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Re: Ausweichmöglichkeit für das Stammpersonal im Studio Centric

Mo, 13.Jul 2026, 22:31
Ob es ein Studiosterben gab? Eine Recherchelegt das zumindest nahe. Ruft man auf den einschlägigen Archivseiten (z.B. archive.org) die Listen der Studios hier im Forum und bei anderen Quellen wie der Galerie de Sade auf, sind an den meisten Orten heute weniger Einträge vorhanden.
Um auszuschließen, dass es nur daran liegt, dass die Werbung auf anderen Wegen betrieben wird, habe ich auch neuere, allgemeinere Portale abgeklappert (z.B. Ladies) abgeklappert. Als Vergleich habe ich jeweils Archiveinträge von vor 10 Jahren, also aus dem Juli 2016 herangezogen.

Fazit: In den allermeisten Städten sind anscheinend weniger Studios vorhanden. Oft ist es so, dass die Zahl der Studios mit mehreren Damen stärker gesunken ist als die reiner Privatstudios einzelner Damen. Wobei ich rein von der Zahl rede. Im Bereich der Einzelstudios gab es fast ständig Schließungen und Neueröffnungen.

Über die Gründe lässt sich spekulieren, aber es ist, wie gesagt, nur Spekulation.

Besonders starke Änderungen gab es im Zeitraum 2016/2017. Hier kommt einem natürlich das ProstSchG in den Sinn. Ob es ausschlaggebend war, keine Ahnung.

Eine zweite Welle kam dann um 2021. Hier könnte man vermuten, dass die Schließungen während der Corona-Epidemie vielleicht dem einen oder anderen Studio die wirtschaftliche Grundlage entzogen haben.

Gut möglich, dass auch der Pessimismus eine Rolle spielt, der sich immer weiter verbreitet und die allgemeine Unzufriedenheit. Wer ängstlich in die Zukunft blickt, neigt dazu sich einzuschränken. Dann gönnt man sich den Dominabesuch vielleicht nicht mehr.

Ob Onlinedominas und Content-Creatorinnen eine Rolle spielen, mag ich nicht beurteilen. Dafür müsste ich den Online-Markt kennen.

Vielleicht war der Studio-Markt auch generell gesättigt und andere Faktoren waren nur der Zündfunke für eine Bereinigung, die ohne einen solchen zwar langsamer, aber trotzdem stattgefunden hätte.
Um mal ein Gefühl für die Zahlen zu bekommen, eine simple Abschätzung für den Raum Stuttgart: 6 Großstudios (Arachne 1/2, Centric, Excentric, Sm-Tempel, TBZ). In jedem Großstudio 5 Dominas anwesend (laut Archivseiten eher mehr). Dazu vielleicht noch 5 Einzeldominas -> 35 Dominas aktiv. 2 Kunden pro Domina -> 70 Kunden benötigt. Ca. 1% der Bevölkerung lebt, zumindest gelegentlich, seine SM-Neigungen aus. -> 7000 Personen Grundmenge pro Tag. Wahrscheinlich werden nicht alle davon zu einer Domina gehen, außerdem sind die Kunden doch mehrheitlich männlichen Geschlechts. Deshalb dürfte eine Grundmenge von mehr als 10 000 pro Tag realistisch sein. Der Großraum Stuttgart hat aktuell ca. 2,8 Millionen Einwohner. Das heißt jeder in Frage kommende müsste ca. jedes dreivierteljahr ins Studio gehen.
Diese Abschätzung ist wahrscheinlich eher konservativ. Schon so legt sie einen gut versorgten Markt nahe. In der Realität könnte also möglicherweise eine gewisse Überversorgung geherrscht haben.

Eine letzte Ursache könnte, so paradox es klingt, auch die größere gesellschaftliche Sichtbarkeit des BDSM sein. Wenn jedes Wochenende mindestens drei SM-Partys in 150km Umgebung sind, wenn einzelne SM-Utensilien Einzug in normale Schlafzimmer halten, dann verbreitert sich nicht nur die Nachfrage, auch das Angebot wird breiter. Dann ist die Wahl nicht mehr in jedem Fall 'zur Domina gehen oder es nicht ausleben können'. Es kann dann auch heißen 'Domina, Swingerclub oder SM-Party'.

Was davon die Ursache ist und ob es überhaupt eine einzelne gibt oder ob es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren ist, keine Ahnung. Das oben ist, wie schon geschrieben, erst mal Spekulation.
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