilienministerium bezahlen täglich rund 1,2 Millionen Männer für sexuelle Dienstleistungen.
In Deutschland leben etwas mehr als 41 Millionen Männer (Quelle Statistische Bundesamt abgerufen 2.7.2026). Das heißt der durchschnittliche Mann nimmt ca. alle 35 Tage eine Sexdienstleistung in Anspruch. Etwas seltener als ein mal im Monat. Das ist viel.
Gleichzeitig sagen andere Zaheln (Quelle Spektrum der Wissenschaft), dass im gesamten Leben ca. 27% der Männer in Deutschland für sexuelle Dienstleistungen bezahlt hat. Das hieße, nicht alle 35 Tage sondern alle 9 Tage ein Besuch. Tatsächlich geben aber nur 4% an, innerhalb eines Jahres entsprechende Dienstleistungen in Anspruch genommen zu haben. Das heißt, der Durchschnittskunde nähme etwas häufiger als alle 1,4 Tage eine sexuelle Dienstleistung in Anspruch. Selbst bei 50€ pro Besuch käme man auf ca. 1000€ pro Monat. Der Bevölkerungsanteil, der über entsprechende finanzielle Mittel verfügt, dürfte nicht unbedingt so hoch sein.
Würde man Gleichverteilung annehmen und die Frauen dazu nehmen, würden sich die Abstände etwas mehr als verdoppeln und die Geldbeträge ungefähr halbieren. Auch das wäre noch unplausibel.
Nebenbei ist die Quellenangabe falsch. Es handelt sich nicht um eine vom Bundesfamilienministerium ermittelte Zahl. Sie wird an den Fundstellen dort (soweit ich es überblicken konnte) immer als Zitat aufgeführt. Es wird also versucht die Zahl durch falsche Zuschreibung seriös zu machen. Auch das wieder eine grobe journalistische Verfehlung.
Eine Quellenrecherche ergibt, dass diese Zahl erstmalig 1988 von der Organisaton Hydra als Abschätzung für Westdeutschland angeführt wurde. Pikanterweise wurde sie aus fragwürdigen Zahlen abgeleitet um zu zeigen, dass diese Zahlen nicht plausibel sein können.
2024 registrierten deutsche Ermittler 576 abgeschlossene Verfahren wegen Menschenhandels und Ausbeutung
Hier wird wissentlich erst höhere Zahl aller Fälle angegeben, nicht nur sexuelle Ausbeutung, sondern auch Ausbeutung der Arbeitskraft... Außerdem bleibt unklar, ob es sich um Fälle von "Menschenhandel zum Zwecke der Ausbeutung" oder um Fälle von "Menschenhandel" und Fälle von "Ausbeutung" getrennt handelt. Nicht jede Ausbeutung ist mit Menschenhandel verbunden.
Nicht weiter danach wird es präzisiert:
Allein im Bereich der sexuellen Ausbeutung wurden 364 Ermittlungsverfahren abgeschlossen
Sexuelle Ausbeutung liegt also darunter, wohl auch die ohne Bezug auf Menschenhandel.
Vor allem aber ist ein abgeschlossenes Ermittlungsverfahren nicht automatisch mit einer Tat gleichzusetzen. Jeder hinreichende Anfangsverdacht bringt ein Ermittlungsverfahren. Im Laufe des Verfahrens lässt siche der Verdacht entweder erhärten oder auch nicht. Stellt er sich als unbegründet heraus, wird das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt. Aber auch eingestellte Verfahren gelten in der Statistik als abgeschlossen.
Aussagekräftigere Zahlen wären hier die Anzahl der Anklagen oder noch besser die Anzahl der Verfahren, die in Verurteilungen geendet hat.
Bei diesen Dingen handelt es sich um Grundwissen, das jeder mal an der Schule gelernt hat (unabhängig vom Schultyp). Die Zahlen trotzdem so irreführend darzustellen ist journalistisch zumindest sehr dünnes Eis.
All denen, die zur Abwechslung mal was fundiertes und wissenschaftlich seriöses zm Thema lesen wollen, lege ich die Veröffentlichungen im Zusammenhang mit dem Evaluationsbericht zum ProstSchG des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen ans Herz.
Der Evaluationsbericht selber ist allerdings lang und nichts, was man mal nebenbei lesen kann. Er braucht volle Konzentration. Dazu kommen noch Zusatzveröffentlichungen. Besonders interessant eine ca. 100 Seiten lange, die sich mit der Frage der Freiwilligkeit auseinandersetzt. Beides trotzdem äußerst Lesenswert, auch wenn mindestens es ein komplettes Wochenende braucht, den Bericht durchzuarbeiten.
Die Kurzzusammenfassung ist leicht zu verstehen und skizziert das wesentliche recht gut.
Re: Wie Lady Jenna zur Domina wurde
Fr, 03.Jul 2026, 12:29@knightwohsaysni :
Klasse, dass du dir die Mühe gemacht hast für diese Plausiblitätsbetrachungen.
Ich fass es mal kurz zusammen:
Es wird wohl in wenigen Branchen mehr gelogen, betrogen und mit manuipuierten oder haltlosen Zahlen gearbeitet , wenn es darum geht die "Rotlich" Branche zu betrachten und zu verunglimpfen.
Das dieser Bereich in einigen Facetten in einer rechtlichen Grauzone liegt, ist es auch schwer belastbare Zahlen zu finden.
Nochmals Danke für deine Mühe und deine Ausführungen.
Klasse, dass du dir die Mühe gemacht hast für diese Plausiblitätsbetrachungen.
Ich fass es mal kurz zusammen:
Es wird wohl in wenigen Branchen mehr gelogen, betrogen und mit manuipuierten oder haltlosen Zahlen gearbeitet , wenn es darum geht die "Rotlich" Branche zu betrachten und zu verunglimpfen.
Das dieser Bereich in einigen Facetten in einer rechtlichen Grauzone liegt, ist es auch schwer belastbare Zahlen zu finden.
Nochmals Danke für deine Mühe und deine Ausführungen.






