knightwohsaysni hat geschrieben: ↑Do, 27.Jun 2024, 19:46
Zurück zur Ausgangsfrage, ob schmerzbetonte Sessions nicht mehr so gefragt sind. Wie wahrscheinlich jeder hier, kann ich da keine allgemeingültige Antwort geben. Das könnten eventuell langjährige tätige Dominas, aber auch nur ein Stück weit.
Es könnte aber interessant sein, einen Gedanken etwas zu verfolgen. Vor 20-30 Jahren war das allgemeingültige Bild noch 'Domina = schwarzes Leder, Stiefel, Peitsche' und 'BDSM = Dom haut Sub, bis beide genug haben'. Das wurde durch die gängigen Werbeanzeigen zusätzlich verfestigt. Eigentlich auch logisch, bei der teuren Werbung fokussiert man sich auf die (vermeintlich) größte homogene Kundengruppe.
Natürlich gab es vereinzelt Fälle, in denen dargestellt wurde, dass BDSM nicht unbedingt auspeitschen bedeutet. Ich erinnere noch an eine Talkshow auf RTL mit Hans Meiser und Leuten von den Schlagzeilen. Da hatte sich der Moderator und einige vom Publikum die Diskussion erst sehr auf Peitsche und Schmerzen eingeengt. Erst nach und nach wurde klar, dass es noch viele andere Spielarten gibt. Für die Allgemeinheit gingen solche Beiträge jedoch im Leder-Stiefel-Peitsche-Grundrauschen unter.
Auch der Austausch unter BDSM-Anhängern war schwieriger, Chiffreanzeigen in der Zeitung für einen SM-Stammtisch sind eine hohe Hürde.
Mit dem Internet wurden zwei Dinge einfacher. Der Austausch unter Gleichgesinnten und komplexere Werbung der Dienstleisterinnen. Plötzlich gab es Seiten für Fessel-/Windel-/Keuschheitsgürtel-/...-Liebhaber. Man war nicht allein. Auch die Dominas musste ihre Werbung nicht mehr kurz halten, sie konnten neben dem Mainstream auch weitere Interessen aufführen und vor allem gefunden werden.
Die Anhängern verschiedener (weniger verbreiteter) Fetische konnten plötzlich sehen, Domina ist nicht (nur) Leder, Stiefel, Peitsche. Manche Dominas bieten auch Speiel als Fesselkünstlerin, Windelmutti, Schlüsselherrin und ... an. Vielleicht nicht immer direkt im Nachbarort, aber in den letzten 20 Jahren sind wir auch deutlich mobiler geworden. Es ist eben nicht mehr ausgeschlossen für eine Session 200 km zurück zu legen.
Es könnte also sein, dass sich die Kundenbasis verbreitert hat, da mehr Interessen bedient werden. Übertriebenes Phantasie-Beispiel: Früher hatte unser hypothetisches Dominastudio 3 Kunden pro Tag, von denen alle wegen Schmerzspielen gekommen sind, weil niemand wusste, dass es auch andere Angebote gibt. Heute hat unser hypothetisches Studio 10 Kunden pro Tag. Darunter sind weiter drei, die Schmerzsessions nachfragen. Aber auch sieben andere, die zur Domina gehen, weil sie wissen, dass auch andere Spielarten möglich sind. Dann verschiebt sich das Verhältnis, die Anzahl der Leute die Schmerzsessions nachfragen bleibt dagegen gleich.