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Re: Betrieb eines DomStudio gleich Prostitutionsstätte?

Do, 21.Mär 2013, 16:31
Als Bremer muss ich sagen: Es ist ein interessantes Gesetz, das vermutlich erst einmal dafür gedacht ist, den wechselnden Gesichtern der Damen im Bereich des Holzhafens entgegenzuwirken. Zugleich erleichtert es natürlich ungemein, alle Prostitutionsstätten (in Ermangelung eines besseren Wortes) in den beiden Städten zu kontrollieren. Meinem rechtsstaatlichen Verständnis laufen einige der Regelungen (insbesondere die Verdachtsregelungen) jedoch zutiefst zuwider. Es wirkt, als wollte man einem Teil der Rotlichtszene ziemlich deutlich signalisieren, doch lieber die Stadt zu verlassen. Ohne die Gesetzgebung in Niedersachsen zu kennen, wäre mein Tipp, dass wir hier nach dem Sommer (wenn das Ding in Kraft getreten ist), die Abwanderung einiger Rotlichtbetriebe 100 Meter hinter die Landesgrenze erleben werden. Bremen ist prädestiniert dafür: Fast auf allen Seiten gibt es kleinere Ortschaften mit Industriekomplexen, wo sich vermutlich auch das eine oder andere Dominastudio nicht unwohl fühlen dürfte. Wir werden sehen. Ich hab bei diesem Ding ziemlich gemischte Gefühle. Es ist extrem streng und schrammt ziemlich dicht daran vorbei, die Berufsfreiheit zu sehr einzuschränken, auf der anderen Seite habe ich insbesondere auch in Bremerhaven schon das eine oder andere "Lokal" gesehen, wo man doch spontan das Bedürfnis hatte, die Polizei zu rufen. Wir haben auch viele Kuttenträger in der Stadt - schwieriges Thema
dum spiro, spero....

Re: Betrieb eines DomStudio gleich Prostitutionsstätte?

Do, 21.Mär 2013, 19:43
War vielleicht etwas voreilig, jedoch lesen hier wirklich alle mit und die Thematik an sich ist immer brisant.

Wenn Kommunikation untereinander sich als konstruktiv erweist, kann man natürlich auch über Steuer, Gewerbe und Co sprechen - hier machen wir es dann ja auch.

Und das man in D seine Steuererklärung abgeben sollte, weiß man eh.



DomHunter
( ...Strap-it-On... )
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Re: Betrieb eines DomStudio gleich Prostitutionsstätte?

Do, 21.Mär 2013, 20:26
@Unartiger

Du schreibst:
denn man kann ja weder Einnahmen noch Kosten nachweisen
Der Nachweis von Einnahmen ist in der Tat schwierig.
Bisher wollte keiner meiner Gäste eine Rechnung über meine Dienstleistung haben. *smile*

Die Kosten hingegen lassen sich doch völlig einfach nachweisen.
Quittungen, Bons und Belege stellen doch sowohl Sexshops als auch Drogeriemärkte aus.

Wer Schätzungen umgehen will, sammelt seine Belege, führt ein Einnahmenbuch und bemüht sich um korrekte Buchhaltung.

Dann hat das FA auch nix zu meckern.

Frauen, die Steuerhinterziehung betreiben, haben m.E. selbst Schuld, wenn sie geschätzt werden. Und daß die Schätzung dann zu Ungunsten der Sexarbeiterin ausfällt, ist doch klar.

Da hab ich echt kein Mitleid.



Gruß,
LadyTanja
_______________________
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http://blog.lady-tanja-hamburg.de
www.galerie-de-sade.de/Hamburg/Lady-Tanja-a302.html

Re: Betrieb eines DomStudio gleich Prostitutionsstätte?

Fr, 22.Mär 2013, 22:58
Auch sehr interessant ist diese Mitschrift aus einer Diskussionsveranstaltung der Grünen zum Thema '10 Jahre Prostitutionsgesetz'.

http://menschenhandelheute.net/2012/11/ ... re-prostg/

Zitat:
Tatsächlich würden Sperrgebiete nur dazu führen, dass Prostitution entweder in der Illegalität oder in unsicheren Stadtrandlagen stattfände. Das verschlechtere die Lebenssituation von Prostituierten zusätzlich. Beck zufolge sei die Ausgestaltung des ProstGs auch eine kommunale Verantwortung, d.h. die von Polizei und Ordnungshütern. Die Gesellschaft kümmere sich häufig einfach nicht um dieses Thema, welches auch bei der Wählerschaft unpopulär sei. Von Kunden, so Beck weiter, sei da auch wenig hilfreiches zu erwarten. „Wenn wir nichts anbieten im Sinne einer positiven Ausgestaltung, dann verlieren wir gegen Alice Schwarzer und die CDU-Frauen. Eine Kriminalisierung der Freier ist eine perfide Logik, die aber in der Bevölkerung auf eine gewisse Art und Weise ankommt.“ Im Realfall führe dies aber nur dazu, dass SexarbeiterInnen weiter an den Rand und in gefährliche Situationen gedrängt würden.

1 „Die schwedische Lösung in Deutschland wäre eine Katastrophe.“ – Volker Beck

Auf die Frage, was die anderen Parteien in der Schublade hätten, antwortete Beck, dass Alice Schwarzer das Menschenhandelsthema ausnutzen würde und damit bei Konservativen gut ankäme. Obwohl in dieser Legislaturperiode keine Gesetzesänderung mehr zu erwarten sei, könnte die Kriminalisierung der Freier leicht zum Wahlkampfthema werden.

— Zitat Ende —

Quelle: http://menschenhandelheute.net/2012/11/ ... re-prostg/

1 Anmerkung: In Schweden ist der Ankauf von Sexleistungen verboten, und wird mit Geldstrafe oder mit Haftstrafe bis zu 1 Jahr bestraft! %knast%

Gruss, Runpax
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